Report
Ausgabe 01, Januar 2009


Armenien
70-jährige Frau muss sich allein um kranken Sohn und verwaiste Enkelkinder kümmern
Eine ganze Familie ohne Hoffnung
Hasmik Goroian hat sich ihr Leben ganz anders vorgestellt, als sie damals ihren Traummann heiratete. Die heute 70-jährige grauhaarige Frau erzählt mit Tränen in den Augen ihre Geschichte:
Nach der Hochzeit bekamen sie und ihr Mann vier Kinder, drei Töchter und einen Sohn. Es war eine schöne Zeit. „Mein Mann war ein gutherziger und verantwortungsvoller Mensch“, erzählt Hasmik mit einem Lächeln im Gesicht. „Er hat sich mit grosser Hingabe um seine Familie gekümmert und die Kinder versorgt“.
Die Kinder wurden gross, die Töchter heirateten und Sohn Gagik wurde für zwei Jahre in die Armee einberufen. Eines Tages erreichte die Familie eine schreckliche Nachricht: Gagik wurde im Dienst schwer verletzt. Fast einen Monat lag er im Krankenhaus. Die Verletzungen und die psychischen Wunden waren so schlimm, dass er zum Invaliden wurde. Für seinen Vater war die Situation nicht auszuhalten. Stundenlang sass er am Bett von Gagik. Er konnte es nicht verkraften, dass sein geliebter Sohn zum Invaliden geworden war. Hasmiks Mann wurde depressiv und starb bald darauf an einem Herzanfall. Danach versank die Familie in Not.
Die Mutter musste sich alleine um ihren kranken Sohn kümmern. Er benötigt teure Medikamente und steht unter permanenter ärztlicher Überwachung. Um die Medikamente bezahlen zu können, musste die Frau Schulden machen und letztendlich blieb ihr nichts anderes übrig, als ihre Dreizimmer-Wohnung zu verkaufen. Mit dem Geld konnte sie zumindest die Rechnungen der Behandlungen begleichen und ihre Gläubiger befriedigen.
Doch schon erreichte die inzwischen betagte Frau der nächste Schicksalsschlag: Ihre älteste Tochter Rusanna, mit der sie gemeinsam in einer kleinen Mietwohnung lebte, starb an Krebs. Auch Rusanna war ein Leben lang vom Unglück verfolgt worden. Ihr Ehemann starb kurz nach der Geburt der gemeinsamen Tochter. Vor zwei Monaten ist die 43-jährige Frau ihrem Mann in den Tod gefolgt. Sie starb an Brustkrebs. Ausser der neunjährigen Tochter Irina hatte Rusanna noch zwei Söhne, Rafajel (22) und Hakob (16). Rafajel, der verheiratet und bereits Vater ist, nimmt jede Arbeit an, um die Last der Familie zu erleichtern. Zur Zeit arbeitet er auf einem nahe gelegenen Bauernhof und putzt die Kuhställe. Wegen der schwierigen sozialen Lage der Familie hat Hakob die Schule aufgegeben und arbeitet auf dem Bau.
Von Hasmiks einst schönem Leben sind nur noch Trauer und Hoffnungslosigkeit geblieben. Sie, die eigentlich selbst Pflege und Sorge braucht, muss sich in ihrem Alter um den inzwischen geisteskranken und körperlich behinderten Sohn und um die verwaisten Enkelkinder kümmern. Die Familie hat kein eigenes Dach über dem Kopf, kein Geld zum Leben und keine Mittel für die Behandlungen der Krankheiten.
Rusannas Tochter Irina hat einen grossen Traum: Sie möchte Ärztin werden. Hoffentlich meint es das Schicksal besser mit ihr. Mit Ihrer Hilfe können unsere Mitarbeiter in Armenien das Leid dieser Familie lindern und dafür sorgen, dass neue Hoffnung einkehrt. Möge Gott Ihnen Ihre Mildtätigkeit reichlich vergelten!
Projekt Nr. 1305
„Besseres Leben für Hasmik“

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Armenien
Vater ist an Epilepsie erkrankt – Kein Geld für die Ausbildung der Kinder
Drei Mädchen auf Hilfe angewiesen
Man sagt in Armenien „fest sind die Familien, die gemeinsam durch schwere Tage kommen“. Solch eine Familie ist die von Artur und Anahit Altikulanian und ihren drei Töchtern. 1998 haben Artur und Anahit geheiratet. Damals wussten sie noch nicht, dass Artur an Epilepsie leidet. Zusammen mit ihren Töchtern lebte das Ehepaar anfangs im Elternhaus, wo noch zehn weitere Personen wohnten. Irgendwann kommt für jede junge Familie die Zeit, in der sie ein eigenes Heim braucht. So haben sie eine 38 Quadratmeter kleine Zwei-Zimmer-Wohnung gemietet. Zwar gibt es in Armenien inzwischen für junge Familien die Möglichkeit, mit Hypotheken Wohnungen zu kaufen, aber die Wirtschaft Armeniens ist immer noch nicht stabil, die Arbeitslöhne sind niedrig und dieses Angebot ist für die jungen Familien meist unrealistisch. Artur verkauft Obst und Gemüse auf dem Markt für einen Tageslohn von umgerechnet rund 6 Franken (knapp 4 Euro). „Ich weiss, dass Artur, egal wie hart er arbeitet, nie in der Lage sein wird, eine eigene Wohnung kaufen zu können“, sagt Anahit. Doch sie hat in der Kirche bei der Hochzeit vor Gott versprochen, dass sie auch in Armut und bei Krankheit immer an der Seite ihres Mannes bleiben wird.
Die Kinder, Lusine (8), Knarik (4) und Hripsime (1) fordern noch nicht viel von ihren Eltern. Die Kleinen ziehen die Kleidung der ältesten Tochter an, aber mit dem Alter kommt auch der Wunsch nach schönen Kleidern und einer guten Ausbildung. Wie es im Moment aussieht, werden Artur und Anahit diese Wünsche nicht erfüllen können. Es fehlt ihnen an Geld. Hinzu kommt noch Arturs Krankheit. Um die Beschwerden zu lindern, benötigt er Medikamente, die ebenfalls viel Geld kosten.
Für ihre Wohnung müssen die beiden monatlich etwa 120 Franken (rund 78 Euro) bezahlen. Die Heizung wird extra abgerechnet. Noch ist offen, wie das Leben der drei Mädchen verlaufen wird. Sicher ist, dass sie unsere Hilfe brauchen. Bitte helfen Sie mit!
Projekt Nr. 1306
„Zukunft für drei Mädchen“

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Armenien
Gohar Manukjan besucht die Universität und möchte später Dolmetscherin werden
Diaconia schenkt junger Frau eine Zukunft
Kinder armer Eltern haben in Armenien kaum eine Chance auf Ausbildung oder gar ein Studium. Gohar Manukjan hat das grosse Glück, dass Diaconia ihr Studium unterstützt. Nur durch diese Hilfe kann die junge Frau die Universität besuchen, um später als Dolmetscherin zu arbeiten und damit ihre arme Familie zu unterstützen.
Gohars Eltern sind einfache Leute. Mutter Nasik führt den Haushalt und Vater Samvel arbeitete früher auf dem Markt und verkaufte bei Regen, Schnee und Hitze Socken. 2007 verschlechterte sich sein Gesundheitszustand. Er hatte schlimme Schmerzen im Bein und musste operiert werden. Bei dem chirurgischen Eingriff wurden die meisten Adern des linken Beines entfernt. Seither kann er nicht mehr arbeiten und die Familie lebt ausschliesslich von der Invalidenrente und der kargen Beihilfe.
Gohar hat noch zwei Brüder. Serob und Eduard sind ebenso wie sie sehr musikalisch. Alle drei haben die Musikschule mit Auszeichnung beendet. Serob spielt das armenische Volksinstrument Duduk, Eduard spielt Geige und Gohar Klavier. Doch nur Serob konnte seine Ausbildung als Musiker am staatlichen Konservatorium fortsetzen. Er bestand glänzend die Aufnahmeprüfung und durfte kostenlos studieren. Eduard hat ebenfalls grosses Talent, aber für seine Ausbildung hat die Familie einfach nicht genug Geld. Er hat gesundheitliche Probleme, ist kurzsichtig und unterernährt. Auch Gohar hätte gerne Musik studiert, aber sie ist realistisch: „Mit Klavierspielen kann man in unserem Land sein tägliches Brot nicht verdienen“. Als Dolmetscherin sieht sie einer sicheren Zukunft entgegen.
Mit ihren guten Zeugnissen wurde sie an die Universität aufgenommen, aber die Studiengebühren waren für die Familie unbezahlbar. Und so klopften Gohar und ihre Mutter mit Bittschriften an die Türen verschiedener Hilfsorganisationen. Überall waren sie erfolglos. Nur durch die Unterstützung von Diaconia ist es der jungen begabten Frau möglich, die Universität zu besuchen.
Manchmal organisieren die Jugendlichen kleine Konzerte zu Hause. Mutter Nasik, die eine schöne Stimme hat und früher in einem Chor sang, nimmt auch an diesen Konzerten teil. So versucht die Familie trotz aller Schwierigkeiten, ein bisschen Freude und Licht in den grauen Alltag zu bringen. Wir bitten Sie herzlich um Ihre Unterstützung für Gohar und weitere junge Menschen in Armenien, die durch eine gute Ausbildung der Armut dauerhaft entfliehen können.
Projekt Nr. 1307
„Ausbildungsfonds“

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Armenien
Im „Dorf der Hoffnung“ leben derzeit 78 Familien – Diaconia-Projekt ist oftmals ihre einzige Chance
Eine Heimat für Familie Poghosian
Naira und Gagik Poghosjan haben sich die schlechteste Zeit ausgesucht, als sie im Jahre 1990 ihre Wohnung verkauft haben, um mit dem Geld Handel zu betreiben. Die Sowjetunion zerfiel und ihr Heimatland Armenien machte sich wie viele andere Länder auf den Weg zur Unabhängigkeit. Das ganze armenische Volk verarmte und nur wenigen gelang es, wieder auf die Beine zu kommen. Viele mussten ihre Häuser verkaufen, um ihre Familien unterstützen zu können. In dieser Inflationszeit haben auch Naira und Gagik keinen Erfolg mit ihrem Kleinhandel gehabt. Plötzlich war ihr gesamtes Vermögen weg und das Ehepaar gezwungen, eine Wohnung zu mieten. Das Geld reichte nur für sehr kleine Räume. Erstaunlich, dass sie auch unter so schweren Bedingungen glücklich gelebt und sogar noch fünf Kinder auf die Welt gebracht haben. Nur eines der Kinder hat gesundheitliche Probleme, alle anderen sind Gott sei Dank gesund.
Armenien steckte in den 90er Jahren in einer tiefen Wirtschaftskrise, auch infolge des Krieges um Berg Karabach und den Wirtschaftsblockaden der Nachbarländer. Die Bevölkerung musste in dieser schweren Zeit nicht selten ohne Heizung, Strom und fliessendes Wasser leben. Im Jahre 2001 wurde das Projekt „Dorf der Hoffnung“ von der armenischen Regierung bestätigt. Im „Dorf der Hoffnung“ haben obdachlose kinderreiche Familien die Chance auf einen Neuanfang. Diaconia baut dieses Dorf am Stadtrand von Jerewan für 200 der ärmsten Familien. Die ersten 20 konnten im Jahr 2003 ihre Wohnungen beziehen. Im Jahr 2004 konnten die nächsten Familien einziehen, darunter auch Naira und Gagik. Damit wurde ihr grösstes Problem gelöst. Ihr ältester Sohn ist inzwischen beim Armeedienst, alle Kinder haben eigene Schlafzimmer und dem kranken Kind geht es besser. Gagik arbeitet und verdient etwas Geld.
Das Leben dieser Familie wurde durch das „Dorf der Hoffnung“ entschieden verbessert. Viele Armenier leben in menschenunwürdigen Behausungen, zum Teil in Höhlen oder Kanalisationsschächten. Heute wohnen im „Dorf der Hoffnung“ 78 glückliche Familien, die täglich Gott danken, der ihnen das ermöglicht hat. Wir danken Ihnen sehr herzlich für Ihre Solidarität mit Armenien, dem ältesten christlichen Land der Erde!
Projekt Nr. 1308
„Zukunft für Armine“

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Rumänien
Mutter lebt mit drei kleinen Kindern in einem baufälligen Haus ohne Ofen
Bittere Armut in bitterer Kälte
Es ist eiskalt in Rumänien. Die 40-jährige Jolan Mocsel lebt mit drei ihrer Kinder in einem baufälligen Haus. Draussen hat es gerade mal minus drei bis vier Grad. Wenn Attila (7 Jahre alt) Izabela (9) und Ildi (11) morgens gegen 7 Uhr aufstehen, frieren sie in der bitteren Kälte. Sogar ihre Schuhe sind von Eis überzogen, weil es im ganzen Haus keine Heizung gibt. Manchmal, wenn es ganz schlimm ist, gehen die Kinder zu Freunden, um sich aufzuwärmen. Nach dem Aufstehen machen die Vier ein Feuer im Hof, um sich einen Tee oder etwas zu essen zu kochen. Dann gibt es auch etwas warmes Wasser, damit sie sich das Gesicht waschen können. Seit drei Wochen haben sie nicht mehr geduscht und auch die Kleider können nicht gewaschen werden, da sie nicht trocknen würden. Darum werden die Kleidungsstücke Tag für Tag getragen, sogar in der Nacht.
Jolan ist verzweifelt. Vor drei Jahren ist ihr Mann gestorben, seither ist sie allein für ihre insgesamt zehn Kinder verantwortlich. Vor allem für die drei Kinder, die noch bei ihr leben. Sie bekommt keine Pension. Das einzige Einkommen ist ein geringes Kindergeld. Wenn die Kinder von der Schule kommen, machen sie wieder ein Feuer im Hof, um sich ein paar Kartoffeln zu kochen, die sie von Diaconia erhalten haben. Die Mutter weint, wenn sie mit ansehen muss, wie sehr die Kinder nachts frieren und sie freut sich, wenn am Tag die Sonne scheint, damit sie sich etwas aufwärmen können.
Vor Beginn des Winters arbeitete Mutter Jolan zusammen mit dem ältesten Sohn Ildi auf einem Kartoffelfeld. Sie haben es so geschafft, das Geld für die Miete aufzubringen. Aber das Haus muss renoviert werden, damit die Kälte abgehalten wird. Türen und Fenster müssen repariert werden, sodass keine Einbrecher in das Haus eindringen können. Und vielleicht geht ja mit Hilfe der Diaconia-Freunde sogar ihr grösster Wunsch in Erfüllung und sie können sich einen kleinen Ofen kaufen.
Projekt Nr. 1309
„Wärme für Familie Mocsel“

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Rumänien
Nach tragischem Unfalltod des Vaters kämpft eine neunköpfige Familie ums Überleben
Sohn sieht seinen Vater sterben
Es ist eine tragische, ungerechte Geschichte, die Familie Brumar erleben musste. Der Vater starb, als er mit seinem Sohn Ionut (18 Jahre alt) bei Dunkelheit mit dem Pferdegespann und einem Wagen voll Feuerholz auf dem Heimweg war. Ein Auto fuhr von hinten auf und überrollte danach den am Boden liegenden Mann. Ionut erinnert sich: „Als ich auf der Strasse zu mir kam, rief ich sehr laut nach meinem Vater, aber ich bekam keine Antwort. Das Pferd flüchtete in die Berge und plötzlich entdeckte ich meinen Vater. Überall um ihn herum war Blut. Er war sofort tot.“
Ionut war sehr geschockt von diesem schrecklichen Unfall. Der Fahrer des Autos war betrunken, aber er arbeitet für eine grosse Firma und setzte seine Beziehungen ein. So hiess es am Ende, dass der Vater betrunken vom Wagen gefallen sei. „Das ist eine Lüge“, ärgert sich Ionut.
Nun ist Monica Brumar alleine für ihre acht Kinder im Alter zwischen 4 und 18 Jahren verantwortlich. Für Essen, Kleider, ein Pferd und ein Schlachtschwein musste sie einen Kredit aufnehmen, den sie kaum tilgen kann. Trotz der schweren äusseren Umstände sind alle Kinder sehr gut in der Schule.
Diaconia möchte der traumatisierten Familie mit einem monatlichen Essens-Paket helfen, das sechs Monate lang ausgegeben wird. Bitte helfen Sie mit und unterstützen Sie diese arme Familie mit Ihren Gebeten und Gaben.
Projekt Nr. 1310
„Essenspaket für Grossfamilie“

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Rumänien
Robert Cimpoer benötigt für sein Haus dringend Zement und anderes Baumaterial
Junger Witwer kämpft für sich und seinen Sohn
Robert Cimpoer ist 30 Jahre alt und schon Witwer. Seine Frau Olimpia ist vor einem Jahr bei einem schrecklichen Unfall gestorben. Gemeinsam hatten sie an der Strasse in Brasov handgemachte Besen verkauft. Als Olimpia die Strasse überquerte, wurde sie von einem Auto erfasst und starb. Ihr Mann, der so plötzlich zum Witwer wurde, beerdigte seine geliebte Frau auf einem Hügel. Das Grab schmückt er liebevoll mit Blumen. Für ein Grab auf dem Friedhof hat er kein Geld.
Seit diesem Tag ist Robert mit seinem gleichnamigen zweijährigen Sohn Robert alleine. Er arbeitet sehr hart an einem Haus, das er für sich und seinen Sohn baut, sammelt Bau-Material und arbeitet für verschiedene Auftraggeber, um Geld zu verdienen. Er hat bereits die Mauern des Hauses aufgebaut, nun benötigt er allerdings dringend Zement, um den Mauern die nötige Stabilität zu geben. Das Holz, das er für das Dach benötigt, hat er bereits gesammelt.
Robert hat das Haus ganz alleine gebaut und zieht seinen kleinen Sohn auf. Manchmal hilft ihm seine Mutter, die den kleinen Robert dann zu sich nimmt. Um sein kleines Haus nun vollenden zu können, will ihm Diaconia Zement und anderes Baumaterial zur Verfügung stellen. Dazu bedarf es Ihrer Hilfe!
Projekt Nr. 1311
„Zement für Robert“

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Albanien
Kinderheim-Direktor richtet verzweifelten Appell an Diaconia – Staat versorgt die Einrichtung nur unzureichend mit Lebensmitteln
Kriegswaisen leiden grossen Hunger
Das Kinderheim von Shkoder kann 60 Kinder beherbergen. Im Moment leben 45 Kinder – 25 Jungen und 20 Mädchen – im Alter zwischen 7 und 15 Jahren dort. 70 Prozent der kleinen Bewohner haben keine Eltern mehr. Für sie ist das Heim der einzige Zufluchtsort. Die Eltern der anderen sitzen entweder im Gefängnis, sind geschieden oder krank. So ist es ihnen nicht möglich, ihren Nachwuchs eigenständig zu versorgen. Einige wurden von ihren Eltern einfach sitzen gelassen, ohne dass sie je wieder Kontakt zu ihnen aufgenommen haben. Diese Kinder haben eine grosse Chance auf Adoption.
Die meisten der kleinen Heimbewohner kommen aus Nord-Albanien. Sie sind durch den Krieg schwer traumatisiert. Einige haben die Ermordung ihrer Eltern mit ansehen müssen. Noch heute leiden sie unter den grausamen Taten.
Im staatlichen Kinderheim von Shkoder bekommen die Kinder nun einen Zufluchtsort, Essen und Kleidung. Allerdings sind die finanziellen Mittel des Staates sehr begrenzt und es steht viel zu wenig Geld zur Verfügung, um die Bedürfnisse der Kinder erfüllen zu können. Vor allem an Lebensmitteln mangelt es. Dem Staat ist es nicht gelungen, die Lebensmittel auszuliefern, die in der Planung vorgesehen waren.
Diaconia hat in den letzten fünf Jahren immer wieder einzelne Projekte in dem Kinderheim unterstützt, und damit die Lebensbedingungen der Kinder entschieden verbessert. Die Not der kleinen Bewohner ist unverkennbar.
Nun hat der Direktor des Heims, Arian Dushaj, Diaconia erneut um Hilfe gebeten. „Die Regierung hat uns versprochen, unser Budget Mitte 2008 zu erhöhen, aber das ist nie geschehen“, berichtet er verzweifelt. Den Kindern im Heim stehen gerade mal 260 Leks, das entspricht zwei Euro, am Tag zur Verfügung, „ein lächerlicher Betrag, der die Kinder nicht satt machen kann“, so Arian Dushaj. „Hunger ist der Preis, den die Kinder bezahlen. Und nun hat auch noch der Winter begonnen“, ärgert sich der Direktor. Die Perspektiven für die nächsten Monate seien düster, denn die globale Finanz-Krise habe auch an Albaniens Türen geklopft.
„In dieser verzweifelten Situation appelliere ich an Diaconia und an die Spender in der Schweiz und in Deutschland: Bitte helfen Sie diesen kriegsgeschädigten Waisen, damit sie den Winter überleben.“
Projekt Nr. 1312
“Essen für die Kinder von Shkoder“

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DIACONIA Alljährlicher Diaconia Waldhütten-Hock
Dank für treue Mitarbeit
Jedes Jahr dankt Diaconia Internationale Hilfe den freiwilligen Helferinnen und Helfern mit dem traditionellen Waldhütten-Hock, der diesmal bereits zum fünfzehnten Mal durchgeführt wurde.
Ein Kerzenspalier führte die Gäste zur Waldhütte, wo Diaconia-Präsident Hans-Rudolf Hintermann sie begrüsste und Pfarrer i. R. Paul Hunziker den Abend mit einem Gebet eröffnete. Nach dem gemeinsamen Mahl erfuhren die Freiwilligen aus erster Hand, wie wichtig ihre Mitarbeit ist.
Dabei ist es alles andere als einfach, Hilfe zu leisten. Beispielsweise machen es staatliche Bestimmungen immer schwieriger, gebrauchte Kleider zu den Notleidenden zu bringen. Aber neue Wege zeigen, dass Freiwilligenarbeit unverzichtbar bleibt.
Der beste Beweis dafür ist die Bäckerei in Armenien. Der Schweizer Bäcker- und Konditormeister und zugleich Fachlehrer Andreas Dossenbach erzählte, wie er in seinen Ferien als Freiwilliger im armenischen Jerewan eine Bäckerei eingerichtet und die Bäcker ausgebildet hat. Jetzt funktioniert die Bäckerei selbstständig und mit Erfolg, wie der armenische Projektleiter Baru Jambazian berichten konnte.
Erstmals am Waldhüttenhock mit dabei war Artan Metohu, Leiter der Arbeit in Albanien. Mit eindrücklichen Bildern zeigte er, was gezielte Hilfe leisten kann. Der Vergleich von vorher und nachher bei seinen Projekten demonstrierte mit aller Deutlichkeit, welchen Unterschied die materielle und geistliche Hilfe aus der Schweiz für die Menschen in Albanien ausmacht.
Ebenfalls einen gewaltigen Unterschied bewirkt die Unterstützung in Rumänien, wie Projektleiter Matthias Kipfer darlegen konnte. Hier hilft das Hilfswerk nicht nur zahlreichen Familien, sondern gerade auch gefährdeten Kindern und Jugendlichen aus den Elendsquartieren von Brasov, denen es mit einer täglichen warmen Mahlzeit, mit Aufgabenhilfe und liebevoller Betreuung beisteht. Damit sollen die Kinder sicher durch die Schule gebracht werden, da nur ein Schulabschluss ihnen die Chance auf eine menschenwürdige Zukunft ermöglicht.
Diese menschenwürdige Zukunft ist das Ziel aller Hilfsarbeit, wie Vorstandsmitglied Kurt Wenger in seinem Schlussgebet betonte. Für die Freiwilligen wurde es zum schönsten Dankeschön, dass ihre Mitarbeit in den vergangenen zwölf Monaten dabei eine entscheidende Rolle gespielt hat.




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