Report
Ausgabe 10, Oktober 2008


Armenien
Kleine Familie landete auf der Strasse – Vom Vater verlassen, gibt es für sie kaum Hoffnung
Mutter und Tochter versinken im Elend
Angik Badeian ist am tiefsten Punkt ihres Lebens angekommen. Viel schlimmer kann es für sie nicht mehr kommen, denn sie haust mit ihrer kranken 13-jährigen Tochter in einem winzigen Zimmer in einem Aussenbezirk der armenischen Hauptstadt Jerewan. Selbst für Essen ist nie genug Geld da.
Angiks Absturz begann damit, dass sie 1995 noch vor der Geburt ihres Kindes vom Vater ihrer Tochter Lusine verlassen wurde. Bei der Geburt von Lusine traten Komplikationen auf, das Kind kam mit einem kranken Herzen auf die Welt. Ausserdem hatte das Neugeborene eine Harnblasenentzündung und es war zuckerkrank. Vom Vater ihres kranken Kindes verlassen, blieb Angik nichts anderes übrig, als ihre Arbeit als Laborantin im Herzinstitut von Jerewan, wo sie 20 Jahre lang tätig war, aufzugeben. Ohne Arbeit konnte sie auch die Wohnung nicht bezahlen und so landete sie mit ihrer kleinen kranken Tochter auf der Strasse.
Ihre Eltern konnten sie nicht unterstützen, denn auch sie waren 1991 durch die wirtschaftliche Krise in Armenien in grosse Not geraten. Sie verloren damals ihre Arbeit und mussten ihre Wohnung verkaufen, um die angehäuften Schulden zu bezahlen. Bald starben Angiks Eltern und sie blieb alleine mit der Sorge um ihr Kind zurück.
Der Kampf um eine Wohnung wurde immer bitterer. Zuerst wohnten sie in einem Kindergarten. Die Leitung erlaubte ihr, in einem kleinen Zimmer kostenlos zu übernachten. Dann zogen Mutter und Tochter in den feuchten Keller einer Schule, die Lusine später besuchte. Danach wohnte die zweiköpfige Familie in einer dunklen Hütte, die so feucht war, dass an den Wänden Pilze wucherten. Lusine bekam in dieser Zeit zu all ihren anderen Krankheiten noch Rheuma. Auch die heutige Unterkunft ist keine Lösung auf Dauer.
Mutter und Tochter kämpfen jeden Tag um ihr Überleben. Angik ist inzwischen schwer krank und gilt als invalid. Sie hat zahlreiche Krankheiten: Diabetes und Bluthochdruck, ständige Kopfschmerzen und Schwindel. Ihre Sehleistung nimmt allmählich ab. Um die Invalidität bestätigt zu bekommen und die notwendigen Dokumente zu erstellen, musste Angik sich zehn Jahre lang an verschiedene Behörden wenden. Ohne diese Papiere konnte sie keine Rente bekommen. Doch die Invalidenrente ist gering. ,,Dieses Geld reicht nicht einmal für das Essen. An meine Krankheiten denke ich nicht mehr. Wichtiger für mich ist die Behandlung meiner Tochter“, sagt Angik traurig.
Die Familie hat auch einmal Glück gehabt. Im Rahmen eines staatlichen Programms zur Unterstützung kranker Kinder wurde Lusine 2007 kostenlos am Herzen operiert.
Doch Angik, deren ganzes Leben von Leid und Sorgen geprägt ist, steht heute vor unlösbaren Problemen: Nahrung und Kleidung, Medikamente und eine trockene und helle Wohnung sind dringend notwendig. Lusine, inzwischen 13 Jahre alt, hat viele Interessen, aber es ist kein Geld da, um am Leben ihrer Freundinnen teilnehmen zu können. So gerne würde das Mädchen eine Volkstanzgruppe oder eine Sportschule besuchen. Aber dieser Wunsch bleibt dem leidgeprüften Kind versagt. Lusine fragt sich oft, warum sie in Armut leben muss und warum sie kein festes Dach über dem Kopf hat wie die anderen Kinder. Doch zugleich denkt sie an ihre Mutter, die sie über alles liebt und die immer für sie da ist.
Projekt Nr. 1270
„Ein Heim für Angik und Lusine“

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Armenien
Alle drei Söhne der Familie Grigorian schwer erkrankt – Behandlungskosten stürzen Eltern in die Verzweiflung
Ein Vater im Strudel der Sorgen
Majis Grigorian ist verzweifelt: „Manchmal fühle ich mich kraftlos im Kampf um das Leben meiner Kinder“, sagt der Taxifahrer und fügt mutlos hinzu: „Mir scheint es, dass ich in diesem Strudel der Sorgen untergehe.“ Alle drei Söhne von Majis leiden unter verschiedenen Krankheiten. Die Behandlungskosten fressen sein mageres Taxifahrer-Gehalt auf und er weiss nicht, wie er jeden Monat das Geld für die Miete der Wohnung aufbringen soll.
„Ich war 31 Jahre alt, als mein erster Sohn Kolja zur Welt kam“, erzählt er. Überglücklich habe er das kleine Bündel Mensch in die Arme geschlossen. Doch seine Freude wurde getrübt, als er erfahren hat, dass sein erstgeborener Sohn an schwerer Diabetes (Zuckerkrankheit) leidet.
Drei Jahre später wurde der zweite Sohn, Mher, geboren. Von Geburt an war das Kind sehr schwach und kränklich. Im Laufe der Jahre verschlechterte sich sein gesundheitlicher Zustand immer mehr. Ein Arzt stellte bei ihm schliesslich eine „offene arterielle Tube“ des Herzens fest, die schnellstmöglich operiert werden muss.
Auch Armen, der dritte Sohn von Majis, kam krank auf die Welt. Er leidet an der Augenkrankheit Astigmatismus, der sogenannten Stabsichtigkeit oder Hornhautverkrümmung.
Kolja braucht ständig Medikamente und spezielle Nahrung, Mher muss baldmöglichst notoperiert werden, Armen sollte sich ständig unter Bewachung der Ärzte befinden – für den verzweifelten Familienvater ist das unbezahlbar.
Natürlich will Majis seinen kranken Söhnen die Hilfe zukommen lassen, die sie zum Überleben brauchen. Doch für die unzähligen Medikamente und unaufhörlichen Behandlungen reicht sein Gehalt nicht aus. Er musste sich Geld leihen. Die finanzielle Spirale zog ihn immer weiter nach unten. So versank er unter einem Schuldenberg und musste seine Wohnung verkaufen, um die Gläubiger auszahlen zu können.
Die Familie, deren Lebensstandard so niedrig ist, dass sie nicht einmal genügend zu Essen hat, muss noch jeden Monat das Geld für die Miete aufbringen. Inzwischen erhöhen sich die Mieten in Armenien von Tag zu Tag, und Majis schaut jedes Mal mit grosser Angst auf den Kalender, wenn der Tag der Mietzahlung sich nähert.
Majis sieht keine Chance mehr, um dem Kreislauf der Armut und der Krankheiten zu entrinnen. Er möchte stark sein, doch seine kranken Kinder fesseln ihm die Hände.
Diaconia ist nun die letzte und einzige Hoffnung für diese arme Familie. Bitte helfen Sie mit und unterstützen Sie diese Kinder in ihren schwersten Tagen.
Projekt Nr. 1271
„Unterstützung für Majis“

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Rumänien
Auf der Heimfahrt von einer Predigt prallt Ionut Sandru mit seiner Familie im Auto gegen eine Betonwand – Korruptes Gesundheitssystem gefährdet sein Leben
Junger Pastor nach Unfall im Koma
Ein junger Pastor kämpft in einem Spital in Bukarest ums Überleben – und seine Frau kämpft gleichzeitig gegen die Korruption des rumänischen Gesundheitssystems. Es war nach Mitternacht, als das Unglück geschah. Der junge Pastor Ionut Sandru war zusammen mit seiner Frau Monica und dem drei Jahre alten Sohn Eric Ruben unterwegs von Bukarest nach Sibiu, wo er Pastor einer kleinen Gemeinde ist. Nachdem er in Bukarest bei einer Evangelisation gepredigt hatte, wollte er noch in der gleichen Nacht zurück, damit er am nächsten Tag arbeiten konnte. Während der Fahrt überfiel ihn ein Sekundenschlaf. Er prallte mit dem Auto gegen eine Betonwand. Monica und Eric wurden Gott sei Dank nur leicht verletzt. Gemeinsam mit Passanten zogen sie den bewusstlosen Ionut aus dem Auto. 45 Minuten musste die Familie auf einen Rettungswagen warten, der ihn in ein nahegelegenes Spital brachte. Ionut überlebte den Unfall schwer verletzt, liegt seitdem aber im Koma. Die Ärzte des kleinen Spitals konnten ihm nicht weiterhelfen. Im korrupten Gesundheitssystem von Rumänien ist es nicht möglich, einen Patienten einfach in ein besser ausgestattetes Spital zu verlegen. Erst als eine einflussreiche Person sich für Ionut einsetzte, durften Angehörige einen Transport nach Bukarest organisieren.
Der Pastor brauchte dringend Blutkonserven. Diese waren bis auf einen Beutel in der ganzen Stadt nicht aufzutreiben. Angehörige und Freunde haben über 50 Menschen zusammengetrommelt, die bereit waren, Blut zu spenden, damit das Spital die nötigen Blutkonserven für Ionut freigab. Unvorstellbare Zustände herrschen in den rumänischen Spitälern. Sogar um eine Matratze mussten seine Angehörigen kämpfen. Zuerst hiess es, dass man eine spezielle Matratze für 100 Franken pro Tag mieten könne. Doch erst als eine Krankenschwester „beschenkt“ wurde, gab es tatsächlich eine Matratze für den Patienten.
Für Monica ist es schrecklich, neben dem Schock und den Verletzungen mit anzuschauen, wie ihr Mann leiden muss. Und es ist sehr erniedrigend für sie, um jede zusätzliche Pflege oder um spezielle Medikamente zu betteln und dafür zu bezahlen. Zum Beispiel brauchte Ionut dringend Medikamente, die seinem Gehirn helfen, sich zu regenerieren. Das Spital sagt, dass diese Medikamente nicht vorrätig seien, man sie aber in der Apotheke kaufen könne.
Als westlicher Beobachter kann man sich kaum vorstellen, wie marode das rumänische Gesundheitswesen ist. Fast jeder Arzt hält die Hand auf, bevor behandelt wird. Die Patienten und ihre Angehörigen wagen nichts dagegen zu sagen, weil ihnen sonst die Behandlung ganz verweigert würde.
Diaconia hat entschieden, für Ionut und seine junge Familie einzustehen. Die Mitarbeiter sorgen für Medikamente, übernehmen die Betreuungskosten und den Unterhalt für die junge Familie. Gleichzeitig kämpft Diaconia gegen die Korruption. Unsere Mitarbeiter bestehen bei allen medizinischen Projekten darauf, von den Ärzten und Spitälern legale Quittungen für getätigte Zahlungen zu erhalten.
Wir bitten Sie herzlich, Ionut zu unterstützen und für seine Genesung zu beten.
Projekt Nr. 1272
„Unfall Ionut“

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Albanien
Christen bieten in Kamez Gruppen für Kinder und Jugendliche an – Weihnachtsfeier geplant
Jugendlichen einen seelischen Halt geben
Viele Jugendliche aus der 9 000-Einwohner-Region im albanischen Kamez leiden nicht nur unter bitterer Armut, ihnen fehlt oft auch geistiger und seelischer Halt. Einige besuchen den Schulunterricht nicht mehr und gehen stattdessen arbeiten. Sie müssen ihre von der schlechten finanziellen Wirtschaftslage betroffenen Eltern unterstützen, die nicht einmal mehr das Schulgeld aufbringen können.
Nun haben Christen in Kamez eine Jugendgruppe ins Leben gerufen. Die Betreuung dieser Gruppe ist jedoch nicht ganz unproblematisch.
Die Kinderstunde hat bei vielen Kindern die Liebe zu Gott geweckt. Zur christlichen Gemeinde ist eine herzliche und warme Bindung entstanden. Viele Kinder kommen jedoch nur unregelmässig. Diese kleinen Besucher möchte Diaconia-Einsatzleiter Artan Metohu mehr anspornen, die Gruppen zu besuchen. Die Kinder sind sehr aufmerksam und möchten mehr über die Geschichten in der Bibel erfahren. Oft zeigen auch die Eltern grosses Interesse am christlichen Glauben.
In Kamez gibt es eine katholische und eine reformierte Kirche sowie eine Moschee. Obwohl viele Bewohner Moslems sind, praktizieren nur wenige ihre Religion. Es zeigt sich bei ihnen eine grosse Offenheit dem Christentum gegenüber, und so besuchen einige Moslems die christlichen Gottesdienste.
„Auch dieses Jahr würden wir gerne wieder eine kleine Weihnachtsfeier für die Jugendlichen in Kamez organisieren. So wird ihnen die Möglichkeit gegeben, die Güte und Liebe Gottes kennenzulernen“, schreibt Artan Metohu. Er erwartet dieses Jahr rund 150 Jugendliche. Mit einem Puppentheater, durch Spiele und mit Liedern soll den Kindern Jesus Christus – und ganz speziell die eigentliche Weihnachtsgeschichte – auf anschauliche Weise vorgestellt werden.
Die Jugendlichen sollen zudem mit einem kleinen Geschenk, einem Sandwich und einem Getränk überrascht werden.
Bitte helfen Sie mit, den jungen Menschen ein unvergessliches Weihnachtsfest zu bereiten.
Projekt Nr. 1273
„Weihnachten in Kamez“

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Rumänien
Katastrophales Hochwasser in Rumänien: 13 000 Menschen evakuiert – Diaconia bereitet grossen Hilfstransport vor
Die Menschen stehen vor dem Nichts
Umweltkatastrophen treffen häufig die Ärmsten der Armen. Die Bewohner des Nordens von Rumänien haben fast jedes Jahr unter einem grossen Hochwasser zu leiden und sind den Fluten schutzlos ausgeliefert. In diesem Sommer waren landesweit 174 Ortschaften in sieben Judete (Kantone) betroffen. Mehr als 27 000 Hektar Ackerland wurden überflutet, die Ernten vernichtet.
Fünf Menschen starben durch das Hochwasser, 13 000 Menschen mussten evakuiert werden. 2 617 Häuser wurden in Mitleidenschaft gezogen. Ein Mädchen kam ums Leben, als es vor den Augen vieler Zeugen von den Wassermassen eines Baches mitgerissen wurde.
Die Mitarbeiter von Diaconia Rumänien bereiten zusammen mit den lokalen Behörden eine grosse Aktion vor, um Hilfsgüter in die Katastrophen-Gebiete zu bringen. Die Mitarbeiter vor Ort haben bereits viel Erfahrung, solche Einsätze zu organisieren. Im vergangenen Jahr konnten 150 am schwersten betroffene Familien mit den nötigsten Gütern versorgt werden. Auch jetzt stehen wieder viele Familien vor dem Nichts. Versicherungen gegen Wasser oder Feuer haben sie nicht. Die Ernte wurde zerstört, die Nutztiere sind ertrunken.
Wir möchten so vielen Familien wie möglich helfen, wieder einen Anfang zu wagen. Besonders dringend brauchen die Menschen Nahrungsmittel, Kleider und Decken als Soforthilfe, denn schliesslich steht der Winter vor der Tür.
Bitte helfen Sie uns, diese armen Familien zu unterstützen und den Hilfstransport zu ermöglichen, um die grösste Not zu lindern. Möge Gott Sie für Ihre tätige Nächstenliebe reichlich segnen!
Projekt Nr. 1274
„Hilfe für Hochwasseropfer“

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Rumänien
Die Behandlung ihrer zwei Kinder sprengt das Familienbudget von Familie Tiron – Diaconia hilft in finanziellen Krisen
Liebevolle Pflege für Rian und Derina
Dan und Loredana Tiron waren überglücklich, als vor vier Jahren ihr Sohn Rian geboren wurde. Doch Rian ist mit einem kleinen Geburtsfehler auf die Welt gekommen. Sein Urin tritt seitlich aus einem kleinen Loch aus. Der kleine Junge wurde bereits fünf Mal operiert. Leider immer ohne Erfolg. Die kleine Öffnung liess sich nicht dauerhaft schliessen. Ein erfahrenerer Arzt wird sich nun mit einer neuen Methode um Rian kümmern. Bei einer Operation will er die Öffnung endgültig "flicken".
Auch die vor einem Jahr geborene Tochter Derina muss mit einem Handicap leben. An ihrer rechten Hand ist ein zusätzlicher sechster Finger gewachsen, der operativ entfernt werden musste. So müssen sich die Tirons um die medizinische Versorgung zweier kranker Kinder kümmern, was nicht einfach ist, schliesslich sprengen die Operationen und Behandlungen ihrer Kinder ihr Familien-Budget. Damit die Schulden, die sie wegen der Operationen machen mussten, sie nicht in den Abgrund reissen und sie weiterhin für sich selber sorgen können, baten Dan Tiron und seine Frau Diaconia um Hilfe.
Leider kommt es immer wieder vor, dass Familien wegen Krankheiten oder Unfällen in finanzielle Schieflagen geraten. Und so beginnt ihre Talfahrt. Ein Problem zieht das nächste mit sich. Wegen den Schulden können die Kosten für Miete und Heizung nicht mehr bezahlt werden und zum Schluss landen die Familien auf der Strasse.
Diaconia möchte solche Familien unterstützen, die unverschuldet wegen Krankheit oder Unfall in eine Krise geraten sind, damit sie so schnell wie möglich wieder auf eigenen Beinen stehen können. Helfen Sie mit?
Projekt Nr. 1275
„Familienhilfe Brasov“

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Armenien
Marine und Ararat Manukian haben durch das „Dorf der Hoffnung“ Kraft zum Leben erhalten
Eine Chance für ein neues Leben
Das „Dorf der Hoffnung“: Ein Projekt, das Mut macht und Leben grundlegend verändert. Auch das Leben von Marine und Ararat Manukian wurde durch diese segensreiche Einrichtung von Diaconia in bessere Bahnen gelenkt. Wie viele andere auch, bekamen sie durch dieses Projekt einen sicheren Ort zum Wohnen in einem hellen und trockenen Haus, in einem liebevollen Umfeld.
Mit dem Zusammenbruch des kommunistischen Systems in Armenien haben viele Leute ihre Arbeit verloren. Die Erwartungen der Menschen, in einem unabhängigen und diktaturfreien Staat besser zu leben, wurden bald gedämpft. Armenien wurde in einen Krieg mit dem Nachbarstaat Aserbaidschan verwickelt. Wegen der Blockade der Grenzen konnte die Kaukasusrepublik keine Lebensmittel, Waren und Benzin mehr einführen, die Betriebe arbeiteten nicht, nichts wurde produziert. Es gab keinen Strom, keine Heizung, keine Medikamente, zu wenig Brot.
Unter diesen unwürdigen Zuständen litten auch Marine und Ararat, die 1986 geheiratet haben. Dem Ehepaar wurden vier Kinder geschenkt: zwei Töchter und zwei Söhne. Seit der Geburt leidet der kleinere Sohn Garegin an Niereninsuffizienz, einer schweren und unheilbaren Krankheit. Durch die wirtschaftliche Krise verloren Marine und Ararat ihre Arbeitsstellen. Um ihre Kinder zu ernähren, nahmen sie jede Arbeit an: Sie arbeiteten auf dem Bau oder putzten Wohnungen, um etwas Essen auf den Tisch stellen zu können und den Hunger ihrer vier Kinder zu stillen.
Dann machte sich das Ehepaar selbstständig. Es verpfändete seine Wohnung und eröffnete einen Marktstand. Dort verkauften die Manukians Obst und Gemüse. Zunächst ging das Geschäft gut. Aber die schwere und anstrengende Arbeit hatte negativen Einfluss auf die Gesundheit von Ararat. Er fühlte sich schlecht, seine Sehleistung nahm rapide ab. Die ärztliche Untersuchung zeigte, dass seine Augenkrankheit unheilbar war. Marine musste die schwere Last alleine auf ihren Schultern tragen. Bald verlor die Familie ihr Geschäft, dann auch ihre Wohnung. Marine stand mit ihren vier Kindern und dem behinderten Mann auf der Strasse. Bis 2005 hat sich Marine mit zahlreichen Anträgen und Bittschriften an die Instanzen Armeniens, an den Regierungschef und den Präsidenten gewandt. Immer wieder bekam sie dieselbe Antwort: ,,In Armenien werden heute keine Wohnungen gebaut.“
Die letzte Hoffnung für Marine blieb Diaconia. 2006 bekam die Familie ein Vier-Zimmer-Haus im ,,Dorf der Hoffnung“. Marine weinte vor Freude und Glück, als sie die Schlüssel ihres neuen Heimes überreicht bekam. Eine Kommission hatte sie unter den besonders armen Bewohnern der Hauptstadt ausgewählt.
Marines zwei Töchter sind schon verheiratet und haben eigene Kinder. Die Söhne lernen noch in der Schule und haben ausgezeichnete Leistungen. Das „Dorf der Hoffnung“ hat den Manukians die Kraft zum Weitermachen gegeben. Die ganze Familie ist allen Spendern von Herzen dankbar, die dieses Projekt mit ihren Gebeten und Gaben unterstützen. Diaconia errichtet im „Dorf“ zweckmässige Häuser, Werkstätten und Bildungseinrichtungen. Das geht nur mit Ihrer Hilfe!
Projekt Nr. 1276
„Dorf der Hoffnung“

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Armenien
Studiengebühren für arme armenische Familien unbezahlbar – Zukunft der Kinder steht auf dem Spiel
Hunger oder Universität?
Nvard hat die Schule mit Auszeichnung absolviert. Das Mädchen ist hoch begabt. Doch ihre Familie kann es sich nicht leisten, sie studieren zu lassen. Wie sieht die Zukunft dieses Kindes aus?
Nvard stammt aus einem armenischen Dorf an der Grenze zu Aserbaidschan. Ihre Eltern sind arme, aber gebildete, fleissige Menschen, die Tag und Nacht arbeiten. Nvard hat noch drei Geschwister. Die Eltern können nicht für alle sorgen. Sie bemühen sich, aber es ist einfach nicht genug Geld da.
Mit dem Verkauf von Honig, den sie von eigenen Bienen haben, konnten sie nun einen Teil der Studiengebühren bezahlen. Doch noch fehlt der grössere Teil.
Jeden Herbst häufen sich bei Diaconia in Armenien die Anfragen besorgter Eltern oder heranwachsender Jugendlicher. Für Familien, die schon Probleme haben, ihr tägliches Brot zu verdienen, sind die Studiengebühren unerschwinglich. Alles in Armenien ist teurer geworden und das Leben wird immer schwieriger. Doch es geht um die Zukunft ihrer Kinder. „Wenn man nur die Wahl hat, entweder etwas zu essen oder die Kinder auf die Universität zu schicken, hat man nicht viele Möglichkeiten“, unterstreicht der Leiter der Diaconia-Arbeit in Armenien, Baru Jambazian. Eine Berufsausbildung ist keine Alternative – auch sie kostet Geld!
Insbesondere begabten Kindern, die ihre Schule mit Auszeichnung abgeschlossen haben, möchte Diaconia helfen. Kindern, die ein grosses Potenzial haben. Diese Art der Hilfe ist eine langfristige Investition in ihr Leben. Das Studium wird ihnen helfen, später einmal ihre Familien selber ernähren zu können, ja, überhaupt erst eine Familie zu gründen. Denn oftmals scheitert es am Geld, dass junge Leute heiraten können.
Diaconia möchte Nvard, aber auch die vielen anderen begabten Kinder unterstützen. Bitte helfen Sie uns, diesen Kindern eine Zukunft zu schenken.
Projekt Nr. 1277
„Zukunft armenische Kinder“




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