Report
Ausgabe 06, Juni 2011

Rumänien
Der Familie fehlt es an allen Ecken und Enden – Tochter muss barfuss zur Schule
Nach dem Gottesdienst zum Betteln
Sie beten täglich um ein Wunder. Familie Chioasca ist arm. Das einzige, was sie am Leben hält, ist ihr Glaube an Gott. Sie leben zu neunt in einer winzigen Hütte auf gerade einmal zwölf Quadratmetern. Im Haus haben sie kein fliessendes Wasser, um sich zu waschen.
Ihr einziges regelmässiges Einkommen besteht aus dem Kindergeld in Höhe von 80 Franken (60 Euro). Von den sieben Kindern besuchen nur vier eine Schule. Izabela (16), die älteste Tochter, ging einige Jahre zur Schule, doch dann passten ihre Schuhe nicht mehr. Sie ging zeitweise barfuss in den Unterricht. Doch es mangelt nicht nur an Schuhen. Izabela hat auch kein Geld für das Busticket und auch keines für das Essen.
Vater Dan (37) arbeitete früher in einer Reinigungsfirma. Doch dann wurde er krank und musste operiert werden. Sein Chef sagte ihm, er brauche einen gesunden und keinen schwächelnden Arbeiter. Seitdem ist Dan arbeitslos. Jeden Morgen steht er früh auf, geht von Haus zu Haus und bietet sich für jegliche Arbeit an. Dabei verdient er gelegentlich zwischen 5 und 10 Franken (3 bis 8 Euro) am Tag.
Die Familie durchlebt eine harte und anstrengende Zeit. Täglich knurrt jedem Familienmitglied der Magen. Oft gehen die Kinder ohne Frühstück aus dem Haus. Mit Tränen in den Augen beobachtet Mutter Cristina (36) ihre Kinder. Sie würde ihnen so gerne eine Freude machen. Doch sie weiss nicht einmal, wie sie die Kinder am Abend satt kriegen soll. Ein Lichtblick, wenn sie ein Kilogramm Maispulver beschaffen kann. Für die Kinder kocht sie daraus Brei. Doch der reicht nicht für alle neun Familienmitglieder. Dann müssen Cristina und ihr Mann wieder einmal hungrig zu Bett gehen.
Jeder Tag ist ein Kampf ums Überleben. Sonntags ist es immer am schlimmsten. Die Familie besucht gemeinsam den Gottesdienst. Danach klingeln Eltern und Kinder bei Nachbarn und betteln um Essen. Als Gegenleistung bieten sie an, im Sommer bei der Ernte zu helfen. Für Cristina ist das demütigend. Doch es ist der einzige Weg, um an Essen für die Kinder zu kommen. Das Knurren der hungrigen Mägen bricht Cristina schier das Herz.
Der Familie fehlt es an vielem: Essen, Kleidung, Schuhe, fliessendes Wasser. Doch sie haben die Hoffnung auf ein besseres Leben noch nicht aufgegeben. Sie beten weiter. Bitte helfen Sie Familie Chioasca, dass ihre Hoffnung nicht erlischt. Hier wird Ihre christliche Nächstenliebe ganz praktisch!
Projekt Nr. 1607, "Nothilfe Familie Chioasca"



Rumänien
Familie Bratu hofft auf Medikamente für ihre kleine Tochter
Grausame Brandwunden schmerzen kleines Mädchen
Die 21 Monate alte Ecaterina ist ein süsses Kind. Wenn sie spielt, scheint sie die Welt um sich herum zu vergessen. Doch ihre kindliche Freude ist getrübt, denn ihre kleinen Hände sind mit schrecklichen Brandnarben überzogen. Sie erinnern sie immer wieder an jenen Tag, der ihr Leben für immer verändern sollte.
13. März 2011: Gemeinsam mit ihren Eltern Constantin und Iolena und ihrer grossen Schwester Carmen (4) verbringt Ecaterina den Abend in dem kleinen baufälligen Zweizimmerhaus ihrer Eltern auf dem Land. Nach dem Abendessen schickt die Mutter ihre Kleinen zu Bett. Doch Ecaterina kann nicht schlafen, sie wälzt sich von einer Seite des Bettes auf die andere. Trost suchend läuft sie schliesslich zu ihrer Mutter in die Küche. Doch der Dielenboden ist tückisch. Ecaterina stolpert, verliert das Gleichgewicht und stürzt mit ihren haltsuchenden Händen in einen Topf mit kochendem Wasser. Ihre Finger werden dabei aufs Schlimmste verbrannt. Als ihre Mutter ihre schmerzerfüllten Schreie hört, ist es schon zu spät: Die kleinen Hände sind bis aufs nackte Fleisch freigelegt.
Erst nach einigen Stunden gelingt es dem Vater, ein Auto zu organisieren, das Ecaterina in das 20 Kilometer entfernte Spital bringt. Sieben Tage wird Ecaterina auf der Intensivstation behandelt. Die Wunden heilen schlecht. Ihre Mutter sitzt während der ganzen Zeit von Schuld geplagt und verängstigt neben ihrem Bettchen.
Mit der Prognose des Arztes stirbt für die kleine Familie dann jegliche Hoffnung: Um ihre Hände wie gewohnt nutzen zu können, benötigt Ecaterina eine besondere, teure Brandsalbe – eine kleine Vier-Gramm-Tube kostet rund 90 Franken (70 Euro). Doch die einzige Einnahmequelle der Eltern ist das Kindergeld, nachdem der Familienvater während der jüngsten Wirtschaftskrise seinen Arbeitsplatz verloren hat. Und der monatliche Betrag reicht nicht einmal für eine einzige Packung der Brandsalbe aus.
In dem kleinen Zweizimmerhaus kann die Wunde nur notdürftig versorgt werden, denn es gibt kein fliessendes Wasser und nur einen kleinen Holzofen.
Mit Ihrer Hilfe können die körperlichen und seelischen Wunden von Ecaterina und ihrer Familie verheilen. Diaconia möchte – mit Ihrer Hilfe – die Kosten für die Brandsalbe übernehmen und so dafür sorgen, dass Ecaterina ihre Hände wieder schmerzfrei benutzen kann. Ganz herzlichen Dank für Ihr mitfühlendes Erbarmen!
Projekt Nr. 1608, "Brandsalbe Ecaterina"



Rumänien
Verarmte Familie kann Rechnungen nicht bezahlen – Adina möchte gerne zur Schule gehen
Elfjährige fürchtet sich vor dem Leben auf der Strasse
Adina ist heute elf Jahre alt. Ihre Augen spiegeln ihre Angst wider. Wird sie bald wieder auf der Strasse leben müssen? Übernachten in der Kälte, vor dem Wetter nur durch eine dünne Plastikplane geschützt, immer in der Furcht, dass ihr jemand etwas antut?
Geboren wurde Adina auf einem Bahnhof. Das Zuhause von ihr und ihren Eltern war jahrelang eine Bahnhofsunterführung. Manchmal kamen sie für kurze Zeit bei Bekannten unter oder fanden auf einem Markt einen Schlafplatz. Es waren schwere Jahre, die an dem jungen Mädchen gezehrt haben. Besonders an eine Nacht kann Adina sich noch gut erinnern: „In dieser Nacht hat es stark geregnet, es hat gedonnert und geblitzt. Ich hatte grosse Angst und hätte mir nichts mehr als ein warmes Bett gewünscht.“ Adina hat noch nie eine Schule von innen gesehen, sie besitzt nicht einmal eine Geburtsurkunde. Auf dem Papier existiert sie also nicht. Die Mutter von Adina hat lange Zeit mit den Behörden darum gekämpft, dass sie für ihre Tochter eine Geburtsurkunde bekommt – jetzt haben sie es ihr versprochen. Das Problem ist, dass sich Elena bei der Geburt ihrer Tochter selbst nicht ausweisen konnte.
Früher lebten die Eltern von Adina in einer Zweizimmerwohnung. Dann kam die Arbeitslosigkeit. Rechnungen konnten nicht mehr bezahlt werden und die Schulden häuften sich. Im März 1996 rückte die Polizei samt den Behörden an. Adina, ihre älteren Geschwister und die Eltern wurden auf die Strasse gesetzt. Um den Schuldenberg zu tilgen, wurde die Wohnung zwangsversteigert. Die Jugendbehörde nahm Lazar und Elena die Kinder weg. Wenn Adinas Eltern sich an jenen Tag erinnern, brechen sie auch heute noch in Tränen aus.
Die Lebensumstände zwangen Mutter Elena dazu, ihren jüngsten Sohn Nicusor bei einer Kinderschutz-Vereinigung abzugeben. Elena hat Nicusor nach der Geburt nicht mehr gesehen. Alles was ihr blieb ist ein Foto. Die siebenfache Mutter leidet sehr unter der Situation. Ihr ältester Sohn Ionut ist inzwischen verheiratet. Tochter Lacramiora wurde von einer Familie aus Nordirland adoptiert. Sie hat keinen Kontakt mehr zu ihren leiblichen Eltern. Alexandru und Florinel leben in einem Wohnheim, Nicusor kam ebenfalls bei einer Familie unter.
Elena, Lazar und Adina sind mittlerweile Untermieter bei einer 72-jährigen Frau. Sie müssen sich ein Zimmer teilen und alle anfallenden Rechnungen bezahlen. Das Problem ist, dass im Moment nur Elena eine Arbeit hat. Sie arbeitet als Hauswächterin. Allerdings wird ihr der Lohn nicht in bar ausgezahlt, sondern in Form von Lebensmitteln.
Die grösste Sorge von Elena und ihrem Ehemann Lazar ist, dass sie bald wieder mit Adina auf der Strasse landen könnten. Denn die Familie hat kein Einkommen und kann die laufenden Rechnungen nicht bezahlen.
Adinas Eltern träumen davon, irgendwann ein kleines Zuhause zu haben, das ihnen keiner wegnehmen kann, und dass ihre Tochter eine Schule besuchen kann. Doch ohne fremde Hilfe wird das nicht funktionieren. Die Diaconia-Mitarbeiter in Brasov arbeiten an einem ganzheitlichen Hilfskonzept. Dafür brauchen sie Ihre Unterstützung. Helfen Sie mit?
Projekt Nr. 1609, "Unterkunft für Adina"



Albanien
Armut belastet Familie und macht sie krank – Vater benötigt Starthilfe
Eine eigene Schmiede als Rettungsanker
„Unser Leben ist die Hölle”, diese Erkenntnis schmerzt den Schmied Nik (50) sehr. Er lebt mit seiner Frau und seinen Kindern Silvana (16), Ndojano (14) und Kristian (10) in einem Vorort der albanischen Stadt Shkoder. Als sie aus den Bergen im Norden hierher zogen, hätten sie nie gedacht, dass das Leben in der Stadt so hart sein könnte.
Die Kinder leiden fast jeden Tag Hunger. Sie haben nicht genügend Brot, das ihre Mägen füllen könnte. Nik ist verzweifelt und versucht alles, um seiner Familie ein angenehmeres Leben zu bieten. Doch er bleibt erfolglos. Dieser Zustand deprimiert ihn. Auch die Kinder zeigen erste Anzeichen von psychischen Folgen: Sie verschliessen sich immer mehr. Sie reden nicht über ihre Ängste und Sorgen. Ihre Körper zeigen, dass sie sich nicht richtig entwickelt haben – eine deutliche Folge ihrer Mangelernährung.
Darunter leidet auch Mutter Merita, sie weint sich jede Nacht in den Schlaf. Sie wünschte, sie könnte einige der Träume ihrer Kinder erfüllen und sie mal lachen sehen. Merita hadert mit dem Schicksal. Warum bleiben all ihre Sehnsüchte unerfüllt?
Familie Guri wohnt ausserhalb der Stadt, dadurch leben die Kinder isoliert von Gleichaltrigen. Die Möglichkeiten, sie zu integrieren, sind beschränkt. Nach der Schule kommen sie nach Hause und bleiben dann den ganzen Tag dort. Diaconia möchte dafür sorgen, dass diese Kinder rauskommen und sich im Freien beschäftigen. Die Mitgliedschaft in einem Fussballverein würde ihrer körperlichen Entwicklung zugute kommen und ihr Selbstwertgefühl steigern. Nik kann aber die Mitgliedsgebühr nicht bezahlen.
Der Familienvater ist seit vielen Jahren arbeitslos. Nik ist Schmied, er kann alles produzieren: Harken, Pickel, Schaufeln, Äxte... Bauern aus der Umgebung haben grossen Bedarf an solchen Arbeitsgeräten. „Ich mag die harte Arbeit als Schmied“, erklärt er, „das ist für mich einfach ein grossartiger Beruf. Schon mein Grossvater war Schmied, und das Wissen wurde in der Familie von Generation zu Generation weitergegeben.“
Niks Traum ist, eine eigene kleine Schmiede in seinem Garten aufzumachen. Mit dem Gewinn könnte er seine Familie gut versorgen. Und sie hätten nicht mehr den täglichen Kampf ums Überleben. Alle Existenzsorgen würden von ihnen abfallen. Sie könnten wieder freudig in die Zukunft blicken.
Nik braucht Werkzeuge und Materialien, um seine Schmiede zu eröffnen. Bitte helfen Sie mit! Die Familie benötigt etwa 2000 Franken (1600 Euro) als Starthilfe für die Schmiede. Mit Ihrer Unterstützung geben Sie dieser Familie neue Hoffnung und die Chance, künftig für sich selbst sorgen zu können.
Projekt Nr. 1610, "Selbsthilfe Schmied"



Armenien
Schuschanik leidet unter Rheuma – Ohne Behandlung droht ihr ein qualvolles Leben
28-Jährige kann keine Kaffeetasse mehr halten
Rheuma – das haben doch nur alte Leute! Dass diese Aussage falsch ist, zeigen die Schicksale der vielen Kinder und Jugendlichen, die an einer rheumatischen Krankheit leiden. Man kann nur erahnen, was es bedeutet, schon im jungen Alter an Schmerzen und Bewegungseinschränkungen zu leiden. Vor acht Jahren bemerkte Schuschanik (28) die ersten Symptome: Gelenkschmerzen und Schwellungen an ihren Fingern und an den Knien.
Im Grunde kannte sie die Diagnose schon, denn ihre Mutter hatte die gleiche Krankheit: rheumatische Arthritis. Bei Schuschaniks Mutter war der Verlauf der Krankheit sehr aggressiv. Im Alter von nur 46 Jahren starb sie. Schuschanik hat nun Angst, dass sie das gleiche Schicksal ereilen könnte.
Schuschaniks Ehemann kam mit der schwierigen Situation nicht zurecht. Er verliess sie und die kleine Tochter Meri (8). Mittlerweile haben Schuschaniks Beschwerden so stark zugenommen, dass sie sich kaum mehr bewegen kann. Alltägliche Dinge wie eine Kaffeetasse halten, das Geschirr abwaschen oder Treppensteigen sind fast unmöglich geworden. Jede Bewegung verursacht ihr Schmerzen. Dauernd fühlt sich die junge Frau schwach, müde, abgeschlagen und ausgelaugt. Oft hat sie keinen Appetit und verliert an Gewicht. Sie besteht nur noch aus Haut und Knochen. Hinzu kommt, dass sie auf fremde Hilfe angewiesen ist. „Es ist für mich das bisher schlimmste Erlebnis, da ich mich völlig hilflos fühle. Ich kann mich nicht waschen und nicht anziehen, weil die kleinste Bewegung bereits schmerzhaft ist.”
Obwohl die Krankheit in einem frühen Stadium entdeckt wurde, ist sie schon weit fortgeschritten. Ein Grund ist die mangelhafte Behandlung. Ursache ist das fehlende Geld für Therapien. Die meisten Bauern in den ländlichen Gebieten Armeniens leben weit unter der Armutsgrenze und führen einen schweren Kampf ums tägliche Brot. Eine ernsthafte und nachhaltige medizinische Versorgung können sie sich nicht leisten.
Die rheumatische Arthritis führt zu Verformungen und Zerstörungen der Knorpel und Gelenke. Ausserdem können Blutgefässe und innere Organe befallen sein. Das ist bei Schuschanik nun der Fall. Sie braucht dringend eine Therapie.
Nun wurde ein neues Medikament gegen Rheuma entwickelt, das auch in Armenien erhältlich ist. Seine Wirkung ist hervorragend. Doch das Mittel ist teuer. Jedes Injektionsfläschchen kostet rund 1300 Franken (etwa 1000 Euro). Schuschanik benötigt vier Flaschen, also 5200 Franken (4000 Euro). Die finanzielle Lage der Familie ist dramatisch. Geld ist nicht einmal für das tägliche Brot vorhanden. Ihr Vater ist verzweifelt: „Ich habe meine Frau verloren. Lasst bitte nicht zu, dass ich den Tod meiner Tochter erleben muss!” Diaconia möchte Schuschanik gerne helfen und dazu beitragen, dass die kleine Meri von einer schmerzfreien, lebensfrohen Mutter erzogen wird. Dürfen wir Sie um Ihre Unterstützung bitten?
Projekt Nr. 1612, "Rheuma-Therapie Schuschanik"



Armenien
Sohn kam viel zu früh auf die Welt – Familie Tumanian hofft auf rettende Operation
Davids Blindheit lässt Familie auf Knien um Hilfe flehen
Mit nur 1180 Gramm Körpergewicht hat Frühchen David im Januar 2010 das Licht der Welt erblickt. Doch trotz ärztlicher Bemühungen wurde seine Welt bald in Dunkelheit gehüllt. Das strahlende Licht der Sonne kennt der kleine Junge nicht. David ist erblindet – eine Spätfolge der Sauerstoffbehandlung, die ihm nach seiner Geburt das Leben gerettet hatte.
Das Leben von Davids Mutter Schant und seinem Vater Gohar ist seit Jahren von Trauer und Leid durchzogen. Das Sterben naher Angehöriger pflasterte ihren Lebensweg. Dann klopfte der Tod auch in ihrer Ehe an, Schant erlitt in kurzen Abständen zwei Fehlgeburten. Auch die hoffnungsvolle dritte Schwangerschaft war riskant und musste von Anfang an medizinisch überwacht werden. Schon im siebten Monat setzen die Wehen ein. Gleich nach der Geburt musste das Neugeborene in den Brutkasten gebracht werden. Die Eltern gaben ihm den Namen David.
Der Junge nahm an Gewicht zu, doch nach drei Monaten wurde auch dieses Glück getrübt. „Als ich auf David schaute, hatte ich das Gefühl, dass mit ihm etwas nicht stimmte. Mehrmals war es mir aufgefallen, dass er auf Licht nicht reagierte. Doch ich dachte immer, dieses Gefühl sei die Folge meiner Ängste und Besorgnisse”, erinnert sich Gohar. Die Diagnose der Ärzte war jedoch gnadenlos: Durch die frühe Geburt hatte David Schäden an der Netzhaut davongetragen. Er hat sein Augenlicht verloren.
Der anerkannte Augenchirurg Oleg Diskolenko aus St. Petersburg wurde für die Familie die letzte Hoffnung, um Davids Sehkraft zu retten. Er hat schon viele solche Eingriffe erfolgreich durchgeführt. Die langwierige Behandlung setzt sich aus drei Operationen zusammen. Jede davon kostet 5100 Franken (rund 4000 Euro).
Schant und ihr Mann zogen los, um das nötige Geld für die erste Operation zu beschaffen. Sie flehten Verwandte an, bettelten und machten Schulden. Ihr Schuldenberg stieg immer weiter an. Zwar konnte die zweite Operation gerade noch finanziert werden, doch mittlerweile ist die Familie aufs Schlimmste verarmt. Schant und Gohar wissen nicht mehr weiter.
„Auf Knien werde ich den Arzt bitten, dass er selbst die letzte Operation meines Sohnes durchführt“, sagt Gohar mit brüchiger Stimme. Für Würde und Stolz ist kein Platz mehr. Die Eltern wollen nur noch, dass ihr Sohn die Welt mit eigenen Augen entdecken und bewundern kann.
Mit Ihrer Hilfe kann David die Schönheit der Schöpfung wieder wahrnehmen. Diaconia möchte ihm helfen, Eile ist geboten. Gott segne Sie für ihre Gebete und Gaben!
Projekt Nr. 1613, "Augen-OP David"



Armenien
Susanna Dadian kämpft um die Zukunft ihres Sohnes – Nach Flucht lange in altem Eisenbahn-Waggon gelebt
Begabter Junge möchte Informatik studieren
„Es war das Jahr 1989, als wir aus Aserbaidschan flohen. Dort wurden die Armenier verfolgt und getötet“, berichtet Susanna Dadian und blickt ihr Gegenüber mit leidgeprägten Augen an. 1989 war das Jahr, das ihre Lebensträume zerstörte, ihre Hoffnung vernichtete und sie zerschmettert zurückliess.
Susanna Dadian ist eine von vielen Armenierinnen, die den Konflikt zwischen ihrem Land und dem aggressiven Nachbarn Aserbaidschan am eigenen Leib miterleben mussten. Als der Konflikt ausbrach, mussten die Armenier aus Aserbaidschan fliehen und ihren ganzen Besitz zurücklassen. Von da an hauste Susanna mit ihren Angehörigen in einer notdürftigen Hütte. Ihr Bett wurde durch blossen Boden ersetzt und kalter Wind war ihr nächtlicher Begleiter. Im Dorf Arsni bekam die Familie ein kleines Landstück und einen verlassenen Eisenbahnwaggon zum Wohnen zugeteilt. Die Verhältnisse verbesserten sich dadurch keineswegs. Bei Regen drang die Nässe durch jede Fensterritze, und die winterliche Kälte konnte nicht von den dünnen Wänden abgehalten werden. Susannas Mann Karen wanderte schliesslich nach Russland aus, um seine Familie versorgen zu können. Er ist seither dort verschollen.
Wenig später kam Susannas Sohn Sargis zur Welt. Seinen Vater kennt er bis heute nur aus Erzählungen. Im Alter von einem Jahr erkrankte er an einer schweren Nierenentzündung. Das machte ein Leben ohne ärztliche Betreuung unmöglich. Im Alter von vier Jahren bekam er dann eine Operation, die sein Leben rettete. Weil er als Flüchtlingskind anerkannt war, übernahm damals der Staat die Kosten.
Doch die Freude wurde schnell getrübt. Eine Blutinfusion während der Operation verursachte bei Sargis eine schwere allergische Reaktion. Die vielen Medikamente führten bei ihm schliesslich zu einer Herzinsuffizienz.
Um über die Runden zu kommen, arbeitet Susanna heute als Krankenpflegerin in der Tuberkuloseabteilung eines Krankenhauses. Die Arbeit setzt ihrer Gesundheit stark zu. Ihre Eltern können nicht helfen: Ihre Rente muss komplett in Medikamente investiert werden, denn Susannas Schwestern sind beide chronisch krank.
Im Rahmen eines Programms zur Unterstützung der Flüchtlinge, das die norwegische Regierung finanzierte, bekam die Familie eine Wohnung. Für sie war es gewiss das erfreulichste und wichtigste Ereignis der vergangenen Jahre. Mittlerweile ist Sargis 17 Jahre alt. Seine schulischen Leistungen waren so herausragend, dass er an einer Universität Informatik studieren könnte. Doch auch dieser kleine Hoffnungsschimmer wurde schnell überschattet: Die Studiengebühren der Universität sind so hoch, dass der Betrag von Susanna unmöglich aufgebracht werden kann.
Nur mit Ihrer Unterstützung können die Diaconia-Mitarbeiter in Armenien Sargis medizinisch versorgen und für sein Studium aufkommen. Wir danken Ihnen sehr herzlich für Ihre dringend notwendigen Spenden!
Projekt Nr. 1614, "Zukunft für Sargis"



Armenien
Berufsausbildungszentrum gibt jungen Menschen beste Startchancen
„Das hat riesengrossen Spass gemacht“
Viele junge Menschen in Armenien träumen davon, eine professionelle Ausbildung zu erhalten. Diese soll sie dazu befähigen, eine Familie zu gründen und zu ernähren. Viele Leute streben deshalb einen Hochschulabschluss an. Oft haben sie aber keine Chance, in Armenien eine adäquate Anstellung zu erhalten. Das Berufsausbildungszentrum BAZ von Diaconia erfüllt mit seinen praxisbezogenen Anlehren eine eminent wichtige Aufgabe.
Die Kombination von theoretischer Wissensvermittlung und praktischer Fachausbildung ist das Markenzeichen des neuen Berufsausbildungszentrums. Im Sommer 2010 vom schweizerischen Botschafter eingeweiht, konnten kürzlich fünf glückliche Absolventen des ersten Tourismus-Lehrganges ihr Abschlusszeugnis in Empfang nehmen. Gleichzeitig startete die erste Näherinnen-Lehre im BAZ mit einer Gruppe von jungen Frauen. Diese werden Ende September 2011 den Lehrgang beenden. Es ist erfreulich zu sehen, wie sich die Idee des BAZ entwickelt und Schritt für Schritt Gestalt annimmt.
Kamo Manutscharian, der Leiter der Tourismus-Abteilung im BAZ, lebt als überzeugter Christ seine Werte im Alltag. Er unterrichtet einerseits die Reiseleiter, andererseits ist er verantwortlich für den Geschäftsgang des neuen Diaconia-eigenen Reisebüros in Jerewan. Seine Vision ist es, junge Menschen für Armenien zu begeistern und ihnen die Augen für die christlichen Wurzeln des Landes zu öffnen. Erfreulich, dass ein Teil der Lehrlinge ehemalige Diaconia-Patenkinder sind.
Das BAZ arbeitet bis heute noch nicht kostendeckend. Mittelfristig ist dies das Ziel. Es soll mit dem Aufbau weiterer Firmen erreicht werden. Im Moment ist Diaconia aber auf finanzielle Hilfe angewiesen.
Tatewik gehört zu den ersten Ausgebildeten, die im BAZ ihr Abschlusszeugnis erhalten haben. Sargis Svaryan, Leiter des BAZ, und Diaconia-Mitarbeiterin Hasmik Vasilian haben mit ihr gesprochen.
Wer hat dich über das BAZ informiert?
Tatewik: „Mein Onkel. Eines Tages kam er und sagte, dass es solch eine Organisation gibt. Jetzt bin ich auch ihm sehr dankbar.“
Was gefiel dir besonders gut beim Unterricht im BAZ? Was war anders, als in deinem College?
Tatewik: „Die Art des Unterrichts. Ich war höchst erstaunt, wie Herr Manutscharian den Unterricht durchführte. So was habe ich vorher nie erlebt. Mit ihm wanderten wir durch Jahrhunderte, diskutierten alles selber, waren bei den „königlichen“ Entscheidungen präsent und konnten selber welche treffen. Nur für uns. Das war spannend, das war interessant, das machte riesengrossen Spass.“
Inwieweit half dir das BAZ, deine Kenntnisse zu vertiefen?
Tatewik: „Ich kann nur eines ganz sicher behaupten: So wie man Bibelgeschichten nicht vergisst, so werde auch ich diesen Unterricht nie vergessen. Ich kann das einfach nicht. Der ist schon in mir. Und ist ein Teil von meinem Alltag.“
Während des Unterrichts im BAZ hast du auch gleichzeitig das Jerewaner Staatliche Humanitäre College besucht, wo du auch Tourismus studiertest. Deine Abschlussexamen wirst du im Juni bestehen. Wie konntest du beide Unterrichte vereinbaren?
Tatewik: „Es war sehr schwer. Es war wie eine Konkurrenz in mir. Dann habe ich gefühlt, dass ich den ganzen Tag im BAZ verbringen möchte. Das College störte mich eher. Die Exkursionen waren ein anderer Genuss. Die Zeit verlief unheimlich schnell. Herr Manutscharian zeigte uns Klöster und kleine Kirchen, die wir uns bei den Exkursionen vom College nie merken könnten. Wir erlebten jedes Jahrhundert mit allen Kleinigkeiten.“
Diaconia wird Tatewik auch bei der Suche nach einer geeigneten Arbeitsstelle helfen.
Danke für Ihre wertvolle Unterstützung für das BAZ, das jungen Menschen in Armenien Hoffnung vermittelt!
Projekt Nr. 1615, "Berufsausbildungszentrum BAZ"



Diaconia
Bundesrätin Micheline Calmy-Rey eröffnet Botschaft in Armenien
Diaconia kann sich mitfreuen
Bei einem Besuch in Armenien hat Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey die neue Botschaft der Schweiz in Jerewan eröffnet. Konstantin Obolensky wurde zum Botschafter ernannt. Die Schweiz nimmt in der Region eine aktive diplomatische Rolle ein und bemüht sich intensiv um die Beendigung des Konflikts zwischen Armenien und der Türkei.
Bisher war die Botschaft in Georgien für die Schweizer Interessen in Armenien zuständig. In Armenien verfügte die Schweiz unter Leitung von Konstantin Obolensky über ein Büro. Im „Diaconia-Report“ vom März wurde über die Teilnahme der Diaconia-Bäckerei an der Gewerbe-Expo in der Hauptstadt Jerewan berichtet. Konstantin Obolensky hatte Diaconia dazu eingeladen. Stolz präsentierte er zusammen mit seiner Frau gleich selbst die nach Schweizer Rezepten hergestellten Diaconia-Brote. Die bestehenden guten Beziehungen zwischen Diaconia und der neuen Schweizer Botschaft in Armenien wurde durch diesen Anlass gestärkt.
Mittlerweile Botschafter, bezeichnete Obolensky Diaconia als Beispiel der intensiven zivilgesellschaftlichen Zusammenarbeit zwischen der Schweiz und Armenien, wie sie auch von der Bundespräsidentin im Rahmen ihres offiziellen Besuchs erwähnt wurde.



Todesanzeige - Armenien
Wir trauern um unser Patenkind
Alina Barseghian

Sie ist Opfer eines Autounfalls geworden. Ein Auto hat das Mädchen überfahren, als es von der Schule nach Hause ging und die Strasse bei Grün überqueren wollte. Ihre Schwesterwurde Zeugin des Unglücks und liegt jetzt mit einem Schockim Spital.
Alina und ihre Schwester wurden vor einem Jahr ins Patenschaftsprogramm aufgenommen. Schnell fanden beide Paten. Sie haben keine Eltern mehr, und so war es für sie ein Wunder, als Patenkind versorgt zu werden. Nun führten sie endlich ein normales Leben.
Vor einer Woche hat Alina noch mit Diaconia in Armenien telefoniert. Sie wünschte sich eine Jacke. Doch der Tod kam schneller.
Wir bedanken uns ganz herzlich bei Patin E. W. für die finanzielle Unterstützung. Unsere Gebete begleiten Alinas Schwester und ihre Tante, die sie betreut hatte.
Diaconia Internationale Hilfe