Report
Ausgabe 04, April 2011

Rumänien
Codrut-David hat ein verkrümmtes Bein, sein Bruder Nicusor ist sehgeschädigt
Zwei Jungen hoffen auf ärztliche Hilfe
Die junge Violeta (22) muss alleine für ihre beiden kleinen Kinder sorgen. Beide sind krank und müssten dringend zum Arzt. Doch dafür fehlt das Geld. Der Vater kann seinen Kindern nicht helfen: Er wurde zu einer langen Haftstrafe verurteilt – zu Unrecht, wie seine Frau versichert.
Violetas Sohn Codrut-David (5) wurde mit einem verkrümmten linken Bein geboren. Im Alter von einem Jahr wurde er an einer Sehne am Knöchel operiert. Danach sollte Codrut spezielle Schuhe tragen. Doch die Familie ist arm und für die Schuhe war kein Geld übrig. Heute humpelt der Junge. Es ist ihm nicht möglich, mit anderen Kindern herumzutoben. Er bleibt immer nur Zuschauer. Codrut bräuchte dringend eine erneute Fussoperation.
Codruts jüngerer Bruder, Nicusor-Catalin (4), wurde ohne Behinderungen geboren. Im Alter von eineinhalb Jahren begann Nicusor laufen zu lernen. Bei einem seiner ersten Gehversuche stolperte der kleine Junge und schlug sich heftig den Kopf zwischen den Augen an. Seither ist seine Sehkraft beeinträchtigt. Möglicherweise wurden Muskeln im Auge durch den Sturz beschädigt. Heute schielt Nicusor mit beiden Augen.
Violetas Mann, er heisst ebenfalls Codrut, hatte Arbeit in einem Reinigungsunternehmen. Er sorgte für die Familie, sie hatten genügend zu essen. Codrut sammelte Feuerholz, so dass es seine Familie auch immer angenehm warm hatte. Im November 2010 war Codrut, wie schon so viele Male zuvor, im Wald, um Holz zu sammeln. Dort traf er auf einen Mann, der im gleichen Ort lebte und bekannt für seine Gewalttätigkeit war. Alle Leute im Ort behaupteten, dieser Mann sei vom Teufel besessen. Er beschimpfte Codrut, zog plötzlich ein Messer aus seiner Jacke und ging auf Codrut los. Der wehrte sich mit der Axt, die er bei sich trug. Der Mann sank zusammen und blieb bewusstlos liegen. Er musste am Kopf operiert werden, doch er wachte nicht mehr auf. Seine Familie entschied sich, seine Organe zu verkaufen. Währenddessen wurde Codrut verhaftet. Er wurde zu sechs Jahren Haft verurteilt.
Das war ein riesiger Schock für Violeta. Plötzlich stand sie alleine da mit zwei kleinen kranken Kindern und ohne Geld. Ihr einziges Einkommen ist seither das Kindergeld in Höhe von 25 Franken (20 Euro) im Monat. Mit so wenig Geld ist es unmöglich, die Kinder zum Arzt zu bringen, geschweige denn eine Operation bezahlen zu können. Violeta wünscht sich nichts mehr, als dass es ihren Kindern bald wieder gut geht und sie unbeschwert aufwachsen können. Die Operation für Nicusor, um sein Schielen zu beheben, kostet 450 Franken (350 Euro). Eine ärztliche Untersuchung für Codrut kostet 100 Franken (80 Euro).
Bitte helfen Sie dieser armen Familie. Möge Gott Sie für Ihre Mildtätigkeit reichlich segnen!
Projekt Nr. 1588, "Violetas Kinder"



Rumänien
Familie braucht dringend eine menschenwürdige Unterkunft
Ein Dach über dem Kopf – oder ins Kinderheim
Sie sind vom Schicksal gebeutelt: Der grösste Wunsch von Anamaria (30) ist, ihren fünf Kindern ein Dach über dem Kopf zu geben. Derzeit fehlt es der Familie an allem. Vor einigen Tagen ist Anamaria zu Diaconia gekommen – mit Tränen in den Augen. Sie hat Angst, dass das Jugendamt ihr die Kinder wegnimmt.
Anamaria und ihr 41-jähriger Ehemann Iacob haben fünf Kinder: Andrea (8), Andrei (7), Gabriela (4), Florina (1) und Daria (5 Monate). Sie lebten lange bei Iacobs Vater. Doch dann musste der sein Haus verkaufen, und die Familie musste ausziehen. Sie wohnten daraufhin zur Miete. Das erschwerte ihr Leben, denn für die Miete hatten sie kein Geld. Iacob fand nur Gelegenheitsjobs.
Im vergangenen Jahr sahen Anamaria und Iacob keinen anderen Ausweg, als ihre Kinder vorübergehend in ein Heim zu geben. Sie hatten keine Bleibe für die kalten Nächte. Es brach ihnen schier das Herz. Das Heim schien die einzige Lösung. Doch das Jugendamt zeigte die Eltern an. Das Amt war der Auffassung, die Eltern vernachlässigten ihre Kinder. Es folgten schlimme Monate und viele Gerichtsprozesse. Schliesslich war das Jugendamt bereit, den Eltern ihre Kinder zurückzugeben, doch mit der Auflage, eine angemessene Wohnung zu beziehen. In ihrer Verzweiflung nahmen Iacob und seine Frau einen Kredit in Höhe von 2400 Franken (rund 1800 Euro) bei einem Geldverleiher auf. Mit dem Geld mieteten sie sich ein Haus. Das Jugendamt gab die Kinder wieder in die Obhut der Eltern. Doch nach sechs Monaten hatten sie kein Geld mehr für die hohe Miete. Sie mussten eine neue Bleibe suchen. Sie fanden ein kleines Zimmer, gerade einmal zwölf Quadratmeter gross, ohne fliessendes Wasser und ohne Heizung.
Iacob arbeitet seit drei Monaten als Zimmermann bei einer Baufirma, doch bisher erhielt er keinen Lohn. Das einzige Einkommen besteht aus dem Kindergeld in Höhe von 63 Franken (50 Euro). Vor zwei Wochen fiel Iacob bei der Arbeit vom Dach. Er verletzte sich an der Hüfte. Eigentlich hätte er dringend zum Arzt gemusst, doch das kann er sich nicht leisten.
Der Druck wird von allen Seiten immer grösser: Das Jugendamt besteht auf einer angemessenen Wohnung, die Kinder haben Hunger, sie brauchen Kleidung und Schulmaterial. Die Familie weiss einfach nicht mehr weiter. Anamaria hat Diaconia um Hilfe gebeten. Wir geben ihren Notruf an Sie weiter und bitten Sie herzlich um Ihre Solidarität mit den Ärmsten in Rumänien.
Projekt Nr. 1589, "Notunterkunft für fünf Kinder"



Rumänien
Elf Monate altes Mädchen leidet – Mutter bei Verkehrsunfall schwer verletzt
Anamaria braucht Spezialmilch zum Überleben
Anamaria ist gerade einmal elf Monate alt. Sie musste schon viel leiden. Ihr Körper verträgt den Zucker in der Milch nicht, sie leidet unter einer sogenannten Laktose-Intoleranz. Die führt dazu, dass das kleine Mädchen sich häufig übergeben muss und Durchfall bekommt. Längerfristig kann es dadurch zu einer Schädigung des Dünndarms kommen. Anamaria ist anfälliger für Infektionen als andere Kinder in ihrem Alter.
Dem Kleinkind könnte ganz leicht geholfen werden, und zwar durch eine Umstellung der Ernährung. Anamaria braucht eine spezielle Milch, die keinen Milchzucker enthält. Doch dazu fehlt Anamarias Familie das Geld. Der Vater Solomon (27) findet nur gelegentlich Arbeit. Die Familie kämpft jeden Tag ums Überleben. Ihr einziges, regelmässiges Einkommen ist das Kindergeld in Höhe von 73 Franken (53 Euro). Wenn Solomon kurzzeitig eine Beschäftigung findet, verdient er 12 Franken (8 Euro) pro Tag.
Seine Frau Alexandra (24) hatte vor einem halben Jahr einen schweren Unfall. Als sie über einen Fussgängerstreifen ging, wurde sie von einem Auto erfasst. Sie kam schwer verletzt ins Spital. Alexandra brach sich beim Unfall das Becken und ein Bein und erlitt ein Schädel-Hirn-Trauma. Sechs Wochen lag die junge Mutter im Krankenhaus. Während dieser Zeit waren ihre zwei kleinen Töchter bei den Grosseltern. Da Alexandra Anamaria nicht die Brust geben konnte, wurde die Kleine mit Ersatzmilch ernährt. Doch der Säugling vertrug diese Milch nicht. Da begann Anamarias Leidensgeschichte. Die benötigte Spezialmilch ist sehr teuer: 300 Milliliter kosten 10 Franken (7 Euro). Da die Familie dafür kein Geld hat, trinkt das Mädchen seit Monaten nur Wasser und Tee. Bei Anamaria wurde mittlerweile auch eine Blutarmut festgestellt und sie ist untergewichtig.
Solomon und Alexandra haben sich an Diaconia gewandt. Sie brauchen dringend Unterstützung. Bitte helfen Sie und unterstützen Sie diese junge Familie, damit die kleine Anamaria sich normal entwickeln kann.
Projekt Nr. 1590, "Spezialmilch für Anamaria"



Rumänien
Nachhaltiges Diaconia-Hilfsprojekt – Ohne Traktor geht es nicht
Ein Bauernhof, der Hoffnung schenkt
Diaconia hat in Rumänien Land für den „Bauernhof der Hoffnung“ erworben. Die Idee: Auf den Äckern werden Kartoffeln, Getreide und Zuckerrüben angebaut. Im Stall stehen Kühe, Schweine und Hühner. Auf einer Wiese werden Apfelbäume, Kirschbäume und Birnbäume angepflanzt. Direkt daneben wachsen und gedeihen Zwiebeln, Karotten und Tomaten. Die Grundnahrungsmittel werden gratis oder sehr günstig an arme Familien abgegeben. Was übrig bleibt, wird auf den Märkten verkauft. Der Ertrag kommt dann dem Diaconia-Kinderzentrum in Brasov zugute. Im Hof werden als zusätzliche Einnahmequelle Übernachtungsmöglichkeiten für Familien, Gruppen und Einzelpersonen geschaffen. In einem kleinen Hofladen werden die selbst produzierten Produkte verkauft. Je nach vorhandenen Mitteln wird der Hof jährlich erweitert und ausgebaut.
Um den Diaconia-Bauernhof auszubauen, werden nicht nur Ackerland und Bäume gebraucht, sondern auch Scheunen, Lager und Wohnräume. „Wir möchten Ihnen die Möglichkeit bieten, den Bauernhof der Hoffnung zu besuchen und hier bei uns zu übernachten. Unser Ziel ist, drei bis vier alte Häuser zu kaufen und zu renovieren“, erklärt Projektleiter Matthias Kipfer.
Auch wenn in Rumänien noch viel von Hand erledigt wird – für den Bauernhof ist ein leistungsfähiger Traktor unverzichtbar. Diaconia sucht in der Schweiz und in Deutschland nach preiswerten, gebrauchten landwirtschaftlichen Geräten. Ein Traktor kostet 39.000 Franken (30.180 Euro). Bitte helfen Sie mit!
Projekt Nr. 1591, "Bauernhof der Hoffnung"



Albanien
Eine arme albanische Familie leidet unter Krankheiten – Dann versinkt ihr ganzer Besitz im Wasser
Nach der Krankheitswelle von der Flut erfasst
Familie Nasufi ist schwer angeschlagen und taumelt von Krise zu Krise. Vater Ramadan (40) hatte einen Herzinfarkt. Die Familie musste ihr ganzes Geld aufwenden, um seine medizinische Versorgung zu gewährleisten. Die Ausgaben überstiegen ihre Ersparnisse bei weitem. Ramadan musste dringend am Herzen operiert werden, er benötigte eine künstliche Herzklappe. Ohne die würde er nicht überleben, sagten seine Ärzte. Der Familie blieb keine andere Möglichkeit, als ihr Haus zu verkaufen.
Zu den finanziellen Sorgen kommt die psychische Belastung. Ramadans Frau Ana (38) und die drei Kinder fürchten sich vor einem plötzlichen Tod Ramadans. Sie denken, jeder Tag könnte der letzte sein. Das belastet die Familie sehr. Verschärft wird dies noch dadurch, dass die kleine Duaje (7) gesundheitliche Probleme hat. Sie kam mit einer Verengung des Magens auf die Welt. Sie wurde operiert, doch die Angst um ihre Gesundheit bleibt. Alle Familienmitglieder leiden zudem an einer Lungenentzündung.
Für die Eltern Ana und Ramadan ist es schwer, eine Arbeit zu finden. Als wäre das nicht genug, kam nun der nächste harte Schlag: Eine Flutwelle überschwemmte Shkoder, die Stadt, in der die Familie lebt. Ihr Haus, das sie gemietet hatten, wurde komplett zerstört. Das Wasser riss alles mit, was ihm in den Weg kam: Schultaschen, Bücher, Kleidung, Möbel.
Ana erinnert sich an die Wassergewalt: „Es war um zwei Uhr nachts, als das Wasser unser Haus flutete. Ein Militärbus kam, um uns vor dem Ertrinken zu retten. Soldaten zogen uns aus den Fenstern heraus. Vorübergehend kamen wir dann in der Musikschule von Shkoder unter, gemeinsam mit vielen anderen Familien, deren Häuser zerstört wurden. Das Wasser hat unser ganzes Hab und Gut zerstört.“
Die Lebensumstände der Familie sind miserabel. In der Notunterkunft, die sie jetzt übergangsweise bewohnen, ist es bitter kalt. Der Fussboden ist kaputt. Sie haben nur zwei Betten und die haben nicht einmal Matratzen. Stattdessen benutzen sie ein paar Decken als Unterlage.
Die tiefe Armut, in der sie leben, macht es für alle schwer über den Schock, den die Flut verursacht hat, hinwegzukommen. Die Kinder haben nachts immer noch Albträume. Sie schreien, weil sie denken, das Wasser kommt zurück ins Haus und reisst alles mit sich.
Diaconia möchte der Familie Nasufi helfen. Für die Soforthilfe werden etwa 2500 Franken (2000 Euro) benötigt. Damit sollen die dringlichsten Bedürfnisse der Familie gedeckt werden. Die Kinder sollen wieder in die Schule gehen und unter normalen Umständen lernen können. Das wäre gleichzeitig auch eine grosse Unterstützung für die Eltern, die sich so hilflos fühlen in der momentanen Situation. Bitte schenken Sie dieser armen Familie neue Hoffnung!
Projekt Nr. 1592, "Soforthilfe Nasufi"



Armenien
Tragischer Zwischenfall beim Einfangen von Kühen in der Nähe eines Truppenübungsplatzes
Landmine explodiert: 17-Jähriger sehr schwer verletzt
Der 23. Januar 2011 – ein verhängnisvoller Tag, an den sich Familie Grigorian noch lange erinnern wird. Der 17-jährige Sohn der Familie war an jenem Tag ins Dorf Armawir gefahren, um seine Tante zu besuchen. Noch vor der Abenddämmerung ging Grigor zusammen mit seinem Vetter hinaus, um die Kühe von der Weide zu holen. Die Jungen mussten lange suchen, bevor sie die Tiere jenseits des Stacheldrahts in der Nähe eines Truppenübungsplatzes entdeckten. Ohne zu zögern sprangen sie über den Zaun, um das Vieh aus dem gefährlichen Gelände zu treiben. Dabei stolperten sie über „ein Stück Eisen” unter ihren Füssen. Es gab eine gewaltige Explosion.
Alles versank in Rauch und Staub. Soldaten und Dorfbewohner eilten herbei und waren geschockt. Die beiden jungen Männer lagen in ihrem Blut, als wären sie von einem Raubtier zerfetzt worden. Auch die Ärzte erschraken zunächst über ihren Anblick. Dann waren sie erstaunt und Gott dankbar, dass die Jungen noch am Leben waren.
Warum sich eine scharfe Landmine statt einer Übungsmine auf dem Gelände befand, beschäftigt mittlerweile die Staatsanwaltschaft. Währenddessen kämpfen die Mediziner um Grigors Leben. Sein ganzer Körper ist voller Splitter – der Kopf, der Bauch, sogar die Augen. Ausserdem hat er schwere Brandwunden erlitten. Als seine Eltern im Krankenhaus ankamen, erkannten sie ihren Sohn fast nicht wieder.
Bekanntlich ist die medizinische Versorgung in Armenien kostenpflichtig. Familien, die kaum ihr tägliches Brot kaufen können, rutschen durch einen Unfall oder eine Krankheit unverschuldet in eine Krisensituation. Auch Familie Grigorian musste diese bittere Erfahrung machen. Der schwere Schicksalsschlag änderte ihr Leben von einem Tag auf den anderen. Die Familie steckt bis über beide Ohren in Schulden.
„Ich fühle mich so hilflos und verloren. Ich werde es nicht verkraften, meinen einzigen Sohn zu verlieren, weil ich kein Geld für seine Operation habe”, sagt Grigors Mutter Hamest. Die verzweifelte Frau, die im Winter hilfesuchend ins Diaconia-Büro gekommen war, trug trotz der frostigen Temperaturen Sommerschuhe und eine leichte Jacke. Sie wollte sogar ihre Wohnung verkaufen, um die Behandlungen ihres Kindes bezahlen zu können. Doch dann hätte die Familie kein Dach mehr über dem Kopf gehabt.
Ausser Grigor hat die Familie noch zwei Töchter: Gajane, 18 Jahre alt, und Gohar, 10 Jahre alt. Dieses Jahr hat Grigor sein Studium an der Universität aufgenommen. Er ist ein sehr kluger Junge, einer der besten seines Jahrganges. Um seine Studiengebühr zu bezahlen, haben die Eltern ihre Eheringe als Pfand abgegeben.
Vor der Kopfoperation musste Grigor eine spezielle Injektion bekommen, sonst hätte der Splitter in seinem Kopf zu einer schweren Infektion führen können. Für das Serum verlangten die Ärzte etwa 465 Franken (rund 365 Euro). Grigors Eltern waren verzweifelt. Der Vater hatte nur seinen täglichen Verdienst von nicht einmal fünf Franken (knapp 4 Euro) zur Verfügung.
Aus Angst vor dem Verlust des Sohnes klopften die Eltern an die Türen aller ihrer Freunde und Bekannten, um den nötigen Betrag zusammenzubringen. Der Kopfoperation wird noch eine schwere Augenoperation folgen sowie noch mehrere chirurgische Eingriffe, um die Splitter aus dem Körper zu entfernen. Diese Kosten müssen bezahlt werden, bevor Grigor seine nächste Operation erhält.
Diaconia hat aus dem Nothilfefonds die ersten Kosten übernommen. Das Leben Grigors konnte dadurch in den ersten kritischen Tagen gerettet werden. Doch nun kämpfen die Ärzte um sein Augenlicht.
Bitte helfen Sie mit, damit Diaconia auch diese Not lindern kann. Danke für alle Gebete! Möge Gott Ihnen Ihre praktische Nächstenliebe reichlich vergelten!
Projekt Nr. 1593, "Minenopfer Grigor"



Armenien
Mutter von sechs Kindern lebt in bitterer Armut – Diaconia ist ihre einzige Hoffnung
Soldatenwitwe kämpft gegen Hunger und Krankheit
Mariam hat kein leichtes Leben hinter sich. Die Mutter von sechs Kindern hatte zeitlebens viele Schwierigkeiten zu überwinden. Ihr Schicksal ist ein Beispiel von vielen, was die versteckte Hungersnot in Armenien angeht. Trifft man die Betroffenen auf der Strasse, würde man niemals vermuten, dass sie regelmässig nicht genügend zu essen haben.
Mariams Mann war Kriegsinvalide. Zwar kehrte er aus dem Berg-Karabach Krieg zurück, doch war er schwer verletzt. 1999 starb er an den Folgen seiner Verwundungen. Mariam gab nicht auf und sorgte alleine für ihre Kinder. Wenn der Hunger unerträglich wurde und die Kinder vor Bauchschmerzen weinten, ging Mariam hinaus, um in Hinterhöfen Essensreste zu sammeln. Trockenes Brot weichte sie in warmes Wasser ein, fügte ein wenig Öl und Salz hinzu und gab es den Kindern. Das war oft das Einzige, was sie zu essen hatten. In ihrer Verzweiflung wandte sich Mariam an viele Hilfsorganisationen, doch nur bei Diaconia fand sie Beistand und Hilfe.
„Als unsere Mitarbeiter im Dezember 2005 diese Familie erstmals in ihrer Unterkunft besuchten, waren sie zutiefst erschüttert“, berichtet Einsatzleiter Baru Jambazian, „die Kinder sassen da, in Decken gehüllt, mit Mützen und Handschuhen. Die Fensterscheiben waren zerbrochen, es gab keine Heizung, der Stromanschluss funktionierte nicht.“ Es war erstaunlich, dass sie unter diesen Umständen überlebt hatten.
Diaconia reagierte schnell und gezielt. Neue Fensterscheiben wurden installiert, ein Gasofen wurde gekauft. Ausserdem wurde die Familie monatlich mit einem Sack Mehl versorgt. Diese Massnahmen haben der bitter armen Familie das Leben gerettet.
Bis heute ist die soziale Lage der Familie jedoch schwierig. Mittlerweile hat eine von Mariams Töchtern geheiratet. Mit ihrem Ehemann und ihren zwei Söhnen wohnt sie im Elternhaus. Ihr Ehemann Andranik ist Waisenkind und bei seiner Grossmutter aufgewachsen. Mit seinem kargen Verdienst als Lastträger muss er nicht nur seine Familie ernähren, sondern auch seine inzwischen psychisch krank gewordene Grossmutter versorgen.
Mariams andere Töchter Lusine und Gajane besuchen nach dem Schulabschluss Kurse, um als Sekretärinnen ausgebildet zu werden. Die Ausbildung ist kostenlos, doch die Schule befindet sich sehr weit von ihrem Haus entfernt. Die beiden Schwestern sind gezwungen, dreimal in der Woche viele Kilometer zu Fuss zu gehen. Die Transportkosten sind für sie unerschwinglich. „Es ist mir unerträglich mitanzusehen, wie meine Töchter leiden. Wenn sie nach dem Unterricht nach Hause kommen, weinen sie vor Müdigkeit. Und ich bin hilflos dabei”, schluchzt Mariam.
Vor kurzem traf die Familie ein weiteres Unglück. Mariams Enkel, der 10-jährige Arman, war mit seinem Vater Andranik zu Besuch zu seiner Grossmutter gegangen. Er schluckte die bunten Kugeln, die auf dem Tisch lagen, weil er sie für Bonbons hielt. Es waren jedoch Medikamente der psychisch kranken Grossmutter. Zwei Tage lag Arman im Koma. Rund einen Monat lang wurde das Kind im Spital behandelt. Um die Spitalkosten zu begleichen, lieh sich die Familie Geld von Bekannten. Bis heute können sie die Schulden nicht zurückzahlen.
Doch damit sollte die Reihe von Unglücken in dieser Familie noch kein Ende finden. Seit Jahren hatte Andranik Beinschmerzen. Nun wurde er ausführlich untersucht. Die Diagnose war niederschmetternd: Knochentuberkulose. Die Behandlung sollte möglichst früh beginnen, sonst könnte es zur Zerstörung von Knochensubstanz führen. Doch für die Therapien reichten die finanziellen Mittel der Familie nicht aus.
Andraniks Zustand verschlechtert sich von Tag zu Tag.
In dieser Familie haben nur Mariams Sohn Geworg und Tochter Narine Arbeit. Geworg arbeitet auf dem Bau, Narine ist in einem Geschäft als Verkäuferin tätig. Von dem Gehalt der beiden, zusammen ungefähr 250 Franken (195 Euro) monatlich, müssen 10 Personen leben. Mariam, selbst zuckerkrank, ist am Ende ihrer Nerven. Nur Sie können es ermöglichen, dass eine gewisse Stabilität in diese arme Familie einkehrt. Dank Ihrer Gebete und Gaben können Mariam und ihre Verwandten neue Hoffnung schöpfen!
Projekt Nr. 1594, "Familienhilfe Mariam"



Armenien
Fehldiagnose der Ärzte hätte Mädchen beinahe das Leben gekostet
Geplatzter Blinddarm: 14-Jährige überlebt nur mit knapper Not
Weil die Ärzte eine Fehldiagnose stellten, wäre die 14 Jahre alte Mariam Torosian beinahe gestorben. Zwei Notoperationen retteten schliesslich ihr Leben. Nun muss die Familie für die Behandlungskosten aufkommen. Es droht der Verlust der einzigen Kuh – für die Torosians eine Katastrophe.
Das Drama begann ganz harmlos: Mariam klagte über Bauchweh. Vor allem nachts waren die Schmerzen stark und strahlten bis in den Rücken aus, dann liessen sie wieder nach. Ihr Vater Aschot ist Veterinär. Der Tiermediziner war sich ziemlich sicher, dass es sich um eine Blinddarmentzündung handelte. An einem späten Abend, als die Schmerzen immer schlimmer wurden, lief Aschot zu seinem Nachbarn mit der Bitte, das Kind dringend ins Spital zu fahren. Im Dorf selbst gibt es keine Klinik. Auf ein Ambulanzfahrzeug aus der Stadt Chambarak zu warten, war sinnlos. Die Rettungswagen sind alt und meistens kaputt, oder es mangelt an Benzin.
Im Spital von Chambarak versicherten die Ärzte, eine Blutentnahme wäre vollkommen unnötig. Der Ultraschall habe keinerlei Anhaltspunkte für eine Blinddarmentzündung erbracht. Die Ärzte vermuteten eine Erkältung und verschrieben nur schmerzstillende Medikamente. Am Morgen wurde Mariam entlassen und nach Hause getragen.
Doch von Tag zu Tag ging es dem Mädchen schlechter. Es bekam Durchfall, erbrach sich, wurde immer schwächer. Mariam wurde erneut ins Krankenhaus gebracht. Nach der Untersuchung sagte der Arzt, Mariams Lage sei lebensbedrohlich, sie müsse sofort operiert werden, eine Stunde später würde sie nicht mehr leben. Ihr Blinddarm war geplatzt.
Mariams Mutter schauderte bei dem Gedanken, dass sie ihre Tochter verlieren könnte. Sie spürte, wie ihr Herz einen Moment lang aufhörte zu schlagen. Vater Aschot versuchte seinen Zorn auf die Ärzte zu beherrschen. Wegen ihres Pfusches hing Mariams Leben an einem seidenen Faden. Die Eltern baten Gott, ihre Tochter zu bewahren. Nach der Operation lag Mariam auf der Intensivstation im Koma. Einige Tage schwebte sie in Lebensgefahr. Dann wurde Mariam zum zweiten Mal operiert. Wieder fünf Stunden hoffen, warten und beten. Danach sagte man, die Familie könne positiv in die Zukunft blicken, nun werde alles gut. Tränen der Erleichterung traten den Familienmitgliedern in die Augen. Und wirklich ging es endlich aufwärts.
Aschot ist überglücklich, dass seine Mariam gerettet werden konnte. Sie ist mittlerweile wieder zu Hause, doch bevor sie völlig genesen ist, braucht sie noch weitere Behandlungen und Medikamente.
Als Veterinär bekommt Aschot einen Monatslohn von 127 Franken (100 Euro). Die Therapien seiner Tochter kosteten zehnmal mehr. Aschot musste Schulden machen. Die Familie besitzt nur eine einzige Kuh. Wenn sie verkauft werden muss, steht die Familie vor dem Nichts, denn das Tier liefert im Winter Milch und Käse.
Ausser Mariam hat Aschot noch zwei Kinder. Diaconia möchte diese arme Familie unterstützen, bis sie sich aus eigener Kraft versorgen kann. Dafür benötigen wir Ihre grosszügige Hilfe!
Projekt Nr. 1595, "Blinddarm-OP Mariam"



DIACONIA
Zeitungen berichten über die Arbeit von Diaconia in den verschiedenen Einsatzländern
„Mehr Geld für die Bedürftigen“
Diaconia Deutschland hat im Rahmen eines Pressegesprächs über die aktuellen Aktivitäten berichtet. Daraufhin erschienen Berichte über die internationale Arbeit des Werks in verschiedenen Zeitungen sowie beim Evangelischen Pressedienst (epd). Nachfolgend ein Auszug aus dem Bericht der „Badischen Zeitung“.
„Trotz geringerer Spendeneinnahmen ist es dem christlichen Hilfswerk Diaconia im vergangenen Jahr dank Einsparungen gelungen, mehr Geld für die Bedürftigen in Armenien, Rumänien, Albanien und Nepal zur Verfügung zu stellen. Dies erklärten Michaela Kuhlmann, Geschäftsstellenleiterin der Diaconia Deutschland, Jürgen Müller, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit, sowie der Sachbearbeiter Ulrich Ney beim jüngsten Pressegespräch.
„Wir sind von dem Ergebnis selbst überrascht und danken allen Unterstützern“, meinte Michaela Kuhlmann.
Die Grundlagen der Arbeit der Diaconia sind der christliche Glaube und die christliche Ethik, aber den Bedürftigen wird ohne Ansehen ihrer Konfession geholfen.
In Armenien unterhält das Hilfswerk ein „Dorf der Hoffnung“ mit 76 Häusern, das 2011 um zwei weitere Doppelhäuser erweitert wird. Dort praktizieren auch eine Ärztin und Zahnärztin. Paten spenden monatlich 25 Euro an Diaconia, die das Geld in die betreffenden Länder überweist, damit dort die benötigten Güter angeschafft werden können. Im „Dorf der Hoffnung“ eröffnete sie im vergangenen Jahr ein Ausbildungszentrum, in dem junge Menschen zum Tourismuskaufmann und zur Näherin ausgebildet werden. Zurzeit sucht sie weitere Partner, um das Spektrum erweitern zu können. Dass die Jugendlichen eine Gratis-Ausbildung erhalten, „ist in Armenien nicht selbstverständlich, denn dort müssen Lehrlinge oft für ihre Ausbildung bezahlen“, erklärte Michaela Kuhlmann. Diaconia hat auch das Projekt „Ein Mal spenden, zwei Mal helfen“ ins Leben gerufen, bei dem Familien Tiere – beispielsweise Kühe, Schweine, Schafe oder Hühner – erhalten und sich verpflichten, das erstgeborene Tier an weitere bedürftige Familien abzugeben.
In der rumänischen Stadt Brasov (dem ehemaligen Kronstadt) gibt es ein Kinderbildungszentrum, das 2010 weitere 20 Kinder aufgenommen hat. Die Kinder bekommen dort eine warme Mahlzeit, Hausaufgabenhilfe, Betreuung und Beratung. Auch Strassenkinder finden dort eine Anlaufstelle, von der sie Hilfe erwarten können. 220 Einzelpatenschaften (ein Zehntel davon aus Deutschland) gibt es für Rumänien. In Albanien unterstützt Diaconia die schon vorhandenen Organisationen wie Schulen und Kindertagesstätten, und ganz besonders das Blinden- und das Gehörlosen-Internat, die einzigen Einrichtungen ihrer Art in Albanien, sowie zwei Seniorenwohnheime.
Diaconia springt dort ein, wo der Staat nicht helfen kann. „Manchmal können schon banale Dinge wie Decken den Menschen das Leben erleichtern“, meinte Michaela Kuhlmann. In Nepal, wo nach dem Bürgerkrieg allmählich wieder Ruhe eingekehrt sei, so Jürgen Müller, werden drei Waisenhäuser unterstützt, die den Kindern Unterkunft und Ausbildung gewähren.
Das christliche Hilfswerk „Diaconia Internationale Hilfe“ wurde 1980 in der Schweiz gegründet, ursprünglich um christliche Literatur in die Länder des Ostblocks zu bringen. Heute unterstützt das Hilfswerk schwerpunktmässig Menschen in Armenien, Rumänien, Albanien und Nepal.“