Report
Ausgabe 06, Juni 2015


Nepal
UND PLÖTZLICH BEBTE DIE ERDE
Zu Beginn der Regenzeit steht das Land vor schier unlösbaren Herausforde-rungen

Unzählige Tote und Verletzte, Zehntausende herumirrende Obdachlose auf der Suche nach Wasser und Nahrung — das Erdbeben vom 25. April 2015 hinterlässt das gesamte Land, so auch die von uns unterstützten christlich geführten Waisenhäuser in den Distrikten Pokhara und Dhading, in einem unbeschreiblichen Elend.

„Wir befanden uns gerade mit den Kindern im Garten, als die Erde plötzlich zu beben begann“, berichtet Dolma, Leiterin eines der Waisenhäuser in Pokhara. „Viele Kinder begannen zu weinen. Wir versammelten uns, hielten uns fest an den Händen und beteten, bis das Beben nach einer uns schier endlos erscheinenden Zeit endlich aufhörte.“
Das Hauptbeben mit einer Stärke von 7,8 mit einem Nachbeben am darauffolgenden Tag mit einer Stärke von 6,7 war das Schwerste in der Region seit etwa 80 Jahren. Das Epizentrum lag rund 80 km nordwestlich der Hauptstadt Kathmandu. Das Hypozentrum lag in 18 km Tiefe.

Das Beben forderte bisher mehr als 7 200 Tote, und Zehntausende wurden verletzt. Rund 2,8 Millionen Menschen wurden obdachlos.

Das Haus von Man Bahadur Tamang wurde durch das Beben stark zerstört. Ob es gerettet werden kann, ist fraglich.

Man Bahadur mit dem kleinen Moses. Beide sind unverletzt (Archivbild).

Eng aneinander geschmiegt schlafen die Kinder in einem provisorisch errichteten Zelt. Starkem Regen und Kälte wird es nicht standhalten können.

Viele Hilfesuchende kommen zu den von uns unterstützten Waisenhäusern und bitten um Beistand. So gut es ihnen möglich ist, versorgen die Leiter sie mit Nahrung und Wasser, verbinden ihre Wunden und stehen den oft völlig erschöpften und verängstigten Menschen in ihrer Not bei. Und dies alles, obwohl sie kaum genug haben, um sich und die ihnen anvertrauten Kinder zu versorgen. „In dieser Lage müssen wir zusammenhalten. Wir sind Gott so dankbar, dass wir keine Todesopfer zu beklagen haben und unser Haus nur geringe Schäden davontrug“, so Dolma.
In Dhading jedoch war das Beben stärker. Das Waisenhaus, unter der Leitung von Man Bahadur Tamang, trug erheblichen Schaden davon. In den tragenden Wänden befinden sich grosse Risse. Strom und Wasser ist seit dem Beben nicht mehr vorhanden. Aus Angst vor einem Einsturz schlafen die Kinder, eng aneinander geschmiegt, im Garten in provisorischen Zelten, die kaum den Regen abhalten oder gar Schutz gewähren. „Gott sei Dank ist niemand zu Schaden gekommen“, so Man Bahadur. „Aber das Haus, in dem ich mit meiner Familie gewohnt habe, wurde völlig zerstört. Ich habe alles verloren.“

Wir möchten diese Menschen, die nun am Beginn der Regenzeit stehen, langfristig unterstützen. Sie benötigen dringend finanzielle Hilfe, um vor Ort genügend Lebensmittel und Decken für sich und die unzähligen Hilfesuchenden zu kaufen. Zudem möchten wir Man Bahadur helfen, für sich und seine Familie ein kleines Haus zu bauen. Bitte helfen auch Sie durch eine Spende und schliessen Sie die Menschen in Ihre Fürbitte ein. Herzlichen Dank!


Projekt Nr. 3045, "Erdbebenhilfe Nepal"

Wenn Sie für dieses Projekt spenden möchten, klicken Sie bitte HIER.




Rumänien
Wasser und Hoffnung für Loredana
Die Habseligkeiten stehen im Hof — die Schuhe bleiben an, denn der Boden ist kalt und nicht isoliert

Den Kampf gegen den Matsch werden Loredana und ihre vier Kinder wohl nie endgültig gewinnen. Doch bessere Wohnbedingungen würden das Leben der Fünf schon erheblich verbessern.

Graue Strähnen durchziehen das Haar der 30-Jährigen, tiefe Falten und ein trauriger Blick erzählen von einem harten Leben. Loredana hatte auf ein gutes Leben mit ihrer grossen Liebe Octavian gehofft. Doch er starb 2007 an einer besonders agressiven Form von Leukämie. Loredana blieb mit ihren Kindern Diana (11), Octavian (9) und Robert (7) zurück. Robert hat seinen Vater nicht mehr kennengelernt — Loredana war mit ihm schwanger, als er starb.

„Ich habe mir sehnlichst einen Vater für die Kinder gewünscht“, sagt sie. „Zu sehr. Deswegen habe ich Ionut geheiratet.“ Ionut und sie bekamen noch den kleinen Petrut (18 Monate). Doch Ionut wurde den Kindern gegenüber immer aggressiver. Oft liess er seinen Ärger an den Kleinen aus. So verliess Loredana Ionut nach kurzer Zeit. „Lieber ziehe ich meine Kinder alleine auf, als dass sie misshandelt werden.“

Jetzt wohnt sie mit den Kindern in einem 14 Quadratmeter grossen Haus. Es steht an einer engen, matschigen Strasse. Der Matsch setzt sich unter den Schuhen fest. Doch da der Boden kalt und unverputzt ist, müssen die Schuhe anbleiben. „Sonst würden die Kinder krank werden.“

Im Haus finden nur die Betten Platz. Das Geschirr und andere Habseligkeiten bewahrt Loredana in Regalen im Hof auf. Einen Tisch, an dem die Kinder ihre Hausaufgaben machen könnten, gibt es nicht. Diana und ihre Geschwister erledigen ihre Aufgaben auf dem Bett. Als Unterlage dient das Holzbrett, das ihre Mutter zum Gemüseschneiden verwendet.

Die Familie lebt unter schwierigen Bedingungen.

Loredanas Blick ist nachdenklich. Sie macht sich Sorgen um die Zukunft ihres kleinen Petrut.

Loredana verdient mit Gelegenheitsjobs etwas dazu. Gemeinsam mit dem Kindergeld reicht das gerade so für das Nötigste und den Strom. Einen Wasseranschluss gibt es nicht. Wasser muss aus zwei Kilometer Entfernung von einem Freund herbeigeschleppt werden. So wird alleine schon das Wäschewaschen zu einer Tagesaufgabe – denn die alte Waschmaschine funktioniert nicht mehr.

Wann immer Loredana Geld erübrigen kann, kauft sie Mauersteine. „Ich möchte ein Zimmer für Diana anbauen. Sie ist jetzt ein Teenager“, erklärt sie. Doch alleine wird Loredana dieses Vorhaben nicht realisieren können. Deswegen möchten wir ihr helfen, einen Raum anbauen, das Haus renovieren und einen Wasseranschluss legen lassen. Bitte helfen Sie, dass der Alltag dieser tapferen Frau leichter und die Hoffnung auf die Zukunft für sie und die Kinder grösser wird.


Projekt Nr. 3046, "Hausrenovierung Loredana"

Wenn Sie für dieses Projekt spenden möchten, klicken Sie bitte HIER.




Rumänien
Medizinische Hilfe für Roxanas Kinder
Finanzielle Not und Sorgen um die Kinder überfordern junge alleinerziehende Mutter

Grosse braune Augen schauen neugierig in die Ferne. Doch das unsichere Lächeln des kleinen Razvan (2) verrät: Er kann nicht richtig sehen. Razvan hört nur, dass seine kleine Schwester Sara (4 Monate) viel weint und spürt, dass sich seine Mutter Sorgen macht.

Für die 23-jährige Mutter dreier Kinder hat das Jahr schrecklich begonnen. Nicht nur, dass sie und ihre Kinder in einem baufälligen Haus auf einem Hügel, ohne fliessendes Wasser und mit Plumpsklo im Hof leben. Nicht nur, dass das Kindergeld nicht einmal für das Nötigste reicht. Nicht nur, dass Roxana jegliche Schulbildung fehlt und sie daher keine Arbeit findet. All das ist irgendwie zu ertragen. Aber nun sind die Kinder ernsthaft erkrankt, und die junge Mutter weiss nicht, wie sie die Behandlungen und die Medikamente bezahlen soll. Allein der sechsjährige Alex ist gesund.

Anfang des Jahres wurde Roxana mitten in der Nacht vom Weinen ihres Babys geweckt. „Es liess sich nicht beruhigen, und ich merkte schnell, dass es Schmerzen hat. Ich nahm das Kind, rannte zum nächsten Nachbarn und hoffte, dass ich dort Hilfe finden würde. Meine Jungs musste ich unbeaufsichtigt zu Hause zurücklassen. Es war schrecklich.“ Im Dorf Teliu, 25 Kilometer von Brasov entfernt, gibt es keinen Arzt. Also brachte der Nachbar Roxana und das schreiende Baby in die Klinik nach Brasov. Gerade noch rechtzeitig. Das Kleine wurde sofort operiert. „Die Ärzte sagten, es hätte sterben können.“ Sara leidet unter einer Fehlbildung des Darmes, sie muss nun Medikamente einnehmen und ärztlich überwacht werden.


Alex, Razvan, Roxana und ihre kleine Tochter Sara leben in grosser Armut.

Wie viel Razvan tatsächlich sehen kann, weiss niemand so genau. Das Geld für die nötigen Untersuchungen fehlt.

Dann gibt es noch den kleinen Razvan, der seine braunen Augen häufig geschlossen hält. Wie viel er tatsächlich sieht, weiss Roxana nicht. „Einmal war ich mit ihm beim Arzt. Der riet zu weiteren Untersuchungen und meinte, Razvan müsse vielleicht sogar operiert werden. Das können wir uns nicht leisten. Doch ich habe den Eindruck, dass er immer weniger sieht.“

Roxana tut was sie kann, doch sie weiss nicht mehr weiter. „Ich fühle mich manchmal so hoffnungslos.“ Der Familie fehlt es an allem: an Essen, an Windeln, an Transportgeld zum Krankenhaus, an Geld für den Arzt, die Untersuchungen, die Medikamente. „Ich kann meine Kinder nur in den Arm nehmen und sie liebevoll umsorgen. Aber das reicht manchmal einfach nicht aus“, sagt sie und kämpft tapfer gegen die Tränen.

Wir möchten die Familie unterstützen und vor allem die Kosten für die Untersuchungen, Operationen und Medikamente der Kinder übernehmen. Zudem möchten wir Nahrungsmittel und Hygieneartikel für die Familie bereitstellen. Bitte helfen Sie mit, dass diese Kinder die Chance bekommen, zu verantwortungsbewussten Menschen heranzuwachsen.


Projekt Nr. 3047, "Familienhilfe Roxana"

Wenn Sie für dieses Projekt spenden möchten, klicken Sie bitte HIER.




Rumänien
Lagerfeuer, Purzelbäume und Fair Play
Sommercamp — Auszeit für bedürftige Kinder und Steigerung der Sozial-kompetenz

Für viele Kinder ist das jährliche Sommercamp von Diaconia die einzige Möglichkeit, für wenige Tage ihre schwierigen Lebensumstände hinter sich zu lassen. Es gibt ihnen die Chance, einfach mal „die Seele baumeln“ zu lassen, und zum anderen schult es das soziale Verhalten der Kinder.

Der soziale Aspekt ist sehr wichtig. Denn die Kinder kommen oft aus desolaten Lebensverhältnissen und müssen schon so manche Erfahrung machen, die selbst für Erwachsene nur schwer zu verkraften ist. Viele von ihnen sind auf sich allein gestellt. Liebe und Nestwärme sind für sie Fremdwörter. In vielen Familien herrscht Gewalt – Armut und Not lassen den Ton untereinander hart werden.

In diesem Jahr werden 40 Mädchen und 35 Jungen im Alter von 9 bis 16 Jahren teilnehmen. „Ich bin ja sooo gespannt. Die anderen Kinder haben mir schon viel vom Sommercamp erzählt. Dieses Mal darf ich endlich auch mitmachen. Ich kann es gar nicht erwarten, bis es endlich Juli ist“, sagt Iacob und strahlt über das ganze Gesicht.
Im Camp erleben die Kinder, wie die Lehrer miteinander umgehen. Sie erfahren, dass ein Gespräch in gegenseitigem Respekt geführt werden kann. In vielen gemeinsamen Spielen lernen sie, Teams zu bilden und Rücksicht aufeinander zu nehmen. Und sie haben unbändigen Spass. Trampolin springen, herumtollen, Purzelbäume schlagen, wandern, spielen, lachen, Freundschaften schliessen, essen und, und, und. Fünf Tage voller Leben. Höhepunkt ist der Abend am Lagerfeuer, an dem gemeinsam Lieder gesungen werden.


Wassermelone für alle: Gutes und ausgewogenes Essen ist wichtig.

Gemeinsame Spiele und Aktivitäten stärken die soziale Kompetenz der Kinder.

„Ich war schon einmal dabei und fahre dieses Jahr wieder mit. Ich finde es so toll, dass meine Lehrer mir in der Zeit so viel zugetraut und mich ermutigt haben. Ich bin richtig stolz, dass sie mir gesagt haben, dass sie auch im Alltag sehen, dass mein Verhalten sich geändert hat“, erzählt Ionela (14).

Die Lehrer und Erzieher helfen den Teilnehmern auch bei der Vorbereitung: Was und wie muss gepackt werden? Für viele Kinder stellt dies eine grosse Hürde dar, die sie nehmen müssen.

Das Camp steht immer unter einem biblischen Leitsatz, der sich wie ein roter Faden durch alle Aktivitäten hindurchzieht. „Ich mag alles im Camp. Aber besonders gerne spiele ich Theater — eine biblische Geschichte.

Letztes Jahr hat das viel Freude gemacht“, erzählt Mihai (12) stolz und fügt hinzu: „Das Lagerfeuer ist toll. Und so gutes Essen habe ich sonst nie!“

Ermöglichen Sie, gemeinsam mit uns, diesen Kindern fünf Tage Kindheit und begleiten Sie die Kinder und das Team mit Ihren Gebeten während der Sommerzeit. Herzlichen Dank!


Projekt Nr. 3048, "Sommercamp Rumänien"

Wenn Sie für dieses Projekt spenden möchten, klicken Sie bitte HIER.






Armenien / BAZ
Arbeitsmaterial für angehende Bäcker
Ausbildung im BAZ geniesst einen ausgezeichneten Ruf —
und das soll so bleiben

Es duftet nach frisch Gebackenem. Schön gebräunt wölbt sich das Backwerk über die Ränder der Formen. Die Bäcker und Bäckerinnen des BAZ haben eine gute Perspektive, ihren Weg zu machen. Denn der Beruf des Bäckers ist recht krisensicher, und die Ausbildung hat im ganzen Land einen guten Ruf.

Seit Mai 2012 gibt es die Bäcker- und Konditorenausbildung im Berufsausbildungszentrum BAZ in Jerewan. Neben den Näherinnen- und Handwerksausbildungen gehört sie zu den drei Hauptberufsausbildungen und wurde zu einem der erfolgreichsten Lehrgänge. Die einjährige Ausbildung besteht aus Theorievermittlung (Rohstoffkunde, Technologie, Hygiene- und Sicherheitsregeln) und praktischer Ausbildung. Im Unterschied zum „Staatlichen College für Lebensmittelindustrie“ bzw. zu den Hochschulen, die ebenfalls Bäcker ausbilden, wird im BAZ mehr Zeit und Aufmerksamkeit auf die Praxis gelegt. Ein Grund, warum auch viele Studentinnen und Studenten aus den oben erwähnten Institutionen nach dem bzw. noch während des Studiums ins BAZ kommen. Sie hoffen, dadurch im Anschluss an ihre Ausbildung eine gute Anstellung zu finden.

Stift und Papier sind immer dabei — die angehenden Bäcker sind wissbegierig und machen sich viele Notizen.

Das Gebäck sieht lecker aus.

Die Bäcker- und Konditorenausbildung des BAZ pflegt gute Kontakte zum Richemont Kompetenzzentrum in Luzern. Zu einer guten Tradition ist die zweiwöchige Sommerfortbildung durch die Schweizer Fachleute Andreas Dossenbach, Buochs, und Fritz Ryser, Steffisburg, geworden. Ihr Besuch in Armenien wird jedes Mal zu einem kleinen Hoch im Bildungsalltag. Man schätzt die einmalige Gelegenheit, viele fachliche Feinheiten direkt aus erster Hand erlernen zu können. Die alljährliche Fortbildung ermöglicht den Absolventinnen und Absolventen bessere Berufschancen und unterstützt somit eines der BAZ-Hauptziele: die Arbeitsvermittlung der ausgelernten Lehrlinge.

Um die Effektivität der praktischen Ausbildung zu steigern, müssen die entsprechenden Bäckerei- und Konditoreigeräte dringend erneuert werden. So benötigt das BAZ für den Praxisraum eine elektronische Waage, drei Töpfe für den Induktionsgasherd, eine Mikrowelle und einen Regalschrank mit Glastüren für das Rohstofflager. Insgesamt werden für die Erneuerung rund 1 500 Franken (1 440 Euro) benötigt. Bitte investieren auch Sie in die Zukunft der Schülerinnen und Schüler des Berufsausbildungszentrums und ermöglichen Sie ihnen eine solide Grundlage für ihre berufliche Zukunft.

Projekt Nr. 3051, "BAZ Ausstattung Bäckerei"

Wenn Sie für dieses Projekt spenden möchten, klicken Sie bitte HIER.





Armenien
Therapie und Medikamente für Aramajis
Diagnose zu spät gestellt —15-Jähriger ist behindert und entwicklungsverzögert

„Ich trage mein Schicksal mit Würde und hoffe, dass ich meinem Sohn eine gute Mutter bin“, schrieb Mehri in ihrem Brief an Diaconia. Ihr Sohn Aramajis ist behindert. Doch die Familie setzt alles daran, damit sich alles zum Guten wendet.

Familie Ajwasian wohnt mit zwölf Personen in einem kleinen Haus: Mehri und ihr Mann Gagik mit ihren drei Kindern, ihre Schwiegereltern, und ihr Schwager mit seiner Frau und deren drei Kindern. Sechs Jahre hat der Bau des Mehrgenerationenhauses gedauert. Gagiks Vater arbeitete als Lastwagenfahrer, bis er seine Arbeit verlor und die Bauarbeiten eingestellt werden mussten. Der Rohbau wurde zwar fertiggestellt, aber die Wände sind nicht verputzt, und die Böden bestehen aus nacktem Beton. Im Badezimmer fehlen die Wandplatten. Zudem gibt es keine Heizung. Im Winter wird mit einem Ofen geheizt. Von einer Möbelfabrik kaufen sie Holzabfälle und verbrennen diese darin.

Die Grossfamilie versucht, den Alltag so gut wie möglich zu meistern. Sorgen macht sie sich vor allem um die Gesundheit des 15-jährigen Aramajis. „Zunächst schien er gesund zu sein. Mit fünf Jahren zog er sich eine schwere Grippe zu. Beim Arztbesuch wurde unter anderem auch eine Schilddrüsenunterfunktion diagnostiziert“, erinnert sich Mehri. Wird diese Krankheit nicht frühzeitig erkannt, hat das massive und irreversible Schäden zur Folge. Bei Aramajis führte sie zu einer schweren Entwicklungsstörung.


Mehri unterstützt Aramajis bei seinen Hausaufgaben so gut sie kann.

Ausser Aramajis hat Mehri noch zwei weitere Kinder, Elen (14) und Irina (4). Elen besucht die 8. Klasse. Sie träumt davon, einmal Lehrerin zu werden. Mehris Mann Gagik scheut vor keiner Arbeit zurück. Nach einem Arbeitsunfall an der Hand vor sechs Jahren kann er jedoch körperlich nicht mehr schwer arbeiten. Sein geringer Lohn reicht kaum aus, um seine Familie zu ernähren. So bleibt für die teuren Medikamente und Therapien für Aramajis kein Geld übrig.

Aramajis besucht eine Sonderschule, doch er hat grosse Mühe mit der Konzentration. Der 15-Jährige benötigt zudem Windeln. Sein Gesundheitszustand verschlechtert sich zusehends, weil er die benötigten Medikamente nicht bekommt, sie sind für die Familie unbezahlbar. Mutter Mehri leidet unter Magenpolypen und einer Darmentzündung. Sie musste operiert werden. Für die Krankenhauskosten machte die Familie Schulden. „Wir wissen nicht, wie wir das alles bewältigen sollen. Wir brauchen Hilfe“, so Mehri. Gemeinsam mit Ihnen möchten wir dieser Familie helfen, Baumaterial zur Verfügung stellen und die benötigten Medikamente und Therapien für Aramajis bezahlen.


Projekt Nr. 3049, "Familienhilfe Ajwasian"

Wenn Sie für dieses Projekt spenden möchten, klicken Sie bitte HIER.




Armenien
Nachts kommen die Ratten
Grossmutter sorgt aufopfernd für ihre Familie — auch nachts findet sie kaum Ruhe

Wenn man Elmira Sargsian (50) anschaut, würde man sie bedeutend älter schätzen. Tief hat das Leben ihr Gesicht gezeichnet. Die Haare sind darüber grau geworden.

Elmira stammt aus einer armen Familie. Ihr Vater starb früh, und Elmira, als ältestes von sechs Kindern, musste mit zwölf Jahren die Schule verlassen, um zu arbeiten. „Meine Mutter arbeitete als Putzfrau. Doch alleine konnte sie unsere Familie nicht ernähren“, erklärt Elmira.

Mit 17 heiratete sie Arsen, den Schuhmacher. „Er war ein guter Mann. Wir waren sehr glücklich miteinander. Doch als ich mit unserem zweiten Kind schwanger war, wurde er zur Armee einberufen.“ Arsen diente — noch zu Zeiten der Sowjetunion – fast drei Jahre lang in der Flotte von Wladiwostok. Als er nach Hause kam, litt er unter psychischen Störungen und begann zu trinken. „Ich habe ihn überzeugt, eine Therapie zu machen. Doch eines Tages – ich war zur Obsternte in einem anderen Dorf, um etwas Geld zu verdienen – bekam ich die Nachricht, er habe sich im Keller erhängt. Unser Sohn Harutjun, gerade achtjährig, hat ihn gefunden. Es war furchtbar.“

Harutjun ist seitdem traumatisiert. Trotz verschiedener Therapien ist der heute 23-Jährige schwer depressiv und arbeitsunfähig. Elmiras ältester Sohn Nariman konnte nie eine Ausbildung machen. Um seine drei Kinder zu ernähren, schlägt er sich als Tagelöhner durch. 2011 fiel er aus vier Metern Höhe von einem Gerüst. Schwer verletzt kam er ins Krankenhaus und schwebte mehrere Tage in Lebensgefahr. Die Verletzungen verheilten, doch zurück blieb eine Epilepsie, deren Anfälle unregelmässig auftreten. Nariman wird sein Leben lang auf Tabletten angewiesen sein. Dennoch arbeitet er unermüdlich, um seine Frau, seine Tochter und seine Zwillingssöhne ernähren zu können. Zusätzlich kümmert er sich um seine Mutter Elmira und seine beiden Geschwister. Schwester Armine erholt sich gerade von einer Krebsoperation. Für diese musste die Familie Schulden machen.

Elmira liebt ihre drei Enkel und ist stolz auf ihren ältesten Sohn.

Acht Personen leben auf engstem Raum. Nariman schläft mit seiner Familie im Schlafzimmer, Mutter Elmira in der Küche, Armine und Harutjun teilen sich den Vorraum. Die Böden sind marode, und nachts finden Ratten ihren Weg ins Schlafzimmer. Nariman verscheucht sie mehrmals in der Nacht, damit die Kinder nicht gebissen werden. Ein Bad gibt es nicht. Um ein Badezimmer zu bauen, nahm Nariman einen Bankkredit auf. Doch das Geld reichte nicht aus, um das Bad fertigzustellen. Diaconia möchte mit Ihrer Hilfe die Not der Familie lindern, die Lebensbedingungen deutlich verbessern und den Kindern Hoffnung auf eine bessere Zukunft geben. Herzlichen Dank für Ihre Hilfe.

Projekt Nr. 3050, "Sicheres Zuhause für Familie Sargsian"

Wenn Sie für dieses Projekt spenden möchten, klicken Sie bitte HIER.




Armenien
Kein Leben auf der Strasse für Swetlana
Medizinische Versorgung stürzt Grossfamilie in den finanziellen Ruin

Swetlana Tsaturian ist eine gute und zuverlässige Mitarbeiterin von Diaconia in Jerewan. Trotz ihres regelmässigen Einkommens drückt sie die Last der Schulden für medizinische Versorgung. Nun droht ihr sogar der Verlust der Wohnung.

Swetlana und ihr Mann Sargis lebten in guten und geordneten Verhältnissen. Beide arbeiteten in einem chemischen Betrieb als Ingenieurmechaniker bzw. Chemietechnologin. Nach dem Zerfall der Sowjetunion wurde der Betrieb geschlossen. Arbeitslos geworden verfiel Sargis in schwere Depressionen. Swetlana sorgte weiter unermüdlich für ihre drei Kinder. Sie erledigte für andere Leute den Haushalt, um etwas Geld zu verdienen.

Als Sargis 2007 nach einem Herzinfarkt starb, waren die Kinder erwachsen. Die älteste Tochter, Karine, besuchte das Institut für Theater und Filmkunst. Ihre Ehe scheiterte. So zog sie wieder zu ihrer Mutter. „Meine zweite Tochter, Marine, studierte am Institut für Tourismus und wollte Reiseführerin werden. Nach dem Tod meines Mannes musste sie ihr Studium aus finanziellen Gründen aufgeben. Auch mein Sohn Watschagan konnte keine Ausbildung machen“, sagt Swetlana.

Marine lebt auch wieder bei ihrer Mutter. Ihre Tochter Lussine ist, wegen Sauerstoffmangels während der Geburt, körperlich und geistig behindert. Marines Mann konnte als Manager in einem Teehaus die teuren Medikamente und Physiotherapien für Lussine nicht mehr bezahlen und arbeitet jetzt im Ausland.

Watschagans Kinder und die behinderte Lussine verstehen sich gut.
Swetlana und ihre beiden Töchter fürchten, dass sie das Zuhause der Kinder verlieren werden.

Auch Swetlana ist schon lange krank. Sie hatte einen geschwollen Arm. „Für mich hatte ich weder Zeit noch Geld. So schob ich den Arztbesuch immer wieder auf“, erzählt Swetlana. 2012 waren die Beschwerden jedoch so stark, dass sie zum Arzt ging. Diagnose: ein Tumor. Die histologische Untersuchung ergab, dass es sich um eine gutartige Geschwulst handelte, aber mit Anteilen von bösartigen Zellen. Für die weiteren Therapien musste sich die Familie immer wieder Geld leihen. Die Schulden wuchsen.

Swetlanas Sohn Watschagan ist verheiratet, hat zwei Töchter und einen Sohn und arbeitet als Fahrer. Sein Einkommen wird vollständig von der Bank einbehalten, um die Schulden zu begleichen. Die Familie musste sogar ihre Wohnung verpfänden. Wir möchten unserer Mitarbeiterin Swetlana und ihrer Familie helfen, ihre Schulden begleichen und ihnen dadurch ermöglichen, auch weiterhin in ihrer Wohnung bleiben zu können. Danke, wenn Sie uns dabei tatkräftig unterstützen.


Projekt Nr. 3053, "Familienhilfe Swetlana Tsaturian"

Wenn Sie für dieses Projekt spenden möchten, klicken Sie bitte HIER.




Albanien
Ein warmes Zuhause für Drita und Lin
Schimmelige Wände und die Sorge um das tägliche Brot bestimmen den Alltag

Vor 15 Jahren zog Familie Dedndreaj von Lekbibaj nach Shkoder. Sie entfloh der Nachbarschaft von Wölfen. Mit eigenen Händen errichtete Lin (48) liebevoll eine kleine Hütte. Das Problem, genügend Geld für das tägliche Auskommen zu erwirtschaften, blieb ihnen jedoch erhalten.

Das Resümee von Drita (36) und Lin fällt ernüchtert, ja fast bitter aus. Dabei hatten sie damals all ihre Hoffnung auf den Umzug nach Skhoder gelegt. Hier, so dachte man, gibt es eine gute medizinische Versorgung und Schulen. Hier, so hofften sie, sei die Zukunft ihrer Kinder gesichert. Alma (14), Armando (13), Andrea (12) und Anita (10) kamen in Shkoder zur Welt. Doch eine Perspektive auf eine gute Zukunft haben sie nicht.

Lin ist Alleinverdiener, und sein Verdienst ist äusserst gering. Er wird nach Stunden bezahlt. Gibt es wenig zu tun, schlägt sich dies sofort im Lohn nieder. Aber auch in guten Monaten reicht das Geld bei weitem nicht, um genügend Nahrung und Kleidung zu kaufen.

Die Familie wohnt in einer von Lin eigenhändig errichteten Hütte. Um das Land und das nötige Baumaterial kaufen zu können, musste er sich Geld leihen. Nun ist die Hütte stark renovierungsbedürftig. Das Dach ist undicht, die Wände sind feucht und an manchen Stellen schimmelig. Vor allem im Winter ist die Familie der Kälte fast schutzlos ausgeliefert – die Kinder sind entsprechend häufig krank.


Vater Lin ist verzweifelt. Die Hütte ist marode.

Ärmlich ist die Hütte, und ärmlich ist auch deren Einrichtung.

Die Hütte ist mit 40 Quadratmetern für sechs Personen zu klein. Vater, Mutter und Kinder schlafen in einem Raum. „Unsere Kinder werden erwachsen und benötigen einen Rückzugsort“, sagt Drita. Die älteste Tochter, Alma, hat noch nie Freunde nach Hause eingeladen. Sie schämt sich für die Lebensumstände. Noch nicht einmal eine Toilette gibt es – alle verrichten ihre Notdurft in einem ausgehobenen Loch.

Die Schulden für das Haus sind noch immer nicht abgezahlt, beim Lebensmittelhändler muss die Familie anschreiben lassen. Aber es ist nur eine Frage der Zeit, bis dieser genug davon hat und ihnen nichts mehr geben wird.

Wir möchten dieser Familie helfen, die noch offenen Schulden zu bezahlen, die Hütte renovieren und eine Toilette einbauen lassen. Zudem möchten wir ihr genügend Nahrungsmittel und Kleidung zur Verfügung stellen. Bitte helfen Sie dieser Familie, die diese Situation aus eigener Kraft nicht bewältigen kann.


Projekt Nr. 3052, "Warmes Zuhause für Drita und Lin"

Wenn Sie für dieses Projekt spenden möchten, klicken Sie bitte HIER.