Report
Ausgabe 02, Februar 2010


Armenien
Zwei Familien müssen sich ein Zimmer teilen – Nun soll die Wohnung verkauft werden
Kranken Kindern droht ein Leben auf der Strasse
Die Zahl der Hilfsbedürftigen in Armenien wächst von Tag zu Tag. „Beunruhigend sind vor allem die zunehmenden Krankheiten unter den Kindern. Allein im Monat Dezember haben wir mehr als 20 neue Bittbriefe um medizinische Versorgung bekommen“, berichtet Einsatzleiter Baru Jambazian. Die Geschichte der jungen Familie Hovhannisian habe die Diaconia-Mitarbeiter in Jerewan zutiefst berührt.
Gagik und Hasmik Hovhannisian haben drei Kinder. Ihr Erstling Gor kam 1997 zur Welt, der zweite Sohn Hajk ist 2004 und die Tochter Margarita 2005 geboren. Gagik und sein Bruder verkauften Obst und Gemüse auf dem Markt. Anfangs ging das Geschäft gut, doch in der Wirtschaftskrise haben sie alles verloren.
Nach dem Verlust ihrer Wohnung fand Gagiks Familie einen Unterschlupf im Erdgeschoss eines Wohnheims. Es war ein kleiner Raum mit kahlen Wänden, ohne Fenster, ohne Wasseranschluss und Heizung. Den Kindern drohte der Kältetod. So zog die Familie in das Elternhaus von Hasmik. In den zwei Zimmern wohnten aber schon Hasmiks Mutter und ihr Bruder mit seiner Frau und zwei Kindern. Das einzige Schlafzimmer wurde daraufhin mit einem Schrank in zwei Teile geteilt: Auf einer Seite schläft Hasmiks Familie, auf der anderen die Familie ihres Bruders.
„Mein Mann war immer ruhig und lieb. Erst nach unserer Heirat habe ich erfahren, dass er gesundheitliche Beschwerden hat. Die Merkmale seiner psychischen Krankheit verschärften sich durch den Stress, als wir unser ganzes Hab und Gut verloren haben“, erzählte Hasmik traurig. Doch nicht nur die Krankheit des Mannes bringt Hasmik zur Verzweiflung. Ihre Kinder Hajk und Margarita sind behindert. Beide leiden an einer unheilbaren Krankheit: Autismus. Besonders schwer ist der Zustand von Hajk. Er ist sehr aggressiv, kann sich krallen und verletzen. Jemand muss ständig auf ihn aufpassen, sonst könnte er seinen Geschwistern etwas antun. Margarita ist ein melancholisches und zurückgezogenes Kind. Sie ist überempfindlich. Der älteste Sohn Gor besucht eine Internatsschule, um weniger Zeit zu Hause verbringen zu müssen. Therapien bei einem Logopäden und einem Psychologen würden den Zustand der Kinder merklich verbessern, doch die Familie hat kein Geld für die Behandlung übrig.
Weder Hasmiks Bruder noch seine Frau haben eine Arbeit. Ihr Schuldenberg ist sehr hoch. Die Gläubiger wollen ihr Geld zurück. Hasmiks Bruder hat deshalb beschlossen, die Wohnung zu verkaufen. Für die beiden Familien würde das den völligen Absturz bedeuten.
„Nach dem Verkauf unserer Unterkunft werden wir kein Dach mehr über dem Kopf haben. Dann droht uns ein Leben auf der Strasse. Wohin soll ich mit meinen kranken Kindern?“ Hasmik versucht, ihre Tränen zu verstecken.
Diaconia ist nun die einzige Hoffnung von Hasmik und ihren Angehörigen. Dabei sind wir auf Ihre Unterstützung angewiesen!
Projekt Nr. 1452
„Hoffnung für Hasmik”

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Armenien
Vor über 20 Jahren begann der Absturz in die Armut – Von Krankheiten schwer gezeichnet
Die Schläge des verheerenden Erdbebens schmerzen Familie Grigorian bis heute
Das Erdbeben von 1988 hat im Norden Armeniens gewaltige Zerstörungen verursacht. Ganze Familien blieben unter den Trümmern ihrer eingestürzten Häuser begraben. Einige Überlebende haben sich von dem Schicksalsschlag bis heute nicht erholt. Besonders tragisch ist die Geschichte von Familie Grigorian. Der Vater leistete nach der Katastrophe erste Hilfe – und verlor dabei seine Gesundheit.
Seda und Sejran Grigorian leben in Vanadzor, unweit des Epizentrums. Im Schicksalsjahr 1988 hatte das Ehepaar drei kleine Kinder: Zwei Töchter, Armenuhi und Marine, geboren 1984 und 1986, und den Sohn Muschegh, der zu früh zur Welt kam und von Anfang an gesundheitliche Probleme hatte.
Das Erdbeben vom 7. Dezember 1988 forderte rund 25.000 Tote, eine Million Menschen wurde obdachlos. „Bis heute klingt in meinen Ohren das Krachen des Bodens“, erzählt Seda, „nach dem Erd-stoss sprangen wir mit dem, was wir am Leibe trugen, aus dem Haus. Wenige Momente später war es dem Erdboden gleichgemacht“, erzählte Seda. Es war eisig kalt. Es gab kein Trinkwasser, keinen Strom, kein Brot, keine einzige warme Decke. Die Überlebenden versuchten, die Verletzten aus den Ruinen zu ziehen. Sejran wollte ein Mädchen retten, das unter einer Wandplatte begraben war. Doch die Platte stürzte auf ihn und verletzte ihn schwer am Rücken. Wegen der Wirbelsäulenverletzung wurde er dauerhaft arbeitsunfähig.
Die Familie stand vor dem Nichts – und der Gesundheitszustand des kleinen Muschegh verschlechterte sich immer mehr. Sein ganzer Körper war mit Eiterblasen bedeckt. Er hatte hohes Fieber und wurde in kritischem Zustand ins Spital gebracht. Er wurde operiert, doch verlief der Eingriff nicht gut. Die starken Medikamente schwächten sein Immunsystem, er bekam Probleme mit den Nieren.
Die Familie wohnte bis 2003 in einem Eisenbahnwaggon. Erst dann wurde ihnen vom Staat ein kleines Zimmer ohne Küche und Bad zur Verfügung gestellt.
Inzwischen waren Sedas Kinder schon gross. Muschegh wurde zum Militärdienst einberufen. Seda arbeitete Tag und Nacht, um den Lebensunterhalt ihrer Familie zu sichern. Tochter Marine stand der Mutter bei. Schon mit 15 Jahren arbeitete sie in einem Blumengeschäft, dann stellte sie zu Hause Blumengestecke her, die ihre Mutter auf dem Markt verkaufte.
Doch dann hatte Marine im Winter 2008 einen folgenschweren Unfall. Auf der vereisten Treppe hat sie das Gleichgewicht verloren und stürzte. Sie erlitt Schädel- und Gesichtsverletzungen. Zwei Monate später bekam sie stechende Schmerzen in der Brustgegend. Die Ärzte entdeckten bei Marine zwei Geschwülste. Auf ihre Empfehlung hin musste die junge Frau für ausführlichere Untersuchungen nach Jerewan fahren. Seda mietete eine Wohnung und zog mit Marine in die Hauptstadt. Sie hoffte, dort eine besser bezahlte Arbeit zu finden, und so das Geld für die Untersuchungen aufzubringen. Doch sie wurde enttäuscht. Seda findet bis heute nur Gelegenheitsarbeiten, der geringe Verdienst reicht gerade für die Miete und das tägliche Brot.
Ihr invalider Mann Sejran lebt nun alleine in Vanadzor. Seda kämpft in Jerewan um die Gesundheit ihrer Tochter. Auch Sedas Gesundheit ist mittlerweile zerrüttet, sie hat epileptische Anfälle.
Diaconia möchte dieser vom Schicksal so schwer gezeichneten Familie helfen. Ihre Spenden können ein kleines Licht der Hoffnung ins Leben von Seda, Serjan und Marine bringen. Möge Gott Ihnen Ihre Nächstenliebe reichlich vergelten!
Projekt Nr. 1453
„Nothilfe Grigorian”

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Albanien
Unhaltbare Zustände im Kindergarten Nr. 24 der albanischen Hauptstadt Tirana
Kinder müssen auf Holzpaletten schlafen
Zu Fuss sind es nur fünf Minuten vom Zentrum Tiranas zum Kindergarten Nr. 24. Dort werden 150 Kinder zwischen drei und sechs Jahren ganztägig betreut. Ihren Mittagsschlaf halten sie auf alten Holzpaletten, notdürftig bedeckt mit dünnen alten Matratzen. „So etwas habe ich im 21. Jahrhundert noch nirgends gesehen“, empört sich Artan Metohu, der Leiter der Diaconia-Arbeit in Albanien.
Das Gebäude sehe von aussen ganz in Ordnung aus, berichtet er. Aber die Innenausstattung sei erbärmlich. Artan Metohu sprach mit der Leiterin der staatlichen Einrichtung, Jonida Matohiti. Die Sozialarbeiterin ist seit einem Jahr im Kindergarten Nr. 24 tätig. „Das einzig Gute, das in den vergangenen Monaten passiert ist, war ein Aussenanstrich der Fassade“, erläuterte sie. Die Stadtverwaltung komme nur für die Gehälter der Beschäftigten und das Essen auf, habe aber keine Mittel für Möbel, Unterhaltsarbeiten oder Spielzeug. „Wir müssen oft die Eltern bitten, ob sie freiwillig für dringend benötigte Dinge spenden. Aber die meisten sind arm und können das nicht“, machte die Leiterin deutlich.
Auch Jonida Matohiti findet die Situation mit den Paletten im Schlafraum bedrückend. „Die Kinder klagen häufig über Rückenschmerzen, viele können sich auf den Paletten auch nicht richtig ausruhen und schlafen gar nicht erst ein.“ Manchmal sei es kaum zu glauben, dass dies alles in der Hauptstadt Albaniens passiere, nur eine Flugstunde von Rom oder Wien entfernt.
Diaconia Albanien möchte den Kindergarten unterstützen. Artan Metohu hat ausgerechnet, dass 15 Stockbetten und 30 Matratzen 3305 Franken (rund 2222 Euro) kosten. Er bittet die Freunde von Diaconia um Unterstützung – auch, damit in Albanien ein Zeichen christlicher Nächstenliebe gesetzt wird. Denn Albanien, das sich einst zum ersten atheistischen Staat der Erde erklärte, brauche dringend die frohmachende Botschaft des Evangeliums. Danke für Ihre Hilfe!
Projekt Nr. 1454
„Kinderbetten”

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Armenien
Artusch Harutjunian: Armut, Krankheit und Zukunftsangst prägen sein Leben
Wenig Hoffnung inmitten kranker Familienmitglieder
Viele mittellose Familien in Armenien haben keine Möglichkeit, die Ausbildung ihrer Kinder zu finanzieren. Besonders für Kinder, die in äusserst schwierigen Verhältnissen leben, erscheint der Traum von einer guten Ausbildung unerfüllbar. Sowohl Studium als auch Lehrstelle müssen in Armenien bezahlt werden. Die Geschichte von Artusch Harutjunian steht beispielhaft für die vieler Notleidender im ältesten christlichen Land der Erde: Ohne Hilfe von Diaconia wird er der Armut nicht entfliehen können.
Artuschs Vater Muschegh wurde 1956 geboren. Er litt unter Kinderlähmung. Die Schwäche seiner Beine war unheilbar, ohne Krücken konnte er sich nicht bewegen. Trotz seiner Krankheit absolvierte er eine Lehre als Buchhalter und wurde in einer Schuhfabrik eingestellt. Durch seine Ehe mit Karine schöpfte Muschegh neuen Lebensmut. Die Geburt des Sohnes Artusch 1993 war für ihn ein unvergessliches Erlebnis, das Riesenfreude bereitet hat.
„Rund 20 Jahre war ich als Buchhalter tätig. Nach dem Zerfall der Sowjetunion hat man die Fabrik geschlossen, und ich blieb ohne Arbeit“, erzählte er. Die Not nach dem Erdbeben, der politischen Wende und dem Krieg mit Aserbaidschan war sehr gross. Selbst gesunde Leute konnten nicht aus eigener Kraft für ihren Lebensunterhalt sorgen. „Bis heute ist es für mich unglaublich, dass wir in dieser Periode ohne Strom und Heizung, ohne wichtige Lebensmittel überlebt haben“, berichtet Muschegh.
Seit der Kindheit war Artusch ein verschlossenes Kind. Seine Vorstellungen der Welt beschränkten sich auf seine Familie, in der alle von schweren Krankheiten heimgesucht wurden. Der Vater sass im Rollstuhl, die Mutter quälten ständige Kopfschmerzen, seine beiden Tanten befanden sich in einem kläglichen Zustand. Artusch wuchs auf, umgeben von kranken Familienmitgliedern, was für ihn eine grosse seelische Belastung darstellte.
Nun beendet Artusch die Schule und möchte studieren. Er muss Privatunterricht in einigen Fächern nehmen, um die Aufnahmeprüfungen erfolgreich bestehen zu können, doch dazu reichen die Mittel nicht aus. Die Studiengebühren der Universität kann die Familie nicht aufbringen. Der invalide Vater findet keine geregelte Arbeit. Die Familie steht vor zahllosen Problemen, die mit Muscheghs bescheidener Invalidenrente kaum zu lösen sind.
„Nur mit einer Ausbildung wird es Artusch gelingen, später selbst eine Arbeitsstelle zu erhalten. Ich möchte wenigstens meinem Sohn ein Leben in Armut ersparen“, sagte Muschegh den Diaconia-Mitarbeitern.
Artusch ist bei Diaconia als Patenkind registriert. Für die arme Familie sind diese Unterstützung und die monatlichen Lebensmittelpakete von grösster Bedeutung. Bitte helfen Sie mit, dass Artusch eine Zukunftsperspektive erhält!
Projekt Nr. 1455
„Ausbildungshilfe”

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Rumänien
Elfjährige hat mehr Zeit im Hospital verbracht als zu Hause – Nun in lebensbedrohlichem Zustand
Gutes Essen kann Larisas Leben retten
Larisa ist elf Jahre alt, sieht aber aus wie sieben. Sie ist ausgemergelt und sehr schwach. Ärzte halten ihren Zustand für lebensbedrohlich. Larisa braucht dringend gutes Essen mit Vitaminen und Mineralstoffen. Hühnchen und Fisch solle sie essen, raten die Mediziner, dazu Gemüse und Früchte. Doch Familie Ganea, die noch drei weitere Kinder hat, weiss nicht, woher sie dafür das Geld nehmen soll.
Larisa hat einen Grossteil ihres Lebens im Hospital verbracht. Als sie elf Monate alt war, bekam sie Fieberkrämpfe. Um 1 Uhr nachts rannte ihr Vater Nicolae barfuss einen Kilometer durch den Schnee zur Grossmutter. Er wusste nicht, wie er dem Mädchen helfen sollte. Der Grossmutter gelang es, das Fieber von über 40 Grad zu senken. Larisa bekam immer wieder solche Anfälle. Wegen chronischer Nierenprobleme kam sie im Alter von einem Jahr in ein Kinderhospital – und blieb dort zwei lange Jahre.
Die Nierenerkrankung wurde nie geheilt. Immer wieder kam Larisa ins Krankenhaus. Im März 2009 wurde bei ihr zudem Tuberkulose festgestellt. Fünf Monate lang wurde sie stationär behandelt. Geheilt ist sie noch immer nicht.
Larisas Eltern sind verzweifelt. Ihre Tochter konnte nie die Schule besuchen, hat nur einen geringen Wortschatz und macht gesundheitlich keine Fortschritte. Vater Nicolae hat im Zuge der Finanzkrise seinen Arbeitsplatz verloren. Eine neue Stelle zu finden ist derzeit nahezu unmöglich. Die ganze Familie lebt in einem Zimmer, das ihnen die Grossmutter zur Verfügung gestellt hat. Es gibt keine Küche und keine Toilette.
Larisa braucht ganz dringend Ihre Gebete und Gaben. Mit Ihrer Unterstützung können die Diaconia-Mitarbeiter in Rumänien der Familie eine neue Lebensperspektive aufzeigen. Am wichtigsten ist zunächst das gesunde Essen für Larisa, um ihr Leben zu retten.
Projekt Nr. 1456
„Larisa soll leben”

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Rumänien
Bei Verkehrsunfall schwer verletzt – Untersuchung und Operation dringend notwendig
Junge leidet unter heftigsten Schmerzen
Craciun Olescu ist 13 Jahre alt. Sein Name bedeutet „Weihnachten“, doch nach Feiern ist dem Jungen schon lange nicht mehr zumute. Seit Jahren leidet er an fast nicht zu ertragenden Schmerzen, doch seinen Eltern fehlt das Geld für Untersuchungen und Therapien.
Vor fünf Jahren wurde Craciun bei einem Verkehrsunfall schwer verletzt. Ein betrunkener Autofahrer, der keinen Führerschein hatte, übersah den Jungen. Der erlitt beim Aufprall des Wagens Verletzungen am Kopf und am Bein. Blutüberströmt wurde er ins Hospital gebracht, wo man unter anderem einen Oberschenkelbruch diagnostizierte. Zur Stabilisierung setzten ihm die Ärzte einen Metallstab ein. Craciun blieb 40 Tage in der Klinik. Er war völlig verstört, erkannte seine Eltern nicht mehr und konnte sich auch an den Unfall nicht mehr erinnern.
Sein Zustand besserte sich nur langsam. 2006 rutschte er aus und stürzte. Dabei zerbrach der Metallstab. Craciun wurde erneut operiert. Seither schmerzt das Bein – aber die finanziellen Verhältnisse der Eltern erlaubten keine weiteren Untersuchungen.
Craciun hat noch sechs Geschwister im Alter zwischen 16 Jahren und zwei Monaten. Der Vater ist arbeitslos. Derzeit leben neun Menschen vom Kindergeld in Höhe von monatlich 207 Franken (139 Euro). Es fehlt am Nötigsten – sogar das Essen reicht nicht für alle.
Diaconia hat im Rahmen der Soforthilfe ermöglicht, dass Craciuns Bein geröntgt wurde. Er muss erneut operiert werden. Dafür bedarf es Ihrer Gaben! Wir bitten Sie herzlich, mitzuhelfen, dass die Gesamtsituation der Familie verbessert und Craciun von seinen Schmerzen befreit wird.
Projekt Nr. 1457
„Schmerzbehandlung Craciun”

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Rumänien
Eltern haben kein Geld für Unterrichtsmaterial – Diaconia-Projekt ermöglicht Bildung für die Ärmsten
Kinder möchten so gerne zur Schule gehen
Vasilita ist 13 und musste oft weinen. Nicht, weil sie schlechte Noten gehabt hätte, im Gegenteil. Das Mädchen war verzweifelt, weil sie weder Buntstifte noch einen Tintenfüller besass wie die anderen Kinder ihrer Klasse. Vasilita hat noch drei kleinere Geschwister. Die Familie ist sehr arm. In ihrer Behausung gibt es nicht einmal elektrisches Licht, und so muss Vasilita ihre Hausaufgaben im Schein einer Kerze erledigen.
Das hätte einmal fast zu einer Katastrophe geführt, als die Kerze umfiel und das Papier auf dem Tisch Feuer fing. Vasilita hilft ihren Geschwistern Andrei, Bogdan und Diana regelmässig bei deren Hausaufgaben. Viel Verantwortung für einen Teen-ager. Der neunjährige Andrei wird in der Schule oft gehänselt: Er trägt noch immer seine Schuluniform aus der ersten Klasse. Die ist ihm mittlerweile viel zu klein, aber für eine neue Ausstattung ist kein Geld da.
Die Familie hat kein fliessendes Wasser im Haus. Sie muss ihr Wasser jeden Tag über eine Strecke von einem Kilometer tragen. Mutter Rozalia (31) kämpft für ihre Kinder, wehrt sich gegen den Spott der anderen, fordert Respekt trotz ihrer Armut – oft vergeblich. Das monatliche Einkommen der Familie beträgt rund 100 Franken (67 Euro). Da bleibt nichts übrig für Bücher und Unterrichtsmaterial, das Geld reicht kaum zum Überleben.
Ganz ähnlich geht es der sieben Jahre alten Cornelia. Auch ihre Familie kann sich keinen Stromanschluss leisten, und so sitzt sie mit ihren Geschwistern Marius (9) und Iona (5) bei Kerzenschein am Küchentisch. Ihr Stift ist kaputt, ihre Schreibhefte sind bereits voll, Schulbücher fehlen. Da ist es kein Wunder, dass die schulischen Leistungen der drei Kinder immer schlechter werden. Aber ohne guten Schulabschluss haben sie fast keine Chance, der Armut zu entkommen.
Eine halbe Million Menschen in Rumänien kann nicht lesen und schreiben. Die Schulabbrecher-Quote gehört zu den höchsten in Europa. Die Regierung bezahlt weder Schulbücher noch Unterrichtsmaterial. Hier setzt das Diaconia-Projekt „Schulhilfe Rumänien“ an. Für 50 Franken (33 Euro) können die Schulbücher eines Kindes für ein Jahr beschafft werden. 100 Franken (67 Euro) kosten die Hefte, Farbstifte, Tintenfüller, Lineale, Zirkel und das übrige Unterrichtsmaterial. Mit 150 Franken (100 Euro) sichern Sie den Schulbesuch eines Kindes mit der gesamten Ausstattung. Vasilita, Cornelia und Marius erhielten von Diaconia schon ein Schulset und es wird ihnen durch eine Patenschaft geholfen. Bitte helfen Sie mit, dass noch viel mehr arme Kinder eine Zukunftschance erhalten!
Projekt Nr. 1458
„Schulhilfe Rumänien”

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Nepal
Wie eine Patenschaft das Leben des kleinen Bishal verändert hat
Vom „Haussklaven“ zum Musterschüler
„Trotz der zeitweise chaotischen Situation in Nepal konnten Diaconia-Mitarbeiter einem kleinen Jungen zu einem neuen Leben verhelfen“, meldete unser Mitteilungsblatt im September 2004. Die Rede war von dem damals achtjährigen Bishal, der als eine Art Haussklave lebte. Er wurde ein Diaconia-Patenkind. Seither lebt er in einem christlichen Internat und hat mittlerweile die sechste Klasse mit Spitzenzeugnissen bestanden.
Der Vater von Bishal hatte sich den Mao-isten angeschlossen, die gegen den König rebellierten. Er war kein aktiver Kämpfer, sondern verkündete in verschiedenen Dörfern die kommunistische Ideologie. Soldaten der nepalesischen Armee haben ihn deshalb erschossen und das Haus der Familie zerstört. Seine Ehefrau wurde übel verprügelt und davongejagt. Die drei Kinder der Familie kamen bei Verwandten unter. Während seine Geschwister gut versorgt wurden, kam Bishal zu Pflegeeltern, die ihn als „Haussklaven“ hielten: Er durfte nicht zur Schule, stattdessen musste er für seine alkoholabhängigen Pflegeeltern auf dem Basar Schnaps kaufen.
Nepalesische Christen machten die Diaconia-Mitarbeiter im Sommer 2004 auf den Jungen aufmerksam. In Deutschland fand sich eine Patin. Bishal wurde nun in eines der drei christlichen Internate aufgenommen, das Diaconia in Nepal unterstützt. Dort erfährt er seitdem eine liebevolle Betreuung, ist mit allem Nötigen versorgt, kann zur Schule gehen und hört täglich in den Andachten des Heimes die gute Botschaft des Evangeliums.
„Der Junge macht grosse Fortschritte. Bitte beten Sie weiter für ihn“, schreibt der Internatsleiter. Bishals Leben hat sich grundlegend zum Guten verändert. Viele Kinder in Nepal hoffen, dass auch sie in den Genuss ausländischer Unterstützung kommen.
Der Staat mit den höchsten Bergen der Erde ist bitter arm und kommt auch nach Abschaffung der Monarchie politisch nicht zur Ruhe. Zum Auftakt eines dreitägigen Generalstreiks ist es erneut zu schweren Zusammenstössen zwischen Anhängern der Maoisten und den Sicherheitskräften gekommen. Nach Polizeiangaben wurden mindestens 60 Menschen in der Hauptstadt Kathmandu festgenommen, die sich an gewalttätigen Protesten beteiligten. Mehrere Menschen seien verletzt worden. Landesweit kam der Verkehr zum Erliegen, Geschäfte blieben geschlossen.
Wir bitten Sie herzlich um die weitere Unterstützung der drei christlichen Diaconia-Kinderheime in dem hinduistisch geprägten Staat. Bitte beten Sie für die Kinder, ihre Lehrer und die Hauseltern. Herzlichen Dank für Ihre tätige Nächstenliebe, auch im Namen von Bishal und seinen Kameraden!
Projekt Nr. 1459
„Nepalhilfe”







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