Report
Ausgabe 07, Juli 2015


Armenien
Arpine will leben!
Seit 2001 ist Arpine für Diaconia tätig — nun braucht sie selbst Hilfe, um zu überleben

Es ist der 26. Mai 2015. Arpine Hambartzumyan (49) und Anna Jambazian, beide Mitarbeiterinnen von Diaconia Armenien, befinden sich gerade im Gespräch, als das Telefon klingelt. Als Arpine den Hörer wieder auflegt, ist alle Farbe aus ihrem Gesicht gewichen. „Das war mein Arzt,“ sagt sie zu Anna. „Ich habe Krebs. Nur im Ausland gibt es noch eine gute Chance, geheilt zu werden. Ohne diese Behandlung geben sie mir noch etwa ein Jahr“.

Nach dieser Eröffnung ist es still im Raum. Was ist zu sagen, wie kann man ihr Mut machen? Seit 14 Jahren ist Arpine treu für uns tätig. Täglich empfängt sie Hilfesuchende, spricht mit ihnen, ermutigt sie, hat ein offenes Ohr und Herz für deren Nöte. Danach hält sie das Gehörte schriftlich fest, damit Hilfestrategien und Projekte entwickelt werden können. Nun braucht sie selbst Hilfe, um zu überleben. Jetzt hören wir ihr zu und haben ein offenes Ohr und Herz für ihre Not.

Arpine mit ihren Enkelkindern Leo, Eva und Marie,
die sie fast täglich besuchen kommen.
Wir sitzen zusammen und erinnern uns: Vor sechs Jahren verlor Arpine ihren Ehemann Garen. Er starb an einer Infektion und wurde nur 46 Jahre alt. Seine Enkel hat Garen nicht mehr kennengelernt. Nach dem Verlust des Ehemanns und Vaters rückten Arpine und ihre zwei Töchter Lilith und Satenik noch näher zusammen. Eine grosse Freude bereiten Arpine vor allem ihre drei Enkelkinder Eva (5), Marie (1) und Leo (6 Monate), die ihre Grossmutter fast jeden Abend besuchen. „Ich möchte meine Enkelkinder so gerne aufwachsen sehen“, sagt Arpine nachdenklich. „Aber wie soll das gehen? Ich habe nicht das Geld, um die teure Behandlung im Ausland zu bezahlen. Wenn kein Wunder geschieht, werde ich bald nur noch in der Erinnerung meiner Familie weiterleben.“

Als Arpine uns berichtet, welche Kosten die Ärzte für ihre Behandlung veranschlagen, sind wir nochmals sprachlos. Etwa 110 000 Franken (105 000 Euro), so sagen sie, würde sie wohl kosten. Unerschwinglich für diese Frau, unerschwinglich auch für uns. Wir kämpfen gegen die Hoffnungslosigkeit, die in uns aufsteigen will, an und beschliessen, Ihnen, liebe Spender, Arpine vorzustellen.


Täglich schütten Hilfesuchende Arpine ihr Herz aus — sie hört geduldig zu und notiert die Informationen.

Arpine im Gespräch mit Hilfesuchenden. Sie steht ihnen mit Rat zur Seite.

Nun bitten wir Sie herzlich, Arpine zu helfen, damit sie eine Chance bekommt, zu überleben. Wir möchten Arpine gerne in Deutschland oder in der Schweiz behandeln lassen und benötigen dazu dringend Ihre Unterstützung durch Spenden und Gebete. Sowohl Arpine als auch ihre ganze Familie und wir als Diaconia Team, das Arpines Mitarbeit schätzt, danken Ihnen aufrichtig dafür!


Projekt Nr. 3059, "Medizinische Behandlung Arpine"

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Rumänien
Ein Dach über dem Kopf für Valericas Familie
27-jährige schwerhörige Frau kämpft gegen drohende Obdachlosigkeit und Armut

Die fröhliche Tapete an der Wand kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass diese Familie in Armut lebt. Das Haus ist gemietet, und der Eigentümer möchte nun selber dort einziehen. Valerica (27), ihre drei Kinder Adi (8), Alexandra (5) und Alina (1) sowie Vater Adrian (36) sind akut von Obdachlosigkeit bedroht.

Valerica hatte es noch nie leicht. Sie kommt aus einer kinderreichen Familie und musste als Zweitälteste viele Pflichten im Haushalt übernehmen. Ihre Hörprobleme nahmen ihre Eltern nicht ernst – heute hört sie so gut wie gar nichts mehr. „Ich versuche, von den Lippen meiner Kinder abzulesen, was sie benötigen“, sagt sie. Valerica ging zwar zur Schule, doch der Lehrer hatte kein grosses Interesse, den Schülern etwas beizubringen. Und so kann Valerica heute weder lesen noch schreiben. Zudem ging sie nächtelang Besen verkaufen, um die Familie finanziell zu unterstützen. Eine harte Kindheit. Umso liebevoller ist sie zu ihrer Familie. Vor zehn Jahren wurden Valerica und Adrian ein Paar. Nach der Geburt von Alexandra veränderte sich ihr geliebter Mann jedoch: Es zeigten sich schizophrene Züge. Heute lebt Adrian in seiner eigenen Welt, geht durchs Dorf und führt Selbstgespräche. Zu seinen Kindern hat er keinen Zugang mehr — manchmal fürchtet er sich sogar vor ihnen.

Valerica versucht, ihre Kinder mit ihrem Lächeln aufzuheitern.

Wegen des offenen Geländes liegt viel Müll auf dem Platz. Valerica und ihre Kinder verbrennen ihn regelmässig.

„Ich liebe meinen Mann immer noch, und ich versuche, den Kindern Sicherheit im Umgang mit ihm zu geben.“ Ihre eigenen Sorgen und Nöte versteckt die tapfere Frau hinter einem steten Lächeln.

Die Familie lebt in einer kleinen Hütte im Dorf Haghig, 23 Kilometer von Brasov entfernt. Sie steht neben ein paar anderen Hütten auf einem Hügel und hat weder Zaun noch sonstigen Schutz vor Wind und Wetter. Einer der Nachbarn ist aggressiv und hat Valerica und ihre Familie sogar schon mehrmals bedroht. „Wir mussten uns im Haus einschliessen und hatten wirklich Angst. Ich wünsche mir, in einem kleinen Haus zu leben, in dem wir sicher und unbehelligt sind.“ Nun muss für die Familie eine neue Unterkunft gefunden werden, der Vermieter hat der Familie gekündigt.

„Wir haben kein Geld für etwas Eigenes. Beim Lebensmittelhändler sind wir hoch verschuldet. Eigentlich können wir auch keine Miete zahlen. Doch meine Kinder brauchen ein Dach über dem Kopf.“ Lebensmittel, Windeln, Strom und eine Miete in unbekannter Höhe — Valerica weiss nicht, wie sie das alles bezahlen soll. Wir möchten der Familie helfen und die Kosten für ein Jahr übernehmen. Mit Ihrer Unterstützung könnten wir zudem ein kleines Haus mit Strom und fliessendem Wasser kaufen und ihr so eine gute Zukunft ermöglichen. Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung.


Projekt Nr. 3060, "Kleines Haus für Valerica"

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Rumänien
Behandlung und Medikamente für Lavinia
Tapfere Zwölfjährige erleidet beim Kochen schwerste Verbrennungen

„Es ging alles so schnell. Es war, als würde mich ein wildes Tier anfallen. Für einen Moment wusste ich gar nicht, was passiert war — bis ich die Kleider auf dem Bett brennen sah! Und selbst da hatte ich nur Angst vor meinem Stiefvater, und davor, dass er mich bestraft, wenn das Feuer seine Wohnung zerstört.“

Lavinia (12) hatte es nie leicht im Leben. Ihre Eltern sind geschieden, und sie lebt mit einem Bruder, zwei Schwestern, ihrer Mutter Florica (33) und dem Stiefvater in einer Wohnung in Sercaia, 53 Kilometer von Brasov entfernt. Ihr leiblicher Vater kümmert sich nicht um sie, und auch der Stiefvater ist ihr gegenüber kalt und abweisend. Nur zu gerne gibt er dem Mädchen die Schuld, wenn etwas nicht so läuft, wie er es will.

Mutter Florica ernährt mit ihrer Arbeit auf einer Farm die gesamte Familie. Der Stiefvater hat keine Arbeit und lebt in den Tag hinein. „Mama ist viel weg, weil sie zwölf Stunden am Tag von Montag bis Samstag arbeitet. Deswegen bin ich es gewohnt, mich selbst zu versorgen, wenn ich von der Schule nach Hause komme“, erzählt Lavinia. So war es auch im März dieses Jahres. Die Geschwister waren noch in der Schule und der Stiefvater irgendwo unterwegs. Lavinia wollte sich ihr Mittagessen zubereiten, ein paar Kartoffeln, die sie sich braten wollte. Also machte sie Feuer in dem alten, gemauerten Ofen, wie unzählige Male zuvor. Als die Kartoffeln in der heissen Pfanne brutzelten, blieb das Mädchen vor dem Ofen stehen, um das Essen im Auge zu behalten.


Der alte gemauerte Ofen wurde Lavinia zum Verhängnis.

An manchen Stellen ist die Haut an Lavinias Beinen zu 25 Prozent verbrannt.

Und dann flog plötzlich die Ofenklappe auf, und das Feuer sprang auf sie über. Das Mädchen fiel zu Boden und sah, wie ein paar Kleidungsstücke in der Nähe Feuer fingen. Die tapfere Zwölfjährige rappelte sich hoch, löschte die Flammen und brachte die Kleider ins Badezimmer. „Als ich dann die Wohnung verliess, bemerkte ich, dass auch meine eigenen Kleider in Flammen standen. Dann kam der Schmerz, und ich fiel in Ohnmacht. Gut, dass meine Geschwister nicht zu Hause waren.“ Nachbarn fanden das Mädchen – bewusstlos, in verkohlten Hosen und über und über mit Russ bedeckt.

Lavinia muss sehr schlimme Schmerzen ertragen. Der Heilungsprozess wird lange dauern. Sie bekommt eine spezielle Salbe verschrieben, die sie zweimal am Tag auf die grossen, verbrannten Hautflächen auftragen muss. Die Salbe kostet 100 Franken (95 Euro) und reicht nur für zehn Tage. Weder Salbe noch die Arztbesuche in Brasov kann die besorgte Mutter bezahlen. Wir möchten für die Behandlungskosten für Lavinia aufkommen. Bitte helfen Sie durch Spenden und Gebete, damit Lavinia gesund werden kann.


Projekt Nr. 3061, "Medizinische Versorgung Lavinia"

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Rumänien
Bildung für Rares und seine Geschwister
Ein Stift und ein Heft — Kostbarkeiten, die Rozeta ihren Kindern nicht geben kann

„Wenn ich gross bin, habe ich ein Haus mit vielen Fenstern und viel Licht — wie hier in meinem Haus“, sagt Rares und fügt die alten Kassetten-Hüllen zu einem kleinen Gebäude zusammen.

Die Plastik-Behälter sind das einzige Spielzeug, das der Fünfjährige besitzt. Er hat sie im Müll des Nachbarn gefunden. Mutter Rozeta (35) schaut zur Seite und wischt sich verstohlen eine Träne aus dem Augenwinkel. Sie weiss, dass es schwer werden wird für ihren Jüngsten und seine drei Geschwister.

„Die Kinder müssen zur Schule gehen und etwas lernen. Nur so haben sie eine Chance“, sagt Vater Pompiliu (40). Beide Eltern hatten dieses Privileg nicht. Rozeta wuchs bei ihrer gelähmten Grossmutter auf, nachdem der Vater an Krebs gestorben war und die Mutter sie einfach zurückgelassen hatte. In der vierten Klasse musste sie die Schule verlassen, um die Grossmutter zu versorgen. Nach deren Tod warfen ihre Verwandten sie aus dem Haus – Rozeta wurde obdachlos. Damals half ihr Pompiliu, indem er auf dem Gelände seines Elternhauses eine einfache Unterkunft errichtete. Die beiden verliebten sich und heirateten.

Pompiliu hat ebenfalls keinen Schulabschluss und keine Ausbildung. Trotzdem fand er Arbeit bei einem Briefdienst. Dort sortierte er Briefe und Päckchen für einen geringen Lohn. Im Laufe der Zeit verlor er jedoch die Sehfähigkeit auf dem linken Auge. „Ich habe versucht, das zu vertuschen, doch ich konnte nicht mehr schnell genug lesen. Mein Arbeitgeber entliess mich“, erzählt er traurig. Rozeta versuchte, auf einer 15 Kilometer entfernten Geflügelfarm Arbeit zu finden: „Sie wiesen mich ab, weil ich keine Schulbildung und keine Erfahrung habe.“


Rares spielt mit alten Kassetten-Hüllen und baut sein Traumhaus.

Die Eltern wünschen sich ein besseres Leben für ihre Kinder.

Jetzt lebt die Familie vom Kindergeld. Doch das reicht kaum zum Leben, geschweige denn für das Schulgeld. Zwei Kinder gehen zur Schule. Doru (7) sollte auch gehen, doch die Eltern können es sich nicht leisten. „Die Kinder benötigen Hefte, Stifte und Bücher. Das ist für uns unbezahlbar – erst recht dann, wenn noch etwas ausser der Reihe angeschafft werden muss“, sagt Rozeta. „Wir möchten unseren Kindern so viel geben, sie versorgen und gut erziehen. Ich gehe manchmal am Weiher fischen. Doch er ist in Privatbesitz, und ich muss betteln, damit ich ab und zu mal einen Fisch fangen darf. Wir haben einfach zu wenig – nur jede Menge Liebe für die Kinder“, sagt Pompiliu.

Wir möchten diese Familie mit Nahrungsmitteln und Schulmaterial für ein Jahr unterstützen. Bitte helfen Sie mit, dieser liebevollen Familie ein besseres Leben zu ermöglichen. Gott segne Sie dafür!


Projekt Nr. 3062, "Familienhilfe Rozeta und Pompiliu"

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Armenien / BAZ
Begabte Hände brauchen Grundausstattung
Garn und Schere — entscheidend für die berufliche Zukunft als Näherin

Fast ehrfürchtig streicht Kristine mit den Fingern über die neue weisse Nähmaschine. „Sie ist so schön“, sagt sie leise. Dabei meint sie wohl weniger deren Aussehen, als den ideellen Wert, den diese für sie beinhaltet: Diese weisse Nähmaschine stellt für Kristine den ersten Schritt in eine sichere Zukunft dar.

So wie auch Manushak und Ashkhen stammt Kristine aus der Provinz Armawir, aus Edjmiadzin. Sie sind allesamt Absolventinnen des BAZ-Nähkurses. Vor einem Jahr begannen die jungen Frauen diesen Lehrgang.
Überall in Armenien ist die Arbeitslosigkeit hoch und die Existenzsicherung schwierig. Selbstständigkeit ist auch nicht immer eine gangbare Lösung, denn man braucht für eine Firma Fläche, entsprechend ausgerüstete Räume, sowie Rohstoffe und Materialien. Als Näherin kann man jedoch zu Hause arbeiten. Aber auch dafür benötigt man eine Grundausstattung an Maschinen und Materialien, Wissen und Geschick.

Umso wertvoller sind für Kristine, Manushak und Ashkhen die drei Maschinen, die sie, dank einer Spende des „Lions Club Wuppertal“, erhalten haben. „Ich hätte nie gedacht, dass ich schon nach einem Jahr eine Maschine in Händen halten würde, so viel Wissen vermittelt bekommen hätte und mit der Arbeit loslegen könnte“, freut sich Kristine.


Stolz präsentiert Ashkhen Khudaverdyan ihre neue Nähmaschine.

Kristine Georgyan kann ihr Glück kaum fassen und freut sich auf ihre berufliche Zukunft.

Manushak Hovhannisyan und Sargis Svaryan. Beide freuen sich über die erfolgreiche Teilnahme am Nähkurs.

Die BAZ-Leitung möchte diesen drei Frauen nun die noch fehlende Grundausstattung für ihre Selbstständigkeit zur Verfügung stellen. Benötigt werden je ein Bügeltisch, ein Bügeleisen, diverse Scheren und weitere Nähutensilien. Die Kosten betragen pro Person rund 1 000 Franken (950 Euro).

Kristine, Manushak und Ashkhen stammen alle aus sehr armen Familien. Sie können noch nicht einmal den Betrag für das benötigte Garn aufbringen. Bitte helfen und unterstützen Sie, gemeinsam mit uns, den vielversprechenden Start ins Berufsleben dieser drei mutigen und begabten jungen Frauen, und ermöglichen Sie ihnen eine selbstbestimmte Zukunft für sich und ihre Familien. Herzlichen Dank.

Projekt Nr. 3064, "BAZ Grundausstattung für Näherinnen"

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Wahlen in Berg Karabach

ARMENIEN / Karabach – Die Wahlen in der Republik Berg Karabach vom 3. Mai werden von den meisten Staaten nicht anerkannt. Grund ist, dass die Republik selbst nur von wenigen Ländern als eigenständiger Staat akzeptiert wird. Dessen ungeachtet schickte die „Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa“ (OSZE) wieder ihre Wahlbeobachter nach Karabach. Geändert hat sich durch die Wahl wenig. Dominierende Partei ist weiterhin die „Freie Mutterlandspartei“ des Ministerpräsidenten Arayik Harutyunyan mit 47 % der Stimmen und 15 Sitzen. Die übrigen 18 Sitze verteilen sich auf vier weitere Parteien, von denen zwei neu ins Parlament eingezogen sind. Die OSZE-Beobachter fanden, wie bei den Wahlen zuvor, wenig Grund zur Beanstandung. Haik Khanumyan, der einzige Abgeordnete der „Nationalen Wiedererweckung“, die zum ersten Mal ins Parlament eingezogen ist, beklagte sich jedoch gegenüber dem „Institute for War & Peace Reporting“ (IWPR) über Druck auf seine Partei durch Mitglieder des Nationalen Sicherheitsdienstes.


Armenien
Sport- und Kulturmonat für Kinder
In den Sommerferien im „Dorf der Hoffnung“ spielend lernen und Spass haben

Kinder sind das höchste Gut einer Gesellschaft und unsere Zukunft. Und sie brauchen für eine gute Entwicklung nicht nur gesunde Ernährung, sondern auch die Förderung ihrer intellektuellen und physischen Fähigkeiten.

Dem verheerenden Erdbeben von 1988 im Norden Armeniens folgte der wirtschaftliche Niedergang des Landes. Nach der Katastrophe war die internationale Hilfsbereitschaft sehr gross. Auch Diaconia ist vor Ort, um Not leidenden Menschen, vor allem Kindern, zu helfen. Deswegen startet Diaconia jetzt ein neues Hilfsprojekt, mit dem Ziel, den Kindern während der Sommermonate im „Dorf der Hoffnung“ eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung anzubieten.

Das einzigartige „Dorf der Hoffnung“ wurde 2001 ins Leben gerufen. Es war vorgesehen, 200 Wohnhäuser für obdachlose, sozial schwache und kinderreiche Familien, eine Schule, einen Kindergarten, ein Kulturzentrum und auch eine Erholungszone mit Park und Kinderspielplatz zu bauen. Von den geplanten Bauten konnten 78 Wohnhäuser fertiggestellt werden. Wegen der Weltwirtschaftskrise kamen die Bauarbeiten zum Stillstand. Heute leben dort etwa 500 Menschen, davon 200 Kinder. Letztere gehen zur Schule und in den Kindergarten.

Doch was ist in den Sommerferien?

Wäre es nicht schön, wenn die Kinder gemeinsam spielen und ihre Kräfte messen könnten? Aus finanziellen Gründen können sich die meisten Dorfbewohner jedoch nicht einmal Tagesausflüge leisten. Eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung bleibt für sie unerreichbar. Fast das ganze Leben spielt sich notgedrungen nur noch in den eigenen vier Wänden ab. Das Vorhandensein eines Kinder- und Kulturzentrums würde das Leben im „Dorf der Hoffnung“ positiv beleben.


Alle freuen sich schon auf die Angebote in den Sommerferien.

Das Feriencamp bietet mehr als nur den Besuch auf dem Spielplatz.

Damit die Kinder in den Sommerferien nicht nur auf der Strasse spielen, möchte Diaconia einen „Sport- und Kulturmonat“ anbieten.

So möchte Diaconia nun die ersten Schritte machen, und die Kinder zwischen fünf und 14 Jahren in den Sommermonaten beschäftigen und ihre Schulferien interessanter gestalten.

Je nach Interesse werden die Kinder und Jugendlichen in verschiedene Gruppen eingeteilt. Geplant sind u.a. Malen, Theaterspiel, Musizieren und Singen, Fussballspielen sowie die Begleitung durch Seelsorger. Auch ein Tagesausflug zu den historischen Denkmälern und Kirchen steht auf der Wunschliste.

Je nach Interesse und Fähigkeit werden Patenkinder von Diaconia, die — vom Hilfswerk unterstützt – an verschiedenen Hochschulen eine Ausbildung machen, freiwillig als Lehrer und Leiter mitarbeiten. Um das Ferienprogramm erfolgreich umsetzen zu können, benötigen wir Material, Verpflegung und vieles mehr. Bitte unterstützen Sie dieses wichtige Projekt und begleiten Sie die Kinder während der Sommermonate im Gebet.


Projekt Nr. 3063, "Kulturmonat für Kinder im Dorf der Hoffnung"

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Albanien
Eine Kuh für Familie Balliu
Täglicher Kampf gegen Hunger und Naturgewalten zermürben Mark und Patushe

„Meine Kinder fragen mich oft: Mama, warum können wir nicht in einem normalen Haus wohnen? Werden wir immer so leben müssen?“, erzählt Patushe Balliu und schluckt. Leise fährt sie fort: „Ich habe keine Antwort für sie.“

Familie Balliu lebt im Dorf Noje, inmitten der Berge Ost-Albaniens. Nur eine holprige Piste, die eher an einen Ziegenpfad als an eine Strasse erinnert, führt in das Dorf, in dem die Armut zu greifen ist. Man sieht nur armselige Hütten und traurige Gesichter. „Wir atmen nur ein und aus“, sagt ein alter Mann am Wegesrand.

Familie Balliu besteht aus Vater Mark (40) und Mutter Patushe (37), den Jungen Ramazan (17) und Aurel (11) und Nesthäkchen Aurora (7). „Mein Mann und ich haben beide keine Arbeit. Denn in diesem vergessenen Landstrich eine Arbeit zu finden, ist sehr schwer“, erzählt Patushe. „Niemand findet die Zeit, sich unsere Sorgen anzuhören. Die Politiker erscheinen nur während des Wahlkampfes, versprechen uns das Blaue vom Himmel herunter und vergessen uns dann ganz schnell wieder.“

Und so kämpft die Familie tagtäglich gegen den Hunger und die Naturgewalten. Ihr Haus ist nicht mehr als eine baufällige Baracke. Das Dach ist marode, und die hölzernen Wände sind morsch. Ein schwerer Sturm hat das Dach stark in Mitleidenschaft gezogen. Der Aufenthalt im Haus ist lebensgefährlich.

Wenn es regnet, dann stellen Patushe und ihr Mann jede Menge Eimer und andere Behältnisse auf, um das Wasser, das durch das Dach tropft, aufzufangen. „Unsere Wohnverhältnisse sind wirklich schlimm. Dazu kommt der Hunger. Meine Kinder sind häufig krank und werden immer schwächer. Ich mache mir grosse Sorgen“, sagt die 37-Jährige.
Ein sicheres kleines Haus und eine Kuh, das wäre ihr grösster Wunsch und zudem eine echte Zukunftsperspektive für Familie Balliu. Die Umgebung bietet genug Futter für das Tier, und die Milch würde die Ernährung der Familie, vor allem der Kinder, sichern. „Derzeit müssen meine Kinder oft mit leerem Magen zu Bett gehen.“

Alles ist marode, Familie Balliu ist in dem Haus nicht mehr sicher.

Wie schlimm der Zustand des Hauses ist, kann man vor allem innen sehen.

Wir möchten Familie Balliu helfen und ihren Wunsch wahr werden lassen. Als wir mit deren Nachbarn, die alle ebenfalls sehr arm sind, darüber sprachen, waren diese aufrichtig erfreut. Es ist erstaunlich, dass es keinen Neid gab, sondern Zustimmung und Freude. Mit Ihren Spenden möchten wir der Familie helfen, ein kleines Haus bauen und ihr eine Kuh kaufen, damit vor allem die Kinder ein besseres Leben mit guten Perspektiven haben. Wir danken Ihnen herzlich für alle Unterstützung.

Projekt Nr. 3065, "Hilfe zur Selbsthilfe Familie Balliu"

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Protest gegen teure Bildung

ALBANIEN – In den letzten Monaten kam es in Albanien immer wieder zu Protesten von Studenten und Hochschuldozenten. Auslöser war der Plan der Regierung, die Studiengebühren um bis zu 30 % anzuheben. Zudem sehen die Pläne vor, die Hälfte der Universitäten zu privatisieren und die verbleibenden staatlichen Universitäten der Kontrolle der Regierung zu unterstellen, was nach Ansicht der Aktivisten die Hochschulfreiheit einschränken könnte, obwohl die Regierung das Gegenteil versichert. Die Privatisierung würde nicht nur bedeuten, dass ein grosser Teil der Gelder für Bildung in den privaten Sektor flösse, sondern dass, zusammen mit der Erhöhung der Studiengebühren für staatliche Einrichtungen, es jungen Leuten aus armen Verhältnissen unmöglich gemacht würde, zu studieren. Zudem befürchtet man unter anderem einen Anstieg der Korruption, wie es nach ähnlichen Massnahmen in Serbien und Mazedonien bereits der Fall ist. Wer bereit ist, genügend zu zahlen, kann dort Abschlüsse erhalten, ohne wirklich studiert zu haben.


Armenien
Ein Kindergarten für Apnagjugh
Kind sein — malen, spielen, singen und Gedichte lernen

Ein Dorf mit Tradition: Bereits im 13. Jahrhundert wurde Apnagjugh erstmals erwähnt. Das Dorf am Ufer des Flusses Kasach liegt in der Region Aragatsotn und ist von der Hauptstadt Jerewan 40 km entfernt. Doch die finanzielle Not ist bedrückend.

Die heutigen Bewohner sind Nachfahren westarmenischer Auswanderer, die hier um 1829 siedelten. Eine heimatverbundene Gemeinschaft, deren Mitglieder sich tatkräftig für das Gemeinwohl einsetzen.

715 Bewohner hat das Dorf. Sie leben von Ackerbau, Vieh- und Geflügelzucht, sind arbeitsam und hilfsbereit. Nach Kräften nehmen sie an den Gemeinschaftsarbeiten teil.

Es gibt auch eine Schule, die von 76 Kindern besucht wird. Benötigt wird noch ein Kindergarten für 41 Kinder zwischen drei und sechs Jahren. Denn seit der Schulreform müssen die Kinder bereits ab fünf Jahren die Schule besuchen, um langsam an den „Ernst des Lebens“ herangeführt zu werden.

Je jünger die Kinder sind, desto wichtiger ist die pädagogische Betreuung in einem Kindergarten. Die Leitung der Schule von Apnagjugh ist bereit, einen grossen Raum im Gebäude zur Verfügung zu stellen. Aber dieser befindet sich in einem schlechten Zustand. Eine komplette Sanierung und bauliche Veränderungen sind nötig. Der künftige Kindergarten wird über zwei Räume und eine Toilette mit einer Waschgelegenheit verfügen. Die Wände müssen neu gestrichen und ein neuer Bodenbelag verlegt werden. Zudem muss eine Heizung installiert werden. Die Kosten für diese Baumassnahmen belaufen sich auf rund 3 200 Franken (3 050 Euro). Die staatlichen Behörden haben kein Geld für die Renovierung, haben aber versprochen, die Vorschule mit Möbeln auszustatten.

Der Raum in der Schule muss dringend saniert und angepasst werden.

Die Kinder des Dorfes hoffen sehnsüchtig auf einen neuen Kindergarten.

Die Kinder werden in der Schule vier Stunden täglich betreut. Engagierte Lehrkräfte, wie Erzieher, Pädagogen und Logopäden, werden die Fähigkeiten und Interessen der Kinder entwickeln, mit ihnen malen, basteln, singen und Gedichte auswendig lernen. Dadurch können die Kinder spielerisch Erfahrungen sammeln und das Schulleben kennenlernen.

Ein Kindergarten mit Vorschule wäre für die Dorfbewohner ein wahrer Segen. Für die Eltern ist es wichtig, ihre Kleinkinder in guten Händen zu wissen, um ruhig ihrer Arbeit nachgehen zu können. Mit der Unterstützung dieses Projekts helfen Sie mit, die Entwicklung der Kinder von Apnagjugh nach heute üblichen Normen zu fördern und eine solide Basis für ihre weitere Bildung zu schaffen. Vielen Dank für Ihre Hilfe.


Projekt Nr. 3066, "Kindergarten Apnagjugh"

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