Report
Ausgabe 10, Oktober 2014


Rumänien
Ein Neubeginn für Rodica und ihre Kinder
Narben zeugen von jahrelanger Misshandlung durch Ehemann und Schwiegereltern

Zwölf Jahre lang war ihr Leben die Hölle. Zwölf Jahre Ehe, in denen sie Kinder gebar und unzählbar viele Schläge durch ihren Mann einstecken musste. Zwölf Jahre mit ihren Schwiegereltern, die sie ebenfalls körperlich züchtigten. Jetzt ist Rodica frei und braucht dringend Unterstützung, um sich und ihre Kinder zu ernähren.

Schon die Kindheit von Rodica Mustata (32) war alles andere als rosig. Sie und ihre drei Schwestern waren ihrer verantwortungslosen Mutter völlig ausgeliefert. Schläge gehörten zu ihrem Alltag. Die Mutter verliess ihren ersten Mann und heiratete einen brutalen Alkoholiker. Rodica, als älteste der vier Töchter, musste schon als Neunjährige arbeiten, um die anderen zu ernähren. Als sie 13 Jahre alt war, kam sie zu ihrer Tante. „Dort kam ich vom Regen in die Traufe“, sagt sie rückblickend. Nach der Schule musste das Mädchen auf dem Markt arbeiten. „Meine Tante hat mir das Geld immer wieder abgenommen.“

Rodica (in blauer Bluse) liebt ihre Kinder. Die Narben in ihrem Gesicht zeugen von den jahrelangen Misshandlungen.

Die alleinerziehende Mutter kam mit ihren Kindern nach der Flucht in einer Scheune bei ihrer Tante unter.

Suppe, Wurst und Brot — Rodica versucht, ihre Kinder satt zu bekommen.

Mit 17 lernte sie ihren Mann kennen. „Dass sich jemand so ändern kann, hätte ich nie für möglich gehalten. Er war so höflich und freundlich.“ Doch ihr Mann zeigte nach der Hochzeit ein ganz anderes Gesicht. Fast jeden Tag verprügelte er seine Frau brutal.

Zwei Jahre wohnte das Paar mit seinem ersten Kind in Brasov. Doch da kein Geld da war, wollte Rodicas Ehemann zu seinen Eltern ziehen. „Ich zog mit. Hätte ich damals gewusst, dass alles noch schlimmer wird, wäre ich in Brasov geblieben.“ Rodica musste betteln gehen, um wenigstens etwas Brot für ihre Kinder kaufen zu können. Täglich war sie der Gewalt ausgesetzt. Ihr Ehemann duldete keinen Widerspruch. Als Rodicas Vater starb, musste sie viele Schläge einstecken, ehe sie mit den jüngsten Zwillingen nach Brasov zur Beerdigung reisen durfte. Rodica war damals schwanger und beschloss, nicht zu ihrem Mann zurückzukehren. Mit Unterstützung der Behörden konnte sie ihre Kinder befreien. Aktuell wartet sie darauf, dass auch die älteren Zwillinge Denisa und Elena (13) zu ihr kommen können. Das Jugendamt hatte die Kinder wegen des brutalen Vaters aus der Familie genommen.

Bis vor Kurzem lebte Rodica mit ihren Kindern Ronaldo (14), Fanel (12), Calin (11), Sabrina (10), Stelian und Livia (8), Fernando und Valentin (7), Daniel (5), Cleopatra und Robert (4) sowie Darius Claudiu (3) bei ihrer Tante in einer baufälligen Scheune. Vor ein paar Tagen bekam sie eine Sozialwohnung zugewiesen. „ Ich bin stolz auf meine Kinder. Sie sind freundlich, höflich und sehr gute Schüler“, sagt sie. Doch die Familie lebt nur vom Kindergeld. Viel zu wenig. Wir möchten Rodica und ihre Kinder so gut es geht dabei unterstützen, ein neues Leben zu beginnen. Dürfen wir auf Ihre Unterstützung hoffen?

Projekt Nr. 2253, "Neubeginn für Rodica"

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Rumänien
Im Schlaf droht der Erstickungstod
Der vierjährige Andrei braucht dringend eine lebensrettende Operation

„Guck mal, ich sehe aus wie ein Elefant.“ Andrei Anghel lacht unter seiner Atemmaske. Seine braunen Augen strahlen. Obwohl er so krank ist, ist er ein fröhliches Kind.

„Er ist unser Sonnenschein, wir haben grosse Angst um ihn“, sagt seine Mutter Ramona. Mit dem kleinen Jungen, dessen älterer Schwester und ihrem Mann Gheorge hat die 23-Jährige endlich ihr Glück gefunden. Denn sie und ihre neun Brüder hatten eine schreckliche Kindheit. Ihre Mutter war alkoholkrank, so auch ihr Stiefvater. Ihr leiblicher Vater erhängte sich, weil er die Probleme mit seiner Frau nicht ertrug. Ramona musste schon als Kind arbeiten, damit Mutter und Stiefvater stets genug zu trinken hatten. Immer öfter blieb sie fort und schlief in Hauseingängen — nur um nicht nach Hause gehen zu müssen.

Mutter Ramona hilft dem kleinen Jungen, die Atemmaske aufzuziehen.

Andrei nimmt sein Schicksal spielerisch und macht aus der Atemmaske einen Elefantenrüssel.

Eines Tages traf sie Gheorge, der sie respektvoll und freundlich behandelte. „Er ist zwar viel älter als ich, aber ich habe mich bei ihm sofort sehr geborgen gefühlt“, sagt sie. Ramona zog zu Gheorge und sie wurden ein Paar. Beide wünschten sich eine Familie und waren sehr glücklich über die Geburt ihrer beiden Kinder. Doch der kleine Andrei ist ihr Sorgenkind. Durch einen Kunstfehler bei der Geburt leidet der Kleine unter Epilepsie. „Es nützt ja nichts, jemanden die Schuld zu geben. Wichtig ist, dass unser Junge möglichst beschwerdefrei leben kann“, sagt Gheorge.

Andrei braucht dringend medizinische Hilfe. Denn zu seiner Epilepsie kommen noch Polypen, Mandelentzündungen und Asthma. Die Ärzte raten dazu, Polypen und Mandeln operieren zu lassen, da die Erstickungsgefahr in der Nacht wegen der Epilepsie sehr hoch ist. Ohne eine Operation kann zudem die Epilepsie nicht richtig behandelt werden.

„Wir sind verzweifelt. Andrei ist so tapfer, aber wir befürchten, dass er eines Morgens nicht mehr aufwachen wird“, sagt seine Mutter unter Tränen. Die Familie hat für den Eingriff kein Geld. Gheorge verlor wegen der Finanzkrise seinen Job und hat seitdem keinen anderen finden können. „Wir können uns die Operation nicht leis-ten“, flüstert Ramona verzweifelt „Andrei ist so lebenslustig und neugierig. Selbst seine Atemmaske beflügelt seine Fantasie. Er klagt und weint nicht und hat wirklich Spass am Leben.“

Wir möchten der Familie gerne helfen, damit Andrei und seine Eltern wieder ruhig durchschlafen können und ihre Freude am Leben behalten. Andrei braucht dringend weitere ärztliche Untersuchungen sowie die wichtige Operation und die Behandlung von Asthma und Epilepsie. Bitte helfen Sie dieser Familie durch Gaben und Gebete.


Projekt Nr. 2254, "Operation Andrei"

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Rumänien
Raus aus dem Bretterverschlag
Raul Florian (4) und Maria (acht Monate) brauchen eine warme sichere Zukunft

Es ist die Geschichte einer grossen Liebe, die auf dem Weg von Brasov nach Cristian begann. Dorin (28) schaute Anca (24) vor acht Jahren bei einer Busfahrt tief in die Augen und wusste: „Das ist die Frau, die ich heiraten und mit der ich den Rest meines Lebens verbringen will.“ Auch Anca war von dem jungen Mann sofort begeistert.

„Ich habe nie an Liebe auf den ersten Blick geglaubt, aber als ich ihn so sah, seinen gütigen Blick und sein tolles Lächeln, da war es um mich geschehen“, lächelt sie. Vor vier Jahren heirateten die beiden. Der junge Mann und zweifache Vater kommt aus einer grossen Familie mit insgesamt zwölf Kindern. Seine Eltern versuchten, ihren Kinder das Bestmögliche zu bieten, förderten sie so gut sie nur konnten, schickten sie zur Schule und erzogen sie mit viel Liebe. Dorins Vater arbeitete hart und lange, um genug Geld für das tägliche Brot zu verdienen. Doch bei den wirtschaftlichen Verhältnissen und den Löhnen in Rumänien war dies oft ein vergebliches Unterfangen. Häufig gingen Dorin und seine Geschwister hungrig zu Bett.

Anca und Dorin möchten nur das Beste für ihre Kinder.


Die Scheune ist und bleibt ein Bretterverschlag und ist kein Ort, an dem Kinder aufwachsen sollten.

Anca dagegen kommt aus einer zerbrochenen Familie. Sie und ihre zwei Brüder litten sehr unter ihrem unverantwortlichen Vater und ihrer depressiven Mutter. „Wir waren allein. Da war kaum Liebe in meiner Kindheit“, sagt sie. Umso wichtiger ist es ihr, es bei ihren beiden Kindern anders zu machen.

Nach ihrer Hochzeit vor vier Jahren zogen Dorin und Anca zu Dorins Familie. Doch es gab Streit mit seinen Brüdern. Dorins Grossmutter nahm das Paar mit dem kleinen Raul Florian deswegen bei sich auf. Sie lebt in einer alten Scheune auf dem Grundstück der Familie. Im Lauf der Zeit versuchte Dorin, die Scheune zu renovieren, doch sie ist und bleibt eben nur ein Bretterverschlag. „Das ist wirklich kein Ort für Kinder“, sagt der junge Vater nachdenklich. „Ich arbeite auf dem Bau, verdiene aber sehr schlecht. Ich habe versucht, das Beste aus unserer Behausung rauszuholen, doch die Scheune ist feucht und sehr kalt — sogar im Sommer.“ Hinzu kommt, dass sie auch weiterhin als Scheune genutzt wird und es deswegen immer wieder zu Streit mit Dorins Brüdern kommt. Ein Druck, unter dem vor allem Anca und die Kinder leiden.

Wir möchten der kleinen Familie dabei helfen, ein gutes Zuhause zu finden. Dorin und Anca sind liebevolle Eltern und sehr kooperativ. Sie möchten ihren Kindern ein liebevolles Zuhause und eine gute Erziehung mitgeben. Wir sind sicher, dass sie aus unserer Hilfe das Beste machen werden. Deswegen möchten wir ihnen unter die Arme greifen – mit Ihrer Hilfe. Vielen Dank für Ihre Unterstützung.


Projekt Nr. 2255, "Ein Zuhause für Dorin und Anca"

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Armenien
Insulinspritzen für Sargis und Kristine
Diabetes und Krankheiten der Kinder und des Mannes fordern Anahit täglich

„Manchmal möchte ich mich einfach nur hinlegen und schlafen.“ Anahit Ghahramanian ist am Ende ihrer Kräfte. Sie hat vier Kinder, von denen drei behindert sind. Auch ihr Mann ist nicht gesund.

Anahit und ihr Mann Rudolf wohnen im Haus eines Bekannten in der Stadt Jeghward. Durch einen Unfall verlor Rudolf sein rechtes Auge. Er war mit dem Bus auf dem Weg zur Arbeit, als der Zweig eines Baumes durch das offene Fenster peitschte und sein rechtes Auge schwer verletzte. Sein Arbeitgeber übernahm die Kosten seiner Behandlung, doch das Auge war zerstört. Rudolf wurde entlassen und schlägt sich jetzt als Tagelöhner durch. Er hätte zwar Anspruch auf Invalidenrente, doch die Erstellung der nötigen Papiere ist teuer.


Nur Anahits jüngster Sohn (im Gitterbett) ist gesund, die drei anderen sind krank und schwer eingeschränkt.


Amalja leidet sehr unter ihrem Plastik-Korsett, das sie tragen muss.


Sargis hat Diabetes und wäre wegen eines Behandlungsfehlers fast gestorben.


Die wenigen Einkünfte der Familie reichen kaum für die Medikamente, deswegen bleibt der Kühlschrank oft leer.

Als Tochter Amalja (16) acht Jahre alt war, bemerkten die Eltern eine starke Krümmung ihrer Wirbelsäule. Die Ärzte verordneten ihr ein Stützkorsett. Aber die Schmerzen wurden schlimmer. Amalja wurde eine Operation zur Versteifung der Wirbelsäule empfohlen, doch dadurch hätte das Wachstum beeinträchtigt werden können. Bis 2011 besuchte Amalja eine Tanzschule. Das Training stabilisierte ihren Rücken. Dann konnten die Eltern es nicht mehr bezahlen. Nun muss sie, bis sie ausgewachsen ist, ein Korsett aus Plastik tragen.

Sargis (15) hat Diabetes. Mit zwei Jahren zeigte er die ersten Symptome. In der Kinderklinik wurde er falsch behandelt, was ihn beinahe das Leben gekostet hätte — er erlitt einen anaphylaktischen Schock, der schwerwiegende Folgen hatte: Sargis leidet nun an einer starken Entwicklungsstörung. Dreimal pro Tag wird ihm Insulin gespritzt, seine Nieren versagen langsam, und er muss dreimal die Woche zur Dialyse. Die Leber des Jungen ist betroffen und sein Bauch geschwollen. Insulin bekommt Sargis kostenlos vom Krankenhaus, jedoch nicht die Spritzen und zwei weitere Medikamente, die er regelmässig einnehmen muss.

Auch Kristine (7) leidet an Diabetes. „Die Spritzen kosten eine Menge Geld. Jeden Monat brauchen die Kinder etwa 100 Spritzen. Ich muss oft mit einer Spritze zwei oder sogar drei Injektionen machen.“, berichtet Anahit. Nur der jüngste Sohn Hajk ist Gott sei Dank gesund.

Familie Ghahramanian benötigt dringend unsere Unterstützung. Das wenige Geld, was diesen Menschen zur Verfügung steht, reicht kaum für die Fahrten in die Klinik und die Medikamente aus. Schon mit rund 120 Franken (100 Euro) können Sie dazu beitragen, dass die Kinder einen Monat lang sterile Injektionen erhalten. Darüber hinaus möchten wir die nötigen Medikamente und Behandlungen für alle Familienmitglieder bezahlen. Bitte schliessen Sie diese Familie in Ihre Gebete ein und helfen Sie durch eine Spende.


Projekt Nr. 2256, "Medizinische Hilfe für Anahits Familie"

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Armenien
Schimmel, Ungeziefer — und drei Kinder
Das Haus von Familie Tadewosian muss dringend renoviert werden

Wenn die Armutsspirale sich einmal zu drehen beginnt, ist es fast unmöglich, sie aus eigener Kraft zu stoppen. Siranusch Tadewosians von Sorgen gezeichnetes Gesicht mit den grossen müden Augen erzählt davon. Sie ist erschöpft, völlig abgemagert und leidet unter Blutarmut.

Siranusch hat sich ihr Leben anders vorgestellt. Als sie ihren Mann Ruben traf, war sie sicher, dass er der Richtige ist, obwohl er aus ärmsten Verhältnissen stammte. Mit dem wenigen Geld, das er nach Hause brachte, haushaltete sie sparsam. Anfangs lebte die Familie in einer Mietwohnung. Dann verschlechterte sich die Lage der Familie zunehmend. Tagelang konnte Ruben keine Arbeit finden. Die finanzielle Situation war häufig Grund für Streit zwischen den Eheleuten. Schliesslich zog die Familie in das Haus von Siranuschs Mutter Anusch, und Ruben verliess seine Familie. Er besucht die Kinder ab und zu, aber finanziell unterstützt er sie nicht.

Mager und mutlos: Siranusch sieht man ihre Not an. Auch Sohn Serob ist bereits von den Lebensumständen gezeichnet.

Das marode Haus, in dem die drei Generationen leben, liegt in einem Hinterhof.

Oma Anusch musste ihre Töchter alleine aufziehen. 1988 verlor sie ihre Arbeit in einer Druckerei, kaufte sich eine Nähmaschine und begann, Näharbeiten zu erledigen. Das kleine Haus hat sie von ihrer Mutter geerbt. Es liegt in einer engen Sackgasse, im Hinterhof eines anderen Hauses. Das Dach ist undicht, die Decke hat grosse Risse, die Wände sind vom Schimmel befallen. Insekten und Ratten können ungehindert durch die Löcher im Boden hineinkommen. Das Haus ist einsturzgefährdet.

Die Kinder von Siranusch müssen in dieser maroden Wohnung aufwachsen. Sie leiden sehr unter der Situation. Sohn Serob (9) musste schon psychologische Hilfe in Anspruch nehmen. Tochter Sona (8) schämt sich, ihre Freundinnen einzuladen. Die vierjährige Nward ist noch zu klein, um das alles zu verstehen.

Das einzige Einkommen der Familie ist der unzureichende Lohn der Grossmutter. Sie leidet jedoch unter Osteoporose und Diabetes, der bereits die Augen geschädigt hat.

Seit einigen Monaten sind die Kinder im Patenschaftsprogramm von Diaconia und werden mit Lebensmitteln versorgt. „Meine Kinder müssen nicht mehr hungern. Sie wieder lachen zu sehen, gibt mir viel Kraft“, sagt Siranusch.

Bitte helfen Sie mit, die Not dieser Familie zu lindern. Das Haus muss dringend renoviert werden. Nur mit Ihrer Unterstützung können sich die Lebensumstände dieser bitterarmen Familie grundlegend ändern. Vielen Dank für Ihre Hilfe!


Projekt Nr. 2258, "Renovierung Dreigenerationenhaus Tadewosian"

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BLICKPUNKT


Armenien
Nach dem Lehrgang ist vor dem Lehrgang
Die Sommerzeit im BAZ ist gefüllt mit neuen Impulsen und Vorbereitungen

Bevor Sargis Svaryan, Leiter des BAZ, die Reise in die Schweiz und nach Deutschland antritt, um alte und neue Kontakte zu treffen und gemeinsam neue Ideen für die Arbeit zu entwickeln, macht er einen letzten Rundgang durch das Gebäude. Dort ist es ruhig, die Sommerpause dauert bis Mitte September. Irgendwo in der Ferne hört man ein Hämmern. Es erscheint fast so, als würde das Gebäude kurz innehalten, bevor die Flure wieder vom Lachen und Lerneifer der neuen Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfüllt sein werden.

„Wir hatten einen ereignisreichen Frühsommer“, berichtet Sargis. „Unter der Leitung von Andreas Dossenbach, Luzern, und Fritz Ryser, Steffisburg, hatten wir zwei Wochen lang ein spezielles Training für die Bäckerei-/Konditoreilehrlinge. Es ist jedes Mal ein besonderes Erlebnis, was unter deren Anleitung für Leckereien entstehen. Die Teilnehmer wachsen regelrecht über sich hinaus.“ Die Theorie und Arbeitsanweisungen werden von Anna, sie spricht sehr gut deutsch und arbeitet als Übersetzerin im BAZ, ins Armenische übersetzt. So wird die Sprachbarriere überwunden.


Mit viel Geduld und Liebe zum Detail vermittelt Fritz Ryser den Teilnehmern Grundlagen des Bäckerhandwerks.

Während seiner Reise in die Schweiz besuchte Sargis Svaryan (l.) das Kompetenzzentrum Richemont in Luzern (rechts im Bild: Andreas Dossenbach).

Apropos „Sprachbarriere“: Diese wird, dank der durchgeführten Russisch- und Englischkurse, immer niedriger. Die Teilnehmer haben im vergangenen Semester ihre Sprachkenntnisse durch diese Kurse, die neben den Kursen für Handarbeit, Näherei und Bauhandwerk angeboten werden, vertiefen dürfen. Und wer weiss, vielleicht gibt es irgendwann sogar einen Deutschkurs? Sargis schmunzelt bei diesem Gedanken und sagt leise ein Wort, das er in den vergangenen Monaten gelernt hat und von Herzen aufrichtig meint: „Dankeschön!“
Ja, dankeschön an Sie, liebe Spenderinnen und Spender, für dieses hervorragende Projekt, das wir dank Ihrer Hilfe durchführen können. Wir hoffen, dass Sie sich auch weiterhin für die Unterstützung der Ausbildung bedürftiger Jugendlicher begeistern lassen.

Projekt Nr. 2257, "Berufsausbildungszentrum BAZ"

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Armenien
Hilfe und Hoffnung für Alla
Meri ist behindert und auf Hilfe angewiesen — ihr Vater hielt dem Druck nicht stand

„Helfen Sie bitte meiner Nichte Alla. Ihre Tochter Meri ist acht Jahre alt und stark behindert. “ Die Stimme am Telefon klang sehr besorgt. Ein Besuch bei der Familie genügte um zu verstehen, dass dieser Hilferuf angemessen war.

Alla war glücklich in ihrer Ehe mit Geworg. Als ihr Sohn Hratschja (11) geboren wurde, war das Glück vollkommen. Und gross war auch die Freude, als Tochter Meri (8) geboren wurde.

Doch nach drei Monaten bekam Meri ihren ersten Krampfanfall. Er wiederholte sich mehrmals. Sie reagierte nicht mehr auf Stimmen, ihr Blick ging ins Leere. Eine Computertomographie brachte schliesslich die Ursache ans Licht: HSV-Enzephalitis. Diese Infektion greift die Nervenzellen an und führt zu schweren Schäden im Gehirn. Meri hat zudem noch eine Zyste im Kopf. Die Ärzte rieten dazu, sie baldmöglichst im Ausland operieren zu lassen. Doch dafür fehlte das Geld.


Die Pflege ihrer Tochter ist für Alla eine physische Herausforderung.

Für die Familie begann eine Zeit mit Arztbesuchen und langen Aufenthalten im Spital. Als Meri und Alla im Februar 2010 nach einem zweiwöchigen Krankenhausaufenthalt wieder nach Hause wollten, warteten sie vergeblich auf Geworg. Er kam nicht. Der geschockten Alla sagte er am Telefon, dass er kein krankes Kind wolle.

Ohne Zögern nahmen Allas Eltern ihre Tochter und die zwei Kinder in ihrer Wohnung auf, in der schon acht Personen lebten. Dann stellte ihnen ein Bekannter seine freie Wohnung zur Verfügung.

Alla kann nicht arbeiten gehen, sie sorgt für Meri. Diese hat Probleme mit der Motorik und Sprache. Ihre geistige Entwicklung ist stark verzögert. Alla füttert und wäscht sie, bringt sie ins Bett und ist morgens an ihrer Seite, wenn sie aufwacht. Das Mädchen wird medikamentös behandelt, jedoch können die heftigen Krampfanfälle dadurch nicht verhindert werden. Und mit jedem Anfall sterben weitere gesunde Gehirnzellen.

Die kleine Familie hat nur ein geringes Einkommen aus Kindergeld und Invalidenrente. Allas Vater hilft seiner Tochter, aber sein Gehalt als Lokführer ist gering. Zum Schuljahresbeginn konnte Alla für ihren Sohn Hratschja keine Schulsachen kaufen. Es war kein Geld da.

Diaconia möchte dieser mutigen Frau helfen, die materiellen Sorgen verringern und für die nötigen Behandlungen sorgen. Bitte helfen auch Sie dieser Familie durch Gaben und Gebete!


Projekt Nr. 2259, "Hoffnung für Meri und Alla"

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Albanien
„Gesli ist das Kostbarste, was ich habe“
Vater und Sohn leben in einem baufälligen und hochwassergefährdeten Haus

„Mein Sohn ist das Einzige, was mir geblieben ist“, sagt Gliton Dibrani traurig. Die Familie bestand früher aus fünf Personen. Nun sind nur noch Gliton und sein sechsjähriger Sohn Gesli übrig. Und Gliton hat Angst um den Kleinen.

„Wir waren eine glückliche Familie. Als ich Geslis Mutter traf, war ich sofort verliebt und sicher, dass ich mit ihr den Rest meines Lebens verbringen und eine Familie gründen wollte. Als Gesli geboren wurde, war ich der glücklichste Mann auf der ganzen Welt.“ Gliton muss schlucken, denn der Schmerz, der darauf folgte, sitzt bis heute tief: „Nach der Geburt unseres Jungen wurde alles anders. Meine Frau und ich stritten nur noch, sie war durch nichts zufriedenzustellen und unausgeglichen. Schliesslich ging sie einfach weg, liess mich, und vor allem ihr Baby, einfach im Stich. Inzwischen sind wir geschieden. Aber bis heute hat sie sich nicht nach dem Jungen erkundigt und nimmt auch ihr Besuchsrecht nicht wahr.“

Mit viel Liebe hat Gliton seinen Sohn aufgezogen, und der Sechsjährige hängt sehr an seinem Vater.

Das Haus, das Gliton von seinen Eltern geerbt hat, ist baufällig und durch die Wassermassen schwer geschädigt.

Die Wände sind feucht, was dem kleinen Gesli gesundheitlich zu schaffen macht.

Feuchte Wände, bröckelnder Putz und Schimmel — das Haus von Vater und Sohn muss dringend renoviert werden.

Kurz nachdem Gliton von seiner Frau verlassen wurde, trafen ihn zwei weitere Schicksalsschläge: Kurz hintereinander starben seine beiden Eltern. „Innerhalb von wenigen Monaten war ich plötzlich völlig allein mit dem Baby, das nun ohne Mutter und Grosseltern aufwachsen musste.“ Gliton hat sich als guter Vater bewiesen. Man merkt Gesli an, dass er mit viel Liebe erzogen wird. Der Junge hängt sehr an seinem Vater, und wenn Gliton mal mutlos in der Ecke sitzt, umarmt ihn der Sohn — fast so, als wolle er sagen: Ich bin bei Dir, wir schaffen das schon.

Doch die Lebensumstände der beiden sind wirklich schlecht. Das kleine Haus, das Gliton von seinen Eltern geerbt hat, droht über ihnen zusammenzubrechen. Dach, Wände, Fenster und Türen — alles ist undicht und feucht. Das Haus wurde durch starken Regen und die über die Ufer tretenden Flüsse mehrmals unter Wasser gesetzt. Ein zusätzlicher Angriff auf die Bausubstanz. Gliton versuchte, einen kleinen Kredit aufzunehmen, um die schlimmsten Schäden beseitigen und dem Haus wieder Standfestigkeit geben zu können. Doch die Bank gab ihm kein Geld.
Das Haus ist feucht und der sechsjährige Gesli reagiert bereits mit Allergien und langwierigen Erkrankungen auf diese Belastung. „Ich will nicht, dass mein Sohn krank wird – oder er sogar unter dem Haus begraben wird. Er ist das Kostbarste, was ich habe.“

Diaconia möchte dem alleinerziehenden Vater und seinem Sohn helfen, das Haus wieder bewohnbar zu machen, damit die beiden zusammenbleiben können und ein Dach über dem Kopf haben, das sie schützt. Bitte helfen Sie mit. Herzlichen Dank dafür!


Projekt Nr. 2260, "Hausrenovierung für alleinerziehenden Gliton"

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Nepal
„Bis hierhin hat uns Gott gebracht“
Lebenshaltungskosten sind gestiegen — Leitung des Waisenhauses vertraut fest auf Gott

„Wieso sollte Gott auf einmal aufhören, unsere Gebete zu erhören und uns zu versorgen?“, fragt Deependra mit Zuversicht in der Stimme. Er hat viel erlebt, aber auch immer wieder gesehen, dass zur rechten Zeit die Versorgung seiner Schützlinge gesichert war.

Im Mai hat das neue Schuljahr begonnen. Dank der Unterstützung aus dem Ausland waren die Schulmaterialien und -kleidung bereit, als die Kinder sie brauchten. Ohne Zweifel liegt Gottes Bewahrung auf diesem Ort. Es gibt dieses Heim noch immer, auch wenn die Herausforderungen wegen des Bekenntnisses zum christlichen Glauben teilweise gross waren. „Wir sorgen nicht nur für die materiellen Bedürfnisse der Kinder, sondern wir vermitteln ihnen auch das christliche Menschenbild und die damit verbundenen Werte“, so Deependra. „Wenn eines der Kinder einen Mangel hat, hilft nicht selten ein anderes Kind aus.“

Die Pflege ihrer Tochter ist für Alla eine physische Herausforderung.

Die Pflege ihrer Tochter ist für Alla eine physische Herausforderung.

Die Lebenshaltungskosten sind in den letzten zwei bis drei Jahren rapide gestiegen. Viele kleine Läden mussten schliessen. Bei einem monatlichen Durchschnittslohn von rund 60 Franken (50 Euro) sind die Kosten für 1 kg Reis von 1.20 Franken (1 Euro), 500g Spaghetti von 1.30 Franken (1.10 Euro) oder einem Liter Benzin von 1 Franken (80 Cent) herausfordernd. Vor allem, wenn man für so viele Kinder Sorge trägt, wie Deependra, Dolma und Man Bahadur. Mit Ihrer Hilfe möchten wir auch weiterhin die Sorge dieser christlichen Leiter mittragen und bitten Sie darum, die Arbeit in Nepal durch Spenden und durch Gebete aktiv zu unterstützen. Herzlichen Dank!

Projekt Nr. 2261, "Nepalhilfe"

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