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Report
Ausgabe 10, Oktober 2017


Rumänien
Hilfe für Claudia und ihre Töchter
Ehemann liess die Familie wegen einer anderen Frau mit nichts zurück

„Mama, weinst Du?“ Rasch dreht sich Claudia von ihrer Tochter Ionela weg und wischt sich verstohlen über die Augen. „Es ist alles gut“, sagt sie leise und versucht, ihre Stimme so normal wie möglich klingen zu lassen. Doch die Siebenjährige bleibt skeptisch.

„Ich versuche mein Bestes, damit die Kinder nicht merken, wie schlecht es mir geht“, sagt die 26-jährige Mutter. Tochter Elena bekommt mit ihren fünf Monaten von der Not der Mutter nicht viel mit, aber Ionela ist ein aufgewecktes Mädchen. Ausserdem ist es ja offensichtlich, dass ihr Papa nicht mehr bei der Familie wohnt.

Ionela soll bald in die Schule gehen.

Claudia liebt ihre Töchter über alles.

Claudia kämpft mit den Tränen.

„Ich habe meinen Mann mit 16 kennengelernt. Ich hatte ein schreckliches Elternhaus und glaubte, dass Ion mir all das schenken würde, was ich so schmerzlich vermisst hatte: Sicherheit, Liebe und Glück“, erinnert Claudia sich traurig. Ihr Mann ist 16 Jahre älter als sie. „Zehn Jahre lang habe ich gehofft, dass alles besser wird, und nun hat er uns verlassen – wegen einer anderen Frau.“

Mutter und Töchter leben in einer windschiefen Hütte am Rande von Budila. Diese verfügt weder über Strom noch fliessend Wasser. Zum nächsten Nachbarn sind es 500 Meter. „Nachts fürchte ich mich, doch ich schiebe den Gedanken, dass etwas passieren könnte, ganz weit weg“, sagt Claudia und fügt hinzu: „Ich muss stark sein – für meine Töchter.“

Die Familie lebt vom Kindergeld. Das reicht aber nicht aus, um die Kinder versorgen zu können.

Um wenigstens eine warme Mahlzeit auf den Tisch zu bringen, sammelt Claudia Schrott aus der nahen Abfallgrube. Ionela soll jetzt in die Schule kommen, doch ihre Mutter fürchtet, sie nicht hinschicken zu können: „Wir haben kein Geld für das Schulmaterial, die Schulkleidung und Verpflegung“, sagt sie resigniert.

Wir möchten Claudia und ihre Kinder dabei unterstützen, ein neues Leben zu beginnen. Für zwei oder drei Jahre sollen sie regelmässig Kleidung, Lebensmittel und Schulmaterial bekommen, ausserdem Feuerholz für den Winter und – solange nötig – Windeln für das Baby. Dafür benötigen wir jährlich 2 400 Franken (2 105 Euro). Bitte helfen Sie dieser Familie durch Ihre Gaben und Gebete.


Langzeitprojekt Nr. 3424, "Hilfe für Claudia und ihre Töchter"

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Rumänien
Zaun ermöglicht Familie Ganea eine sichere Zukunft
Habseligkeiten sind bisher schutzlos möglichen Dieben ausgeliefert und Tierhaltung ist nicht denkbar

Alles, was Familie Ganea besitzt, hat sie sich hart erarbeitet. Nun hat Craciunel (37) aufgrund gesundheitlicher Probleme seine Arbeitsstelle verloren. Der Familienvater ist verzweifelt, denn er und seine Frau Gina (37) wissen nicht mehr, wie sie ihre Kinder ernähren sollen.

Die Eheleute kennen sich schon lange und sind einander in tiefer Liebe zugetan. Ihre Kinder Patricia (17), Alexandru (16), Darius (13), Petru (9) und Beniamin (7 Monate) sind die Früchte dieser Liebe. Eine Tochter, Damiana, starb im Jahre 2003, drei Wochen nach ihrer Geburt. Die Älteste, Patricia, wohnt bei ihrer Grossmutter; der Platz in dem Haus mit zwei Räumen ist begrenzt, und die Oma ist auf die Hilfe ihrer Enkelin angewiesen.

Das kleine Haus hat Craciunel aus altem Baumaterial zusammengezimmert, auf einem Grundstück, welches ihm die Stadt zuteilte. Einen Wasseranschluss gibt es nicht. „Das Baumaterial ist schadhaft, und das wirkt sich auf die Qualität von Wänden und Dach aus. Alles droht einzubrechen“, befürchtet Craciunel, der jahrelang auf dem Bau gearbeitet hat. Als Kind erkrankte er an Meningitis, und seither leidet er immer wieder unter starken Kopfschmerzen. Auch sind seine Augen nicht mehr so gut und er hat eine Sonnenallergie – nun hat Craciunel noch seine Arbeit verloren. „Manchmal kann ich als Tagelöhner arbeiten, aber das bedeutet eben kein festes Einkommen“, berichtet der 37-Jährige.

Das Haus der Familie ist aus altem Baumaterial zusammengezimmert.

Oft fehlt es selbst am täglichen Brot. „Ich behalte die Kinder häufig zu Hause, weil ich ihnen kein Essen mitgeben kann. In Rumänien muss sich jedes Kind in der Schule selbst versorgen und die Jungen schämen sich, nichts dabei zu haben“, erzählt Gina traurig. Ihre Söhne sammeln Schrott und verkaufen ihn. „Sie wollen uns unterstützen“, so die Mutter gerührt.

„Ein Zaun würde vieles besser machen“, berichtet Craciunel. Das Haus liegt ungeschützt, für Diebe eine Einladung. Selbst der Hund des kleinen Petru wurde gestohlen: Bis heute weint der Junge seinem vierbeinigen Freund nach.

Die Familie hätte genügend Land zur Verfügung, um Hühner und Schweine zu halten – doch ohne Zaun ist dies unmöglich. Bitte helfen Sie uns, diese Familie mit Baumaterial für Haus und Zaun zu unterstützen. Mit etwas Vieh kann sich Familie Ganea selbst versorgen. Zusätzlich möchten wir gerne mit warmer Kleidung, Lebensmitteln und Schulmaterial für die Kinder helfen. Mit rund 5 000 Franken (4 386 Euro) legen wir einen soliden Grundstein für eine gute Zukunft dieser Menschen. Vielen Dank für Ihre Gaben.

Projekt Nr. 3425, "Zukunft für Familie Ganea"

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Beinwil am See
HILFSGÜTERTRANSPORT

In Rumänien gibt es trotz der EU-Mitgliedschaft unzählige Notleidende, die auf Hilfsgüter verschiedener Art angewiesen sind: Kleider für Kinder und Erwachsene, warme Decken, Tisch- und Bettwäsche, gestrickte Pullover, Strümpfe, Socken u.v.a. Selbstverständlich alles sauber und wenn nötig geflickt.

Im letzten Rundbrief erwähnten wir, dass wir zwar ausreichend Hilfsgüter erhalten, die Deckung der Transportkosten jedoch immer wieder Mühe bereitet.

Ein LKW-Transport nach Rumänien kostet CHF 3 240.--. Vielen Dank für Ihr Mittragen.


Projekt Nr. 3426, "Hilfsgütertransport"

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Rumänien
Aus dem Zelt in ein sicheres Leben
Eine Matratze und eine grosse Decke ist alles, was Familie Ramon geblieben ist

Eine Doppelmatratze, von einer Decke notdürftig geschützt: An einer Seite an einer Mauer befestigt, diente dieses „Zelt“ als Schlafstätte für eine ganze Familie. Was wie eine lustige Kinderhütte zum Spielen aussieht, diente bis vor kurzem als Unterkunft von Vater und seinen drei Töchtern.

Das Behelfszelt steht in einem Aussenbezirk von Piatra Neamt. Hier lebt Ioan (39) mit Andreea (9), Stefania (6) und Ioana (2). Mutter Carmen (32) hat gesundheitliche Probleme und muss häufig ins Krankenhaus. „Ich versuche, mich in dieser Zeit so gut es geht um die Mädchen zu kümmern. Wir alle haben eine schwere Zeit hinter uns“, erzählt uns Ioan. Die Mädchen kochten, hielten das Zelt in Ordnung und wuschen die wenige Kleidung der Familie. Das gesamte Leben spielte sich auf der Matratze ab: Dort wurde gespielt, gegessen und geschlafen. Bei schlechtem Wetter hockten sie eng beieinander und warteten auf die Sonne.

Die Familie führte ein Nomadenleben. Kurzzeitig fand sie Unterschlupf bei Verwandten, campierte dann in Abrisshäusern und seit dem Frühjahr 2017 eben im Zelt. „Wenn es regnete und windig war, bot die Decke keinen Schutz. Den Eltern war bewusst, dass sie vor Einbruch des Winters eine andere Lösung finden mussten. Der besorgte Vater wünscht sich, endlich sesshaft werden zu können, denn Andreea und Stefania sollen wieder regelmässig zur Schule gehen. „Durch unsere vielen Umzüge haben die Mädchen schon viel zu oft gefehlt.“


Das Leben fand lange Zeit im Zelt statt.

Ohne die Hilfe von Nachbarn und Freunden hätte die Familie nicht überleben können. Ioan hat sich in seiner Verzweiflung auch an die Behörden gewandt, und nun ist Hilfe in Sicht: Ioan, seine Frau und die Mädchen werden eine kleine Bleibe bekommen – mit Badezimmer und Küche.

Zu einem ansatzweise normalen Leben fehlt der Familie jedoch noch eine Einrichtung. Deswegen möchten wir sie mit dem Nötigsten unterstützen: Betten für Eltern und Kinder, Küchenutensilien, Tisch und Stühle und auch einige Kissen und Decken. Für diese Grundausstattung benötigen wir rund 1 900 Franken (1 667 Euro). Bitte helfen Sie mit, Familie Ramon ein würdiges Zuhause zu ermöglichen. Schenken Sie diesen Menschen eine hoffnungsvolle Zukunft. Wir danken Ihnen für all Ihre Gaben.


Projekt Nr. 3427, "Neubeginn Familie Ramon"

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Rumänien
Windeln und Medikamente für Traian
14-jähriger, fröhlicher Junge ist mehrfach behindert

Traian lacht gerne und viel. Obwohl ihn seine Behinderung in vielfältiger Weise einschränkt, ist er ein fröhlicher Junge. „Traian ist ein wundervolles Kind. Man muss ihn einfach lieben“, so Mutter Florica (35).

Doch die Einschränkungen des 14-Jährigen stellen seine Familie vor eine grosse Herausforderung. Traian hat noch weitere sechs Geschwister. „Auch sie wollen zu ihrem Recht kommen“, sagt Florica. Traian wurde mit einer geistigen Behinderung geboren, er hat grauen Star und schielt stark. Der Junge kann nicht sprechen, aber er versteht und teilt sich mit Ges-ten mit. Wenn man ihn fragt, ob er sehen kann, schüttelt er sofort vehement den Kopf und lacht. „Er erkennt Schatten und Umrisse“, relativiert seine Mutter. Tägliche Augentropfengaben sollen diesen Zustand erhalten.

Die neunköpfige Familie lebte bis vor kurzem in einem einzigen Raum. Jetzt hat Vater Dan (35) einen zweiten Raum fertiggestellt. Eine grosse Erleichterung für das Familienleben, besonders weil Traian oft bis drei Uhr morgens aufbleibt. „Er hat seinen eigenen Kopf“, berichtet seine Mutter. Deswegen geht er auch barfuss: „Er liebt es, den Boden unter seinen Füssen zu spüren, und weigert sich vehement, Schuhe anzuziehen.“
Da beide Eltern Analphabeten sind, finden sie keine feste Arbeit. Entsprechend knapp ist das Familienbudget. Traian ist auf Windeln angewiesen. „Die Ausgaben für Medikamente und Windeln belasten uns sehr“, erzählt Florica. Regelmässige medizinische Untersuchungen für ihren Sohn können sich die Eltern gar nicht leisten.


Florica liebt ihren Sohn mit seinem Dickkopf sehr.

Alle Kinder der Familie besuchen die Schule oder den Kindergarten. Nur Traian muss zu Hause bleiben, was ihn manchmal wütend, manchmal einfach sehr traurig macht. „Er möchte so gerne lernen, aber es gibt in unserer Gegend keine Schule für Menschen mit Behinderungen“, erzählt uns Florica.

Wir möchten die Untersuchungen, Medikamente, Windeln und Lebensmittel für Traian finanzieren. Auch wünschte sich Florica dringend eine Waschmaschine, weil Traian sich oft schmutzig macht und sie ihn zwei- bis dreimal am Tag umkleiden muss. 3 600 Franken (3 158 Euro) würden sämtliche Kosten für das erste Jahr abdecken. Gemeinsam können wir die materiellen Sorgen der Familie reduzieren und dafür sorgen, dass Traian alle Hilfe bekommt, die er benötigt. Herzlichen Dank für Ihre Gebete und Gaben!


Projekt Nr. 3428, "Lebenshilfe für Traian"

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Medikamentenmangel in RumÄnien

Neben dem Ärztemangel durch die Abwanderung vieler Mediziner nach Westeuropa ist in Rumänien auch Medikamentenmangel ein grosses Problem. Da dieselben Medikamente in Osteuropa weit weniger kosten als im Westen, haben sich inzwischen Firmen darauf spezialisiert, sie im Osten aufzukaufen und im Westen mit Gewinn zu veräussern. Hier sind sie ganz legal in Apotheken zu kaufen, ohne dass die Käufer jedoch nachvollziehen können, woher sie stammen. Die Folge ist, dass einige Medikamente in Rumänien und anderen betroffenen Ländern gar nicht mehr oder nur gegen einen entsprechenden Geldbetrag auf dem Schwarzmarkt zu haben sind. Darunter sind auch lebenswichtige Arzneimittel wie solche gegen epileptische Anfälle oder Krebs, aber auch Insulin. Im Jahr 2013 scheiterte ein Versuch der rumänischen Regierung, den Export der Medikamente einzuschränken, am Einfluss der Pharmahändler-Lobby.





Rumänien / Dobreni
Das Waisen-Mädchen aus dem Zug
Eine unglaubliche Geschichte nimmt dank Casa Ray eine glückliche Wendung

Andreea strahlt. Die junge Frau im Brautkleid heiratet den Mann, den sie liebt. Das ist das Happy-End einer Lebensgeschichte, die unglaublich traurig begonnen hat. „Wenn ich nicht ins Casa Ray gekommen wäre, würde ich vielleicht nicht mehr leben“, berichtet uns die junge Braut heute.

Sie war ein namenloses kleines Geschöpf, das man in einem Zug auffand. Niemand wusste, wo sie herkam, wann sie geboren worden war oder wer ihre leiblichen Eltern sind. Ihr Alter bestimmte ein Arzt, ihren Namen bekam sie von den Behörden; doch das Gefühl von niemandem gewollt zu werden, setzte dem Mädchen sehr zu. Es erinnerte sich noch an seine Mutter, welche verstarb, und an die Stiefmutter, die sie schlug und zum Betteln zwang. Aber wie Andreea in den Zug gekommen war – das bleibt bis heute im Dunkeln.

Andreea tat sich mit ihrer Situation sehr schwer. Sie kam zuerst in ein Heim, später zu einer Pflegefamilie – aber sie konnte sich nirgends einfügen und entspannen. Erst als sie „Papa Mihai“ und „Mama Tatiana“ von Casa Ray traf, fühlte sie sich angenommen und blühte auf. Das geschah im Jahre 2002. Im Casa Ray durfte Andreea eine neue Familie finden. Auf einmal hatte das Mädchen viele Geschwister, durfte zur Schule gehen, bekam genug zu essen und durfte ihre Fähigkeiten entwickeln. Später arbeitete sie im Altenheim und machte mehrere Praktika in verschiedenen Einrichtungen. 2006 schliesslich liess sie sich taufen. Als Andreea mit 23 Jahren aus der Casa Ray auszog, hatte sie erfolgreich ihre Ausbildung zur Krankenschwester abgeschlossen.

„Casa Ray war mein Glücksfall“, so die junge Frau heute. „Ich hoffe, dass noch viele Kinder die besondere Liebe und Förderung hier geniessen können. Ich bin auch den Unterstützern unendlich dankbar. Wer weiss, wohin mich der Zug des Lebens gebracht hätte, wenn ich nicht hier aufgenommen worden wäre.“


Andreea hat sich dank der Liebe und Förderung im Casa Ray zu einer strahlenden jungen Frau entwickelt.

Im Casa Ray hatte Andreea viele Geschwister gefunden.

Wir möchten die 20 Waisenkinder im Casa Ray auch weiterhin unterstützen. Deswegen sammeln wir fortwährend für den Unterhalt des Waisenhauses. Und da kommen monatlich viele Unkosten zusammen: 137 Franken (120 Euro) für Wasser, 208 Franken (182 Euro) für Hygieneartikel, 263 Franken (231 Euro) für den Transport zur Schule, Kleidung und Schuhe für 131 Franken (115 Euro), Heizmaterial für 263 Franken (231 Euro) und so weiter. Mit jeder Gabe unterstützen Sie das Leben und die Zukunft der Kinder.

In seinem Zeugnis auf Seite 9 erzählt uns Constantin, was die Casa Ray für ein Kinderleben konkret bedeutet.

Zeugnis von Constantin Butoi, 15 Jahre alt: einer „unserer“ Jungs von Casa Ray

Vor einigen Tagen kam er zu uns, seinen Pflegeeltern, und bat uns um ein persönliches Gespräch. Constantin begann so: „ Mama, Vater, mir ist bewusst, dass ich euch in letzter Zeit oft Kummer und Sorgen bereitet habe. In meiner Pubertät habe ich mich nicht nur im Guten entwickelt. Eine flüchtige Aussage von euch, ich sei nicht mehr der brave Junge, der ich am Anfang war, hat mich berührt und ist mir nachgegangen. Ich fürchte, dass ich der Erste sein könnte, der von hier weggehen muss - jetzt, da das Heim nicht mehr genug Geld erhält. Aber ich möchte euch etwas erzählen, was ich bis anhin niemandem berichtet habe: über meine Zeit zu Hause, bevor ich ins Casa Ray kam...

Ich glaube, alle Kinder dieses Heims zusammen wurden in ihrem Leben nicht annähernd so oft geschlagen, wie ich es wurde, als ich noch zu Hause lebte. Meine Mutter lebte im Konkubinat und hatte über die Jahre, die ich bei ihr verbracht habe, immer wieder andere Männer. Einer von ihnen, arbeitslos und Diabetiker, zwang mich in den Wald zu gehen und grosse Stecken zu suchen, die üblicherweise im Gemüsegarten als Bohnenstangen benützt werden. Ein grosses Bündel konnte ich für 5 Lei verkaufen, das war für meinen Rücken jedoch zu schwer. Wenn ich zu spät oder ohne Geld nach Hause kam, wurde ich geschlagen. Aber nicht von ihm. Er lag nur da und gab meiner Mutter Befehle und Anweisungen, wie sie mich bestrafen sollte. Ein anderer Mann liess keine Gelegenheit aus um mir zu sagen, dass er mich nicht ausstehen mag und dass er alles tun würde, um mich los zu werden. Er bearbeitete meine Mutter, damit sie mich in ein Kinderheim schicke. Er fand, dort würde ich erzogen und erfahren, wie das Leben wirklich ist und dass ich dort meine Ration Schläge bekäme, die ich verdiene. Aber da meine Mutter alkoholkrank war, musste sie mich nicht erst weggeben: ich wurde von den Behörden auf amtliche Anordnung abgeholt und ins Kinderheim gebracht.

Ich hatte am Anfang solche Angst, denn ich hörte so viel Schlimmes über Kinderheime! Schnell durfte ich in der Casa Ray aber erfahren, dass nichts von dem wahr ist. Zum ersten Mal in meinem Leben erfuhr ich, was Zuneigung und Liebe ist. Ich durfte Gott kennenlernen und ich vertraue fest auf IHN, dass ER nun weiterhin für mich sorgen wird. Zu Hause bekam ich nur jeden 2. Tag etwas zu essen. Nun wäre ich bereit, lieber jeden 2. Tag nichts zu essen, anstatt wegzugehen. Bitte gebt mich nicht weg! Ihr seid nun meine Eltern und ich habe im Heim alle lieb, wir sind doch eine Familie! Ich möchte, dass niemand gehen muss.“

Diese Worte von Constantin haben uns tief berührt. Uns ist bewusst geworden, was die Kinder durchmachen würden, wenn sie dieses ihnen vertraute und lieb gewordene Umfeld verlassen müssten. Bitte helfen Sie uns, dass keines der Kinder die Casa Ray verlassen muss. Wir danken Ihnen ganz herzlich für jede Unterstützung!

Langzeitprojekt Nr. 3429, "Kinderheim Casa Ray"

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Indien
NEUBEGINN IN INDIEN — Projekt Hrudai

Pastor Subahu
Pastor Subahu
Das Projekt Hrudai fing eigentlich mit der Finanzierung der theologischen Ausbildung für Pastor Subahu im Jahre 2010 an.

Subahu ist ein junger Mann, der in schwierigen Verhältnissen und Armut aufgewachsen ist, der aber in Jesus Christus seinen Erlöser gefunden hat.

Sein Wunsch nach der Ausbildung war es, mit Kindern zu arbeiten, die in ähnlichen Verhältnissen aufwachsen. Diese Kinder leben in Armut. In Familien, die geplagt sind von diesem weltweiten Phänomen, das Armut heisst und von der Weltbank so definiert wird, dass eine Familie, die weniger als 1.25 Dollar pro Tag zur Verfügung hat, als arm gilt.

Dies ist nur eine Zahl. Doch hinter dieser Zahl steckt eine ganze menschliche Tragödie. Jemand, der in den ländlichen Gegenden Indiens lebt, kann nur träumen von diesem Einkommen, denn nicht jeder findet eine Arbeit beziehungsweise kann das ganze Jahr hindurch arbeiten. Hinzu kommen soziale Diskriminierung, Marginalisierung aufgrund von verschiedenen Klassen oder Kasten, wie sie in Indien heissen, Suchtprobleme etc. In so einem Umfeld aufzuwachsen ist sehr schwierig. Es grenzt schon an ein Wunder, dass die Kinder es schaffen, irgendwie gross zu werden. Einigen dieser Kinder im Bundesstaat Odisha, Indien, möchten wir die Chance geben, einen anderen Start ins Leben zu haben, nämlich mit einem Zentrum, wo sie lernen, den schulischen Unterricht geniessen und auch eine Mahlzeit zu sich nehmen können.

Pastor Subahu
Die Kinder des Kinderheims Hrudai bekommen eine Chance.

Wir hier im Westen brauchen Bewegung, damit unser Gehirn und auch unsere Gesundheit fit bleiben. Diese Kinder brauchen Essen, damit sie im Unterricht Informationen aufnehmen können.

Einige sind so dünn, dass man Angst hat, ihre Hände zu drücken, so ging es mir jedenfalls während meines Aufenthaltes in Indien.

Wir können nicht die ganze Welt retten, das ist leider eine Tatsache. Ein Kind jedoch schon!

Als meine Frau und ich angefangen haben, die Ausbildung von Subahu zu bezahlen, haben wir uns auch gefragt, wohin das führen wird und ob unsere Verantwortung bis nach Indien gehen soll.

Pastor Subahu
Hurra! Ich bin in der KiTa!

Heute sehen wir das Resultat, denn dieser Mann, dem wir in seiner Not geholfen haben, möchte anderen helfen.

Zurzeit sind es 50 Kinder, die er unter sehr bescheidenen Bedingungen seit Ende 2014 betreut. Sie dürfen aber den Schulunterricht geniessen und auch im Glauben unterrichtet werden, auch wenn das in Indien sehr schwierig ist.

Denn das Ziel der Arbeit ist nicht nur, den Kindern hier auf Erden und für dieses Leben zu helfen, sondern dass sie eine Begegnung mit dem lebendigen Gott, in seinem Sohn Jesus Christus, erleben.

Hrudai bedeutet Herz auf Oriya. Ich habe mir diesen Namen gewünscht, weil er sagt, worum es bei unserer Arbeit geht. Die eigenen Herzen bewegen lassen. Das Herz der Kinder berühren und das Wichtigste, das Herz Gottes bewegen, Menschen zu helfen.

Mihai Hunziker

Langzeitprojekt Nr. 7000
"Kinderheim Hrudai"


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