Report
Ausgabe 10, Oktober 2012


Armenien
Syrischer Bürgerkrieg verursacht trostloses Flüchtlingselend unter den Armeniern
Auf der Flucht vor dem Krieg bangen viele um ihr Leben und müssen ihr gesamtes Hab und Gut zurücklassen


Sie kehren mit leeren Händen zurück in ein Land, das selbst kaum weiss, wie es Armut und Arbeitslosigkeit bewältigen soll. Syrisch-armenische Christen fliehen vor den Gräueln des Bürgerkrieges nach Armenien. Was sie sich irgendwann einmal zusammensparen konnten, mussten die meisten noch in Syrien ausgeben, um am Leben zu bleiben. Traumatisiert und mittellos müssen sie sich nun den Problemen des Alltags stellen.


Diaconia hat versucht, mit einigen der christlichen Flüchtlingsfamilien zu sprechen. Aber viele haben auch in Armenien noch Angst vor möglichen Folgen für ihre Angehörigen, die noch in Syrien sind. Nur drei Familien haben sich schliesslich bereit erklärt, von ihren Problemen zu berichten.


Die Kinder von Ofelia und Raffi Gjujumgian vermissen den in Syrien zurückgebliebenen Vater.
Als Diakon einer christlichen Gemeinde wollte er gerade in dieser schweren Zeit für deren Mitglieder da sein
Die Einschulung seiner Tochter in Armenien wird er wohl nicht miterleben.

In der Zweizimmerwohnung von Wardans Schwiegermutter in Abowjan leben insgesamt zehn Personen.
Acht davon fanden sich für dieses Foto zusammen. Ihre Gesichter sprechen Bände: Platzmangel und
finanzielle Sorgen prägen den Alltag der Familie.

Obwohl die letzten Ersparnisse von Ani und ihrem Mann gerade ausreichten, um sie und den acht Monate alten Geworg nach Armenien in Sicherheit zu bringen, gibt sie die Hoffnung nicht auf, ihren Mann bald wiederzusehen.


Ani Mkrttschian hatte Glück im Unglück. Irgendwie konnten sie und ihr Mann das Geld aufbringen, um wenigstens Ani und den acht Monate alten Sohn Geworg aus Syrien herauszuschaffen. Bei Bekannten haben sie Unterschlupf in einem kleinen Zimmer gefunden. Verwandte haben sie in Armenien keine mehr, nur ihre Patentante lebt noch hier. Hätten ihre Bekannten kein Mitgefühl gehabt, so hätte sie nicht gewusst wohin mit ihrem Kind. Jeden Morgen bringt ihre Patin etwas Milch und saubere Windeln. Von Zeit zu Zeit schenken die Nachbarn ihr einige Lebensmittel. Ani ist dankbar, sagt sie, aber sie wünscht sich nichts sehnlicher, als endlich auch ihren Mann in Sicherheit zu wissen.

Viele der syrischen Armenier leben in Damaskus, Aleppo, Latakia oder Qamishli, wo sie grössere christliche Gemeinden bilden. Auch Anis Mann stammt aus Qamishli.

Wie Ani geht es vielen Armeniern in Syrien. Sie sind verängstigt, fühlen sich nicht mehr sicher, wissen nicht, wie es für die Christen weitergehen wird und flüchten. Doch aufgrund des Konflikts liegt der Immobilienmarkt am Boden, und so lassen sie Häuser und Geschäfte zurück und kehren mittellos heim nach Armenien.

Auch Wardan und Aschchen Wardan-ian haben aus Angst vor dem Krieg vieles aufgegeben. In Aleppo hatten sie keine finanziellen Sorgen. Wardan arbeitete als Pharmazeut in einer Apotheke, das junge Paar bekam zwei Töchter – Arpi und Selin –, alles lief gut. Doch als die syrischen Auseinandersetzungen immer weiter um sich griffen, beschloss Wardan nach Armenien zu gehen. Nur das Nötigste konnten sie mitnehmen.

Jetzt leben sie bei Aschchens Mutter in Abowjan, in der Nähe der Hauptstadt Jerewan. Gemeinsam mit sechs weiteren Personen drängen sie sich in einer Zweizimmerwohnung zusammen. Arbeit als Pharmazeut konnte Wardan bisher nicht finden. Auch wenn er in Armenien studierte und einige Jahre Berufserfahrung in Syrien sammeln konnte – wer als Pharmazeut in Armenien kein Russisch spricht, findet nur schwerlich Arbeit. Bis es aber soweit ist, bleibt seine Schwiegermutter, eine Lehrerin, die alleinige Ernährerin der nun zehnköpfigen Familie. 60 000 Dram, umgerechnet gerade einmal 140 Franken (117 Euro), stehen dafür monatlich zur Verfügung. Und die nächste Schwierigkeit steht bereits bevor. Jetzt soll die mittlerweile zehnjährige Arpi eine armenische Schule besuchen. Lehrbücher und Unterrichtsmaterial aber hat sie nicht. Wenige Wochen nach der Einschulung werden zudem die Temperaturen in Armenien deutlich sinken. Bis dahin müssen Wardan und Aschchen die ganze Familie irgendwie mit warmen Kleidern und Schuhen ausstatten.

Eine ganz ähnliche Situation bietet sich in der Hauptstadt. Dort leben auf nur 25 Quadratmetern Ofelia Gjujumgian, ihre beiden Kinder, ihre Eltern, ihr Bruder, dessen Frau und deren Kinder. Ihr Mann Raffi ist in Aleppo zurückgeblieben – freiwillig. Als Diakon wollte er die Mitglieder seiner Gemeinde gerade in einer so schweren Zeit nicht hilflos zurücklassen und hat seine Frau und die zwei Kinder alleine nach Armenien geschickt. Eine kleine Ecke der Wohnung und ein Bett, das ist alles, was ihnen für den Moment geblieben ist. Ofeljas Vater versucht nun, die Familie mit Gelegenheitsarbeiten über Wasser zu halten. Ofelja selbst hat zwar eine musikalische Ausbildung, Arbeit konnte sie aber bisher nicht finden. Und wie Arpi soll auch Ofeljas sechsjährige Tochter nun eingeschult werden. Der kleine Bruder ist derweil von den Kriegsschrecken so traumatisiert, dass er jede Nacht ins Bett macht und wieder Windeln tragen muss.

Noch viele weitere christliche Familien, die vor dem Krieg in Syrien geflüchtet sind, stehen auf der Hilfsliste von Diaconia. Sie brauchen dringend Unterstützung, um die ersten Hürden in ihrem neuen Leben zu überwinden und irgendwie einen Anfang machen zu können.

Projekt Nr. 1790, "Armenische Syrien-Flüchtlinge"


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Ein Volk auf der Flucht
Nach dem Völkermord an den Armeniern, der Schätzungen zufolge in den Jahren 1915 und 1916 zwischen 300 000 und 1,5 Millionen Menschen das Leben gekostet hat, flüchteten viele armenische Christen ins Ausland. Die Türkei bestreitet bis heute, dass es einen Völkermord durch die Jungtürken des osmanischen Reiches an den Armeniern gegeben hat. Viele Armenier fanden in den Jahren danach Zuflucht in arabischen Ländern, darunter etwa 100 000 in Syrien. In der Diaspora hatten viele von ihnen eine zweite Heimat und oftmals auch Gelegenheit gefunden, Freunde und Familie in Armenien finanziell zu unterstützen.
Der Bürgerkrieg in Syrien hat nun dazu geführt, dass bisher rund 4 000 Armenier in ihr Heimatland zurückgeflüchtet sind. Die armenische Fluggesellschaft Armawia hat bereits mehrere Sonderflüge organisiert, um so viele von ihnen wie möglich aus Aleppo, wo die Mehrheit der armenischen Gemeinden beheimatet ist, auszufliegen. Doch der armenische Staat ist kaum in der Lage, für die oft mittellos gewordenen Flüchtlinge zu sorgen.
 



 
Krieg in Syrien
Armenische Christen unter den Opfern

In der umkämpften syrischen Hauptstadt Damaskus sind mehrere armenische Christen ums Leben gekommen. Medienberichten zufolge wurden ein armenisches Ehepaar im Alter von 49 und 46 Jahren, drei Kinder und die Schwester der Ehefrau im Zamalka-Distrikt auf der Strasse erschossen. Die genauen Umstände sind noch unklar. Die Leichen konnten wegen anhaltender Gefechte zunächst nicht geborgen werden. Das Gebiet ist zwischen Aufständischen und Regierungstruppen hart umkämpft. In dem Stadtviertel, in dem zahlreiche syrisch-armenische Christen leben, gab es nach Augenzeugenberichten zudem mehrere Bombenexplosionen. Weltweit sind Christen zum Gebet für die Notleidenden in Syrien aufgerufen.
 



Armenien
Ein harter Kampf um die Zukunft der Kinder
Rusanna Arshakians Kinder sind hochtalentiert – Ohne Unterstützung ist keine Ausbildung möglicht

Ein Blick in Rusanna Arshakians Wohnung vermittelt einen angenehm friedlichen Eindruck. Alles ist an seinem Platz, der Holzboden glänzt wie frisch gewachst. Ein Lächeln ist Rusanna dennoch kaum abzuringen. Zwei akademische Abschlüsse besitzt sie, ist Ingenieurin und Psychologin – und findet in beiden Berufen keine Arbeit.

Heute sammelt Rusanna Wohnungsgebühren für die Kommune ein. Immerhin ein monatliches Auskommen vo
50 000 Dram, etwa 117 Franken (98 Euro), kann die alleinerziehende Mutter von drei Kindern damit erwirtschaften.

Obwohl Rusanna Psychologin und Ingenieurin ist, findet sie in Armenien keine Arbeit.
Ihre beiden Kinder Ani (rechts) und ihren Sohn bei den Studiengebühren zu unterstützen, ist ihr deshalb nicht möglich.

Rusannas Leben liegt in Scherben. Eigentlich waren sie und ihr Mann einmal ein sehr glückliches Paar. Liebevoll und verantwortungsbewusst sorgt er für seine Familie, bis er plötzlich seinen Arbeitsplatz verliert. Finanzielle und psychische Probleme führen schliesslich zum Ende der Ehe. Rusanna bleibt allein mit drei Kindern. Ihretwegen reisst sie sich zusammen, beginnt auch nachts zu arbeiten. Aber weil sie tagsüber kaum Schlaf findet, hält sie die Belastungen nicht lange durch und erkrankt: „Bei mir wurde eine Geschwulst in der Brust entdeckt, die operiert und entfernt wurde. Zudem leide ich an einer schweren Augenkrankheit namens Keratokonus.“ Dabei dünnt sich die Hornhaut immer weiter aus und verformt sich zu einem Kegel. Schreitet die Erkrankung fort, muss die defekte Hornhaut durch ein Transplantat ersetzt werden.

Aber das sei ihr geringstes Problem, versichert sie. Viel wichtiger sei es, dass ihre Tochter Ani und ihr Sohn Arman gut versorgt seien. Auch sie haben mit gesundheitlichen Beschwerden zu kämpfen. Hinzu kommt der Kummer über die noch ausstehenden Studiengebühren der beiden.

Ani studiert Medizin. Ihr Abitur und die Aufnahmeprüfung an der staatlichen Universität in Jerewan hat sie mit so hervorragenden Noten abgeschlossen, dass sie ein fünfjähriges Stipendium erhielt. Nun aber, zwei Jahre vor ihrem Examen, ist das Stipendium ausgelaufen.

1 440 000 Dram, etwa 3 400 Franken (2 830 Euro), müsste sie bezahlen, um ihren Abschluss machen zu können. Einen Teil davon konnte sie sich immerhin noch selbst erarbeiten, einen anderen hat eine Stiftung übernommen. Doch Ani ist mittlerweile im Praktikum und arbeitet im Spital. Gerne würde sie für ihren Traum, später als Chirurgin im OP zu stehen, weiter arbeiten. Aber dafür reicht die Zeit neben dem Praktikum nicht aus. Nun hat sie auch noch eine Allergie entwickelt und kann sowohl Brille als auch Kontaktlinsen nur noch kurzzeitig verwenden. Eigentlich bräuchte sie eine Operation, um ihre Kurzsichtigkeit beheben zu lassen. Aber auch diese Kosten übersteigen die Möglichkeiten von Rusanna, die sich zudem um die Gesundheit ihres 22-jährigen Sohnes Arman sorgt. Zwar hat auch er Augenprobleme, viel schlimmer aber wiegt eine Hirnhautentzündung, wegen der er sich in ärztlicher Behandlung befindet. Eigentlich bräuchte er nur noch ein Jahr, um sein Studium an der Wirtschaftsfakultät abzuschliessen. Ein Stellenangebot von einer Bank, bei der er ein Praktikum absolviert hat, liegt bereits vor. Aber auch er fürchtet, ohne Unterstützung sein Studium abbrechen zu müssen. 385 000 Dram, etwa 900 Franken (750 Euro), stehen zwischen Arman und einer aussichtsreichen Karriere im Finanzwesen, die so vieles für ihn und seine Familie erleichtern könnte.

Bitte helfen Sie mit, diesen fleissigen und intelligenten jungen Leuten ihren Studienabschluss zu ermöglichen. Zudem möchte Diaconia die Kosten für Anis Augenoperation übernehmen!

Projekt Nr. 1791, "Ausbildung Kinder Rusanna"

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Rumänien
Ein liebevolles Zuhause für viele arme Kinder in Not
Vasile, Florin und Ionut leben im „Casa Ray“-Waisenhaus

Die drei Brüder Vasile, Florin und Ionut haben eine schwere Zeit hinter sich. Nun haben sie im „Casa Ray“-Waisenhaus in Dobreni ein neues Zuhause gefunden.

Im Norden Rumäniens liegt das kleine Dorf Dobreni. Hier unterstützt Diaconia ein Waisenhaus. 20 Kinder leben mittlerweile im „Casa Ray“. Das Heim wird durch Mihai Gavril geleitet, und die Kinder werden dort aufopfernd betreut.

Die drei Brüder Vasile, Florin und Ionut gemeinsam mit ihrer Grossmutter und einer Mitarbeiterin des Kinderheims „Casa Ray“
in dem sie jetzt leben..

Auch Vasile und seine beiden Brüder Florin und Ionut sind mittlerweile hier zu Hause. Erst 24-jährig starb ihre Mutter an Krebs. Fast zur selben Zeit wurde der Vater durch einen schweren Schlaganfall zum Pflegefall. Die Grossmutter übernahm die Verantwortung für die drei Jungen und den pflegebedürftigen Sohn. Aber der alten Frau fehlte es auf Dauer an Kraft, neben der Pflege ihres Sohnes und der Erziehung der drei Kinder noch genügend Geld und Nahrungsmittel zu beschaffen. Die Folgen waren verheerend: Die Geschwister wurden immer dünner und schwächer, erkrankten in der Folge sogar an Tuberkulose. Daraufhin schaltete sich das Jugendamt ein und brachte die drei in das Waisenhaus „Casa Ray“ in Dobreni, wo sie ein liebevolles neues Heim gefunden haben und regelmässig von ihrer Grossmutter besucht werden können. Froh sind sie vor allem darüber, dass sie zusammenbleiben konnten und so wenigstens noch ein bisschen Familienleben haben.

Bitte helfen Sie mit, dieses Waisenhaus zu unterstützen und die Zukunft der dort lebenden Kinder zu sichern.

Projekt Nr. 1792, "Waisenhaus Casa Ray"

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Rumänien
Gesunde Kinder dank Diaconia-Bienenhonig
Bereits angeschaffte Bienenvölker sollen durch eigene Vermehrung verdoppelt werden

Immer wieder ist es notwendig, Grundnahrungsmittel wie Kartoffeln und Gemüse an bedürftige Familien zu verteilen. Nur so können viele von ihnen die oft harten Winter in Rumänien überstehen. Mittlerweile ist Honig aus eigener Produktion zu einem festen Bestandteil der Lebensmittelpakete geworden.

Honig ist seit Jahrhunderten als Heilmittel mit beispielsweise antiseptischer und entzündungshemmender Wirkung bekannt. Zudem enthält er viele gesunde Inhaltsstoffe wie Mineralien, Proteine oder Aminosäuren. Seine Süsse ist bei Kindern und Erwachsenen geschätzt. Mehr als 1 000 Kilogramm Honig werden jedes Jahr von Diaconia an bedürftige Familien verteilt, worüber sich vor allem die Kinder sehr freuen.

Wer einmal ein Glas süssen Honig in der Hand hat,
gibt ihn nur ungern wieder her – egal in welchem Land.
Honig hilft nicht nur den Menschen, beispielsweise bei Erkältungen, die Bienenvölker spielen ausserdem eine unersetzbare Rolle bei der Bestäubung von Pflanzen in der Landwirtschaft.

Aber auch den Eltern verschafft ein Glas Honig Erleichterung, denn seine Heilwirkungen sind ihnen wohlbekannt, und Medikamente sind so teuer, dass sie sich nur die wenigsten Familien leisten können. Gerade im Winter, wenn Erkältungen um sich greifen, ist der Honig deshalb wichtig für sie. Ein Mitarbeiter berichtet, die Gläser würden wie ein Goldschatz gehütet. Strahlende Kinderaugen und dankbare Mütter machten ausserdem schnell klar, dass Honig für sie viel mehr ist als nur ein Brotaufstrich.

Diaconia hat Anfang dieses Jahres 35 eigene Bienenstöcke mit Bienenvölkern gekauft. Ziel ist es nun, die Völker durch eigene Vermehrung kostengünstig zu verdoppeln. Aber dafür werden weitere 50 Bienenstöcke benötigt, um sie einzuquartieren. Jeder davon kostet rund 200 Franken (170 Euro).

Ihre Gabe für einen oder mehrere Bienenstöcke wird für viele Jahre Segen bringen und benachteiligten Kindern ein Stück Freude, Hoffnung und Gesundheit schenken.

Projekt Nr. 1793, "Bienenstöcke"

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Rumänien
Holzöfen gegen den harten Winter
Erfolgreiches Diaconia-Hilfsprojekt nun zum dritten Mal – Arme Familien sind besonders von der Kälte bedroht

Wenn in Osteuropa der Winter einsetzt, dauert es meist nicht lange, bis die Nachrichten von den ersten Kältetoten berichten. Rumänien ist da keine Ausnahme. Viele arme Familien leben auf engstem Raum ohne Möglichkeit, richtig zu heizen. Die Temperaturen sinken nachts in den Hütten unter den Gefrierpunkt. In den vergangenen zwei Jahren aber konnte Diaconia bereits mehr als 60 Familien einen neuen Ofen schenken. In diesem Jahr soll diese lebensrettende Kampagne fortgesetzt werden.

Als Ileana Covesan ins Diaconia-Zentrum kommt, ist sie verzweifelt. Ihr Mann ist arbeitslos und alkoholkrank. Die achtköpfige Familie zu versorgen hängt seit Längerem alleine an ihr. Hinzu kommt der Platzmangel: Auf nur 20 Quadratmetern leben die beiden mit ihren sechs Kindern, und sie konnten im vergangenen Winter kaum heizen. Nur ein improvisierter Ofen, den Ileana irgendwo gefunden hatte, verschaffte ein wenig Linderung.

Während draussen die Temperaturen für Tage auf unter minus 30 Grad sanken, bekam Ileana das bescheidene Heim gerade so erwärmt, dass die Temperatur sich knapp über dem Gefrierpunkt hielt.

Ileana Covesan (zweite von links) trägt die ganze Verantwortung für die achtköpfige Familie alleine.
Im letzten Winter erkrankten vier von ihnen wegen der Kälte an Tuberkulose.
Nun ist sie überglücklich, dass sie sich vor diesem Winter nicht mehr fürchten muss.

In der Folge erkrankten ihr Mann und drei der Kinder an Tuberkulose und mussten ins Spital eingeliefert werden. Bis eine Nachbarin ihr von der Hilfsaktion für benachteiligte Familien erzählte, fürchtete sich die Mutter vor dem nahenden Wintereinbruch. Als sie schliesslich erfuhr, dass sie von Diaconia nicht nur einen Ofen, sondern auch Holz erhalten wird, war sie erleichtert und überglücklich.

Ileana und ihre Familie sind kein Einzelfall. „Es kommt immer wieder vor, dass wir im Winter Familien in ihren Hütten besuchen, bei denen über Nacht das Trinkwasser in den Flaschen gefroren ist. Die meisten von ihnen haben kein fliessendes Wasser, keine Toilette und keine Möglichkeit, sich während der Wintermonate irgendwo aufzuwärmen. Ein Leben unter diesen Umständen, das ist doch kaum möglich“, erzählt einer der Diaconia-Mitarbeiter in Brasov.

Die Menschen schlafen in ihren Kleidern, versuchen sich mit Jacken im Schlaf vor dem Erfrieren zu schützen und schaffen es manchmal dennoch nicht.

Einer dieser Familien mit einem Ofen zu helfen, kostet 320 Franken (266 Euro). Ein Ofen mit einer Portion Holz für den Winter kostet 600 Franken (500 Euro).

Bitte helfen Sie mit, für eine oder mehrere Familien einen Ofen zu finanzieren.

Projekt Nr. 1794, "Lebensrettende Holzöfen"

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Rumänien
Sehnsucht nach einem dichten Hausdach
Eine arme Tagelöhner-Familie ist dankbar trotz widrigster Lebensumstände

Familie Glejar lebt in einem der ärmsten Gebiete Rumäniens. Klagen aber kommen den Eltern nicht über die Lippen. Sie sind dankbar für alles, was sie haben. Dass sie dringend Hilfe benötigen, geben sie nur zögerlich zu.

Als Mutter Doina von einem Diaconia-Mitarbeiter gefragt wird, wie man ihr helfen könne, schweigt sie zunächst. Es sei nicht viel was sie hätten, aber sie seien dankbar, sagt sie dann. Erst nach und nach stellt sich im Gespräch heraus, dass ihnen das Geld fehlt, um beispielsweise das undichte Dach endlich reparieren zu können. Zwar arbeitet Doinas Mann Gheorge als Tagelöhner und kann so der Familie zumindest ein kleines Einkommen verschaffen, doch einer der beiden Söhne, Marian, ist behindert und benötigt intensive Pflege. Immer wieder nässt er in der Nacht das Bett ein. „Die Matratze“, sagt Doina, „ist mittlerweile vom Urin zerstört.“

Mit alten Plastikfolien hat Gheorge das Dach des Hauses notdürftig abgedeckt.
Dennoch dringt Wasser ins Innere, wenn es regnet.

Familie Glejar ist trotz aller Probleme dankbar für alles, was sie hat.

Fliessendes Wasser, um die Stoffwindeln und das Bettzeug zu waschen, gibt es nicht. Jeden Tag legt die Mutter einen Weg von einem halben Kilometer zurück, um von einer Quelle das benötigte Wasser heranzuschleppen.

Die zweifache Mutter ist gerne Hausfrau, aber immer wieder stösst sie an die Grenzen ihrer Kräfte. Darüber zu klagen käme ihr trotzdem nicht in den Sinn.

Doina und Gheorge sind seit 21 Jahren verheiratet und waren immer arm. Diaconia möchte dieser fleissigen Familie ein wenig Erleichterung für den Alltag schenken und mit Ihrer Hilfe ermöglichen, dass das Dach repariert, ein neues Bett mit Matratze für Marian und eine kleine Handwaschmaschine für Doina angeschafft werden kann. Danke für Ihre Solidarität mit den Ärmsten!

Projekt Nr. 1795, "Nothilfe Familie Glejar"

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Rumänien
"Ich will ins Krankenhaus gehen und Mama besuchen"
Wenn man mit fünf Jahren schon den Tod der Eltern begreifen soll

Otilia hat ihr Appartement verkauft. Das Geld brauchte sie dringend, um ihrer an Brustkrebs erkrankten Tochter eine Behandlung zu ermöglichen. Doch vor zwei Jahren erlag diese im Spital trotz aller Rettungsversuche ihrem Leiden. Otilias Enkeltochter Melisa war da gerade drei Jahre alt. Wenig später starb auch Melisas Vater an den Folgen einer Diabeteserkrankung.

Mittlerweile ist Melisa fünf Jahre alt und lebt mit ihrer Grossmutter Otilia in einer gemieteten Zweizimmerwohnung. 310 der durch Rente und Waisenrente monatlich zur Verfügung stehenden 443 Franken (370 Euro) zahlt Otilia dafür. Mit dem, was übrig bleibt, kommen sie gerade so über die Runden.

Ein Foto erinnert an die verstorbene Mutter von Melisa.
Oft bricht das Mädchen in Tränen aus, wenn es zusammen mit seiner Grossmutter das Bild betrachtet.

Den Tod ihrer Eltern hat Melisa lange noch nicht verarbeitet. Immer wieder beginnt sie beim Anblick eines Fotos ihrer Mutter zu weinen und sagt: „Ich will ins Krankenhaus gehen und Mama besuchen.“ Otilia versucht immer wieder zu erklären, was passiert ist. Sie tut ihr Möglichstes, um Melisa eine gute Zukunft zu sichern.

Aber nun ist Melisa an einem Augenleiden erkrankt. Sie leidet unter starkem Strabismus, einer krankhaften Fehlstellung der Augen, die sie sowohl beim Sehen als auch in ihrer Konzentrationsfähigkeit schwer beeinträchtigt. Eine Operation, sagen die Augenärzte, könnte sie kurieren. Doch dafür fehlen Otilia die Mittel. Über ihren Augenarzt erfuhr sie von Diaconia und wandte sich an unser Hilfszentrum in Brasov.

Bitte helfen Sie, damit Melisa geholfen werden kann. Die Operation und die Behandlungen kosten rund 2 400 Franken (2 000 Euro). Melisa und ihre Grossmutter Otilia sollen in ihrem Leid nicht alleingelassen werden. Sie hoffen auf Ihre Hilfe!

Projekt Nr. 1796, "Augenoperation Waisenkind Melisa"

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Armenien
Leben im Visier von Scharfschützen
Familie Mirzoian wohnt an der Grenze zu Aserbaidschan – Ihr Dorf wird fast täglich beschossenl

In dem kleinen Dorf Tschinari im Nordosten Armeniens leben rund 300 Familien. Die Grenze zu Aserbaidschan ist nur einen Steinwurf entfernt. Eigentlich soll zwischen den verfeindeten Staaten seit 18 Jahren Waffenstillstand herrschen, aber die Realität sieht anders aus. Jeden Tag kämpfen die Einwohner im wahrsten Sinne des Wortes um ihr Überleben. Immer wieder werden sie von aserbaidschanischen Scharfschützen beschossen.

Viele haben aus Angst getötet zu werden, die Bestellung ihrer Felder aufgegeben. Eine andere Einkommensquelle aber gibt es nicht, und so greift immer mehr Armut um sich. Zu den Ärmsten des Dorfes zählt Familie Mirzoian.

Die Rente der Grossmutter (Mitte) und ein wenig staatliche Beihilfe ermöglichen es der 15-jährigen Wardush (rechts
und ihrem jüngeren Bruder Sewan (links), die Schule zu besuchen
Für Bücher und Hefte reicht es allerdings nicht aus,
schliesslich muss die Familie am Ende des Tages auch noch etwas essen.

Gerade einmal 22 Jahre war Aghawni alt,
als sie inmitten der Kriegswirren Sajad heiratete und nach Tschinari zog.


Eigentlich stammt Aghawni aus Abowjan, einer Stadt nahe der Hauptstadt Jerewan, im Inneren des Landes gelegen. Doch mit 22 verliebt sie sich in Sajad, einen jungen Mann aus dem Grenzdorf Tschinari. Inmitten der Kriegswirren folgt sie ihm 1992 in seine Heimat. Bomben fallen, die Männer werden zum Kriegsdienst eingezogen, Frauen und Kinder bleiben allein zurück: „Gemeinsam mit den anderen Dorfbewohnern hat mein Mann seine Heimat verteidigt. Während die Männer kämpften, mussten Frauen und Kinder sich stundenlang in Erdlochbunkern verstecken. In den Häusern zu bleiben, das wäre viel zu gefährlich gewesen“, erzählt die Mutter von vier Kindern.

Gemeinsam mit seinem Vater hatte Sajad vor Kriegsausbruch ein bescheidenes Bauernhaus gebaut. Die Familie hatte endlich ein festes Dach über dem Kopf und Sajad machte Pläne für die Zukunft. Harte Arbeit war er längst gewohnt, er scheut sich deshalb nicht, jede Arbeit anzunehmen, die er bekommen kann, um seiner Familie ein gutes Leben zu ermöglichen. Doch der Krieg macht ihm einen Strich durch die Rechnung.

Noch immer liegen in den Bergen der Umgebung Scharfschützen auf der Lauer, die Tschinari im Visier haben und immer wieder auf das Dorf schiessen. Erst kürzlich wurde es wieder für Stunden unter Beschuss genommen. Zu den betroffenen Gebäuden zählte auch der Kindergarten. Im Juni versuchten Aserbaidschaner mehrere Stellungen einzunehmen. Dabei wurden drei wehrpflichtige Armenier getötet. Weil sich die Bauern nicht mehr auf ihre Felder trauen, sind auch die letzten Einkommensmöglichkeiten der Bevölkerung versiegt.

Staatliche Beihilfe und eine geringfügige Rente der Grossmutter sind heute alles, wovon Aghawnis Familie lebt. Jeden Tag ist sie froh, wenn sie genügend Essen auf den Tisch bringen kann. Ihr zweiter Sohn, der heute zwölfjährige Sargis, war als Frühchen mit nur 1 000 Gramm auf die Welt gekommen. Sein Sehvermögen beträgt auch nach drei Operationen fast null Prozent. Zwar schicken sie und Sajad die 15-jährige Tochter Wardush und ihren elfjährigen Bruder Sewan zur Schule, für Bücher und Schulsachen aber reicht das Geld nicht. Mit verschlissenen Kleidern und löchrigen Schuhen trauen die beiden sich deshalb nur unregelmässig in den Unterricht. Einen Tisch, an dem die Kinder ihre Hausaufgaben machen könnten, sucht man im Hause Mirzoian zudem vergeblich. Auch Kühlschrank, Gasherd oder Toilette gibt es nicht. Den armenischen Winter bestreitet die Familie in einem einzigen Zimmer. Dort steht ein alter Ofen, der zumindest etwas Wärme spendet.

Mit Ihrer Hilfe möchte Diaconia die Not der Familie nachhaltig lindern. Herzlichen Dank für ihre Unterstützung der Ärmsten in Armenien.

Projekt Nr. 1797, "Nothilfe Mirzoian"

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Albanien
Ein paar Quadratmeter mehr und trockene Wände für ein menschenwürdiges Leben
Familie Mirzoian wohnt an der Grenze zu Aserbaidschan – Ihr Dorf wird fast täglich beschossenl

In einem Vorort der nordalbanischen Stadt Shkoder lebt die fünfköpfige Familie Guri auf engstem Raum. Die Belastungen durch Armut, Krankheit und ein marodes Haus bringen immer mehr Hoffnungslosigkeit und Trauer in den Alltag der Familie.

Nika Guris Blick strahlt Unzufriedenheit aus. Jeden Tag bemüht er sich auf den Baustellen in der Umgebung um Arbeit. Aber was er als Tagelöhner verdient reicht nie aus, um die Bedürfnisse seiner Familie zu erfüllen. Längst hätten seine teilweise schon pubertierenden Kinder ein eigenes Zimmer gebraucht, ein wenig Freiraum, um wenigstens zu Hause einen Ort zu haben, an den sie sich zurückziehen und unter sich sein können. Ein sehr beengtes Schlaf- und Wohnzimmer gibt es, mehr nicht.

Rexhina und Nika mit ihren Kindern Ervis (16), Klarisa (14) und Juliana (10) (von links)
Die Probleme der Familie stehen allen ins Gesicht geschrieben.


Die Bausubstanz ist schlecht, überall am Haus gäbe es Schäden zu beheben. Nika weiss das, nur ändern kann er es nicht. Mehr als zehn Jahre leidet sein Erstgeborener, der 16-jährige Ervis, schon an Asthma. So vieles könnte einfacher sein für die Fünf, wenn sie ein wenig mehr Raum hätten. Deshalb hat Nika begonnen, ein Zimmer anzubauen. Weil ihm aber das Geld für die Materialien fehlte, musste er den Bau wieder einstellen.

Ohnehin galt es, sich in den vergangenen Jahren ganz anderen Problemen zu stellen. 2007 erkrankte seine Frau Rexhina an Krebs und wurde noch im selben Jahr operiert. „Das war für mich die schwierigste Zeit meines Lebens. Unsere ganze Familie litt. Ich hatte grosse Angst vor der Zukunft und um meine Kinder. Sie waren doch noch so klein. Für eine lange Zeit musste ich behandelt werden und meine Abwesenheit war für uns alle, vor allem für unsere Kinder, sehr schwer. So richtig gesund bin ich auch heute noch nicht. Ich kann mir keine bezahlte Arbeit suchen, aber ich sorge für meine Kinder und bin für sie da. Dennoch, die Zeit meiner Krankheit hat auch sie deutlich gezeichnet“, erzählt Rexhina.

Ihre Gesundheitsprobleme und ihre Arbeitsunfähigkeit stellen die Familie vor viele Probleme. Und bis heute kann sich die dreifache Mutter nicht ganz sicher sein, den Krebs besiegt zu haben. Ständig herrscht bedrückte Stimmung bei den Kindern. Sie leiden unter den Lebensbedingungen und verlieren mehr und mehr den Glauben daran, dass sie irgendwann etwas an ihrem Leben verändern könnten.

Wenn wenigstens genügend Platz und ein dichtes Dach vorhanden wären, könnte Rexhina beruhigter ihren Weg der Genesung weitergehen.

Diaconia möchte deshalb helfen, den begonnenen Schlafraum für die Kinder fertigzustellen, Dach und Wände zu reparieren und Türen und Fenster auszutauschen. Mit Ihren Gaben können Sie helfen, die Lebensbedingungen der Familie Guri deutlich zu verbessern und den Kindern die Hoffnung auf eine bessere Zukunft schenken.

Projekt Nr. 1798, "Wohnraum Familie Guri"

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