Report
Ausgabe 05, Mai 2016


Armenien
Mit dem Traktor gegen Scharfschützen
Bauern in Tschinari verarmen — Brechen der Waffenruhe verschärft die Lage

Die Menschen in Tschinari sind arbeitsam, die Natur ist grossartig, aber fast jeder Tag beginnt und endet mit scharfen Schüssen. Denn das Dorf Tschinari befindet sich in der armenischen Tawusch-Region und grenzt an Aserbaidschan.

Zwar herrschte bis zum 2. April 2016 offiziell Waffenruhe zwischen den beiden Staaten, doch rund um Tschinari wird fast jeden Tag scharf geschossen.

Dieser Krieg begann 1990, als nach dem Zerfall der Sowjetunion Aserbaidschan entschied, dass Berg-Karabach aserbaidschanisches Territorium sei, obwohl 99 % der Bewohner Armenier sind. In der Folge wurden Menschen, die jahrzehntelang gute Nachbarn waren, wegen der Willkür von Staaten, zu Feinden. Die Bewohner der 24 Grenzdörfer haben keine Alternative, wenn sie in ihrer Heimat bleiben wollen — sie müssen sich arrangieren.

Die Älteren hoffen auf eine bessere Zukunft für die Jüngeren.

Die Familien verarmen durch die ständige Bedrohung.

Die Bewohner Tschinaris leben von ihren Gärten und Feldern und vor allem vom Wein-anbau. Zur Sowjetzeit wurden Weintrauben aus Tschinari in der Idschewaner Weinfabrik zu Wein verarbeitet. Die Dorfbewohner hatten ein gutes Einkommen. Aber durch den Krieg um Karabach änderte sich alles. Die Felder von Tschinari wurden zu Zielen der feindlichen Scharfschützen. Jederzeit kann ein Bauer auf dem Acker erschossen werden – was in der Vergangenheit auch oft passierte. Viele Menschen trauen sich deswegen nicht mehr auf die Felder, und so bleiben diese unbearbeitet und verrotten.

Ohne die Erträge aus ihren Gärten und von ihren Feldern verarmen die Bauern. Zum einen ist es wichtig, die betroffenen Familien mit Lebensmitteln zu versorgen, und zum anderen unerlässlich, die Sicherheit der Bauern zu erhöhen.

Derzeit bearbeiten die Bauern ihre Felder noch mit Hacke und Muskelkraft. Gäbe es einen Traktor, könnte ein einziger Mensch mit der Maschine die Felder effizient und geschützt bearbeiten und das Einkommen eines ganzen Dorfes mit 300 Familien sichern.

Die Menschen in Tschinari sind fleissig, und der Boden auf den Feldern und in den Gärten ist fruchtbar und gut. Die Bauern bitten um Hilfe, damit sie ihre Felder in Sicherheit pflegen können. Für die 60 Hektaren Weinberge des Dorfes benötigen sie einen Traktor mit entsprechendem Zubehör, wie einer Fräse und einem Sprühgerät. Dies würde ermöglichen, im Herbst wieder Weintrauben an die Fabriken verkaufen und Geld verdienen zu können.

Wir möchten den Menschen in Tschinari gerne helfen und mit dem Traktor die Sorgen der Bauern reduzieren. Bitte unterstützen Sie uns dabei. Herzlichen Dank.


Projekt Nr. 3189, "Hilfe für Bauern in Tschinari"

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Gefechte um Berg–Karabach

ARMENIEN – 4. April 2016. Nachdem es in den letzten Monaten immer wieder zu Gefechten an der Grenze zwischen Berg-Karabach und Aserbaidschan gekommen war, in deren Verlauf auch Grenzdörfer in Armenien beschossen wurden, eskalierte die Lage Anfang April. Die Kämpfe fanden im gesamten Grenzgebiet zwischen Aserbaidschan und Armenien statt. Nach Angaben des armenischen Verteidigungsministeriums hatten aserbaidschanische Truppen versucht, nach Berg-Karabach vorzudringen. Von Seiten Aserbaidschans wurde dies bestritten. Man habe sich lediglich gegen Angriffe von armenischen Truppen verteidigt. Bei den Kämpfen gab es bisher nach offiziellen Angaben über 30 Tote. Unter den Toten befindet sich auch ein 12-jähriger Junge aus Berg-Karabach. Ausserdem haben aserbaidschanische Soldaten ein älteres armenisches Ehepaar und eine weitere ältere Frau ermordet. Mehrere Tausend Freiwillige aus Armenien und der armenischen Diaspora haben sich bereits freiwillig zum Einsatz gemeldet. Die Gefechte sind die schwersten seit dem Karabach-Krieg, der 1994 mit einer Waffenruhe endete.



Rumänien
Ein Zuhause für Maria und ihre Kinder
37-jährige Witwe wohnt mit ihren Kindern in einer lebensgefährlichen Bauruine

"In meinem Leben musste ich immer wieder wichtige Entscheidungen treffen. Oft war vorher nicht deutlich zu erkennen, welche gut und welche schlecht waren", sagt Maria. Jetzt hat das Leben für sie eine Entscheidung getroffen, und Maria muss zusehen, wie sie damit fertig wird.

Die 37-Jährige ist den Diaconia-Mitarbeitern in Brasov gut bekannt. Ihre Töchter, Magdalena (13), Nicoleta und Ionela (beide 8), besuchen das Kinderbildungszentrum KiBiZ und machen dort ihre Hausaufgaben. Magdalena stammt aus Marias erster Beziehung. Der Vater des Kindes stellte Maria damals vor die Wahl: "Ich oder das Baby". Und Maria entschied sich für ihre Tochter und trennte sich von diesem Mann.

Als sie Ion traf, schien sich alles zum Guten zu wenden. Der freundliche und liebevolle Mann nahm nicht nur Maria zur Frau, sondern nahm auch Magdalena als sein eigenes Kind an. Das Glück des Paares wurde durch die Geburt der Zwillinge Nicoleta und Ionela gekrönt.

Ion konnte durch sein handwerkliches Geschick gutes Geld verdienen und begann, für seine Familie ein kleines Häuschen zu bauen. Doch sein Werk blieb unvollendet. Im Februar 2016 starb Ion im Alter von nur 46 Jahren plötzlich an einem Herzinfarkt. Der Verlust schmerzt Maria sehr, und sie macht sich grosse Sorgen um ihre Töchter. "Magdalena ist verschlossen, und auch die Zwillinge sind nicht mehr so fröhlich wie früher. Die Kinder verschliessen sich in ihrer Trauer. Mir wäre es lieber, sie würden weinen und klagen. Dann könnte ich sie wenigstens trösten."

Maria und ihre Töchter müssen den Verlust des Ehemannes und Vaters verkraften.

Hier soll das Bad mit Toilette und Dusche entstehen.

Das Haus ist eine einzige Baustelle.

Die Witwe und ihre drei Kinder wohnen in dem von Ion begonnenen und nicht mehr fertiggestellten Haus. Es gibt weder fliessendes Wasser, noch ein Bad mit Toilette. Das Haus ist nicht isoliert, es ist kalt, zugig und feucht. Der grösste Raum wurde etwas wohnlich gestaltet, dort findet das Leben der Familie statt. Im Raum steht ein Bett, in dem alle gemeinsam schlafen. Im Eingangsbereich hat Maria eine provisorische Küche eingerichtet. Die Räume sind miteinander nur durch eine lebensgefährliche Treppe verbunden. "Ich würde so gerne das Haus fertigstellen, um den Kindern ein warmes und sicheres Heim zu bieten. Doch wovon soll ich das bezahlen?", fragt die 37-Jährige verzweifelt. Durch Ions Tod verlor die Familie nicht nur den geschickten Handwerker und Vater, sondern vor allem auch den Ernährer. Maria schafft es kaum, ihre Töchter zu versorgen und zur Schule zu schicken.

Wir möchten mit Ihrer Hilfe Ions Arbeit beenden und das Haus zu einem warmen und freundlichen Zuhause für die kleine Familie machen. Bitte helfen Sie mit durch Ihre Spende und Ihr Gebet. Herzlichen Dank.

Projekt Nr. 3190, "Ein Zuhause für Maria und ihre Töchter"

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Rumänien
Mobilität für Ionut und Monica
32-jähriger Pastor lag fast zwei Jahre im Koma und kämpft sich nun ins Leben zurück

Seine Augen lachen, und auch die Mundwinkel kann Ionut schon wieder ein wenig heben. Für ihn und seine Familie ist es ein Wunder, dass er noch lebt und Gefühle ausdrücken kann.

Die Familie hatte 2008 einen schweren Autounfall. Von der Fahrerseite des Autos ist damals nicht mehr viel übrig geblieben. "Die Ärzte haben Ionut keine grosse Überlebenschance eingeräumt", erzählt sein Frau Monica.

Fast zwei Jahre lag der heute 32-Jährige im Koma. Dann wachte er auf. "Die Ärzte waren völlig aus dem Häuschen, denn sie hatten nicht mehr damit gerechnet. Eric und ich haben immer daran geglaubt, dass Ionut wieder aufwacht", erzählt die 33-Jährige. Seit seinem Erwachen hat sich Ionut 15 Operationen unterziehen müssen. Seine Genesung geht nur sehr langsam voran. Er kann schon wieder ein wenig sprechen, ist jedoch auf tägliche Therapien angewiesen.


Ionut ist optimistisch und fröhlich.

Um Ionut ins Auto zu heben, packt ein Nachbar mit an.

Die Nächte verbringt Ionut bei seiner Familie. "Das tut ihm gut", weiss Monica. Doch der Familienvater ist auf einen Rollstuhl angewiesen und kann zudem seine Arme und Hände nicht richtig bewegen. Um zu den täglichen Behandlungen zu kommen, muss Monica ihn mit dem kleinen Familienauto fahren. Sie hebt ihn aus dem Bett und setzt ihn in den Rollstuhl. Dann schiebt sie ihn zum Kleinwagen und hebt ihn auf den Beifahrersitz. Der Rollstuhl muss im Kofferraum verstaut werden. "Das schaffe ich ohne Hilfe nicht mehr. Ionut ist schwer, und Eric ist zu klein und zu schmächtig, um mich zu unterstützen."

Also bittet Monica einen Nachbarn um Hilfe. Obwohl dieser im Schichtdienst arbeitet, lässt er sich wecken und hilft den beiden. "Es ist mir peinlich, aber ich weiss mir nicht anders zu helfen." Besonders schlimm ist es, wenn der hilfreiche Nachbar nicht zu Hause ist. "Wir mussten schon Behandlungen ausfallen lassen."

Für Monica und Ionut wäre ein behindertengerechtes Auto, in dem der Rollstuhl auf einer Vorrichtung sicher fixiert werden kann, eine grosse Hilfe, ein Stück wiedergewonnene Mobilität. Ein solches Auto würde gebraucht rund 13 000 Franken (11 900 Euro) kosten, neu etwa doppelt so viel. Eine Summe, die die Familie aus eigener Kraft nicht bezahlen kann. Bitte helfen Sie mit, dass Monica und Ionut mehr Mobilität erhalten und Ionut alle Behandlungen und Therapien wahrnehmen kann, die er für seinen schweren Weg zurück ins Leben benötigt.


Projekt Nr. 3191, "Behindertengerechtes Auto für Ionut"

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Rumänien
Ein Garten für Angela und ihre Kinder
Familie kämpft tapfer gegen Armut — Ohne Hilfe wird sie es nicht schaffen

"Wenn nur die Kinder genug zu essen haben ...", seufzt Angela Varga. Die 32-Jährige und ihr Mann Daniel (31) tun alles, damit es Nicu (13), Madalina (10), Gabriel (8), Alexandru (6) und Andrei (4) gut geht. Doch das ist im Moment kaum möglich.

Angela und Daniel wuchsen in Dumbravita auf und verliebten sich bereits als Teenager ineinander. Angelas Eltern waren alkoholkrank, und die junge Frau durfte nie die Schule besuchen – sie ist folglich Analphabetin. Trotzdem fand sie einen Job als Reinigungskraft in einer Wohnanlage. Als sie mit ihrem ältesten Sohn schwanger war, verlor sie diesen Job. "Ich habe nicht viel verdient, doch es reichte, gemeinsam mit Daniels Verdienst, für ein Auskommen", erzählt sie. Daniel arbeitete fünf Jahre lang als Schäfer. Doch der Besitzer der Herde verkaufte seine Tiere, und so verlor auch Daniel seine Arbeit. Die Familie lebt derzeit vom Kindergeld und von den Gelegenheitsjobs, die Daniel findet.

In der Zeit, als es der Familie finanziell noch etwas besser ging, konnte sie zwei Pferde anschaffen, mit denen sie kleine Transporte für ihre Nachbarn und andere Auftraggeber übernahm. So kam zusätzliches Geld in die Familienkasse. "Inzwischen mussten wir ein Pferd verkaufen, um für nötige Nahrungsmittel bezahlen zu können", gesteht Angela.


Ein Pferd ist Angela und ihrer Familie geblieben.

Dabei wollen sie und ihr Mann die Familie so gerne aus eigener Kraft ernähren. Angela beispielsweise möchte gerne einen Garten im Hof anlegen, Gemüse ziehen und so den Speiseplan aufbessern. Doch Angela ist krank und muss dringend operiert werden. "Danach bin ich wieder fit und fange sofort mit den Gartenarbeiten an. Doch momentan kann ich das leider noch nicht."

Die Kinder sind trotz allem fröhlich und aufgeweckt und freuen sich über das kleine Lamm, das die Familie bekommen hat. Sie gehen zur Schule und in den Kindergarten. Doch aufgrund vieler Fehlstunden mussten alle, bis auf Alexandru, die Klasse wiederholen. "Wir können die Kinder nicht angemessen kleiden. Oft haben sie auch nichts zu essen. Dann bleiben sie zu Hause. Das ist nicht gut, ich weiss doch aus eigener Erfahrung, wie wichtig Schulbildung ist", sagt Angela.

Wir möchten der Familie helfen, indem wir Angelas Operation bezahlen und ihr Werkzeug und Saatgut für ihren Garten zur Verfügung stellen. In der Zwischenzeit wollen wir sie auch finanziell unterstützen, damit sie diese Phase gut übersteht. Insgesamt benötigt dies rund 7 000 Franken (6 400 Euro). Jede Spende zählt.


Projekt Nr. 3192, "Familienhilfe Angela Varga"

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Wiederaufbau in Nepal

Mitte Dezember wurde in Nepal ein Gesetz verabschiedet, das den Wiederaufbau im Land nach dem Erdbeben im Frühjahr 2015 regeln soll. Damit wurde es möglich, mehrere Milliarden Euro einzusetzen, die dem Land von der Internationalen Gemeinschaft versprochen wurden.
Unter anderem wurde die Bildung einer Wiederaufbaubehörde beschlossen, die sich vor allem darum kümmern soll, dass die vielen Menschen, die durch das Beben obdachlos geworden sind, wieder feste Unterkünfte bekommen. Allerdings gab es um die Leitung der Behörde zunächst Streit. Ausserdem fehlte es bisher an gesetzlichen Vorgaben zum Bau von Häusern und Schulen, so dass auch Hilfsorganisationen keine festen Gebäude bauen konnten.
Eine Erleichterung für das Land ist die Beendigung der Blockade an der Grenze zu Indien im vergangenen Februar. Inzwischen können wieder Güter aus dem Nachbarland eingeführt werden. Zuletzt war es wegen der Blockade zu immer stärkeren Engpässen bei Treibstoff, Nahrungsmitteln und in der medizinischen Versorgung gekommen.




Rumänien
Ein Platz für Kinder und Jugendliche
Neuer Sportplatz soll Möglichkeiten für Sommercamps und Freizeitgestaltung bieten

Kinder und Jugendliche brauchen einen Ort, an dem sie sich treffen, spielen und Sport treiben können. In Dobreni gibt es diesen nicht mehr. Auf dem alten Fussballplatz wurde der neue Kindergarten errichtet. Nur ein rostiger Pavillon und ein paar alte Spielgeräte erinnern noch daran. Ein wenig attraktiver und dazu gefährlicher Treffpunkt.

So bleiben die meisten Kinder und Jugendlichen in Dobreni zu Hause. Vielleicht spazieren sie ab und zu mit Freunden ein wenig die Strasse entlang – stets umgeben von Verkehr und Gefahren. Casa Speranta möchte nun für Menschen verschiedener Altersstufen einen Platz gestalten, auf dem Fussball, Volleyball und Basketball gespielt werden kann. Einen Platz für Kinder, junge Leute und Erwachsene. Er soll zu einem Ort der Begegnung werden, wo Kinder etwas anderes sehen und erleben können, als Trunkenheit und Gewalt.

Dieser Sportplatz würde zudem gut in das Konzept von Casa Speranta passen. Auf ihm sollen zukünftig Sommercamps für Kinder aus armen Familien durchgeführt werden.

Es gibt ein Grundstück, das hervorragend für dieses Projekt geeignet ist. Es befindet sich nur wenige Meter vom Gebäude des Casa Speranta entfernt. Dort möchten wir gerne den Platz, gemeinsam mit den Kindern, einrichten.


Ein paar alte verrostete Spielgeräte – kein schöner Treffpunkt für Kinder und Jugendliche.

Die Erfahrung zeigt, dass Kinder, die an Sommercamps teilnehmen konnten, selbstbewusster werden, Freunde finden und ihre Fähigkeiten leichter entdecken und vertiefen. Diese Chance möchten wir auch den vielen Kindern und Jugendlichen in Dobreni mithilfe dieses Platzes geben. Sie sollen einen Ort vorfinden, an dem sie miteinander Geschicklichkeit erwerben und Kräfte auf eine gute Art und Weise messen können. Bitte unterstützen Sie dieses für viele Familien in Dobreni so wichtige und nachhaltige Projekt. Wir danken Ihnen von Herzen dafür.

Projekt Nr. 3193, "Spiel- und Sportplatz Dobreni"

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Armenien
Augenlicht für Gohar
Geschwulst bedroht Sehkraft der Dreijährigen — Operation ist nur in Russland möglich

Von links sieht die kleine Gohar (3) völlig gesund aus. Dreht sie ihrem Gegenüber jedoch ihr Gesicht zu, ist das Erschrecken oft sehr gross. Ein stark geschwollenes Auge entstellt die Kleine. Sie droht zu erblinden.

Gohar lebt mit ihren Eltern und Gross-eltern am Rand von Jerewan, im Bezirk Erebuni. Ihr Vater Mechak arbeitet als Automechaniker. Mutter Anahit ist Wirtschaftswissenschaftlerin, bleibt jedoch zu Hause, um für ihre kranke Tochter zu sorgen. Die Ärzte haben bei Gohar Neurofibromatose Typ II, auch als zentrale Neurofibromatose bezeichnet, diagnostiziert. Sie muss dringend operiert werden.

Gohar ist Patenkind von Diaconia und erhält monatlich Unterstützung, unter anderem durch Lebensmittel. Doch die grösste Sorge gilt ihrem Auge – sie könnte schon bald ihr Augenlicht verlieren. Gohars Geburt war schwer. Sie war am ganzen Körper aufgedunsen, was die Ärzte auf die Geburt zurückführten. Mit zwei Monaten bekam Gohar Flecken auf der Haut, was die Eltern beunruhigte. Sie liessen ihre Tochter untersuchen, und man vermutete Probleme mit der Leber und der Galle. Dann schwoll das rechte Auge stark an, aber auch die Behandlung in der Augenklinik brachte keine Besserung. Nach vielen weiteren Untersuchungen und Behandlungen stand die niederschmetternde Diagnose fest: Neurofibromatose.


Die dicke Geschwulst an Gohars rechtem Auge entstellt das Kind.

Mutter und Grossmutter machen sich Sorgen um das kleine Mädchen.

Die Krankheit ist selten, und Gohar wurde zum unfreiwilligen Star der Ärzteschaft. Viele von ihnen haben das Kind besucht, um zu verstehen, um was für eine Krankheit es sich dabei handelt. Leider brachte dies Gohar recht wenig. Denn die benötigte Behandlung wird in Armenien nicht durchgeführt. Nur in Russland kann dem Kind geholfen werden, dort kann es operiert und die Geschwulst entfernt werden. Die Kosten für den Eingriff belaufen sich auf rund 15 000 Franken (13 700 Euro). Ein Betrag, den die Familie aus eigener Kraft nicht aufbringen kann.

Vater Mechak ist Alleinverdiener und hat als Automechaniker eine Garage gemietet, in der er Autos repariert. Diese Miete muss er ebenfalls erwirtschaften. Gohars Grossvater steuert seine Rente zum Familieneinkommen bei, die gerade so für die Mietnebenkosten reicht. Seit zwei Jahren versucht die Familie, die notwendigen finanziellen Mittel für die Operation zusammenzubekommen. Bitte helfen Sie Gohar durch eine Spende und durch Ihre Gebete, damit ihr Augenlicht erhalten bleibt und sie die Chance bekommt, zur Schule zu gehen, zu lernen und einfach fröhlich und unbeschwert zu sein. Herzlichen Dank.


Projekt Nr. 3194, "Augenopeartion Gohar"

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Armenien / BAZ
Ein Sitzplatz für jeden Gast
Besucher müssen oft stundenlang stehen — es gibt nicht genügend Stühle

Sie ist ein Herzstück des BAZ: Die Aula. Sie ist der zentrale Raum, in dem unter anderem die Diplomübergaben und Abschlussfeiern stattfinden. Leider lässt ihre Ausstattung zu wünschen übrig, und nicht jeder Besucher findet einen geeigneten Sitzplatz.

Seit Kurzem ist die Aula auch der Treffpunkt des Business-Clubs, der so gut von den Absolventinnen und Absolventen angenommen wird, dass er längst zu einer regelmässigen Einrichtung geworden ist. Auch die Kinder der von Diaconia durchgeführten Sommerlager führen hier ihre Gesangs- und Theaterstücke auf, die sie während der Ferien gemeinsam unter Anleitung eingeübt haben. Die gemeinsamen Treffen bzw. Feiern von Mitarbeitern, Patenkindern und Lehrlingen sind hier ebenfalls beheimatet.

Kurzum, die Aula ist das Herzstück des Berufsausbildungszentrums, ein häufig benutzter grosser Raum – in dem sich leider nicht alle Gäste und Teilnehmer hinsetzen können, denn es gibt nicht genügend Stühle. Bislang wurden bei Veranstaltungen Stühle aus den Unterrichtsräumen herangetragen. Doch das stört den Unterrichtsablauf enorm, manchmal muss dieser sogar teilweise ausfallen. Denn wenn die Stühle für die Aula benötigt werden, muss der Unterricht woanders stattfinden, ohne Sitzgelegenheiten ist das Unterrichten nicht möglich.

Beim Business-Club müssen einzelne Teilnehmer während der Veranstaltungen stehen.

In der Aula finden die Abschlussveranstaltungen statt.

Zudem nimmt die Vor- bzw. Nachbereitung einer Veranstaltung durch das Transportieren der Sitzgelegenheiten sehr viel Zeit in Anspruch. Mitarbeiter, die dringend an anderer Stelle benötigt werden, verbringen damit einen guten Teil ihrer Arbeitszeit.

Deshalb ist es nötig, die Zahl der Stühle in der Aula soweit aufzustocken, dass auch grössere Veranstaltungen durchgeführt werden können, ohne dass der Schulbetrieb dadurch in Mitleidenschaft gezogen wird. Die Leitung des Berufsausbildungszentrums möchte gerne 150 Stühle für die Aula anschaffen. Dazu werden 3 600 Franken (3 300 Euro) benötigt. Wir bitten Sie herzlich um Ihre Mithilfe, damit zukünftig genügend Sitzplätze für diese wichtigen und fördernden Veranstaltungen vorhanden sind und parallel der Unterricht ungehindert durchgeführt werden kann. Vielen Dank.

Projekt Nr. 3197, "Berufsausbildungszentrum BAZ— Bestuhlung Aula"

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Armenien
Ein sicheres Zuhause für Aghabek
Familie mit vier Personen lebt in einer ehemaligen Kantine für LKW-Fahrer

"Wenn es mir möglich wäre, etwas an unserer Situation zu ändern, so würde ich es tun", sagt Aghabek Tamanjan (44), und man sieht ihm an, wie sehr er sich schämt. Das Leben in der ehemaligen Kantine ist für seine Familie und ihn untragbar geworden.

Aghabek ist gelernter Automechaniker. Aber er findet in seinem Beruf keine feste Anstellung. In den vergangenen Jahren arbeitete er in verschiedenen Gelegenheitsjobs. Doch nun ist er ernsthaft erkrankt und kann nicht mehr arbeiten. Seine Frau Tatewik (34) ist gelernte Krankenschwester und hat vor ihrer Heirat im Spital gearbeitet. Obwohl sie es immer wieder versucht, kann sie in Jerewan keine Anstellung finden und versorgt daher zu Hause die Kinder, Armenuhi (10) und Robert (8).

Seit acht Jahren lebt die Familie in einer ehemaligen Kantine für LKW-Fahrer. Als Aghabeks Elternhaus zu eng wurde, musste sich die Familie ein eigenes Dach über dem Kopf suchen. An einen Wohnungskauf war nicht zu denken, und so kam sie in der alten Kantine unter. Sie bewohnt einen Raum, der in zwei kleine Bereiche aufgeteilt ist. Zwar wurden mithilfe von Verwandten einige Renovierungsarbeiten und Umbauten vorgenommen, aber diesen Raum kann man trotzdem kaum als "schönes Zuhause" bezeichnen.


Die Wände sind marode, die Stromleitungen alt. Es besteht dringender Renovierungsbedarf.

Die Familie versammelt sich oft um den kleinen Ofen, der etwas Wärme spendet.

Hier könnte ein weiterer Raum entstehen.

Eltern und Kinder schlafen in einem Zimmer. Die Wände sind marode, die Stromleitungen sehr alt, und die undichten Fenster lassen Kälte und Feuchtigkeit fast ungehindert hinein. Vor allem im Winter schart sich die Familie um den kleinen Ofen, der gegen die Kälte jedoch nicht viel ausrichten kann.

Die Aussentür lässt sich nicht richtig verschliessen. Deshalb fühlt sich die Familie nicht sicher und hat Angst, dass sie in der Nacht von Einbrechern überrascht wird. "Auch tagsüber achten wir darauf, dass immer jemand von uns da ist, damit wir nicht bestohlen werden", sagt Aghabek.

Beide Kinder gehen mit Begeisterung in die Schule. Armenuhi möchte, wie ihre Mutter, Krankenschwester werden. Robert hat Schwierigkeiten beim Lernen, denn er ist — wegen der schwierigen Wohnumstände – häufig krank und kann dann die Schule nicht besuchen. Aufgrund der grossen Armut gibt es nur selten gesunde und genügend Nahrung für alle.

Wir möchten dieser Familie helfen und die Wohnung renovieren. Notwendig sind eine sichere Eingangstür, neue Fenster und Innentüren sowie eine funktionierende Heizung. Auch für ausgewogene Lebensmittel möchten wir gerne sorgen. Bitte helfen Sie dieser Familie, damit sie gesund und sicher leben kann und ihre Kinder die Basis für eine gute Zukunft erhalten. Herzlichen Dank.


Projekt Nr. 3195, "Wohnungsrenovierung Familie Tamanjan"

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Albanien
Das Haus soll ein Zuhause werden
Luiza und ihr Sohn besitzen nichts — Keine Chance auf eine hoffnungsvolle Zukunft

Elf Franken zwanzig, das sind rund neun Euro vierzig. Kann man davon leben? Einen ganzen Monat lang? Luiza (37) und ihr Sohn Alfio (8) haben keine andere Wahl.

Luiza und Alfio leben im Dorf Darzeze, einem Ort, der in Albanien wegen seiner häufigen Überflutungen bekannt ist. Das Dorf ist sehr weitläufig, jeder besitzt viel Land, das jedoch nur schwer zu bewirtschaften ist. Denn der Boden ist durch die Überflutungen so salzhaltig, dass darauf kaum etwas wächst.

Der Zaun um Luizas Haus ist kaputt. Er fiel der letzen Flut zum Opfer. Und in Luizas Haus gibt es kein Inventar: kein Bett, keinen Tisch, keinen Stuhl, kein Sofa, keine Haushaltsgegenstände – einfach nichts. Es gibt keine vernünftigen Böden und keine Zimmertüren. Der Strom wurde vor längerer Zeit abgestellt, weil Luiza ihn nicht bezahlen konnte. Wie soll das auch klappen, mit 11.20 Franken (10,30 Euro) im Monat...

Luiza kommt aus einer armen Familie und hat keine Schule besucht. Vor acht Jahren traf sie einen Mann, der sie umwarb und ihr die gemeinsame Zukunft in den schönsten Farben ausmalte. Sie verliebte sich in ihn und wurde bald schwanger. Kurz nach Alfios Geburt starb dieser Mann bei einem Autounfall. Luiza fand heraus, dass er mit einer anderen Frau verheiratet war und auch mit ihr eine Familie gegründet hatte. "Das war ein weiterer Schock für mich. Wie konnte ich mich nur so täuschen lassen? Für mich brach eine Welt zusammen", berichtet sie. Von ihren Nachbarn wird sie seitdem gemieden. "Sie haben Vorurteile und lassen mich das deutlich spüren. Hilfe habe ich von ihnen nicht zu erwarten."


Luiza und ihr achtjähriger Sohn leben in einem völlig leeren Haus.

Der Zaun hat die letzte Überflutung nicht überstanden.
Das Haus ist unfertig und der Strom schon lange abgestellt.

Luiza findet keine Arbeit, weil sie sich um ihren Sohn kümmern muss. "Wenn ich den Zaun reparieren könnte, würde ich im Hof Kartoffeln anbauen", sagt sie. Doch das kann sie nicht, dafür hat sie kein Geld.

"Wenn wir eine Kuh hätten, könnte sie auf dem Land weiden. Wir könnten sie melken und einen Teil der Milch verkaufen. So könnten wir unsere Schulden bezahlen und hätten vielleicht irgendwann wieder Strom." Doch Luiza hat kein Geld, weder für den Zaun, noch für eine Kuh. Und der Strom bleibt auch ausgeschaltet.

Wir möchten Luiza und Alfio, gemeinsam mit Ihnen, gerne helfen und zunächst den Zaun reparieren. Auch Saatkartoffeln und die Kuh möchten wir ihnen bringen. In einem weiteren Schritt soll das Haus sicher und wohnlich hergerichtet werden. Die beiden benötigen zudem einen Heizofen und Möbel. Bitte helfen Sie dieser Familie, damit sie – vor allem der kleine Alfio – die Chance auf eine gute Zukunft und genügend Nahrung erhält.


Projekt Nr. 3196, "Familienhilfe Luiza und Alfio"

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VergangenheitsbewÄltigung in RumÄnien

Über 25 Jahre hat es gedauert, bis im Februar zum ersten Mal ein Folterer des Ceausescu-Regimes zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wurde. Der 90-jährige Alexandru Visinescu erhielt wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit 20 Jahre Haft. Vor 1956 bis 1963 war er Leiter der Haftanstalt Ramnicu Sarat gewesen und nach Aussage der Richter für systematische Folter verantwortlich, welche 14 Häftlinge nicht überlebten. Er selbst behauptete vor Gericht, er habe nur Befehle befolgt und zeigte keine Reue.
Zurzeit läuft der Prozess gegen Ion Ficior (87), den Leiter des Straflagers Periprava. Das Bukarester Institut zur Erforschung der Verbrechen des Kommunismus (IICCMER), aufgrund dessen Recherchen die Prozesse stattfinden konnten, möchte noch mehr als 30 weitere Folterer vor Gericht bringen.
Nach Schätzungen wurden während der von 1947 bis 1989 andauernden kommunistischen Diktatur über 600 000 Menschen aus politischen Gründen in solchen Straflagern inhaftiert.