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Report
Ausgabe 01, Januar 2017


Armenien
Warme Winterkleidung für bedürftige Senioren
In Armenien werden die Winter kalt — den Älteren fehlt es oft an passender Kleidung

Sie haben ihr Leben lang gearbeitet, Kinder erzogen und versucht, die Familie zu versorgen und zu beschützen. Jetzt sind sie alt, ihre Kinder teilweise im Ausland. Und oftmals sind sie so arm, dass sie von ihrer kleinen Rente kaum mehr warme Kleidung und Schuhe für sich selbst kaufen können.

Die Situation der alten Menschen in Armenien steht selten im Fokus. Denn sie leiden still. Wie Nelli Sosinjan (74) aus Jerewan. Die gelernte Linguistin hatte zwei Söhne, einer starb 2008, der andere sucht in Georgien nach Arbeit – bisher jedoch ohne Erfolg. Ihre Ehe war schwierig, ihr Mann ist bereits verstorben. Die alte Frau lebt von einer monatlichen Rente in Höhe von 67 Franken (62 Euro). Geld für eine warme Wohnung hat sie schon seit Jahren nicht mehr, auch die Lebensmittel sind knapp. „Ich fürchte den Winter“, sagt sie leise. Dann trägt sie mehrere Kleidungsstücke und Socken übereinander und schlurft mit den alten Stiefeln ihres Sohnes durch die Strassen.

Mit vielen Decken versucht sich Nelli Sosinjan vor der ärgsten Kälte in ihrer ungeheizten Wohnung zu schützen.

Tsolak Howhannisjan sorgt sich nicht nur um seine kranke Frau.

Es gibt insgesamt vier staatliche Altersheime in Armenien. Dort leben rund 1 300 Senioren. Das Angebot reicht aus, da viele Senioren bei ihren Familien oder in eigenen Unterkünften leben. „Die Menschen gehen nicht gerne ins Heim. Dort ist es zwar vielleicht warm und trocken, aber es ist ihnen fremd. Und viele schämen sich, wenn sie ins Heim ziehen“, beschreibt Tsolak Howhannisjan die Situation. Der 89-Jährige hat vier Kinder. Drei leben im Ausland. Tsolaks Frau Rosa ist seit zehn Jahren schwerkrank und bettlägerig. Zur Begleichung der Arztrechnungen musste das Paar seine Wohnung verkaufen. Jetzt teilt es sich mit der jüngsten Tochter Flora und deren Sohn eine kleine Zweizimmerwohnung. Der kleine Junge leidet an Hämophilie (Bluterkrankheit), sodass Flora nicht arbeiten gehen kann. Vier Personen leben von der Rente der Senioren, die gerade mal 193 Franken (180 Euro) beträgt. „Sogar der Kühlschrank bleibt ausgeschaltet, aber wir haben ohnehin kaum etwas zu essen“, meint der 89-jährige Rentner traurig.

Viele Menschen in Armenien, vor allem die älteren, tragen zerschlissene Kleidung und unpassendes Schuhwerk. Sie haben oftmals keine andere Wahl. Aber sie sprechen nicht darüber. Sie ziehen das, was sie haben, übereinander an und hoffen, so die schlimmste Kälte abwehren zu können. Deswegen starten wir dieses Projekt, mit dem Wunsch, so viele warme, gut verarbeitete Wintermäntel und Stiefel an so viele Senioren wie möglich abzugeben. Der Preis für einen guten Wintermantel beträgt 100 Franken (93 Euro) und für ein Paar warme Stiefel rund 63 Franken (59 Euro). Bitte geben Sie vielen Senioren die Möglichkeit, den Winter warm bekleidet zu erleben. Gott segne Sie dafür.


Projekt Nr. 3310, "Winterkleidung für Senioren"

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Rumänien
Ein Haus für Luminitas Familie
In der Vergangenheit lebten sie auf der Strasse — heute halten alle fest zusammen

Es ist kalt auf den Strassen – und gefährlich. Luminita (21), Tochter Rebeca (4) und ihre Geschwister Radu (18), Andreea (15), und Claudiu (12) können ein Lied davon singen – vier Jahre lebten sie auf der Strasse, passten aufeinander auf und verkrochen sich in Parks oder Unterständen, um der Kälte zu entfliehen.

„Meine Tochter Rebeca hat fast ihr gesamtes Leben obdachlos verbracht. Das erschüttert mich bis heute“, sagt Luminita. Jetzt wohnen die Fünf in einer Scheune bei Tudoritas (49) Familie. Sie nahm sich der fünf Menschen an. Tudorita versucht so gut sie kann, Luminita zu helfen. Obwohl sie mit ihrer eigenen elfköpfigen Familie in nur einem Raum lebt, nimmt sie nachts die kleine Rebeca mit ins Haus und lässt sie bei ihren Kindern schlafen. Auch sorgt sie dafür, dass Claudiu zur Schule gehen kann. „Wir sind so dankbar“, sagt Luminita.

Luminita hofft auf ein sicheres Zuhause für ihre Tochter Rebeca.

Die Geschwister halten in der Obdachlosigkeit zusammen; Radu versucht, mit Gelegenheitsjobs etwas Geld zu verdienen.

Luminita und ihre Geschwister verloren nach dem Tod ihrer Mutter ihr Zuhause. Der Vater, ein Alkoholiker, hatte die Familie schon längst verlassen, kam aber nach dem Tod der Mutter zurück, um das Haus leerzuräumen. Zudem nahm er alle Papiere mit – inklusive der Geburtsurkunden und Ausweise der Kinder. „Weil wir keine Papiere haben, können wir auch kein Kindergeld oder sonstige Unterstützung beantragen. Wir haben uns erkundigt, was neue Papiere kosten würden. Aber das können wir nicht bezahlen. Zudem würden wir wegen unserer Obdachlosigkeit nur Ausweise auf Zeit bekommen“, schüttet Luminita ihr Herz aus.

Radu ist nur zwei Jahre zur Schule gegangen. Trotzdem versucht er immer wieder, eine gute Arbeit zu finden, um seinen Geschwistern und seiner kleinen Nichte eine Mahlzeit zu ermöglichen. „Manchmal leben wir zu fünft von nur einem Laib Brot am Tag“, erzählt Luminita. Von Rebecas Vater ist keine Hilfe zu erwarten. Als Luminita – damals 16 Jahre alt – schwanger wurde, machte er sich aus dem Staub. „Dennoch ist meine Tochter das grösste Geschenk für mich. Ich danke Gott für sie.“

Wir möchten den Geschwistern helfen, indem wir ein Stück Land erwerben und Baumaterial für ein kleines Haus liefern. Die meisten Arbeiten können in Eigenleistung erfolgen, genügend Helfer sind vorhanden. Auch möchten wir sie dabei unterstützen, einen Garten anzulegen, um Gemüse anzubauen. Mit einem festen Wohnsitz kann jeder von ihnen auch neue Papiere beantragen. Zusätzlich möchten wir Luminita eine Augenoperation und eine Brille finanzieren. Die junge Frau leidet auf einem Auge unter Strabismus und wird bei ihren Bewerbungen deshalb häufig übergangen, zuletzt in einer Näherei. Insgesamt benötigen wir 15 000 Franken (14 000 Euro), um dieser Familie nachhaltig zu helfen. Bitte helfen auch Sie.

Projekt Nr. 3311, "Ein Zuhause für obdachlose Geschwister"

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Rumänien
Ein kleines Haus für Mariana und Petru
Ein Brand zerstörte das Zuhause von Familie Terean – nichts blieb übrig

Mariana erinnert sich noch genau daran: Zweimal hatte sie bereits Wasser von der 500 Meter entfernten Wasserstelle geholt. Beim dritten Mal sah sie auf dem Rückweg eine dicke schwarze Rauchsäule aufsteigen. „Ich habe mich noch gefragt, wo sie wohl herkommt, und dann sah ich, dass unser Haus in Flammen stand.“

Das Haus ist komplett zerstört, doch keinem der Familienmitglieder ist etwas passiert. Marianas Mann Petru (38) war auf der Arbeit, die zehnjährige Tochter Felicia in der Schule und die kleine Sorina (2) bei den Nachbarn. „Als ich die Flammen sah, bin ich in Panik zum Haus gelaufen, um mein Kind zu retten. Gott sei Dank hat mich der Nachbar zurückgehalten.“ Im Schock hatte Mariana völlig vergessen, dass sich Sorina in Sicherheit befand.

Der Brand wurde von dem alten Holzofen im Haus verursacht. Mariana hatte ihn in Betrieb genommen, weil es an diesem Februartag sehr kalt war. „Was genau das Feuer ausgelöst hat, weiss niemand“, sagt sie. Die Feuerwehr kam zwar schnell, doch sie konnte nichts mehr retten. Alles wurde vernichtet. Die Familie besitzt nur noch das, was sie am Leib trägt. Petru arbeitet als Strassenkehrer. Er verdient 247 Franken (230 Euro) im Monat. Nach der Arbeit hat er in Nachtarbeit eine notdürftige Hütte aus alten Brettern zusammengezimmert. Darin hängen Decken, um den Wind abzuhalten. Doch im Inneren herrscht die gleiche Temperatur wie draussen – im bevorstehenden Winter lebensbedrohlich.


In diesem provisorischen Haus lebt die Familie seit dem Brand.

Felicia besucht die 4. Klasse. Da die Familie nur einen Kilometer vom Diaconia Kinderbildungszentrum KiBiZ entfernt wohnt, erledigt das Mädchen seine Hausaufgaben nun dort. „Ein Segen, denn so kann Felicia in Ruhe arbeiten und bekommt noch Hilfe und Förderung. Ich bin Analphabetin und kann ihr nicht helfen“, bekennt Mariana.

Die Familie benötigt dringend Hilfe, vor allem weil der Winter schon begonnen hat. Wir möchten sie mit Baumaterial und Hilfe beim Ausbau unterstützen, damit sie schnell ein festes Dach über den Kopf bekommt und vor Kälte und Wind geschützt ist. Dafür benötigen wir rund 12 000 Franken (11 215 Euro). Bitte helfen Sie Petru und Mariana, dass ihnen und ihren Kindern der kalte Winter nichts anhaben kann und sie sicher und geborgen leben dürfen. Von Herzen Dank dafür.


Projekt Nr. 3312, "Kleines Haus für Familie Terean"

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Rumänien
Selbstständigkeit für Stefan
Zwölffacher Vater ist sehr begabt in der Holzbearbeitung – doch er hat kein Werkzeug

Sieht man den hölzernen Wagen, die Bank oder die Dekoration im Garten, so weiss man sofort: Dieser Mann hat ein grosses Talent im Umgang mit Holz. Doch Stefan hat nicht das nötige Werkzeug, um aus diesem Talent einen Broterwerb werden zu lassen.

Stefan (43) und seine Frau Anca (39) haben zwölf Kinder, von denen neun bei den Eltern leben: Maria (16), Gabriel (15), Loredana (12), Ionut (10), Soleda (9), Octavian (6), Stefanut (5), Ioana (4) und Daniel (2). Sie leben in Tarlungeni, 14 Kilometer von Brasov entfernt.

Stefans Geschichte ist traurig. Seine leibliche Mutter wurde mit 15 ungewollt mit ihm schwanger. Nach der Geburt versorgte ihn eine Amme aus der Nachbarschaft, bis seine Mutter ihn zur Adoption freigab und er zu einem Ehepaar kam. Dort wuchs er glücklich und geliebt auf, ging zur Schule und hatte eine gute Zukunft vor sich. Doch dann starb seine Adoptivmutter an Krebs, und der Vater stürzte nur kurze Zeit später vom Dach. Stefan verlor nicht nur seine liebevollen Adoptiveltern, er wurde sogar von der Verwandtschaft aus dem Haus vertrieben. Niemand kümmerte sich um ihn, und so verliess er die Schule und arbeitete im Dorf, um sich selbst durchzubringen. Er lernte viel, so auch die Holzbearbeitung. Doch obwohl er sehr talentiert ist, findet er keine Arbeit. Seine Schnitzereien und sein hölzerner Gartenschmuck brachten ihm zunächst etwas Einkommen, doch sein ohnehin schlechtes Werkzeug ging irgendeinmal endgültig kaputt, sodass er nichts mehr produzieren kann.


Stefan möchte gern für seine Familie sorgen.

Der Familienvater versucht mehr schlecht als recht seine Familie durchzubringen, indem er Gegenstände im Müll sammelt und sie aufbereitet, um sie auf einem Flohmarkt zu verkaufen. Doch das Geld reicht hinten und vorne nicht. Der Ofen ist kaputt, die Kinder haben keine warme Kleidung und müssen oft hungrig zu Bett gehen. Zu allem Überfluss wurden die Fensterscheiben von Stefans Haus von anderen Kindern mit Steinen eingeworfen – es fehlt ein Holztor am Eingang des Grundstücks. „Sie machen sich einen Spass daraus, ohne wirklich zu begreifen, was sie uns damit antun“, sagt Stefan.

Wir möchten diese Familie gerne unterstützen. Zum einen mit Kleidung, einem Ofen und Feuerholz und dem Material für einen festen Zaun mit Tor. Zum anderen möchten wir Stefan gutes Werkzeug kaufen, damit er professionell mit der Holzbearbeitung beginnen und so das Einkommen seiner Familie langfristig sichern kann. Alles in allem benötigen wir dafür rund 7 000 Franken (6 540 Euro). Bitte ermöglichen Sie mit Ihrer Spende dieser Familie ein sicheres Zuhause und eine Chance auf ein stabiles Einkommen. Wir danken Ihnen aufrichtig dafür.


Projekt Nr. 3313, "Familienhilfe Mezeis"

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Anti-Korruptionskampf in RumÄnien

Nur drei Wochen vor der Parlamentswahl wurde die Präsidentin der Zentralen Wahlbehörde wegen des Verdachts auf Korruption festgenommen. Die Staatsanwaltschaft wirft Ana Maria Patru vor, in den Jahren 2008 und 2009 die Gesamtsumme von 210 000 Euro (225 000 Franken) kassiert zu haben, weil sie den Auftrag für IT-Dienstleistungen für die Wahlbehörde einer bestimmten Firma gegeben hatte. 2011 soll sie ausserdem von einem Geschäftsmann 65 000 Euro (70 000 Franken) angenommen haben, um ihm ein Gespräch mit dem damaligen Wirtschaftsminister zu vermitteln. Weiterhin wurden ihr für 2007 und 2015 zwei Fälle von Geldwäsche vorgeworfen.
Patru trat nach der Festnahme von ihrem Amt zurück. Dieses wird, nach Angaben von Parlamentspräsident Florin Iordache, zunächst kommissarisch von einem der stellvertretenden Präsidenten übernommen, bis das Parlament einen Nachfolger für Ana Maria Patru bestimmen kann.





Rumänien / Dobreni
Schulbildung für Waisenkinder
Nach einem harten Start ins Leben blühen Ioan, Florin und Vasilica Dodita auf

Weihnachten steht vor der Tür: Die Kinder, welche im Casa Ray eine Zuflucht bzw. ein neues Zuhause gefunden haben, schauen erwartungsvoll der Feier der Geburt Jesu entgegen. Sie freuen sich, denn sie dürfen das Fest der Liebe gemeinsam als grosse Familie feiern – und anschliessend warten ein paar freie Tage auf die Kids, bevor die Schule dann im Januar wieder losgeht. Die Kinder hier wissen: Schulbildung ist der Schlüssel zu einer guten Zukunft.

Die Brüder Ioan (15), Florin (14) und Vasilica (12) haben schwierige Zeiten hinter sich. Ihre Mutter starb 2007 an Tuberkulose, und der bettlägerige Vater konnte seine Kinder weder ernähren noch erziehen. Die 80-jährige Grossmutter kümmerte sich um ihn, und sie versorgte auch ihre Enkelsöhne.

Im Jahr 2015 verstarb der Vater. Seither leben die drei Jungs im Casa Ray. Hier durften sie ein neues Zuhause und Geborgenheit finden. Bis dahin konnten sie weder den Kindergarten noch die Schule besuchen: Nun nehmen die aufgeweckten Brüder aktiv am Unterricht teil und freuen sich darauf, Neues lernen zu dürfen.


Die Kinder durften im Casa Ray ein neues Zuhause finden.

Solche und ähnliche Geschichten wissen fast alle der 25 Kinder des Kinderheimes zu erzählen. Es ist ermutigend zu sehen, wie gut sie sich in einer liebevollen Umgebung entwickeln. Die Menschen im Casa Ray sind wie eine grosse Familie; „Mama Tatjana“ und „Tata Mihai“ sind treue Christen und sorgen liebevoll für „ihre“ Kinder. Neben dem Schulbesuch, welcher den jungen Menschen eine solide Ausbildung und eine bessere Zukunft ermöglichen soll, ist dem Ehepaar wichtig, dass jeder ihrer Schützlinge die Liebe Jesu persönlich in seinem Leben erfahren und weitergeben darf. 

Diese Kinder brauchen unsere Unterstützung! Zur Finanzierung des Schulbesuches bzw. des Schulmaterials und entsprechender Kleidung benötigen wir pro Semester rund 2 600 Franken (2 430 Euro). Ein herzliches Dankeschön, wenn Sie diesen jungen Menschen mit Bildung helfen möchten. Sie schenken ihnen eine solide Basis für eine sichere und selbstständige Zukunft. 


Projekt Nr. 3314, "Schulbildung für Waisenkinder"

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Armenien
Eigenständigkeit für Mher und Karine
Ehepaar benötigt dringend individuell angepasste Rollstühle für mehr Mobilität

Sie sind das einzige Paar in Armenien, bei dem beide auf einen Rollstuhl angewiesen sind. Mher (41) und Karine (41) haben durch ihre Liebe zueinander und zu ihrer Tochter Mary (15) den Lebensmut zurückgewonnen. Doch ihr Leben ist voller Hindernisse.

Mher verletzte sich mit 16 Jahren beim Freistilringen. „Ich hatte gute Aussichten auf eine grosse Sportler-Karriere, bis ich mich bei einem Jugendturnier am Nacken und an der Wirbelsäule verletzte“, erzählt er. Eine Operation missglückte, und seitdem ist Mher auf den Rollstuhl angewiesen. Er haderte sehr mit seinem Schicksal, gab jedoch nicht auf und trainierte hart. Noch immer geht er regelmässig zur Physiotherapie und hat es geschafft, dass er – allen Prognosen zum Trotz – Hände und Arme wieder bewegen kann.

Karine und Mher lernten sich bei der Physiotherapie kennen. Karine ist seit dem schrecklichen Erdbeben im Jahr 1988 querschnittsgelähmt und leidet zudem unter einer Störung der Darmfunktion und Blasenproblemen. Die beiden verliebten sich und heirateten im Jahr 2000. Zwei Jahre später wurde ihre Tochter Mary geboren. Doch der Alltag verlangt ihnen viel ab. So gibt es in Armenien kaum barrierefreie Orte, keine speziellen Parkplätze oder behindertengerechte Toiletten. Die Gesellschaft ist nicht auf Rollstuhlfahrer eingestellt.

Karine hat Mühe, in ihrem tiefen Rollstuhl die Hausarbeit zu verrichten.

Karine und Mher lieben ihre Tochter über alles.

Zu Beginn lebte das Paar in Mhers Elternhaus. Doch nach dem Tod seines Vaters zogen sie nach Jerewan. Als Rollstuhlfahrer war das Leben im Dorf zu beschwerlich; die Wege waren unbefestigt und die Reifen der Rollstühle ständig kaputt. Nun wohnen sie in einer kleinen Wohnung, die zunächst von einer Stiftung finanziert wurde, deren Kosten sie jedoch nun selbst tragen müssen. Mher arbeitet seit ein paar Monaten in einer Telefonzentrale. Jeden Tag fährt er mit dem Taxi zur Arbeit. Das geht ins Geld. Es bleibt gerade noch genügend für die Medikamente und Karines Windeln übrig.

Dringender als alles andere benötigen die beiden auf sie angepasste Rollstühle, damit sie die Anforderungen des Alltags besser bewältigen können. Ein Rollstuhl sollte an das Gewicht und die Mobilität des Behinderten, die Beweglichkeit der Hüftgelenke und der Taille angepasst sein. Zusätzlich wäre ein behindertengerechtes Auto von Vorteil – für die Mobilität und um das Taxi zu sparen. In Armenien kann man Autos preiswert umbauen lassen. Rollstühle kosten zwischen 1 000 Franken (934 Euro) und 2 700 Franken (2 523 Euro). Ein Auto mit Platz für die Rollstühle plus Umbau käme auf rund 3 600 Franken (3 364 Euro). Bitte helfen Sie dem Ehepaar, sein Leben selbstständig und mobil zu bewältigen. Für jede Spende danken wir Ihnen aufrichtig.


Projekt Nr. 3315, "Rollstühle für Karine und Mher"

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Armenien
Studiengebühren für Anzhelikas Zukunft
Vollwaisen brauchen Nestwärme und finanzielle Unterstützung

Erst verstarb der Vater, kurz darauf die Mutter. Jetzt sind Anzhelika (16) und Erik (11) Vollwaisen. „Die beiden sind sehr tapfer, doch ich merke, dass ihnen die Liebe ihrer Eltern fehlt“, erzählt ihre Tante Anghela, die jetzt für die beiden Kinder sorgt.

Erik ist begeisterter Fussballspieler. „Papa hat in der berühmten Mannschaft „Ararat 73“ gespielt. Er hat mir viel beigebracht. Als er noch lebte, spielte ich selbst in einer Mannschaft“, erzählt Erik mit leuchtenden Augen. „Nach seinem Tod hatten wir kein Geld mehr dafür.“ Die Mutter war schwerkrank und bettlägerig, und die Kinder haben sie bis zuletzt gepflegt und unterstützt. „Mir fehlt Mamas Umarmung“, sagt Erik leise.

Tante Anghela: „Meine Schwester hat die Kinder streng erzogen. Jeden Tag hat sie die Hausaufgaben kontrolliert und die Kinder abgefragt. Nicht weil die Kinder faul wären, sondern weil sie nicht wollte, dass die Kinder sie als schwach erlebten oder Mitleid mit ihr empfanden.“ Anghela hat die Kinder mittlerweile zu sich genommen. Sie leben jetzt zusammen mit ihrer Tante, deren Sohn und dessen Frau und Kind in einem Haushalt.

Als Vollwaisen bekommen die Kinder einen kleinen staatlichen Zuschuss von insgesamt monatlich 139 Franken (130 Euro). Erik wird zusätzlich durch eine Patenschaft bei Diaconia unterstützt. Beide Kinder sind schulpflichtig, allerdings beendet Anzhelika im Mai 2017 die Schule. Ihr Ziel ist es, Fremdsprachen und Tourismus zu studieren. Eine Ausbildung mit Zukunft; denn Armenien profitiert zunehmend vom Tourismus und wird als Reiseland immer attraktiver.

Anzhelika (16) und Erik (11) vermissen ihre Eltern sehr.

Ihre Tante kann sie finanziell nicht unterstützen – sie arbeitet als Tagelöhnerin und kann ihre Familie gerade so kleiden und ernähren. Deswegen möchten wir Anzhelikas vierjährige Ausbildung gerne bezahlen, ebenso auch die vorausgehenden Intensivkurse in Englisch und Armenisch. Als Vollwaise bekommt Anzhelika die Studiengebühren um 50 % ermässigt.

So würde ihre Ausbildung insgesamt rund 2 500 Franken (2 330 Euro) kosten. Zusätzlich möchten wir der Tante beim Unterhalt für die beiden Waisenkinder helfen, um sie zu entlasten. Die finanzielle Unterstützung, vor allem für das Studium, wäre nicht nur in materieller, sondern auch in moralischer Hinsicht wichtig. Vielen Dank, wenn Sie diese Kinder durch Gaben und Gebete unterstützen und Anzhelika die Chance auf eine gute Ausbildung und damit auf eine sichere Zukunft geben.


Projekt Nr. 3316, "Hilfe für Waisenkinder Anzhelika und Erik"

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Armenien / BAZ
Mit Wolle und Glasperlen gegen die Armut
Handarbeitskurs im BAZ sorgt für Einkommensmöglichkeiten der Teilnehmerinnen

Die Nadeln klappern, die Frauen sind hochkonzentriert. Für jede einzelne ist der Handarbeitskurs im Berufsausbildungszentrum BAZ die Hoffnung auf ein regelmässiges Einkommen und ein besseres Leben für ihre Familie.

So auch für Armenuhi (36) aus der Stadt Ashtarak. Dort lebt sie mit ihrem Mann Hakob (56), den Kindern Sargis (12) und Madlena (10) und ihrer Mutter Julieta (71). Niemand hat eine feste Arbeit, Julieta bezieht eine kleine Rente. Sargis ist krank: Vor sechs Jahren wurde ein Tumor unter der Hauptschlagader am Hals entdeckt. Nach einer Operation und anschliessender Chemotherapie steht er noch immer unter ständiger ärztlicher Kontrolle.

Obwohl Armenuhi schon eine Anlehre als Näherin und Coiffeuse gemacht hat, fand sie keine Arbeit. Von einer Freundin hörte sie vom Handarbeitskurs im Berufsausbildungszentrum, an dem sie nun mit grosser Freude teilnimmt: „Ich darf meiner Lieblingsarbeit nachgehen und kann währenddessen meine Sorgen hinter mir lassen. Ich bin einfach glücklich, dass ich diese Möglichkeit bekommen habe und bin mir sicher, dass ich damit in Zukunft Geld verdienen und meine Familie finanziell unterstützen kann. Das Besondere an der Handarbeit ist, dass man auch zu Hause arbeiten und dann die Sachen verkaufen kann. Natürlich wird der Anfang nicht leicht werden, aber ich gebe mir alle Mühe, die Schwierigkeiten zu überwinden, um mein Ziel zu erreichen.“

Armenuhi macht die Ausbildung Spass.

Anush ist eine engagierte Lehrerin, die den Teilnehmerinnen viel beibringt.

Das BAZ stellt den Teilnehmerinnen das Arbeits- sowie das Lehrmaterial zur Verfügung. Dazu gehören u.a. Häkel- und Stricknadeln sowie Nadeln in verschiedenen Grössen, Scheren, Flachzangen, Garne, Stickrahmen, Perlen uvm. Auch das Gehalt von Lehrerin Anush (38), die diese Ausbildung vor Ort schon seit langer Zeit leitet, wird vom BAZ bezahlt.

Der Kurs kostet pro Teilnehmerin rund 325 Franken (300 Euro). Zur Sicherung der Nachhaltigkeit der Ausbildung benötigt das BAZ Unterstützung. Der aktuelle Handarbeitskurs besteht aus zehn Teilnehmerinnen (jede Gruppe besteht in der Regel aus zehn bis zwölf Personen), dementsprechend beträgt die benötigte Summe für den aktuellen Kurs rund 3 250 Franken (3 000 Euro). Vielen Dank, wenn Sie diesen wertvollen Lehrgang durch Ihre Spende ermöglichen.


Projekt Nr. 3317, "Handarbeitslehrgang BAZ"

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Albanien
Eine Kuh für Lule
Witwe sorgt für ihre Kinder und Enkel und braucht dringend Unterstützung

„Unser Leben ist immer noch hart, und wir sind arm. Aber wenigstens werden wir nicht mehr geschlagen.“ Lule Doci sieht ihr Leben sehr pragmatisch. Das hilft ihr, nicht zu verzweifeln.

„Mein Mann hat mich geschlagen. Mehr als einmal fanden mich Nachbarn blutend auf der Strasse, wo ich nach einer Attacke von ihm zusammengebrochen war. Aber das Schlimmste ist, dass er sich auch an den Kindern vergriffen hat. Das wenige Geld, das er verdiente, setzte er sofort in Alkohol um. Etwas zu essen hat er nicht davon gekauft“, berichtet sie.

Vor fünfeinhalb Jahren wurde ihr Mann in den Wäldern ermordet. Zurück blieb ein grosser Berg von Schulden, den Lule abtragen musste. Also war sie gezwungen, die fünf Schafe und die Kuh der Familie zu verkaufen, um die Gläubiger im Dorf wenigstens etwas zu besänftigen. „In der Zeit konnte mein Sohn Ronaldi nicht mehr mit den anderen Kindern spielen. Sie alle haben ihn wegen seines Vaters gemieden.“ Lule lebt mit Ronaldi (13), ihrer Tochter Romina (28) und deren zwei Kindern Ergys (3) und Amarildo (6) in einem kleinen Dorf in der Gemeinde Burrel, in einem Haus, das 1997 von einem Hilfswerk erbaut wurde. Seither ist nichts mehr an dem Gebäude gemacht worden. Es verfügt auch nicht über ein Badezimmer. Lule hat kein eigenes Einkommen und lebt mit der Familie von der kargen Sozialhilfe. „In diesem Jahr konnten wir noch nicht einmal die Schulbücher für Ronaldi kaufen“, berichtet sie.


Lule lebt mit ihren Kindern und Enkeln in einem 1997 erbauten Haus.

Derzeit dient dieser Verschlag als Toilette und Waschmöglichkeit.

Lules Enkel trinken gerne Milch.

Wir möchten Lule gerne nachhaltig helfen: Zum einen möchten wir ein Badezimmer errichten. Es wird in einem separaten Gebäude entstehen, da es keine Möglichkeit gibt, es an das bestehende Haus anzubauen. Zum anderen möchten wir der Familie eine trächtige Kuh schenken. So könnte sie für ihr Einkommen selbst sorgen. Lule verfügt über ein Stück Land, so dass es genug Futter für die Kuh gibt. Die Milch könnte zum einen ihren Enkeln ermöglichen, gesund aufzuwachsen, und zum anderen könnte Lule durch den Verkauf von Milch und Käse Geld erwirtschaften. Die trächtige Kuh kostet 1 300 Franken (1 215 Euro), und das Badezimmer inklusive des Wasseranschlusses noch einmal 2 750 Franken (2 570 Euro). Bitte helfen Sie dieser tapferen Familie mit Ihrer Spende, wieder auf die eigenen Füsse zu kommen.

Projekt Nr. 3318, "Eine Kuh für Familie Doci"

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DIACONIA
23. Waldhüttenhock für Diaconia-Helfer
Beinwil am See: Dank an Freiwillige von Diaconia Internationale Hilfe

Ohne zahlreiche freiwillige Helfer – Chauffeur, Begleiter, Betreuer der Sammelstellen und das Ladeteam – wäre es unmöglich, die vielen Hilfsgüter für Notleidende per Lastwagen nach Rumänien zu transportieren. Einmal im Jahr werden die nimmermüden Helfer zum Dank zu einem gemütlichen Hock in der Beinwiler Waldhütte und einem schmackhaften Essen – diesmal durch die Stiftung Lebenshilfe zubereitet – eingeladen.

ht. Der Diaconia-Hock ist seit 23 Jahren für viele zu einer geschätzten Tradition geworden. Wie jedes Jahr versammelten sich am Samstag, dem 12. November, über 50 freiwillige Helfer in der Waldhütte.

Hans-Rudolf Hintermann, Gründer des heuer 35-jährigen Hilfswerkes, hiess alle Gäste herzlich willkommen. Ein besonderer Gruss galt den Mitarbeitern aus Deutschland, Rumänien und Albanien. Der Begrüssung folgte ein kurzer Rückblick auf das „Freundestreffen“, welches am 29. Oktober im Saal der Stiftung Lebenshilfe mit über 80 Teilnehmern stattgefunden hatte. Damals stand die Hilfstätigkeit in Armenien im Mittelpunkt der Berichterstattung. Beim Waldhüttenhock konzentrierte sich diese nun auf Rumänien und Albanien.

Den Beginn machte Andi Mumxhiu mit einer Fotoschau. Er ist der neue Leiter anstelle des leider verstorbenen langjährigen Verantwortlichen für Diaconia Albanien, Artan Metohu. Diaconia Albanien unterstützt ausser privaten Notleidenden verschiedene Heime, z.B. je eines für Blinde und Taubstumme, aber auch Altersheime. Diaconia ist vor allem auch im Norden Albaniens tätig, der von vielen anderen Hilfswerken gemieden wird, weil er nur sehr mühsam zu erreichen ist.

(Links) Hans Scholian, ehemaliger Lehrer; Kurt Müller, Kundenberater; Claudia Leutwiler; (rechts) Pfr. Peter Hediger; Pfr. Paul Hunziker; Hans-Rudolf Hintermann

David Dugeniuk, erfolgreicher Leiter von Diaconia Rumänien (Brasov), wurde durch seine Tochter Alesia begleitet, die ebenfalls für Diaconia Rumänien arbeitet. Alesia stellte in einer Bildpräsentation u.a. das Kinderbildungszentrum KiBiZ vor, in dem Kinder aus armen Familien auf verschiedene Weise gefördert werden (Ermöglichung des Schulunterrichtes durch Abgabe von Kleidung, Schuhen und Schulmaterial sowie warmer Mahlzeiten; Nachhilfeunterricht; Beratung der Eltern bei Erziehungsfragen usw.). Im KiBiZ werden zurzeit 100 Kinder nachhaltig unterstützt.

Ein herzliches Dankeschön nochmals auf diesem Weg an alle treuen Helfer vor und hinter den Kulissen, welche die Arbeit von Diaconia auf vielfältige Weise unterstützen!

Möchten auch Sie sich dem freiwilligen Helferkreis von Diaconia anschliessen? Bitte nehmen Sie unverbindlich mit uns Kontakt auf – wir freuen uns, Ihnen mehr über diese Arbeit zu verraten.