Report
Ausgabe 10, Oktober 2013


Rumänien
Narbenfreie Heilung für Petrus Wunden und Seele
15 Monate alter Junge verbrüht sich bei einem Unfall und benötigt dringend Medikamente

Dicke Tränen kullern über Petrus Gesicht. Der 15 Monate alte Junge hat bereits eine Hauttransplantation hinter sich, und die Wunden heilen nur langsam. Seinen Eltern fehlt es an Medizin und Salbe. Und auch die Wohn-verhältnisse der Familie tragen nicht zu einer entspannten Gesundung des Jungen bei.

Pertu ist das jüngste Kind von Nicoleta (23) und Petru (28) Tarean. Seine beiden Schwestern Miruna und Nicoleta sind fünf und sieben Jahre alt. Auch sie leiden unter den schlechten Wohnbedingungen ohne Strom, Wasser oder gar einem Badezimmer. Vater Petru baute das Haus aus gebrauchtem Holz, das er von dem Geld kaufte, das er durch seine Arbeit in einem Schafpferch verdiente. Vater Petru ist freundlich und fleissig, doch das Leben ist hart für die Familie. Sein Lohn reicht kaum für die laufenden Kosten und das Essen. Und trotzdem versuchen die Eltern, ihre Kinder so gut wie möglich zu versorgen und ihnen ein Zuhause voller Liebe und Geborgenheit zu geben. Wie wichtig Liebe ist, wissen beide: Er und seine Frau Nicoleta haben gegen den Willen ihrer Familien geheiratet.


Dicke Bandagen an Arm, Hand und Oberschenkel – so verbrachte Petru seine Zeit im Krankenhaus.

Liebevoll streicht Mutter Nicoleta dem weinenden Petru über den Kopf. Seine Schwestern Miruna (links) und Nicoleta (rechts) fühlen mit dem kleinen Jungen.

Das Haus der Familie ist aus gebrauchtem Holz zusammengezimmert und nicht sicher.

Während seine Schwestern spielen und toben, traut sich Petru noch nicht vom Arm seiner Mutter herunter.

Nun wurde die Familie von einem schrecklichen Schlag getroffen: Eines Tages kochte Nicoleta ein paar Kartoffeln — das einzige Nahrungsmittel, das sie besassen. Sie wurde nur kurz abgelenkt durch ihre Töchter, die draussen spielten, und schaute nach ihnen. In diesem Moment kam der kleine Petru versehentlich an den Kochtopf, und das heisse Wasser ergoss sich über seinen rechten Arm, die linke Hand und seinen Hals. „Petru schrie vor Schmerzen – es war schrecklich“, erzählt Nicoleta. Mit dem Krankenwagen ging es ins Krankenhaus. Die Verbrennungen waren so schlimm, dass die Ärzte Haut von seinem Oberschenkel auf den Arm und die Hand transplantieren mussten.
Petru lag im gleichen Zimmer wie Maria – das Mädchen, von dem wir im vergangenen Diaconia-Report berichtet haben. So lernten wir ihn kennen. Auch er war schlimm verletzt, und so wurde es uns wichtig, dass auch ihm geholfen wird. Seine älteste Schwester erzählte uns: „Petru muss so viel weinen. Und im Krankenhaus ist es ganz schlimm für ihn.“ Den Oberschenkel dick bandagiert und den Arm ausgestreckt ruhig gestellt und ebenfalls dick verbunden, musste er im Krankenhaus bleiben. „Für einen so kleinen Jungen ist das nicht einfach“, weiss seine Mutter. Der Schreck, die Schmerzen, die unbekannte Umgebung – all das hat den 15 Monate alten Jungen stark verunsichert.

Als wir den Jungen nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus zu Hause besuchten, waren wir entsetzt von den Lebensbedingungen der Familie. Das Haus wurde nie richtig fertiggebaut und ist daher nicht sicher. Eine andere Unterkunft hat die Familie aber nicht. „Was mich am meisten bekümmert ist, dass ich meinem Sohn nicht die nötigen Medikamente kaufen kann“, sagt Mutter Nicoleta. Noch immer hat ihr Sohn starke Schmerzen. Als sie den Ärmel eines Pullovers hochstreift, um die Wunde zu zeigen, fängt Petru augenblicklich an zu weinen. Liebevoll streicht sie ihm über den Kopf: „Er wird noch lange brauchen, um das Erlebte zu verkraften. Ich hoffe nur, dass alles gut verheilt und er nicht für sein ganzes Leben gebrandmarkt sein wird. Und, dass seine Haut weich bleibt, damit er keine Probleme beim Wachsen hat.“

Bitte helfen Sie uns dabei, die Familie zu unterstützen, damit sie Salbe und Medizin für Petru kaufen kann. Gerne möchten wir auch das Haus fertigstellen, damit sich die Lebensbedingungen für alle fünf verbessern. Vielen Dank für Ihre Unterstützung durch Gaben und Gebete.

Projekt Nr. 1923, "Medizinische Versorgung Petru"

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Rumänien
Sorgenvolle Nächte für Familie Munteanu
Familie lebt von Erdrutsch bedroht in einem unfertigen Haus

Die Gefahr ist immer präsent und geht von einem Hügel aus. Dieser Hügel könnte jederzeit beim nächsten grossen Regen abrutschen. Dann wäre Familie Munteanu obdachlos, denn ihr Haus grenzt direkt an den Hügel und wäre der Herausforderung nicht gewachsen. „Hoffentlich passiert nichts“, sagt Marcela Munteanu.

Seit zehn Jahren sind Stefan und Marcela ein Paar. Der 31-Jährige und die 27-Jährige haben drei gemeinsame Kinder: Die sechsjährige Denisa, den zweijährigen Stefan und den einjährigen Cezar. „Wir lieben unsere Kinder und wollen für sie nur das Beste. Doch auch die drei spüren, dass wir immer in Gefahr leben“, erzählt die besorgte Mutter.

Marcela und ihre drei Kinder gelangen durch einen Vorhang ins Innere des Hauses.

Eine wackelige Scheune und der Hügel bedrohen Kinder und Eltern.

Der kleine Stefan würde lieber im Kinderzimmer statt auf der Baustelle spielen.

Vater Stefan sammelt alles, was man möglichweise für den Bau verwenden kann.

Das Haus der Familie Munteanu ist unfertig, und der Winter steht vor der Tür.

Stefan wuchs in einer einfachen Familie mit vier Brüdern auf. Sein Vater arbeitete, während seine Mutter ihre Söhne liebevoll und umsichtig erzog. Auch deswegen ist Stefan heute ein so liebevoller Vater und ein fleissiger Mann. Stefans Vater schenkte jedem seiner Söhne ein Stück Land, damit sie sich dort ein Haus bauen konnten. Und so begann Stefan mit allem, was er finden konnte, sein Haus mit eigenen Händen zu errichten. Sogar die für sie so wichtige Milchkuh musste das Paar verkaufen, damit Stefan Baumaterial, wie etwa Ziegelsteine, kaufen konnte.

Jeden Tag baute Stefan an seinem Haus. Er hob das Fundament aus und errichtete nach und nach einen Wohnraum und eine Küche. Dass das Haus in verschiedenen Abschnitten wuchs, ist offensichtlich: Die Grundmauern bestehen aus verschiedenen Arten von Ziegelsteinen und sind noch lange nicht fertiggestellt. Statt einer Tür gibt es einen Vorhang, der das Innere vor neugierigen Blicken schützt. Gerne würde Stefan einen zweiten Raum für seine Kinder bauen – das Fundament dafür hat er schon gelegt. Doch es fehlt an Materialien. Und Stefan hat derzeit keine Arbeit, die Familie lebt vom Kindergeld.

Vieles im Alltag muss improvisiert werden. Mutter Marcela kocht im Sommer meist im Freien – auf dem fertigen Fundament steht der Herd waagerecht und sicher. Wasser gibt es neben dem Haus. Marcela oder die Kinder holen es in einer grossen blauen Schüssel oder in Kanistern. Persönliche Sachen lagern teilweise draussen. „Im Sommer geht das ja noch“, sagt Marcela.

Vater Stefan sammelt alles brauchbare Baumaterial zusammen und lagert es, damit er irgendwann weiterbauen kann. Bretter, Steine, Reifen, Metall – alles könnte noch einmal von grossem Nutzen sein. Die Kinder spielen auf dieser Baustelle. „Wir sagen ihnen immer, sie sollen aufpassen“, erzählt die 27-Jährige. Neben dem Gelände steht noch eine windschiefe und abbruchreife Scheune, in der die Familie ebenfalls Dinge lagert. Auch hier besteht Gefahr für die Kinder.

Von dem Hügel sollen sie sich am besten fernhalten. „Ein Teil ist schon gefährlich zerstört“, erzählt Stefan und blickt voller Sorge auf die scharfe Abbruchkante. „Ich müsste dringend mein Haus befestigen“, erkennt er die Gefahr. Denn das Gebäude ist wackelig und zerbrechlich. Und zudem naht der Winter. Der Vorhang müsste dringend durch eine Tür ersetzt werden. Noch besser wäre es, wenn der zweite Raum fertig würde, dann könnte alles auf einmal standsicher und wetterfest gemacht werden. „Ich brauche nur das Material, ich bin stark und gesund – und ich werde alles tun, um das Haus fertigzubauen“, sagt Stefan, dessen einziger Wunsch es ist, dass seine Frau und seine Kinder ein Heim und einen geschützten Rückzugsort haben. „Was soll denn sonst im Winter werden?“, fragt er sich.

Diaconia möchte diese Familie mit Baumaterial zum Weiterbau und zur Verstärkung des Gebäudes unterstützen, damit Stefan, Marcela, Denisa, Stefan und Cezar nicht frieren müssen und ruhig, ohne Angst vor einem Erdrutsch, schlafen können. Gott möge Ihnen Ihre Hilfe reichlich vergelten.


Projekt Nr. 1924, "Familie Munteanu — Haus am Hügel"

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Armenien
Ständige Schmerzen und Sorgen um die Zukunft
Familienvater leidet an der chronischen Wirbelsäulenerkrankung „Morbus Bechterew“

Wenn Elen (8) und Alen (5) alte Fotos von ihrem Papa anschauen, sind sie erstaunt, dass er früher einen geraden Rücken hatte. Tigran Mowsisian leidet an Morbus Bechterew, einer chronisch-entzündlichen Krankheit, die zur Verkrümmung seiner Wirbelsäule führte. Mit seiner Krankheit kamen nicht nur Schmerzen und Einschränkungen, sondern auch Angst in die kleine Familie.

Tigran Mowsisian ist der Älteste von zehn Geschwistern. Nach dem Abitur studierte er Filmkunst. Er übte diesen Beruf jedoch nie aus, sondern arbeitete mit seinem Vater auf dem Bau, um die Grossfamilie zu unterstützen. „Ich war gesund. Nur ab und zu hatte ich Rückenbeschwerden, die ich auf die schwere Arbeit und meine Bandscheiben schob. Dass dahinter Morbus Bechterew steckt, erfuhr ich erst vor drei Jahren“, erzählt Tigran.

Die Familie steht vor einer ungewissen Zukunft, seit Tigran nicht mehr arbeiten kann.

Tigran braucht ständig Medikamente und ärztliche Betreuung.

Elen (8) und Alen (5) spüren, dass ihre Eltern Sorgen haben.

Die Krankheit betrifft die Wirbelsäule, aber auch Gelenke, Sehnen und Bänder. Die Ursache für Tigrans Erkrankung kann man nur erahnen. Wahrscheinlich ist psychischer Stress ein Auslöser: Als Tigran seinen Militärdienst leistete, kam vor seinen Augen ein Soldat bei einem Unfall ums Leben. Tigran konnte danach nicht sprechen, sich nur schwer bewegen und wurde vorzeitig entlassen. Lange musste er sich im Krankenhaus behandeln lassen.

Nur allmählich fand Tigran in sein altes Leben zurück. 2004 heiratete er Sjusanna. Das Ehepaar lebte mit in Tigrans Elternhaus. „Es war zu eng. Und ich unterrichtete Englisch zu Hause. Wir störten einander. Deshalb mieteten wir eine kleine und billige Wohnung und zogen um“, erzählt Sjusanna. 2005 kam Tochter Elen zur Welt, Sohn Alen wurde 2008 geboren. Trotz finanzieller Schwierigkeiten war das Ehepaar zufrieden.

Nur die unerklärlichen starken Rückenschmerzen trübten das kleine Glück. Salben und Massagen halfen nicht — Tigran konnte kaum eine Nacht durchschlafen. Als die Diagnose feststand, war Tigran einerseits froh, den Grund für seine Beschwerden zu kennen, aber andererseits sorgte er sich um die Zukunft seiner Familie. Denn Tigran brauchte teure Medikamente und eine dauernde ärztliche Betreuung. Er musste seine Arbeit bald einmal aufgeben, denn die Krankheit liess seine Wirbelsäule verkrümmen. Inzwischen ist Tigrans Krankheit weiter fortgeschritten. Er geht in gebeugter Haltung, kann den Halswirbel nicht bewegen, hat Entzündungen an beiden Füssen. Er braucht weitere Therapien, die er sich aber momentan nicht leisten kann.

Diaconia möchte die materielle Not der Familie soweit wie möglich lindern. Die finanzielle Situation der Familie ist sehr angespannt — Sjusanna ist jetzt Alleinverdienerin. Wir bitten Sie herzlich, Tigran finanziell zu unterstützen und für seine Genesung zu beten.


Projekt Nr. 1925, "Therapie für Tigran"

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Armenien
Abschied aus der Hoffnungslosigkeit
Syrische Flüchtlinge erhalten durch zinsloses Darlehen Starthilfe in die Selbstständigkeit

Nach Krieg und Flucht halten endlich Hoffnung und Zuversicht Einzug. Die zinslosen Darlehen von Diaconia sind die Grundlage für eine gesicherte Existenz. Das zeigt auch die Geschichte von Raffi Aschtschian, der mit seiner Familie aus Syrien nach Armenien floh.

Raffi stammt aus Aleppo, ist von Beruf Juwelier und lebte vor dem Bürgerkrieg mit seiner Frau Sarmik und seinem siebenjährigen Sohn in guten Verhältnissen. Als die Lage in Syrien sich gefährlich zuspitzte, flüchtete die Familie nach Armenien. Ihr Haus in Aleppo wurde kurz darauf bei einem Bombenangriff zerstört und machte alle Hoffnungen auf eine baldige Rückkehr zunichte.


Raffi freut sich, wenn sein Sohn ihm beim Arbeiten über die Schulter schaut.


Stolz zeigt Raffi Aschtschian die Werbetafel an seinem kleinen Geschäft.


Die ganze Familie hat dank des kleinen Geschäfts wieder eine Zukunft.

Seit Herbst 2012 unterstützt Diaconia die aus Syrien kommenden Flüchtlinge mit Grundnahrungsmitteln, Kleidung und Gütern des täglichen Bedarfs. Mietzahlungen und Übernahme von Behandlungskosten stellen für diese notleidenden Menschen eine unschätzbare Hilfe dar. Um die Situation der Flüchtlinge jedoch dauerhaft zu verbessern, hilft Diaconia Handwerkern mit einem Startkapital in die Selbstständigkeit. 13 Familien wurden bereits zinslose Kredite in Höhe von 2000 Franken (1700 Euro) gewährt, die im Laufe von zwei Jahren zurückgezahlt werden müssen.

Wir besuchten Raffi Aschtschian, einen der Kreditnehmer. „Dank der grosszügigen Unterstützung konnte ich mein eigenes Geschäft starten und für meine Familie sorgen“, erzählt Raffi. Die von Diaconia erhaltene Summe reichte aus, um einen Raum zu mieten und eine kleine Werkstatt einzurichten, die zugleich als Verkaufsladen dient. Raffi stellt Schmuck aus Gold und Silber her. Um den neugeöffneten Laden bekannt zu machen, hat Raffi eine Schauvitrine und ein Werbeschild gestaltet. Auch die notwendigen juristischen Formalitäten konnten schnell erledigt werden. Raffis Frau Sarmik hilft im Laden. „Die Bevölkerung hier ist arm. Grosse Aufträge bekomme ich aus Russland. Besonders die Nachfrage nach Anhängern aus Gold ist gross“, berichtet Raffi.

Der Juwelier hat Erfolg: Die Qualität seiner Kreationen und seine Termintreue sind herausragend. Von dem Gewinn hat er schon einen Teil des Kredits zurückgezahlt. Raffi zeigt stolz den Zahlungsschein. „Man kann einen Kredit bei der Bank aufnehmen, aber nur zu hohen Zinsen. Das war für uns unrealistisch. Wir sind Diaconia für diese Initiative sehr dankbar. Sie hat uns eine Chance auf eine gesicherte Zukunft gegeben.“ Von nun an sieht die Flüchtlingsfamilie ihrer Zukunft in der Heimat optimistisch entgegen.

Die Liste der Familien, die bei Diaconia diesen zinslosen Kredit beantragen, ist lang. Wir möchten noch mehr Familien wie die von Raffi unterstützen, Fuss zu fassen und ihren Lebensunterhalt selbst zu verdienen. Bitte unterstützen Sie uns dabei.


Projekt Nr. 1926, "Starthilfe durch zinsloses Darlehen"

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Armenien
Anna sehnt sich nach einem Heim für ihre Kinder
Fünfköpfige Familie gerät durch Schicksalsschläge unverschuldet in grosse Not

Auch wenn es auf den ersten Blick unvorstellbar erscheint, das unwirtliche Gebäude, in dem Familie Sargasian haust, ist kein Fahrzeugunterstand. Mit dem Schotter auf dem Boden, den unverputzten Wänden und ohne Fenster und Türen, sorgt es weder für Schutz vor dem Wetter noch für Wärme in den Herzen.

Annas Mutter Madlena musste ihre zwei Töchter alleine grossziehen. Die Teenagerjahre der Mädchen fielen in die für Armenien schlimmste Zeit. Es gab nur wenige Stunden Strom am Tag, im Winter gab es weder Gas noch Heizung. Um die Kinder vor Kälte zu schützen, verheizte Madlena sogar nach und nach den gesamten Parkettboden in ihrer Wohnung. Aber auch als Anna und ihre Schwester Janna erwachsen waren, gab es keine Chance, aufzuatmen.

Anna musste wegen eines Behandlungsfehlers ihres Zahnarztes zwei Operationen über sich ergehen lassen.

Anna und ihre drei Söhne stehen in ihrem Haus, das nicht mehr als ein Rohbau ist.

Gor arbeitet, um sein Studium zu finanzieren. Seine kleinen Brüder gehen jetzt in die 1. Klasse.

Jannas Mann wurde im Krieg um Berg-Karabach verwundet und starb später an den Folgen seiner Verletzungen. So blieb Janna allein mit ihren zwei Kindern zurück. Anna heiratete den Schuhmacher Arsen. Er wohnte mit seinen Eltern und Brüdern in einem Gebäude, das man kaum als Wohnhaus bezeichnen konnte. Die Familie stand zwar auf der Warteliste für eine Sozialwohnung, doch der Zusammenbruch der Sowjetunion machte alle Hoffnungen auf Besserung zunichte.

„Mein Sohn Gor war drei Jahre alt, als wir umzogen. Auf sieben Quadratmetern zu leben war unmöglich. Wir zogen in die Wohnung meiner Mutter. Arsen nähte Schuhe und verkaufte sie auf dem Markt“, erzählt Anna. Doch das Geld war weiterhin knapp.

Die Söhne David und Wahag wurden geboren. Dann erkrankte Anna aufgrund eines Behandlungsfehlers ihres Zahnarztes schwer: Eine Plombe war in den Hohlraum ihres Zahnes eingedrungen und hatte zu einer schweren Entzündung geführt. Für die notwendige Operation musste sich die Familie Geld leihen. „Meine Kinder litten damals oft unter Darminfektionen. Unser ganzes Einkommen hatten wir für die Behandlung der Kinder ausgegeben“, berichtet Anna.

Nach einem Monat war Annas Zahnfleisch wieder entzündet, es hatten sich Zysten gebildet. Madlena verkaufte ihre Wohnung, um die zweite Operation der Tochter zu ermöglichen und die Gläubiger auszuzahlen. Das restliche Geld wurde zwischen Mutter und Töchtern verteilt. Anna und Arsen kauften davon etwas Land im Dorf Argavand und begannen, ein Haus zu bauen. Sie nahmen einen Kredit auf. Der reichte jedoch nicht aus. Das Haus ist noch immer ein Rohbau – ohne Türen und Fenster, ohne Zwischenwände und Boden.

Diaconia möchte mit Ihrer Hilfe dieser vom Leid geprüften Familie helfen, das Haus fertigzubauen, damit es eine Heimat für sie werden kann. Bitte helfen Sie dabei mit!


Projekt Nr. 1928, "Ein Heim für Anna"

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BLICKPUNKT


Armenien
Schweizer Qualität für armenische Konditoreilehrlinge

Auch diesen Sommer machten sich zwei Schweizer Bäcker-Konditoren auf nach Armenien, um im Berufs-ausbildungszentrum von Jerewan als freiwillige Helfer die Bäcker- und Konditor-Lehrlinge beruflich zu fördern.
Seit nunmehr fünf Jahren besucht Andreas Dossenbach, Leiter Qualitätssicherung und Labor bei Richemont in Luzern, das BAZ jeden Sommer, um sein Wissen an die jungen Bäcker-Konditor-Lehrlinge weiterzugeben. Er reiste in der zweiten Julihälfte mit seinem Berufskollegen Fritz Ryser aus Steffisburg und etlichen Apparaten sowie Berufswerkzeug an, um mit den zehn Lehrtöchtern Pralinen in 14 verschiedenen Geschmacksrichtungen, Cupcakes, Rouladen und Torten sowie Marzipanverzierungen herzustellen.

„Angefangen hatten wir in einem alten Hangar, und die Bedingungen waren eher behelfsmässig. Seit zwei Jahren aber wirken wir im BAZ, das von Diaconia gebaut wurde“, berichtet Dossenbach. Der Hygiene-Standard sei nun europäisch. Bei den Lehrerinnen und Lehrern handelt es sich teilweise um ehemalige Patenkinder, denen durch Patenschaften zu Schul- und Berufsbildung verholfen wurde. „Unser Ziel ist es, vielen Menschen in Armenien die Basis dafür zu geben, ihre Familien zu ernähren“, erklärt Dossenbach. Damit könne auch die Abwanderung aus dem Land verhindert werden. „Wenn sie in Armenien eine Zukunft haben, müssen die Menschen nicht in andere Länder auswandern, wo sie dann doch kaum Chancen auf ein besseres Leben haben.“ Lassen Sie sich von diesem zukunftsweisenden Projekt begeistern!


Andreas Dossenbach aus Luzern und Fritz Ryser aus Steffisburg zeigen den jungen Lernenden die Kunst des Bäcker-Konditor-Handwerks.

Projekt Nr. 1927, "Berufsausbildungszentrum BAZ"

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Albanien
Gemüse und Ziegen für Nikolet und Nikolin
Mutter Dila Franja möchte für den Lebensunterhalt ihrer Familie selbst sorgen

„Ich bitte nicht um Almosen, sondern um eine Starthilfe, damit ich unser tägliches Brot schon bald selbst verdienen kann.“ Dila Franja hat gute Ideen und Fähigkeiten, um ihre Familie zu versorgen und ihre Zukunft zu gestalten. Noch sind das Träume, doch mit etwas Unterstützung könnten sie schon bald wahr werden.

Die 49-Jährige lebt mit ihrem Mann Hile (54) und den Kindern Nikolet (11) und Nikolin (9) in einem Vorort von Shkoder und hat, wie viele andere Menschen dort, mit Isolation und sozialer Verachtung zu kämpfen. Sie leben an einem der ärmsten Orte der Stadt, weit weg von allem, ohne Infrastruktur, Strassen, Schulen oder medizinische Versorgung. Dafür führt eine ungesicherte Eisenbahnstrecke direkt durch das Viertel. Einige Male am Tag kommt ein Zug vorbei ohne Signal zu geben und gefährdet so vor allem das Leben der Kinder.

Nikolet und ihr Bruder Nikolin gehen gerne in die Schule.

Im Haus von Familie Franja fehlt es an vielem, zudem herrscht eine hohe Luftfeuchtigkeit.

Für ihre Kinder will Dila Gemüse anbauen und Ziegen halten.

Vater Hile ist teilweise gelähmt. Die Familie lebt von seiner Invalidenrente. Dila versucht immer, etwas dazu zu verdienen, damit die Kinder die Schule besuchen können: „Sie lieben die Schule und sind gute Schüler“, erzählt sie stolz. Die Kinder sind ein Geschenk Gottes – davon sind Dila und Hile überzeugt. Schliesslich hatten sie sich 14 Jahre lang Kinder gewünscht, bevor Tochter Nikolet endlich zur Welt kam. „Wir sind so dankbar“, sagt die Mutter.
Und so versucht das Ehepaar, seinen Kindern das Leben so erträglaich wie möglich zu machen. Schwierig, wenn man in absoluter Armut lebt. Im Haus der Franjas herrscht eine fast unerträgliche Luftfeuchtigkeit. Es gibt nur wenige Möbel und andere Dinge des täglichen Lebens. „Vor allem für die Kinder ist diese Armut schwer zu ertragen“, sagt Vater Hile, während ihm die Tränen kommen.

Auch Mutter Dila hat sich längst auf das Leben in Armut eingestellt. Dass sie eine Arbeit finden wird, ist un-wahrscheinlich. Ihr Wohnort ist zu weit entfernt von möglichen Arbeitgebern. Doch Dila gibt nicht auf. „Das Gelände um unser Haus ist schön und fruchtbar. Ich könnte Gemüse anbauen“, sagt sie. Sie besitzt bereits viel Erfahrung als Gärtnerin. „Ausserdem könnten wir Ziegen halten. Sie könnten in der Umgebung grasen.“ Ziegen-milch und -käse könnten den Speiseplan der Familie aufwerten, und was übrig bleibt, könnte Dila verkaufen.

„Ich möchte unseren Kindern, die Gott uns geschenkt hat, eine gute Zukunft bieten. Sie haben es verdient“, sagt sie.

Bitte helfen Sie dieser Familie beim Start in ein besseres Leben und unterstützen Sie Dila bei ihren Vorhaben. Vielen Dank.


Projekt Nr. 1929, "Ziegen für Dila"

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