Report
Ausgabe 04, April 2013


Syrien-Konflikt:
Keine Chance für armenische Christen

Es vergeht kaum ein Tag ohne Schreckensmeldungen aus Syrien. Die dortigen kriegerischen Auseinandersetzungen fordern einen hohen Blutzoll. Bereits 70 000 Menschenleben sind zu beklagen. Das Leid zieht sich endlos hin. Radikale Elemente gewinnen zunehmend die Oberhand. Der Staat zerfällt. Eine zivile Ordnung ist kaum mehr denkbar. Die Weltöffentlichkeit schaut machtlos zu.

Unter den traumatischen Ereignissen leiden auch die armenischen Christen. Sie lebten bis zum Ausbruch des Bürgerkrieges mit ihren Mitbewohnern anderer Religionen in Aleppo friedlich zusammen. Heute liegt die Stadt in Trümmern. Viele Bewohner haben ihr Hab und Gut verloren und flohen ins benachbarte Ausland. Darunter etwa 6 000 Syrien-Armenier nach Armenien. Diaconia unterstützt die dortigen Flüchtlinge mit Gütern des täglichen Bedarfs. Helfen Sie uns bitte dabei. Gott möge Sie für Ihre Hilfe segnen!

Diaconia kümmert sich um syrisch-armenische Flüchtlinge, die oft nur das nackte Leben aus dem grauenvollen Krieg retten konnten.


Projekt Nr. 1856, "Flüchtlingshilfe syrische Armenier”

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Armenien
„Mein ganzes Leben ist ein Scherbenhaufen“
Mit ihren drei Kindern lebt die alleinerziehende Mutter Aschchen in einem völlig heruntergekommenen Haus

Ein Leben aus dem Koffer, das allein wäre schon anstrengend genug. Aber wenn Suren (14) und Tamara (11) am Morgen etwas zum Anziehen suchen, dann müssen sie es aus Plastiktüten holen. Einen Schrank für ihre wenigen, abgetragenen Kleider besitzen sie nicht. Sie leben mit ihrer Mutter Aschchen und ihrem 2-jährigen Bruder Aram in einem baufälligen Haus.

Das Haus hat Aschchen von ihren Eltern geerbt. Renoviert worden ist es seit 40 Jahren nicht mehr. Und daran ist auch nicht zu denken. Aschchens Ex-Mann zahlt keinen Unterhalt, sie findet keine Arbeit, und das einzige Einkommen der vierköpfigen Familie besteht aus staatlicher Hilfe. Aschchen empfindet ihre Zukunft als aussichtslos. Unter der Last der Sorgen ist sie depressiv geworden und leidet an Schlafstörungen. „Mein ganzes Leben ist in Scherben zerbrochen. Alle meine Träume sind geplatzt. Ich finde keine Arbeit. Wir leben von der geringen Sozialhilfe, die kaum für Brot und Kartoffeln reicht. Meine Kinder sind öfter hungrig als satt. Ich will nur, dass sie genug zu essen haben und gesund aufwachsen.“ Die junge Frau ist mit ihren Kräften am Ende.

Umgeben von Schutt, Müll und offenen Elektroleitungen: Suren, Aschchen und Tamara.



Schularbeiten unter schlimmsten Bedingungen — hinzu kommen gesundheitliche Probleme.


Weil das Haus in einem so schlechten Zustand ist, schämen sich die Kinder und haben noch nie Freunde zu sich nach Hause eingeladen. Denn schon beim Betreten des Hauses schlägt einem der Geruch der Armut entgegen: Feuchtigkeit und Schimmel liegen in der Luft. Eine schmale, kaputte Treppe führt nach oben. Im ersten Stock hängt ein rissiger Vorhang im Türrahmen. Die Decken sind schwarz von Russ, der Boden besteht aus nacktem Beton. Die fehlenden Fensterscheiben sind durch Plastikfolien ersetzt. Elektrische Kabel ziehen sich offen über die Wände. Die Toilette ist eine einfache ans Abwassernetz angeschlossene Grube. Besonders wenn es warm wird, stellt sie ein hohes Infektionsrisiko dar.

Möbel gibt es fast keine: ein altes Sofa, ein kleiner Tisch und zwei Stühle. Die drei Kinder müssen sich das einzige Bett teilen. Die Mutter schläft auf dem Sofa, das so alt und unbequem ist, dass Aschchen ständig Rückenschmerzen hat.

Sie hat keine näheren Angehörigen, die sie in dieser schweren Zeit unterstützen könnten. Manchmal helfen ihr die Nachbarn, obwohl sich diese selbst in einer nicht viel besseren Lage befinden.

Durch Unterernährung und mangelnde Hygiene ist die Gesundheit der Kinder akut gefährdet. Aram leidet ständig an Darminfektionen. Suren und Tamara klagen oft über Schmerzen in den Gelenken. Noch sind das alles Beschwerden, die durch eine gesunde Ernährung und verbesserte hygienische Umstände behoben werden könnten.

Bitte helfen Sie Diaconia, für ein angemessenes Haus, Nahrung und die medizinische Versorgung der Familie aufzukommen.


Projekt Nr. 1855, "Überlebenshilfe Aschchen"

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Armenien
Eine ganze Familie steht vor dem Ruin
Weil in kurzen Abständen mehrere Familienmitglieder erkrankten, hat sich Artawasd hoch verschuldet

Über die Probleme der Sehbehinderten in Armenien haben wir schon mehrmals berichtet. Das Thema bleibt aktuell und bedrückend. In der Sowjetzeit führten die Blinden ein normales Leben, ohne materielle Sorgen. Mit dem Zusammenbruch des kommunistischen Systems änderten sich die Verhältnisse schlagartig. Alte soziale Strukturen sind jetzt nicht mehr vorhanden, neue auch zwanzig Jahre danach noch nicht aufgebaut. Für Menschen mit Behinderung fehlen grundlegende Sozialleistungen.

Artawasd ist einer der Betroffenen dieser Missstände. Er wurde mit geringer Sehkraft geboren und verlor sein Augenlicht schliesslich ganz. Dank seines eisernen Willens schaffte er es dennoch, Schule und Mathematikstudium mit hervorragenden Leistungen abzuschliessen.

Artawasd mit seinen Enkeln: Der Umgang in der Familie ist trotz aller Sorgen herzlich.


Schach ist Artawasds grosse Leidenschaft. Bei einem Computerturnier errang er den ersten Platz.


„40 Jahre arbeitete ich als Lehrer. Zusätzlich gab ich noch Privatunterricht. Aufgrund meiner Gesundheit und meines Alters musste ich die Arbeit vor zwölf Jahren aufgeben und arbeite seither nicht mehr. Das Geld begann danach immer knapper zu werden. 2011 wurde zum Schicksalsjahr für unsere Familie. Die plötzlich ausgebrochenen Krankheiten raubten unserer Familie die letzten Reserven. Bis heute stecken wir in grossen Schulden, die wir nicht zurückzahlen können. Die Gläubiger verlangen ihr Geld zurück, die letzte Frist ist der Monat Mai. Die Aussichten sind derzeit gering, dass wir bis dahin die Schulden tilgen können“, erzählt der blinde Mann verzweifelt.

Der Verkauf ihrer Wohnung würde den völligen Absturz bedeuten. Er selbst, seine Frau Alward, seine Kinder und die Enkel würden dann auf der Strasse stehen.

Artawasd und Alward haben zwei Kinder: den Sohn Aramajis und die Tochter Warsenik. Aramajis musste sein Jurastudium abbrechen, weil die Studiengebühren unerschwinglich waren. 2003 gründete er seine eigene Familie, in der zwei süsse Jungen, vier und neun Jahre alt, aufwachsen. Aramajis arbeitet jetzt als Verkäufer in einem Baumarkt. Von seinem bescheidenen Verdienst, 183 Franken (150 Euro), muss seine siebenköpfige Familie einen ganzen Monat leben. Auch für Warsenik sollte eine Berufsausbildung nur ein unerfüllter Traum bleiben.

2011 brauchte die Familie insgesamt 2 300 Franken (1 900 Euro), um die Operationen und Behandlungen der Familienmitglieder zu bezahlen: Zunächst erlitt Artawasd einen Schlaganfall. Er schwebte in Lebensgefahr und musste zwei Monate im Spital verbringen. Die Familie hatte sich kaum von diesem Schock erholt, als Warsenik mit heftigen Bauchschmerzen ins Spital gebracht wurde. Sie hatte eine akute Blinddarmentzündung, die bereits kurz vor dem Durchbruch stand, und musste operiert werden. Dann wurden bei Alward Gallensteine entdeckt, die bei ihr starke Koliken auslösten. Ein chirurgischer Eingriff war auch hier unvermeidlich.

„Darf man uns als arm bezeichnen? Wir haben noch ein Dach über dem Kopf und etwas zu essen. Andererseits waren wir nicht imstande, für die unerwarteten Ausgaben aufzukommen und gerieten in einen finanziellen Engpass“, berichtet Artawasd.

Neulich wurde bei Warsenik ein Uterus-Myom diagnostiziert. Über die von den Ärzten empfohlene Operation will niemand in der Familie sprechen. Wegen der alten Schulden wurde die Operation erst einmal auf die lange Bank geschoben.

Bitte helfen Sie, damit auch diese Not gelindert werden kann. Mit Ihren Spenden können Sie dazu beitragen, dass diese Familie wieder Hoffnung schöpft. Herzlichen Dank für Ihre Gebete und Gaben!


Projekt Nr. 1857, "Hoffnung nach Krankheitsnot"

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Armenien
Von der Apothekerin zum Pflegefall
Mehrere schwere Erkrankungen fesseln Karine seit Monaten ans Bett — Geld für die notwendigen Behandlungen hat sie nicht

Vorbei sind die Zeiten, in denen Karine morgens gut gelaunt in den Tag startete, als Apothekerin freundlich und kompetent ihre Kunden in allen Fragen der Gesundheit beriet und am Abend ein leckeres Essen für ihre Familie in der Küche zubereitete. Eine schreckliche Diagnose veränderte im Sommer 2012 ihr Leben von Grund auf: Gallensteine, eine Geschwulst im Dickdarm und eine Geschwulst in der Gebärmutter. Seit sechs Monaten ist sie nun ein Pflegefall.

„Mir wurde eine Operation empfohlen. Davor musste ich mich einer Reihe von Untersuchungen unterziehen.“ Während Karine erzählt, überkommen sie die Gefühle, sie weint minutenlang, dann wischt sie die Tränen ab und fährt fort: „Ich bedauere sehr, dass ich nicht verheiratet bin und keine Kinder habe. Das ist das grösste Versäumnis meines Lebens. Werde ich noch alles schaffen?“ In dieser Situation sind die Ängste der 45-jährigen Frau angebracht. Denn der Krankheitsverlauf ist nur schwer vorhersagbar.

Weil die Operation am Dickdarm dringend gemacht werden musste, um ernste Komplikationen zu verhindern, nahm ihr Vater Howhannes einen Kredit über den erforderlichen Betrag von rund 1 800 Franken (1 500 Euro) auf.


Bis vor einigen Monaten war Karine noch eine fröhliche Frau, die gerne als Apothekerin arbeitete und andere bei Gesundheitsfragen beriet.



Als Karine beim Erzählen die Tränen kommen, tröstet sie ihr Vater Howhannes.


Ein Teil des Dickdarms musste bei der Operation entfernt werden. „Ich kann es einfach nicht glauben, dass dies alles mit mir passiert“, klagte Karine, als sie von der Intensivstation ins Krankenzimmer getragen wurde. „Es ist ein Albtraum!“

Momentan erholt sie sich zu Hause. Aber zwei weitere Operationen stehen ihr noch bevor. Doch dafür fehlen der Familie die Mittel. Nur einen Teil des Kredites konnte Howhannes mit Hilfe von Verwandten bisher zurückzahlen. An weitere Kredite ist da nicht zu denken, obwohl Karine wegen ihrer dünnen Blutgefässe und der vielen Medikamente, von denen die meisten intravenös verabreicht werden müssen, dringend einen Portkatheter bräuchte. Dieser würde einen dauerhaften Zugang zum Blutkreislauf ermöglichen. Aber er kostet unerschwingliche 460 Franken (380 Euro).

Die Diaconia-Mitarbeiter haben der Familie versprochen, sie mit ihrem schlimmen Schicksal nicht alleine zu lassen. Karine soll den Portkatheter erhalten, sonst kann die medikamentöse Behandlung nicht fortgesetzt werden.

Diaconia möchte zudem den Rest des Kredites ablösen, um die Familie finanziell zu entlasten. Dafür sind Ihre Spenden dringend erforderlich. Möge Gott Sie für Ihre tätige Nächstenliebe reichlich segnen!


Projekt Nr. 1858, "Karine soll leben"

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Rumänien
Nachts kommen die Ratten in das winzige Zimmer
Ihr Vater zwang Gabriela zur Abtreibung — Doch die junge Familie kehrte zu dem Gewalttäter zurück

Eigentlich ist es unvorstellbar, dass Gabriela Ponciu und ihr Mann Nicolae heute wieder genau dort leben, wo ihnen wenige Jahre zuvor die schlimmsten Dinge ihres Lebens angetan worden waren: bei Gabrielas Vater.

13 Jahre ist es her. Die beiden werden ein Paar. Gemeinsam ziehen sie nach Brasov zu Gabrielas Eltern. Doch der Vater ist alles andere als einverstanden mit ihrer Wahl. Und sein Missfallen äussert er immer wieder mit heftigen Gewaltausbrüchen. Schliesslich hält er seine eigene Tochter gefangen, lässt sie nicht mehr aus dem Haus.

Gabriela und ihre Tochter Nicoleta Gabriela vor dem eisernen Ofen, der den winzigen Wohnraum der Familie zumindest warm hält.


Als er erfährt, dass sie schwanger ist, zerrt er sie zu einem Abtreibungsarzt. Den überzeugt er mit Hilfe der psychiatrischen Unterlagen von Gabrielas schizophrener Schwester, dass sie psychisch gestört sei. Ein Mann habe seine irre Tochter vergewaltigt und dieses Kind müsse nun abgetrieben werden. Obwohl Gabriela bereits im vierten Monat ist, nimmt der Arzt den Eingriff vor. Weil nach diesem traumatischen Erlebnis auch Nicolae beginnt, um sein Leben zu fürchten, flüchtet er.

Für Gabriela beginnt von neuem eine monatelange Haft in ihrem eigenen Elternhaus. Bis sie eines Tages einen Weg findet, um zu Nicolae zu flüchten. Weil die beiden keine eigene Wohnung haben, ziehen sie immer wieder von einem Ort zum nächsten, ohne zur Ruhe zu kommen. Schliesslich landen sie trotz aller Qualen wieder auf dem Hof von Gabrielas Vater, wo sie heute ein selbstgebautes Sechs-Quadratmeter-Zimmer mit ihren drei Kindern Gabriel Alexandru (9), Nicoleta Gabriela (7) und Robert Nicolae (5) teilen.

Ohne Gas, Strom und Wasser versuchen sie, den Alltag so gut wie eben möglich zu bestreiten. Sorgen machen sie sich dabei vor allem um die Ratten, die nachts in das winzige Zimmer kommen. “Als ich eines Tages nach Hause kam”, erzählt Gabriela, „sah ich, wie eine riesige Ratte auf meinem Baby sass. Gott sei Dank wurde sie genau in diesem Moment von unserer Katze gefangen.” Manchmal glaube sie, dass diese Katze von Gott geschickt worden sei. Denn sie schlafe tagsüber, wache aber die ganze Nacht neben den Kindern.

Doch auch wenn sie dadurch nachts weniger Angst haben, spätestens am nächsten Morgen wird es wieder hart für sie. Denn wenn sie in die Schule müssen, wissen sie schon vorher ganz genau, dass die anderen Kinder sie wieder ärgern werden. Sie seien arm und stänken, heisst es dann. Kein Wunder, denn mit nur 78 Franken (65 Euro) im Monat, die Gabriela und Nicolae an Kindergeld und Sozialhilfe erhalten, können sie gerade einmal etwas zu essen kaufen. Neue Kleidung gibt es keine in ihrem Haushalt. Gabriela versucht, ein paar gute Kleidungsstücke für den Schulbesuch zu schonen.

Auf lange Sicht möchten die beiden diesen schmutzigen und belasteten Ort mit ihren Kindern verlassen. Zunächst aber brauchen sie Kleider und Nahrungsmittel als Soforthilfe.

Bitte helfen Sie mit, der Familie eine neue Perspektive zu geben. Gott segne Sie dafür!


Projekt Nr. 1859, "Lebensaussichten Gabriela"

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BLICKPUNKT
Armenien
Erste Bäckereiausbildung erfolgreich abgeschlossen — Zweiter Lehrgang gestartet
Berufsausbildungszentrum BAZ

Der erste Lehrgang „Bäckerei-Konditorei“ am Berufsausbildungszentrum (BAZ) von Diaconia in Armenien ist Ende Oktober 2012 erfolgreich abgeschlossen worden. Sechs Monate zuvor hatten acht junge Frauen aus dem „Dorf der Hoffnung“ mit der Ausbildung begonnen. Zwei armenische Fachleute brachten den Schülerinnen in Jerewan den Fachbereich Bäckerei und Konditorei in Theorie und Praxis näher. Auch spezifische Ausbildungseinheiten mit Fachleuten aus der Schweiz – Andreas Dossenbach von der Fachschule Richemont, Luzern, und Fritz Ryser — wurden integriert. Ziel dieses Lehrgangs war, dass die jungen Leute am Ende des Lehrgangs gute praktische Fähigkeiten vorweisen konnten. Die Lerninhalte waren unter anderem: Hygiene in der Bäckerei und Konditorei, Rohstoffkunde sowie eine zeitgleiche praktische Ausbildung im Bäckerei-Konditorei-Schulungszentrum des BAZ. Das Wissen der Schülerinnen wurde durch regelmässige Prüfungen getestet. Gegen Ende der Ausbildung absolvierten die angehenden Bäckerei-Konditorei-Praktikantinnen auch ein Praktikum in einer Grossbäckerei. Deren Verantwortliche waren erstaunt über die Fähigkeiten der Schülerinnen. Schliesslich erhielten sechs von acht Schülerinnen ihr Abschlussdiplom. Zur grossen Freude aller am Lehrgang Beteiligten bekamen die Absolventinnen Arbeitsstellen in verschiedenen Bäckereien in der Umgebung angeboten.

Der zweite Lehrgang hat Anfang November 2012 begonnen und wird ein Jahr dauern. Aufgrund der Erfahrungen aus dem ersten Lehrgang hat sich gezeigt, dass die Ausbildung noch weiter vertieft werden kann. Somit können die Ausbilder den praktischen und theoretischen Teil fundamentierter vermitteln, was die Chance für eine Eingliederung in die Arbeitswelt zusätzlich erhöht.

Diaconia wünscht den zehn angehenden Bäckerei-Konditorei-Praktikantinnen für ihre Ausbildung viel Erfolg und Ausdauer!

Erfolgreich: der Ausbildungslehrgang „Bäckerei-Konditorei“, den Diaconia mit Unterstützung von
Fachleuten aus der Schweiz anbietet.


Projekt Nr. 1860, "Ausbildung BAZ"

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Rumänien
Von Knochen, Herzen und Hoffnung
Marius Tulbure hat sein erstes Kind und seine Gesundheit verloren und damit auch die Möglichkeit, für seine Familie zu sorgen

An Marius’ Hüfte ist die Haut ungewöhnlich gespannt. Ein Knochen ist ganz offensichtlich verschoben. Laufen kann der 32-Jährige kaum noch. Seit der ehemalige Forstwirt bei der Arbeit von einem grossen Baumstück am Knie verletzt wurde, hat sich sein Gesundheitszustand immer weiter verschlechtert.

Marius versuchte, weiterzuarbeiten, doch davon hat nun auch seine Hüfte Schaden genommen. Einen Arztbesuch konnte er sich bisher nicht leisten. Damals nicht, weil gerade seine erste Tochter das Licht der Welt erblickt hatte. Sie musste wegen Lungenproblemen und einem noch zu wenig entwickelten Herzen dringend behandelt werden. Trotz aller Bemühungen der Ärzte starb das Mädchen fünf Wochen nach der Geburt. Eine schwere Zeit für Marius und seine Frau Dorina. Heute kann er sich eine Therapie nicht leisten, weil er keine Arbeit mehr findet und Leute, die beispielsweise Hilfe beim Beschneiden von Bäumen suchen, ihn nur noch bemitleiden.

Marius und seine Frau Dorina mit den drei Kindern vor der notdürftig zusammengebauten Hütte.


Nur schwerlich als Herd zu erkennen und zu gross, um in dem einzigen Raum der Familie Platz zu finden.
Die Kinder weinen oft vor Kälte.


Marius und Dorina leben mit ihren drei Kindern auf einem kleinen Stück Land in Viscri, das sie für wenig Geld erwerben konnten. Dorina ist wieder schwanger. Marius hat es im vergangenen Jahr irgendwie geschafft, eine Einzimmer-Hütte zu bauen. Sicher und warm ist dieses Gebäude nicht: Die Decke droht herunterzustürzen, es gibt weder fliessendes Wasser noch eine Toilette, Strom oder Gas. Ob die Kinder drinnen oder draussen sind, das macht im Winter eigentlich keinen Unterschied. Vor allem, wenn die Temperaturen unter die Null-Grad-Grenze fallen, weinen die Kinder in der Nacht oft vor Kälte. Der Kochherd könnte zumindest ein wenig Abhilfe schaffen, doch der steht vor der Hütte, weil es drinnen keinen Platz gibt.

Oft sitzen Marius und Dorina zusammen und grübeln darüber nach, wie es weitergehen soll, wie die Zukunft ihrer Kinder aussehen wird. Bald schon sollten sie in den Kindergarten gehen, und sie werden mehr Sachen benötigen. Doch wie die Eltern das mit nur 77 Franken (64 Euro) Kindergeld und Sozialhilfe im Monat finanzieren sollen, wissen sie nicht.

Marius benötigt dringend einen Arzt und wahrscheinlich auch eine Operation. Nur so wird er eine Chance haben, wieder richtig gehen zu können und seine Familie zu versorgen. Er träumt davon, irgendwann wieder Tiere zu halten und wie früher zu arbeiten. Bitte helfen Sie ihm, diesen Traum in Erfüllung gehen zu lassen.


Projekt Nr. 1861, "Neuer Mut für Marius"

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Rumänien
Neunjähriger von den Ärzten aufgegeben
Laurentiu hat trotz aller Vorhersagen seiner Ärzte als Baby eine Hirnblutung überlebt — Sehen kann er aber kaum

Er hatte das Vieh ihres Vaters gehütet, als sie sich ineinander verliebten: Tibi und Minodora. Trotz der väterlichen Widerstände heirateten die beiden und bekamen elf Kinder. Sechs davon stehen bereits auf eigenen Beinen. Mit den anderen fünf leben die beiden in Viscri in einem Haus, das ihnen ein „guter deutscher Mann“ zur Verfügung gestellt hat. Voller Dankbarkeit sagen Tibi und Minodora, er habe ihnen mehr geholfen, als es ihre eigenen Familien je getan hätten.

Viele Sorgen sind ihnen durch dieses Zuhause abgenommen worden. Doch die gesundheitlichen Probleme ihres Sohnes Laurentiu (9) kann nur ein Arzt beheben – und der kostet viel Geld.

Minodora mit sechs ihrer elf Kinder vor dem Haus. In der Mitte Laurentiu.


Es ist ein Wunder, dass Laurentiu mit fünf Monaten nicht gestorben und heute bereits neun Jahre alt ist. Eine Augenoperation könnte ihm endgültig helfen, ein ganz normales Leben zu führen.


Laurentiu war eine sehr schwere Steiss-geburt. Kurz nachdem er endlich auf der Welt war, diagnostizierten die Ärzte bei ihm einen Hydrocephalus („Wasserkopf“) und eine Hirnblutung. Sofort wurden Mutter und Sohn in eine Klinik in Brasov verlegt, wo sie zwei Monate blieben, bevor sie nach Hause konnten. Doch bereits zwei Wochen später war Laurentiu wieder krank, wurde wieder eingeliefert, dieses Mal für drei Monate. Minodora wurde währenddessen nach Hause geschickt, um sich um die anderen Kinder zu kümmern.

Eines Tages erreichte sie ein Anruf: Laurentiu sei in einer Klinik in Rupea. Sie solle ihn dort abholen, es gäbe nichts mehr, was man noch für ihn tun könne, ausser ihn in den Tod zu begleiten. Zu diesem Zeitpunkt war Laurentiu gerade einmal fünf Monate alt.

Weil Minodora nicht einfach tatenlos zusehen konnte, wie ihr Kind vor ihren Augen starb, gab sie ihm zu Hause einige Antibiotika, die sie noch hatte. Viel versprach sie sich davon nicht, aber immerhin hatte sie so etwas tun können. Vier Tage später aber empfing sie ein lächelndes und sich bewegendes Kind, als sie den Raum betrat. Seither ist Laurentiu weitestgehend gesund. Nur sein Augenlicht ist so eingeschränkt, dass er manchmal sogar gegen Wände läuft. Eine Operation könnte ihm helfen, wie jedes andere Kind aufzuwachsen, doch die kann sich die Familie nicht leisten.

Helfen Sie Diaconia mit einer Spende, Laurentiu diese Operation zu ermöglichen? Möge Gott Ihre Barmherzigkeit reichlich belohnen!


Projekt Nr. 1862, "Laurentiu soll leben"

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Albanien
Vor der Gewalt in die Armut geflüchtet
Fatmir und seine Familie mussten ihre Heimat verlassen — Sie leben nun in grosser Armut

Es ist ein Bild, das sich oftmals am Rande einer Grossstadt bietet: Fernab vom Zentrum liegt die Infrastruktur brach. Arme Familien versuchen, sich täglich durch die besorgniserregenden Zustände zu kämpfen und irgendwie zu überleben. Auch in einem Vorort der albanischen Grossstadt Shkoder ist das nicht anders. Hier leben Fatmir Bushgjokaj und seine Frau Drita mit ihren Kindern Melisara (4) und Manuel (3).

Es gibt weder befestigte Strassen noch ein Gesundheitszentrum oder einen Arzt. Auch einen Kindergarten, eine Schule oder einen Laden sucht man hier vergebens. Viele der Familien, die hier ihr Dasein fristen, kommen wie die Bushgjokajs aus dem ländlich geprägten Norden Albaniens. Das Schicksal von Fatmir und seiner Frau aber unterscheidet sich wesentlich von dem der anderen: Fatmir war Jahre zuvor in Tropoje in einen Konflikt geraten und verwundet worden. An diesem Ort, der durchdrungen war von Hass und Rache, war es unmöglich, in Frieden zu leben. Sie entschieden sich, in die Kleinstadt Lezhe zu ziehen. Dort fanden sie ein Haus und endlich auch wieder Frieden. Doch 2010 zerstörte ein Hochwasser alles, was sie besessen hatten. Weil sie nicht wussten wohin, blieben sie zunächst in dem feuchten, vor sich hin rottenden Haus, in dem schliesslich Melisara und Manuel zur Welt kamen.

Mit etwas Stoff haben die Eheleute die harten Holzplanken, die sie als Sofa nutzen, geschickt verdeckt.


Melisara und ihr kleiner Bruder Manuel kennen kein anderes Leben, als das in grösster Armut. Teddybären oder Bauklötze besitzen sie nicht. Gespielt wird dort, wo es Platz hat, mit dem, was man findet.


Die Sorge um ihre Gesundheit trieb Fatmir und Drita dazu, nach Shkoder zu gehen. Mit den letzten Ersparnissen kauften sie sich ein Haus, oder besser eine Art Stall, den sie mithilfe ihrer Verwandten und jeder Menge Improvisationstalent einzurichten versuchten.

Wenige armselige Möbelstücke stehen nun darin, dazwischen Holzplanken, die die beiden statt eines Sofas auf den Boden gelegt haben. Mit ein paar bunten Tüchern haben sie versucht, das Holz abzudecken. Die Schränke, in denen Drita zumindest die Kleider der Kinder unterbringen wollte, sind genauso konstruiert. Ein Loch im Boden, daneben zwei Ziegelsteine für die Füsse, das ist der Ort, an dem die Familie ihre Notdurft verrichtet. “Ich hätte niemals geglaubt, dass ich mich je so hilf- und hoffnungslos fühlen würde, wenn es darum geht, meinen Kindern ein gutes Leben zu bieten”, unterstreicht Fatmir.

Auch Drita fällt es schwer, über die Lebensumstände zu sprechen: “Ist das wirklich unser Schicksal? Manchmal frage ich mich, was ich getan habe, dass es uns jetzt so schlecht geht?” So sehr sie es sich auch wünsche, sagt sie, sie könne den furchtbaren Lebensumständen ihrer Kinder keine Abhilfe schaffen. Sie habe ja noch nicht einmal eine Möglichkeit, den Kindern etwas zu kochen.

Mit Ihrer Hilfe können wir dieser Familie helfen, aus dieser schwierigen Situation herauszukommen und den Kindern Hoffnung schenken. Gott segne Sie für Ihre Solidarität mit den Ärmsten!


Projekt Nr. 1863, "Familienhilfe Fatmir"

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