Report
Ausgabe 06, Juni 2016


Rumänien
Ein kleines Haus für Lidias Familie
Das Grundstück ist schon da, nur das Baumaterial fehlt noch

Sie kämpft gegen den überall vorhandenen Schmutz an. Kleidungsstücke flattern im Wind. Lidia (23) möchte, dass ihre Töchter sauber und ordentlich gekleidet sind. Doch die Lebensumstände der Familie lassen das kaum zu.

Das Wasser muss mühsam in Plastikbehältern und per Pferdekarren zum Haus auf dem Hügel transportiert werden. Wann der nächste Karren sich auf den Weg macht, ist ungewiss. Also spart Lidia das Wasser ein, so gut sie kann.

Lidia und ihr Mann Florin (26) haben drei Töchter: Andrada (5), Mirabela (3) und Raluca (2). Ein viertes Kind ist unterwegs. Die Familie lebt bei Florins Eltern in einem winzigen Raum. Die Grosseltern, Maria (55) und Ion (65), haben ihrem Sohn und seiner Familie ein Obdach gegeben, als diese nicht wussten, wohin. Das Haus verfügt über zwei kleine Räume: In einem leben die Grosseltern, im anderen Florins Familie. "Alles ist sehr eng. Zumal mein Vater unter psychischen Problemen leidet, die sich zunehmend verstärken. Er bräuchte dringend das zweite Zimmer, um sich zurückziehen zu können. Es wäre auch besser für meine Mutter, wenn er ein eigenes Zimmer hätte", sagt Florin.

Die älteste Tochter Andrada.

Die Lebensbedingungen sind hart, im blauen Fass geht das Wasser schon wieder zur Neige.

Lidia versucht, gegen den Schmutz anzukämpfen.

Maria und Ion haben Florin ein Stück Land geschenkt, auf dem er ein Haus bauen könnte. Doch der 26-Jährige hat nur zwei Jahre die Schule besucht. Als Ungelernter findet man in dieser Gegend keine Arbeit. Die Familie lebt in Dumbravita – ohne direkte Nachbarn. Eine arme, dünn besiedelte Gegend. Auch Lidia hat keine Arbeit. Und deshalb hat die Familie auch nicht das Geld, um die nötigen Baumaterialen für den Hausbau zu kaufen. So bleibt das Grundstück unbebaut, und die bedrückende Enge besteht weiter. Die Wände des Raums, den Florin und seine Familie bewohnen, sind schwarz vom Russ, der aus dem alten Ofen kommt. "Ich denke nicht, dass das gesund für die Kinder ist, denn sie atmen den Russ ja auch ein", macht sich Mutter Lidia Sorgen.

Es wird Zeit, dass sich etwas ändert — vor allem, wenn jetzt bald das Baby geboren wird. Wir möchten die Familie mit Baumaterial unterstützen, damit Florin ein kleines Haus mit genügend Platz errichten kann. Ausserdem möchten wir noch dafür sorgen, dass die Familie einen Brunnen auf ihrem Grundstück errichten kann, damit immer genügend Wasser für alle da ist. Für Ihre Spende danken wir Ihnen herzlich.


Projekt Nr. 3204, "Kleines Haus für Lidia und Florin"

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HaftverkÜrzung durch Wissenschaft

RUMÄNIEN – Per Dringlichkeitsverordnung setzte das rumänische Parlament Anfang März bis September ein Gesetz ausser Kraft, dass es Gefängnisinsassen bisher erlaubt hatte, für wissenschaftliche Publikationen eine Haftverkürzung zu erhalten. Das Gesetz als solches existierte seit 2006, jedoch wurde es nur selten in Anspruch genommen, da die Zeit der Haftverkürzung nicht klar und die Hürden für eine Veröffentlichung hoch waren. Im Jahr 2013 wurde das Gesetz entsprechend ergänzt. Pro Publikation konnten sich die Häftlinge 30 Tage Haft ersparen. Diese Aussicht liess die Zahl der Veröffentlichungen sprunghaft ansteigen. 2014 wurden 89 Arbeiten veröffentlicht, 2015 waren es bereits 337. Was eigentlich als Besserungsprojekt für gewöhnliche Kriminelle gedacht war, machten sich vor allem diejenigen zunutze, die auch im Gefängnis noch über genügend Geld und Einfluss verfügten – namentlich wegen Korruption verurteilte Politiker und Geschäftsleute. Sie kauften sich Ghostwriter, die ihnen die Arbeiten schrieben, Universitätslehrkräfte, die die oft wenig wissenschaftlichen Ergüsse genehmigten, sowie Verleger, die sie druckten. Der Rekordhalter unter den Vielschreibern ist der Politiker, Medienmogul und frühere Devisenbeschaffer des Diktators Ceausescu, Dan Voiculescu. Der seit August 2014 wegen Geldwäsche und Betrugs einsitzende Voiculescu veröffentlichte innerhalb weniger Monate zehn Werke, die ihm 300 Tage Haftverkürzung einbrachten. Andere waren ähnlich fleissig. Die Antikorruptionsbehörde hat inzwischen Ermittlungen eingeleitet. Ob das Gesetz jedoch, wie vom Justizministerium gefordert, ganz abgeschafft wird, ist noch nicht sicher, da noch weiteren Mitgliedern des rumänischen Parlaments Gefängnis droht.



Rumänien
Sicherheit und Frieden für Matei und Elena
Nach gescheitertem Mordversuch floh die 28-jährige Ionela vor ihrem Ehemann

Die dicken Mützen verdecken die zarten Gesichter fast völlig. Traurige Augen schauen unter ihnen hervor und erzählen stumm eine Geschichte von Gewalt und Schrecken. Nur langsam erholen sich Matei (5) und Elena (4), zu tief sitzt der Schrecken über das Erlebte in den kleinen Kinderseelen.

Die beiden sind die Kinder von Ionela und Mihai. Überstürzt musste die 28-Jährige vor ihrem gewalttätigen Ehemann fliehen. Ihre älteren Kinder Paraschiva (7) und Ionut (6) musste sie zurücklassen. "Ich hoffe, es geht ihnen gut. Ich mache mir grosse Sorgen", bekennt sie leise.

Ionela ist die Drittälteste von neun Geschwistern. Als sie zehn Jahre alt war, starb ihr Vater, und ihre Mutter verliess die Kinder. Sie wuchsen bei ihren Grosseltern auf.

Mit 19 traf Ionela Mihai. Sie verliebten sich, heirateten, und die junge Frau zog zu ihren Schwiegereltern. Nach der Geburt des ersten gemeinsamen Kindes, Paraschiva, begann Mihai zu trinken und seine Frau zu schlagen. Er wurde immer brutaler. "Ich erinnere mich noch gut, wie ich mich unter dem Bett versteckt habe, damit er mich nicht findet und schlägt", erzählt Ionela. Auch seine Kinder verschonte der aggressive Vater nicht. Immer wieder zeugten blaue Flecken und Verletzungen von seiner mangelnden Selbstkontrolle.

Matei (5) und Elena (4) sind völlig eingeschüchtert und unterernährt.

Ionela floh mit zwei ihrer vier Kinder vor ihrem gewalttätigen Ehemann.

Eines Tages wollte Ionela mit Elena eine Nachbarin besuchen gehen. Der betrunkene Mihai dachte, sie wolle ihn verlassen, ergriff sie auf offener Strasse und zerrte sie in den Wald. Dort befestigte er einen Strick an einem Ast und legte Ionela die Schlinge um den Hals. Die kleine Elena sass derweil weinend alleine auf der Strasse, was die Nachbarn bemerkten und die Polizei riefen. Ionela konnte entkommen. Mihai erhielt nur eine Geldstrafe. Gewarnt durch das Erlebte, lief Ionela nach Hause, packte Matei und Elena und fuhr ohne weitere Habseligkeiten mit dem Bus zu ihrer Schwester nach Dumbravita. Dort lebt sie seitdem im Haus eines freundlichen Nachbarn, der die Familie kostenfrei wohnen lässt. Wie lange er dies noch tut, ist jedoch ungewiss. Ionela besitzt keine Schulbildung und findet daher in der ohnehin armen Region keine Arbeit. Da sie und die Kinder noch an ihrem alten Wohnort gemeldet sind, bezieht Mihai auch das Kindergeld für Matei und Elena. Nachbarn helfen Ionela manchmal und bringen ihr Essen oder Holz. Doch die Kinder sind unterernährt, und das Haus ist kalt und klamm. Wir möchten die Familie mit Essen, Kleidung, Gemüse, einem Ofen und Feuerholz unterstützen. Ausserdem möchten wir Ionela ermöglichen, sich und die Kinder in Dumbravita anzumelden, damit sie das Kindergeld bekommt. Bitte helfen Sie dieser traumatisierten Familie durch Gaben und Gebete, dass sie zur Ruhe kommt und Nachrichten von den älteren Kindern erhält. Vielen Dank.

Projekt Nr. 3205, "Familienhilfe Ionela Capverde"

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Rumänien
Ana Maria möchte leben
Nur eine komplizierte Operation kann die Zwölfjährige noch retten

Erinnern Sie sich noch an Ana Maria? Vor etwa einem Jahr haben wir Sie gebeten, dem Mädchen ein neues Korsett und Krankengymnastik zu ermöglichen. Denn die Zwölfjährige leidet an einer ernsthaften Erkrankung des Rückens: einer Buckelbildung (Kyphose) bei gleichzeitiger seitlicher Verkrümmung (Skoliose) der Wirbelsäule. Korsett und Krankengymnastik haben gute Dienste geleistet, doch jetzt schlägt der Arzt erneut Alarm.

Noch immer möchte Ana Maria gerne Polizistin werden. Aber ihr Traum ist in weite Ferne gerückt. Denn der behandelnde Orthopäde, mit einer Zusatzausbildung in Kinderheilkunde, hat eine erschreckende Entdeckung gemacht: Die Wirbelsäule des Mädchens drückt zunehmend auf ihre inneren Organe. Ein neues Korsett, so der Spezialist, kann hier nicht mehr helfen. Eine Operation ist dringend erforderlich. Und zwar schnell, ehe es zu ernsten Schäden an den Organen kommt.

"Wir sind so dankbar für die Hilfe, die wir von Diaconia und den vielen fremden Menschen bekommen haben", sagt Mutter Ileana. "Ich würde nicht erneut um Hilfe bitten, wenn nicht das Leben meiner Tochter in Gefahr wäre." Noch immer kümmert sich der Vater von Ana Maria und ihren fünf Geschwistern nicht um seine Kinder. "Er lebt mit seiner neuen Frau und schaut nicht zurück. Nicht einmal zu Ana Marias Geburtstag im März hat er sie angerufen und ihr gratuliert", erzählt die Mutter.

Mutter Ileana ist Analphabetin, aber ihre Kinder gehen zur Schule und sind gute Schüler. Ileana geht putzen, um wenigstens etwas Geld zu verdienen. Das reicht aber kaum fürs tägliche Brot. Die dringend benötigte Operation in Bukarest ist für die alleinerziehende Mutter unbezahlbar.


Das neue Korsett hat gute Dienste geleistet, es reicht aber nicht mehr aus.

Ionela muss für ihre sechs Kinder alleine sorgen. Ana Maria ist die Älteste.

"Die Operation ist risikoreich und kompliziert. Deswegen ist sie auch besonders teuer." Dazu kommt, dass der Orthopäde zwar über die nötige Qualifikation für diese Operation verfügt, aber das Krankenhaus die speziellen Schrauben, Klammern und Haken nicht zur Verfügung stellen kann. Diese müssen für den Eingriff extra gekauft werden. Nach der Operation besteht zwar das Risiko einer Lähmung, doch die Alternative ohne Operation ist bedeutend schlimmer. Keiner kann absehen, welche gravierenden Schäden an den Organen auftreten könnten oder ob Ana-Maria gar sterben würde.

Wir möchten die Kosten von 5 500 Franken (5 000 Euro) gerne übernehmen, um Ana Marias Leben zu retten und ihren Traum, später Polizistin zu werden, möglich werden zu lassen. Bitte geben Sie durch Ihre Spende diesem Mädchen die Chance, zu überleben.


Projekt Nr. 3206, "Rückenoperation Ana Maria"

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Nepal
Ermutigung für Nepal
Nach dem Beben versuchen die Menschen, Normalität in ihr Leben zu bekommen

Die Situation für Christen im Land hat sich rapide verändert. Was in 2008 wie ein Befreiungsschlag gedeutet wurde, die Säkularisierung des Landes, entwickelt sich nun Stück um Stück zurück und lässt kaum mehr Raum für persönliche oder religiöse Freiheit.

Das Lächeln auf Man Bahadurs Gesicht erscheint müde, fast ein wenig traurig. Er, der für rund 15 Kinder in Dhading verantwortlich ist und ihnen, neben Nahrung und einem Schlafplatz, Liebe, Geborgenheit und die christlichen Werte vermittelt, sorgt sich. "Liebe Geschwister", schrieb er, "die Situation im Land hat sich verändert. Es bestehen Bestrebungen, Nepal wieder zu einem hinduistischen Staat zu machen. Niemand darf sich von seiner ursprünglichen Religion mehr abwenden und sich dem Christentum zuwenden. Es gibt jedoch auch Politiker, die das anders sehen. Sie sprechen sich dafür aus, jedem die Entscheidung persönlich zu überlassen und rufen dazu auf, sich anderen Religionen gegenüber respektvoll zu verhalten." Sowohl er als auch alle anderen Leiter der christlich geführten Waisenhäuser halten sich an diese Vorgabe. Sie respektieren und helfen Menschen, egal welcher Religion sie angehören. Sie leben ihren Glauben und halten sich an das vom Kirchenvater Augustinus geprägte Wort: "Wir predigen Christus auf jede Art und Weise – und wenn nötig auch durch Worte." Auch von Dolma, Leiterin eines der christlich geführten Waisenhäuser in Pokhara, hören wir Ähnliches. "Wir hatten Weihnachtskarten gestaltet. Als die Polizei kam und unser Haus nach christlichem Material durchsuchte, nahm sie alle Karten mit. Keine einzige blieb uns erhalten. Wir dürfen auch keine Bibeln mehr im Haus aufbewahren. Obwohl wir die schriftliche Erlaubnis der Angehörigen eingeholt hatten, die Kinder mit dem christlichen Glauben vertraut machen zu dürfen, wurden uns alle weiteren Zusammenkünfte untersagt."


Hausaufgaben sind wichtig und werden gemeinsam erledigt.

Heute wird unter freiem Himmel gegessen.

Mit dieser Grundeinstellung, Menschen Gutes zu tun und zu helfen, wo sie Leid sehen, gehen sie mit den ihnen anvertrauten Kindern und Jugendlichen um, sowie mit allen, die bei ihnen Hilfe suchen. Auch für einige Behinderte, die in Nepal keinen leichten Stand haben, finden sie Möglichkeiten der Beschäftigung, damit diese und ihre Familien wieder ein Auskommen haben und ihre Würde behalten.

Bitte unterstützen Sie diese christlichen Leiter in dieser schweren Zeit, und lassen Sie sie wissen, dass sie nicht alleine sind. Ihre Spenden kommen Hilfebedürftigen zugute, ungeachtet welcher Religion sie angehören. Und bitte beten Sie für dieses Land und die dort lebenden Menschen. Unsere Glaubensgeschwister brauchen uns.


Projekt Nr. 3207, "Nepalhilfe"

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Kindersklaven aus Nepal

Britische Behörden gehen Hinweisen nach, die den Verdacht erhärten, dass nepalesische Kinder und Jugendliche als Haussklaven nach Grossbritannien verkauft werden. Es handelt sich um Kinder, die nach dem Erdbeben, zum Teil ohne Eltern, im Norden Indiens Zuflucht gesucht hatten. Ein Reporter der Boulevard-Zeitung "The Sun" hatte sich als britisch-indischer Interessent ausgegeben und war in Indien auf einen Menschenhändler gestossen, der ihm nepalesische Jungen als besonders gute Arbeitskräfte im Haushalt anpries und erklärte, er habe schon viele dieser Kinder nach Grossbritannien verkauft, ohne dass die "Besitzer" je erwischt worden seien. Der Preis für ein Kind soll bei umgerechnet rund 7 200 Franken (6 600 Euro) liegen.
Das Problem der Haussklaven in Grossbritannien ist nicht neu. Täter und Opfer sind in der Regel Migranten aus afrikanischen oder asiatischen Ländern, die in Parallelgesellschaften leben, weshalb es schwer ist, die Opfer zu finden und ihnen zu helfen.




Armenien
Sauberes Wasser für die Bewohner von Navur
Dorf in der Grenzregion wird bestimmt von der täglichen Sorge ums Trinkwasser

Es ist noch nicht lange her, da erschienen die Nachrichten über den wieder aufgeflammten Konflikt zwischen Aserbaidschan und Armenien in Berg Karabach auch in unseren Medien. Doch so richtig ruhig war es entlang der Grenze nie. Davon können auch die Bewohner des Dorfes Navur erzählen. Viele Menschen wurden in den letzten Jahren verwundet oder getötet. Doch diese Menschen haben noch ein weiteres Problem.

Wasser ist ein wichtiges Thema. Die meisten Dorfbewohner haben weder Gas noch fliessendes Wasser in ihren Häusern. Einen Holz-Ofen besitzt fast jede Familie. Das Wasser jedoch beziehen die Bewohner aus dem Dorfbach. Ob Winter oder Sommer, Kälte oder Hitze, sie alle gehen mehrmals täglich zum Schöpfen. Wasser wird gebraucht: zum Kochen, zur Körperpflege, zum Putzen, zum Wäschewaschen und als Trinkwasser. In der Region sind die Winter lang und sehr kalt. Der Gang zum Dorfbach ist dann besonders beschwerlich.

Dieses Problem ist überall gegenwärtig. So auch bei Armanusch und ihren drei Kindern. Die Familie lebt nur von der kleinen Behindertenrente von Vater Garnik und einer geringen Sozialhilfe. Sie ist sehr arm. Und die tägliche Sorge ums Wasser setzt den Familienmitgliedern zusätzlich zu. Oder auch bei den Rentnern Sudarik und Wolodia, die bei der Familie ihres Sohnes leben: Schwiegertochter Susanna hat Schilddrüsenprobleme, der jüngste der drei Enkel, Wladimir (13), ist herzkrank. "Es fällt es uns schwer, die tägliche Ration Wasser zusammenzutragen", bekennt Sudarik. Und vor dem Haus von Meruschan Kalantarjan sieht man ebenfalls grosse Eimer und Kanister stehen. Wasser ist einfach das vorherrschende Thema in Navur.


Beim Händewaschen sind die Kinder von Armanusch ganz sparsam mit dem kostbaren Nass.

Auf dem Ofen im Wohnraum von Sudariks und Wolodias Familie wird das Wasser erhitzt.

Aus diesem Bach holen die Bewohner von Navur ihr Trinkwasser.

Alle müssen beim Wasserholen mit anpacken.

Gemeindeleiter Aram Nigojan macht sich grosse Sorgen. Vor ein paar Jahren hatte man versucht, das Problem zu lösen und eine Wasserleitung ins Dorf zu legen. Aber das Geld reichte nicht aus. Aram Nigojan hätte zwar einen Lösungsvorschlag, besitzt jedoch nicht die Finanzen, um ihn umzusetzen: Das Wasser des Baches fliesst Tag und Nacht, die Dorfbewohner benötigen es aber nur am Tag. Würde man das Wasser in der Nacht sammeln, gäbe es genug, um es am Tag abzuschöpfen. Ein Wasserreservoir fürs Dorf müsste 90 Kubikmeter Volumen fassen. Während der Nacht würde es gefüllt und während des Tages in die Häuser geleitet werden können. Dieses Projekt möchten wir gerne unterstützen. Es kostet rund 17 500 Franken (15 900 Euro) und würde den Familien sehr viel Lebensqualität geben. Bitte helfen Sie mit. Jede Spende zählt und macht für die vielen Familien in Navur einen grossen Unterschied. Vielen Dank!

Projekt Nr. 3208, "Wasserversorgung Navur"

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Russland
Vertrauen wagen lernen
Seit 1993 findet jährlich das Sommercamp "Pilgrim" in Moskau statt

Zum 24. Mal findet im Juli das Sommercamp "Pilgrim" in Oparino, in der Region Moskau, statt. Dankbar schauen Galina Dzhuzenova und ihre Mitarbeiter auf die vielen Möglichkeiten zurück, in denen sie Kindern Wegweisung, Glauben und Selbstbewusstsein vermitteln konnten.

Wie eine grosse Familie nehmen die Kinder am Wohlergehen der anderen teil.

Daumen hoch für das Sommercamp.

Spielerisch werden Fähigkeiten erkundet und ausgebaut.

"Als ich sah, wie sehr sich mein Sohn durch die Teilnahme am Camp verändert hatte, konnte ich wieder an Gott glauben. Er hat uns nicht vergessen, er ist mir durch die positive Veränderung meines Sohnes neu begegnet", bekennt eine Mutter von sieben Kindern strahlend. Sie kam zu Galina Dzhuzenova und bat um materielle Hilfe, da sie nicht mehr weiter wusste. Zu schwer lag die Last des Alltags auf ihren Schultern.

Zusätzlich zur Nothilfe bekam sie die Möglichkeit, eines ihrer Kinder kostenlos mit zum Sommercamp zu schicken, das bald darauf stattfand. So schickte sie den Sohn, mit dem sie die grössten Probleme hatte. Nach drei Wochen kam er zurück nach Hause. Seine positive Veränderung hinterliess die Mutter sprachlos und zutiefst dankbar.

Jedes Camp steht unter einem bestimmten Motto. Im vergangenen Jahr lautete es "Ich möchte glauben und vertrauen", in diesem Jahr "Gott ist Liebe". Jeden Morgen werden die Kinder angeleitet, miteinander die Bibel zu lesen, sich auszutauschen und füreinander zu beten. Für viele Kinder ist es das erste Mal, dass sie mit dem Glauben in Kontakt kommen oder feststellen, dass jemand echtes Interesse an ihnen und ihren Sorgen und Problemen hat. Während des Tages können die Teilnehmer ihre Fähigkeiten und Talente entdecken und weiterentwickeln. Dies geschieht durch sportliche Aktivitäten und Kreativ-Workshops. Am Abend schliessen die rund 100 Kinder den Tag durch einen gemeinsamen Austausch ab.

Am vergangenen Camp nahmen 74 Kinder und 28 Teenager teil. Davon kamen viele aus grossen Familien oder Familien mit nur einem Elternteil. Auch Waisen waren darunter, die keine Familie haben.

Ein grosses Highlight für alle Kinder ist stets das gemeinsame Essen. "So gut und in so fröhlicher Atmosphäre habe ich noch nie gegessen", strahlt ein Zwölfjähriger, als er danach gefragt wurde, was ihm gut gefallen hat. Eine 15-Jährige fügt nach kurzem Überlegen hinzu: "Es hat mich noch nie jemand so ernst genommen. Ich dachte bisher, auf mich kommt es nicht an. Aber jetzt weiss ich, dass ich wichtig bin – für Menschen und für Gott. Und das macht mich glücklich."

Geben Sie durch eine Spende auch in diesem Jahr einem Kind die Möglichkeit, am Camp teilzunehmen. Die Saat, die durch diese Zeit in die Kinderherzen gesät wird, hat Ewigkeitsbestand. Jesus sagt in Matthäus 25,40 "Wahrlich, ich sage euch: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan." Bitte begleiten Sie diese Kinder durch ihre Gebete und ermöglichen Sie ihnen, bleibende Veränderung zu erleben. Herzlichen Dank.


Projekt Nr. 3211, "Sommercamp PILGRIM 2016"

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Armenien / BAZ
Eine kleine "Backstube" für Anna
Vermieter holte Backofen ab und nahm Familie Grundlage zur Selbstständigkeit

"Als der Vermieter den Backofen abholte, ist eine Welt für mich zusammengebrochen", berichtet Anna. Die Handlung des Wohnungseigentümers brachte Anna, ihren Mann und ihre vierjährige Tochter in finanzielle Bedrängnis. Denn Annas Mann kann von seinem Lohn als Taxifahrer kaum die Miete bezahlen.

"Als wir 1999 in die Wohnung einzogen, war der Backofen bereits eingebaut. Am Anfang war er für mich nicht besonders wichtig. Aber seitdem ich selbstständig als Bäckerin arbeite, stellt er für mich die Grundausstattung für meine Arbeit dar, die uns ernährt", erzählt Anna. 2015 schloss die gelernte Lebensmitteltechnologin ihre Bäcker- und Konditorenausbildung im Berufsausbildungszentrum BAZ erfolgreich ab. "Ich habe in dem einen Jahr im BAZ mehr Wissen vermittelt bekommen, als während meines gesamten Studiums am College."

Schon während der Ausbildung konnte Anna kleinere Aufträge annehmen und dadurch das Familieneinkommen aufbessern. Alles schien gut. "Und ohne Vorwarnung tauchte plötzlich der Vermieter auf und holte den Backofen ab. Ich bin immer noch fassungslos." Um ihre Aufträge nicht zu verlieren, benutzt Anna hin und wieder den Backofen ihres Nachbarn Hakob, der ebenfalls ehemaliger BAZ-Absolvent ist und als Bäcker nun seine Familie unterstützt. Aber es ist Anna peinlich, immer wieder danach zu fragen und Hakob Unannehmlichkeiten zu bereiten.

Anna hat in ihrer Ausbildung im BAZ viel gelernt und ist bereit, beruflich durchzustarten.

Stolz und glücklich hielt Anna 2015 ihr Abschlussdiplom in Händen.

Ein Unternehmen, sei es gross oder in den eigenen vier Wänden betrieben, benötigt das richtige Material und Handwerkszeug. Das ist die Überzeugung des BAZ. Eine gut ausgestattete "Backstube" eröffnet Anna die Möglichkeit, dauerhaft in ihrem erlernten Beruf zu arbeiten und ein gutes Einkommen zu erzielen, das sie für den täglichen Bedarf der Familie dringend benötigt. Deswegen ist es für uns wichtig, Anna einen eigenen Ofen zur Verfügung zu stellen. Ihre Familie kann sich eine solche Investition aus eigener Kraft nicht leisten. Anna benötigt zudem ein Profi-Handrührgerät sowie weitere Arbeitsutensilien. Für die Einrichtung von Annas "Backstube" benötigen wir rund 2 400 Franken (2 180 Euro). Durch diese wäre ein gutes Fundament für die Zukunft der kleinen Familie gelegt. Bitte geben Sie Anna die Chance auf ein sicheres Einkommen durch selbstständige Arbeit. Herzlichen Dank.

Projekt Nr. 3209, "Berufsausbildungszentrum BAZ — Backstube für Anna"

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Albanien
Ein Kindergarten für die Kleinsten
In Noje findet die Kinderbetreuung in einem kahlen Raum ohne Spielzeug statt

"Es waren schon so viele hier und haben uns Hilfe versprochen. Sie haben Fotos gemacht, mit uns gesprochen – und wir haben nie wieder etwas von ihnen gehört." In der Stimme der Erzieherin ist Enttäuschung und Resignation zu hören. Es fehlt in diesem vergessenen Kindergarten wirklich an allem.

20 Kinder besuchen den Kindergarten, der sich in einem Raum der lokalen Schule im Dorf Noje, im Distrikt Kruje, befindet, einer sehr armen Gegend, in der niemand den Kindergarten finanziell unterstützen kann. Ein Raum ohne Heizung, mit zugigen, alten Fenstern und maroden Türen. Es gibt weder einen Teppich noch Regale, Stühle oder Tische. Der grüne Filz schützt nur wenig vor der Kälte des Steinfussbodens. Die wenigen Spielzeuge und Kreidestücke hat die Erzieherin von ihrem schmalen Gehalt selbst gekauft. "Es ist nicht viel, was ich erübrigen kann, aber ich kann das nicht mit ansehen", sagt sie traurig.

Generationen sind in dieser Umgebung aufgewachsen, doch die engagierte Pädagogin will sich nicht zufriedengeben: "Die Kinder haben etwas besseres verdient." Wenn der Schulleiter verlässlich wüsste, dass jemand in den Kindergarten investiert, würde er den Kindern und ihrer Erzieherin einen grösseren Raum zur Verfügung stellen. Doch bisher hat sich niemand darum gekümmert. "Ich habe auch die Regierungsstellen mehrfach angeschrieben und sie um Hilfe gebeten. Aber auch von da kommt nichts", berichtet die Erzieherin.


Die Kinder von Noje werden in einem kahlen Raum betreut, der den Namen Kindergarten nicht verdient.

Zuerst haben sich die Kinder nicht getraut, mit den mitgebrachten Spielzeugen zu spielen.

Bei unserem Besuch haben wir Spielzeug mitgebracht und wurden durch strahlende Kinderaugen belohnt. Zunächst trauten sich die Kinder nicht zum Tisch, auf dem das Spielzeug lag. Doch dann griffen sie beherzt zu und spielten mit grosser Freude. Wir haben uns derzeit einen Überblick verschafft, was dringend benötigt wird, damit der Kindergarten in Noje seinen Namen auch wirklich verdient. Die Fenster und Türen müssen erneuert werden, Regale und Möbel, Tafel, Bücher und Malblöcke sowie Stifte und Kreiden gekauft und der Boden isoliert werden. Auch einen Holz-Ofen und Feuerholz möchten wir den Kindern bringen. Insgesamt benötigen wir für die Renovierung und Einrichtung des Kindergartens rund 3 000 Franken (2 700 Euro), um ihn zu einem fröhlichen, kindgerechten Lernort zu gestalten, an dem die kleinen Dorfbewohner wichtige Weichen für ihre Zukunft gestellt bekommen. Bitte helfen Sie uns, in den Räumlichkeiten der lokalen Schule einen Kindergarten einzurichten, in dem die Kinder sicher und geborgen ihre Kindheit geniessen und ihrem Lerndrang nachgeben können. Herzlichen Dank.

Projekt Nr. 3210, "Renovierung Kindergarten Noje"

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EU–UnterstÜtzung fÜr Armenien

Im Dezember 2015 beschloss die EU-Kommission ein 30 Millionen Euro (32.7 Millionen Franken) teures Programm der Europäischen Union zur Unterstützung der Wirtschaft und Zivilgesellschaft in Armenien.
15 Millionen Euro fliessen in die Aktion "Bessere Qualifikation für bessere Arbeitsstellen", die darauf abzielt, Menschen für die passenden Arbeitsstellen zu qualifizieren. Einen Schwerpunkt dabei bilden Arbeitsstellen im landwirtschaftlichen Bereich.
10 Millionen Euro unterstützen ein Reformprogramm der staatlichen Finanzverwaltung. Hierbei geht es unter anderem um die Bekämpfung der Korruption, indem Transparenz, Effizienz und Rechenschaftspflicht im Bereich der öffentlichen Ausgaben gestärkt werden sollen.
5 Millionen Euro sind dazu gedacht, gesellschaftliche Organisation zu stärken. Sie sollen in die Lage versetzt werden, sich effektiv an gesellschaftlichen und politischen Prozessen zu beteiligen und so letztlich den demokratischen Prozess im Land voranzubringen.