Report
Ausgabe 12, Dezember 2013


Rumänien
Schützende Wände für Carla und Nadine
Ionut und seine Familie freuen sich sehr über ihr eigenes Haus in Cristian

„Wir sind so dankbar für diese Chance“, sagt Ionut und schaut glücklich auf sein kleines Haus in Cristian. „Endlich können unsere Kinder in Sicherheit aufwachsen“, meint er sichtlich erleichtert. Auch die Mädchen freuen sich auf schützende Wände, Wärme im Winter und ein freundliches Zuhause.

Der 30-jährige Ionut möchte seinen beiden Töchtern all das geben, was er in seiner Kindheit schmerzlich ver-missen musste. „Es ist ein grosses Geschenk, mit Menschen, die man liebt, zusammenzuleben. Meine Kinder sind gesund — ich bin glücklich.“

Freuen sich über ihr neues Zuhause in Cristian: Ionut, seine Frau Christina, Carla und Nadine.

Dabei sah es zu Beginn seines Lebens überhaupt nicht danach aus, dass er so etwas einmal aus tiefstem Herzen sagen könnte: Ionuts Mutter starb, als er acht Jahre alt war. Er und seine zwei Brüder blieben beim Vater zurück, der mit der Situation völlig überfordert war. „Er begann zu trinken und wurde sehr aggressiv“, erzählt Ionut. Mehr als einmal lief er vor seinem prügelnden Vater weg, verbrachte viele Nächte auf Parkbänken. Fast ein ganzes Jahr lang lebte er auf der Strasse. Mit neun Jahren kam er in ein Waisenhaus in Victoria. Dort blieb Ionut bis er 18 Jahre alt wurde. Das Waisenhaus gab ihm die Möglichkeit, regelmässig die Schule zu besuchen und sich Wissen anzu-eignen. Doch das Lernen fiel ihm schwer: Die Folgen seiner schwierigen Kindheit machten sich bei seinen schulische Erfolgen bemerkbar, sodass er mehrere Klassen wiederholen musste. Mit 18 Jahren, als er das Waisen-haus verlassen musste, konnte er daher keinen Schulabschluss vorweisen. Keine gute Basis für eine sichere und solide berufliche Zukunft.

Doch Ionut besuchte die Berufsschule, zog ins Internat nach Brasov und begann zu arbeiten. Der junge Mann entwickelte einen unglaublichen Ehrgeiz, denn er wollte sich selbst finanzieren und gleichzeitig weiter lernen. Seine Mühe wurde belohnt: Mit 21 Jahren hielt er seinen Schulabschluss in Händen. Vor drei Jahren beendete Ionut sogar die Oberschule. Zur Erlangung dieses Abschlusses besuchte er die Abendschule. „Ich bin stolz auf das, was ich erreicht habe“, sagt er. Und das darf er auch wirklich sein.

Ionut und seine Frau Christina (28) haben zwei Kinder: Das ältere, Carla, ist zweieinhalb Jahre und seine Schwester Nadine eineinhalb Jahre alt. Sie sind gesund und neugierig. „Das ist ein Privileg. Ich will alles mir Mögliche dazu beitragen, dass sie eine wirkliche Familie haben und sorgenlos aufwachsen können“, sagt er. „Ich weiss aus eigener Erfahrung, wie viel kaputt gehen kann, wenn man sich als Kind schutzlos und alleine fühlt.“ Mit dem Haus kommt Kontinuität ins Leben der Familie – sie musste zuvor vier Mal umziehen. Das Haus in Cristian ist ein weiterer Baustein zu einer hoffnungsvollen Zukunft für die ganze Familie. Für alles andere sorgen Ionut und seine Frau – durch harte Arbeit und vor allem viel Liebe.

Projekt Nr. 1945, "Schützende Wände für Ionuts Familie"

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Armenien
Hoffnung und Zukunft für Howsep
20-Jähriger verlor vor fünf Jahren seine Mutter und nun auch noch seinen Vater

Wenn Howsep Karapetian an seine Mutter denkt, schiessen ihm noch heute die Tränen in die Augen. „Ich vermisse sie“, sagt der 20-Jährige. Im September hat er nun auch noch seinen Vater verloren, den er lange gepflegt hatte. „Ich weiss nicht, was werden soll.“

Howsep ist das einzige Kind von Mariam und Watschagan Karapetian. Das Paar heiratete spät, und bei der Geburt ihres Sohnes war Mariam bereits 43 Jahre alt. Die Familie wohnte unter miserablen Bedingungen in einem Zimmer eines Wohnheims in Jerewan: Es gab nur eine einzige Toilette und ein Bad für alle Familien des Stockwerks; die Kochgelegenheit befand sich ausserhalb der Wohnung. Doch Mariam klagte nie, sie genoss jeden Moment ihres Mutterglücks zusammen mit ihrer Familie.

Unter Mariams Bild sitzen Vater und Sohn auf dem Sofa.
Die Fotos stammen vom 26. September. Einen Tag später starb Vater Watschagan.

Howsep ist am Rande seiner seelischen und physischen Kräfte.

Sowohl Mariam als auch Watschagan stammten aus ärmsten Verhältnissen und mussten schon früh Geld verdienen. Eine Ausbildung besassen sie nicht. Sie lernten sich am Arbeitsplatz kennen, und als der Betrieb 1994 geschlossen wurde, verloren sie beide ihre Arbeitsstelle. Nur durch die Hilfe ihrer Verwandten auf dem Land konnten sie überleben.

Watschagan wurde Tagelöhner, Mariam putzte in einem Laden, Howsep besuchte die Schule und erbrachte gute Leistungen. Ausserdem war er interessiert an Kampfsport. Mit zwölf Jahren gewann er diverse Wettkämpfe. Doch nach dem Tod der Mutter musste er den Sport wegen Geldmangel aufgeben.

Mariam nahm ihre Krankheit lange nicht ernst. Sie litt unter ständigen Kopfschmerzen, ging aber nicht zum Arzt. Als sie dann doch ging, wurde per Ultraschall ein Tumor in ihrer Brust entdeckt. Es folgten Operation, Chemo-therapie und Bestrahlung. Ihre Schwester, Krankenschwester von Beruf, kümmerte sich um Mariam, bis sie schliesslich ihrem Krebsleiden erlag.

Der 15-jährige Howsep konnte den Verlust der Mutter nur schwer verkraften. Doch schon bald musste er Weiteres erdulden: Howseps Vater erlitt einen Herzinfarkt. Er überlebte ihn und musste lange stationär behandelt werden. Watschagan war schon auf dem Weg der Besserung, als er einen zweiten Infarkt erlitt. Die Folgen waren teilweise Lähmungen und Probleme beim Sprechen.

Howsep betreute seinen Vater so gut er konnte. Aber oft merkte er, dass er mit seinen Kräften am Ende war. Die Familie wohnte noch immer in ihrem alten Zimmer. „Vater war arbeitsunfähig. Um seine Medikamente zu be-zahlen, arbeitete ich ein paar Stunden auf dem Bau. Aber ich konnte ihn nicht lange alleine lassen. Es gab nie-manden, der tagsüber auf ihn hätte aufpassen können“, berichtet Howsep. Am 27. September starb Watschagan Karapetian.

Der psychische und physische Stress hat Howsep in eine völlige Erschöpfung getrieben. Ein Schulbesuch war in der zurückliegenden Zeit undenkbar. Aber dennoch muss Howsep seinen Alltag bewältigen — ohne die Hilfe seiner Eltern. Mit Ihrer Unterstützung kann das Leid des jungen Mannes gemildert werden. Howsep soll wissen, dass er nicht alleine auf dieser Welt ist.

Danke für Ihre Gebete und praktische Unterstützung!

Projekt Nr. 1946, "Hilfe für Howsep"

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Rumänien
Eine Zukunft für den kleinen Marian Alexandru
Trotz ihrer Kindheit wollen Alexandru und Ionela bei ihrem Baby alles besser machen

Wir trauten unseren Ohren nicht: Babylachen aus einer Ruine inmitten von Müll? Tatsächlich, hier wohnen Menschen! Undenkbar, aber doch wahr. Die Ruine beherbergt Alexandru (25), seine Frau Ionela und ihren vier Monate alten Sohn Marian Alexandru. Die Unterkunft ist mehr schlecht als recht, doch die junge Familie ist froh, überhaupt eine Bleibe gefunden zu haben.

Alexandru und Ionela haben in ihrem Leben schon viel Schreckliches erlebt. Ionela wuchs in einer grossen Familie mit vielen Schwestern und Brüdern auf. Ihr Vater trank und war aggressiv, die Mutter ging eigene Wege und kümmerte sich wenig um die Kinder. Als der Vater die Familie verliess, hofften Ionela und ihre Geschwister, alles würde sich zum Besseren wenden. Doch die Mutter suchte sich einen neuen Mann. „Dann wurde alles noch viel schlimmer“, erzählt Ionela mit erstickter Stimme. Es fällt ihr bis heute schwer, darüber zu reden – ihr Stiefvater vergewaltigte sie viele Male und ihre Mutter war dabei anwesend. „Es war schrecklich“, sagt sie leise. Schliesslich gelang Ionela die Flucht, sie kam für kurze Zeit bei einem Onkel unter.

Die kleine Familie ist in diesem Abbruchhaus inmitten von Müll untergekommen.

Alexandru hat einen Raum wenigstens einigermassen bewohnbar gemacht.

Eine steile Leiter führt zum Raum, in dem die Familie lebt.

Zu dieser Zeit lebte Alexandru schon auf der Strasse. Seine Mutter hatte 2009 das Haus verkauft und ihre Kinder einfach sich selbst überlassen. Drei Jahre war Alexandru obdachlos, ernährte sich von Abfall und verbrachte die harten Winter in der Kanalisation, wo die warmen Wasserleitungen entlangliefen. „Alle Versuche eine Arbeit zu finden, scheiterten. Kein Mensch wollte mir eine Chance geben“, berichtet der 25-Jährige. Wohl auch, weil Alexandru so schmutzig war und unangenehm roch. Aber was sollte er tun – er lebte ja auf der Strasse.

Bei den Müll-Containern traf der junge Mann Anfang 2013 Ionela und ihren Onkel. Ionela und Alexandru verliebten sich und gaben einander Halt. Alexandru hätte beim Onkel wohnen können, doch das Haus war einfach zu klein. Als sich dann ihr Sohn ankündigte, suchte Alexandru nach einer neuen Bleibe und fand sie in dem Abbruchhaus auf einem vermüllten Grundstück. „Einen Raum konnte man so weit herrichten, dass er unserer kleinen Familie wenigstens etwas Schutz bietet“, erklärt er, wohl wissend, dass die Lebensbedingungen, vor allem für den Säugling, eigentlich inakzeptabel sind: ohne fliessendes Wasser, ohne Elektrizität und Heizung. Auch das Essen ist sehr knapp, was vor allem für die stillende Ionela und damit auch für den kleinen Sohn schwierig ist.

Die Familie hat kein Einkommen, es fehlen die nötigen Papiere. Doch darum kümmert sich Alexandru momentan. Dann könnte die Familie 55 Franken (45 Euro) Kindergeld beziehen. „Wenn ich erst einmal meinen Personalausweis habe, hoffe ich auch auf eine Arbeit“, gibt sich Alexandru optimistisch. Bedenkt man ihre Geschichte, so ist es erstaunlich, dass beide, Alexandru und Ionela, so liebevolle und zuversichtliche Menschen geblieben sind.

Wir von Diaconia möchten den beiden gerne helfen, sie bei Behördengängen unterstützen, ihnen eine bessere Unterkunft vermitteln und für gutes Essen sorgen. Auch möchten wir die Familie auf ihrem Weg in eine bessere Zukunft unterstützen. Vielen Dank für Ihre Hilfe!


Projekt Nr. 1947, "Eine Zukunft für Marian Alexandru"

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Rumänien
Eine Rampe für ein selbstbestimmtes Leben
Vierfache, auf den Rollstuhl angewiesene Mutter von ihrer Türschwelle ausgebremst

Ungeduldig schaut Florentina Tereanu auf die Schwelle ihres Hauses. Ihr fünfjähriger Sohn Raul ist draussen hingefallen und weint. Doch die 33-Jährige kann nicht zu ihrem Kind, um es zu trösten. Denn Florentina sitzt im Rollstuhl und muss warten, bis ihr jemand über die hohe Schwelle nach draussen hilft.

„Meine grössten Wünsche sind gutes Essen für meine Kinder und eine Rampe ins Haus, damit ich endlich völlig unabhängig bin“, sagt sie traurig. Die junge Frau ist seit ihrer Kindheit auf den Rollstuhl angewiesen. Ihren Lebensmut und Optimismus hat das nie getrübt. Als sie mit 18 Jahren ihren Mann traf, hoffte sie auf ein völlig normales Leben. Vier Kinder bekam das Paar: Larisa (13), Bogdan (9), Ionela (7) und Nesthäkchen Raul (5). Doch das Leben an der Seite ihres Mannes wurde zunehmend schwieriger für Florentina und die Kinder. Die 33-Jährige erinnert sich: „Immer wenn er getrunken hatte, wurde er aggressiv. Dann durfte man nicht im Weg sein, er hat sofort zugeschlagen.“


Ohne Rollstuhl und fremde Hilfe kann Florentina das Leben nicht bewältigen.


Der Rollstuhl hat schon viel mitgemacht.


Die hohe Schwelle an der Tür verhindert, dass Florentina von drinnen nach draussen kommen kann.

Wenn er sehr betrunken war, verliess er das Haus und legte weite Märsche zu Fuss zurück. Eines Nachts stiess er bei einem dieser Ausflüge auf eine Gruppe Schäfer, die ihre Tiere bewachten. Man kam ins Gespräch und trank zusammen, bis die Stimmung kippte und sich Florentinas Mann mit den Schäfern stritt. Es begann eine handfeste Schlägerei, in der Florentinas Mann zu Tode kam. Die Schäfer liessen ihn einfach liegen und zogen ihres Wegs. „Das war eine schwere Zeit für mich und die Kinder. Zu allem Überfluss setzten uns meine Schwiegereltern auch noch vor die Tür. Wir waren auf einmal obdachlos“, erinnert sich die junge Frau und hat Tränen in den Augen.

„Ich habe gebetet und gehofft“, erzählt sie, „und meine Gebete wurden erhört. Mein Bruder half uns, obwohl er und seine grosse Familie selbst kaum etwas haben.“ Der Bruder errichtete ein kleines Haus aus Holz. Es zieht und das Dach ist nur provisorisch mit Planen abgedeckt. „Aber wir sind glücklich hier. Kein Streit und keine Gewalt mehr. Wir leben in Frieden, obwohl es mir leid tut, dass meine Kinder ohne ihren Vater aufwachsen müssen.“

Aber ein richtiges Happy End hat diese Geschichte zu diesem Zeitpunkt noch nicht: Denn die Türschwelle am Eingang des kleinen Hauses ist so hoch, dass Florentina sie mit dem Rollstuhl nicht alleine überwinden kann. Das macht es ihr schwer, den Haushalt zu bewältigen. Und natürlich fehlt es auch an Geld, denn die Familie lebt von 46 Franken (38 Euro) Kindergeld. Meist ist nur etwas Brot zum Essen da, und manchmal gibt es eine Suppe, die Florentina aus Gemüse, das ihr die Nachbarn schenken, zubereitet. Und sie besitzt auch keinen richtigen Ofen.

„Wenn ich meine Kinder gut ernähren und das Haus selbstständig verlassen und betreten könnte, wäre mein grösster Traum in Erfüllung gegangen“, sagt sie und wischt sich verstohlen eine Träne aus dem Augenwinkel. Bitte helfen Sie Florentina und lassen Sie ihren Traum Wirklichkeit werden. Vielen Dank für Ihre freundliche Unterstützung.

Projekt Nr. 1948, "Eine Rampe für Florentina"

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Armenien
Arm, verkrüppelt und isoliert
Geworg Mesropian leidet unter einer rätselhaften Krankheit, die alle seine Pläne zunichte machte

„Ich würde gerne Jura studieren und arbeiten.“ Der Traum von Geworg kann nur schwerlich in Erfüllung gehen, denn er ist schwerbehindert und eine Aussicht auf Heilung besteht nicht.

Geworg ist der zweite Sohn von Andranik und dessen Frau Karine. Er hat noch zwei Brüder. „Kürzlich haben wir uns ein altes Video angesehen. Geworg war gerade mal fünf Jahre alt. Wie gut er damals tanzen konnte“, berichtet Mutter Karine unter Tränen.

Wegen einer rätselhaften Krankheit ist der 21-jährige Geworg total verkrümmt.

Geworg ist auf den Rollstuhl und die Pflege seiner Mutter angewiesen.

Geworg ist ein freundlicher junger Mann.

Geworg kam 1992 völlig gesund zur Welt. Seine Beschwerden begannen jedoch schon im Kindesalter. In der Klinik in Hrasdan diagnostizierten die Ärzte Poliomyelitis. „Ich glaubte, meinen Ohren nicht zu trauen. Geworg war doch gegen Kinderlähmung geimpft“, erinnert sich die Mutter. Doch die Gesundheit des Kindes verschlechterte sich rapide. Die Eltern brachten ihr Kind in die Hauptstadt, wo jeder Spezialist seine eigene Diagnose stellte: Hirn-geschwulst, Hirnentzündung, Muskeldystrophie. Karine ist sich sicher, dass die Ärzte trotz aller Bemühungen nicht wussten, was Geworg wirklich fehlt. So blieben die Behandlungen erfolglos: Physiotherapien, Massagen und viele Medikamente führten weder zu einer Verbesserung noch zu einem Stillstand der Krankheit. „Geworg konnte früher normal laufen, sitzen und schreiben. Dann konnte er plötzlich seine Füsse nicht mehr strecken und die Hände nicht öffnen. Der gesamte Körper hat sich allmählich verkrümmt“, schluchzt Karine.

1998 bis 2010 lebte die Familie in Moskau in einer Mietwohnung. Andranik arbeitete als Lastwagenfahrer. Ein paar Jahre konnte Geworg noch die Schule besuchen, dann wurde er zu Hause unterrichtet. Er machte gute Fort-schritte und konnte die Schule mit ausgezeichneten Leistungen absolvieren.

Die Miete in Moskau und die Behandlungskosten von Geworg waren hoch. Andranik träumte davon, in der Heimat ein Haus für seine Söhne zu bauen. Er nahm einen Kredit auf und kaufte ein kleines Stück Land in seiner Heimat-stadt Hrasdan. Freunde und Verwandte halfen tatkräftig mit, das Haus innerhalb kürzester Zeit fertigzustellen. 2010 kehrte die Familie zurück und konnte in das neue Haus einziehen. Auf Anraten der Ärzte brachten die Eltern Geworg in eine Klinik in Jerewan. Die Therapie schlug leider nicht an. Jedoch musste Andranik dafür einen Kredit aufnehmen.

Mittlerweile ist Geworg 21 Jahre alt. Sein Körper ist ganz schief. Er sitzt im Rollstuhl und kann sich kaum bewegen. Er schläft mit seiner Mutter auf einem Bett, die ihn während der Nacht immer wieder von einer Seite auf die andere oder auf den Bauch dreht. Auf dem Rücken kann der junge Mann überhaupt nicht liegen. Karine bewältigt den Alltag mit Geworg mit Ruhe und Geduld. Doch die Pflege des behinderten Sohnes übersteigt nun mittlerweile ihre Kräfte.

Die Familie weiss nicht, wie sie teuren Behandlungen für Ihren Sohn bezahlen und gleichzeitig den Kredit tilgen soll. Von einem Computer, der Geworg zumindest den virtuellen Umgang mit Gleichaltrigen ermöglichen könnte, können sie nur träumen. Wir bitten Sie herzlich um Ihre Unterstützung für Geworg. Er vertraut auf Ihre Hilfe und Ihre Gebete!


Projekt Nr. 1949, "Behandlung für Geworg"

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BLICKPUNKT


Armenien
Dank aus Aschtarak

Immer wieder kommt es zu erfreulichen Kooperationen mit Gemeinden und Städten. Erst kürzlich erreichte der folgende Brief aus Aschtarak, Armenien, unsere dortigen Mitarbeiter. Wir freuen uns, Ihnen diesen untenstehend mitsamt der Übersetzung zu präsentieren.

An die Hilfsorganisation Diaconia
Das Bόrgermeisteramt der Stadt Aschtarak, Armenien, grüsst Sie ganz herzlich. Wir drücken unseren tiefen Dank aus fόr die Arbeit, welche Diaconia in Armenien leistet.
Wir haben die Hilfsorganisationen und auch die zu Investitionen bereiten Organisationen im Land geprüft und miteinander verglichen. Dabei sind wir zu der Schlussfolgerung gekommen, dass man mit Diaconia erfolgreich zusammenarbeiten kann, um die Grundprobleme der Gemeinden zu lösen.
Wir sind bereit, alle unsere Mittel zur Verfügung zu stellen, und alles uns Mögliche zu tun, damit wir die Arbeit der Hilfsorganisation noch mehr unterstützen können.
Jederzeit ist das Bürgermeisteramt bereit, alle nötigen Besprechungen und Treffen zu organisieren. Bürgermeisteramt der Stadt Aschtarak
G. Jeghiasarjan
13. August 2013


Projekt Nr. 1949, "Armenienhilfe"

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Armenien
Mit Ratten und Skorpionen unter einem Dach
Zwei Taschen sind Hasmik Daweian von ihrem Leben geblieben

Mühsam schleppt die alte Frau ihre Taschen den Berg hinauf, überwindet ein paar unebene Stufen, durchquert ein rostiges Tor und erreicht über einen steinigen Weg ihre armselige Hütte. Hasmik Daweian hat ihr ganzes Hab und Gut im Laufe der Jahre verloren. Heute steht sie vor dem Nichts.

Mit zwei Taschen in der Hand wandert die obdachlose Frau durch die Strassen der Stadt. In diesen Taschen, die Hasmik immer mit sich trägt, bewahrt sie ihre Ausweispapiere und ihre wichtigsten Sachen auf. Ihre Tochter Ani ist geistig behindert und lebt in einem Heim. Selbst am Sonntag kann Hasmik Ani nicht mit nach Hause nehmen, weil sie unter unzumutbaren Bedingungen lebt. „Diesen Verschlag habe ich auf Kredit gekauft. Binnen drei Jahren sollte ich insgesamt 1100 Franken (895 Euro) bezahlen. Zum Leben blieb uns fast nichts mehr übrig. An manchen Tagen konnten wir uns nur ein halbes Brot leisten“, erzählt Hasmik. „Ohne die Lebensmittel, die wir jeden Monat von Diaconia erhalten, wären wir wahrscheinlich schon verhungert.“

Hasmik sorgt sich um die Zukunft ihrer behinderten Tochter.

Der geschmückte Tannenbaum auf dem Tisch wirkt völlig deplatziert im einzigen Raum des Hauses.

Hasmik lebt unter unvorstellbaren Bedingungen, die zwei Taschen mit ihren wichtigsten Habseligkeiten trägt sie immer bei sich.

Mutter und Tochter müssen einen holprigen Weg und Stufen überwinden, um zum Haus zu gelangen.

Hasmiks Leben war voller Not und Entbehrungen. Ihre erste Ehe scheiterte. Sie war schwanger, als ihr Mann sie verliess. Ihr zweiter Ehemann Karen war Kriegsinvalide. Ein freundlicher Mann, der sich liebevoll um Hasmik und ihre Tochter Ani kümmerte. Er starb 2010 an einer schweren Lungenentzündung. Zuvor hatten Medikamente und Behandlungen allen Besitz der Familie aufgezehrt. Hasmik und ihre Tochter waren dringend auf Hilfe angewiesen. Ani wurde ins Patenschaftsprogramm von Diaconia aufgenommen.

Hasmik selbst wurde vor einigen Jahren von einem Auto angefahren und lebensbedrohlich verletzt. Sie erlitt unter anderem eine schwere Kopfverletzung, die bis heute zu körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen führt.

Hasmik wohnt in einem Betonbau, etwa eine halbe Stunde von Jerewan entfernt. Die nächste Bushaltestelle ist fünf Kilometer entfernt. Wenn Sie kein Geld für die Fahrkarte hat, muss sie 15 Kilometer zu Fuss gehen. Ihre Behausung ist mit verrosteten Blechteilen gedeckt, sie ist feucht und schmutzig. In einer Ecke steht ein geschmückter Tannenbaum – ein Hoffnungsschimmer und Farbtupfer mitten im Elend. Kein Bad, keine Toilette, kein Wasseranschluss. „Vor kurzem habe ich eine sehr giftige Schlange neben dem Haus entdeckt und getötet.

Ratten und Skorpione sind ständige Gäste in unserem Haus“, berichtet Hasmik. Aus Angst übernachtet sie ab und zu bei Bekannten oder ehemaligen Nachbarn. Hasmiks einzige Sorge gilt jedoch Anis Zukunft. Das Mädchen ist nun 15 Jahre alt, in zwei Jahren muss sie das Heim verlassen. „Wo wird sie dann leben – mitten in den Hügeln, von der Zivilisation getrennt, in der Nachbarschaft von Reptilien und Insekten?“, fragt Hasmik verzweifelt.

Bitte unterstützen Sie dieses Projekt, damit diese leidgeprüfte Familie ein warmes Zuhause bekommt und ein würdiges Leben führen kann. Herzlichen Dank für alle praktische Nächstenliebe.


Projekt Nr. 1951, "Ein sicheres Zuhause für Hasmik und Ani"

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Albanien
Ein warmes Zuhause für Familie Murati
Familie lebt in einem baufälligen Haus — in Umständen, die seine Bewohner krank machen

„Wir wissen nicht, ob unser Haus diesen Winter noch durchhält – aber wirklichen Schutz vor Feuchtigkeit und Kälte bietet es ohnehin schon lange nicht mehr“, sagt Lumturi Murati (43) verzweifelt. Sie fürchtet den Winter, und mit ihr ihre ganze Familie.

Die fünfköpfige Familie Murati wohnt in einem Vorort von Shkoder, direkt an einem Berghang. Ihr Haus ist schon 170 Jahre alt, baufällig und in einem äusserst schlechten Zustand. Das Kinderzimmer ist längst nicht mehr bewohnbar, die Decke ist eingebrochen. Und auch sonst regnet es überall durch. „Das Dach ist eine einzige Katastrophe und kaum noch zu reparieren“, sagt Vater Esat (49). Statt in einem warmen Bett müssen die beiden Kinder, Serdar (16) und Mesed (11), auf ein paar Lumpen auf dem Boden schlafen, denn auch die Möbel und die Ausstattung im Haus sind alt und verschlissen. Der Esstisch ist nicht mehr zu gebrauchen, und die Schränke erfüllen auch nicht mehr ihren Zweck. „Meine Söhne sind sehr bedrückt und fühlen sich im Vergleich zu ihren Klassenkameraden minderwertig“, erzählt die Mutter bekümmert.

Das Haus ist marode. Die ganze Familie Murati leidet darunter.

Im gesamten Haus blättert der Putz ab, es zieht und es ist kalt.

Überall ist die Armut der Familie deutlich zu sehen. Der 80-jährige Opa, Esats Vater, der mit im Haus lebt, ist aufgrund eines Unfalls im Kindesalter mental etwas eingeschränkt. Er braucht besondere Zuwendung und Hilfe. Aber auch er muss oft hungrig schlafen gehen – wie der Rest der Familie. Dabei tun Lumturi und Esat alles, um wenigstens das Geld für die nötigsten Dinge zu erarbeiten. Und das, obwohl die 43-Jährige unter Rheuma und einem orthopädischen Problem leidet: Ihr linkes Bein ist dünner und kraftloser als ihr rechtes Bein. „Darunter leide ich seit meinem sechsten Lebensjahr. Aber ich will und muss für meine Familie trotzdem stark sein“, sagt sie.

Richtig gesund ist eigentlich niemand in der Familie. Die Kinder haben Probleme mit den Augen und leiden an Asthma. Besonders im Winter ist es schlimm. Dann kommen zum Asthma noch Erkältungskrankheiten dazu, und die Kinder müssen wegen ihrer ernsten Erkrankungen häufig ins Spital. Die Fenster des Hauses sind kaputt, das Dach undicht, und von den Wänden ist der Putz abgebröckelt. Von allen Seiten kommen Feuchtigkeit und Kälte ins Innere. Heizen ist zwecklos. Weil die Jungen so oft krank sind, können sie die Schule nicht regelmässig besuchen.

Ein Kreislauf, der sich aktuell noch zugespitzt hat: Weil sich die Familie noch nicht einmal das Nötigste zum Leben leisten kann, haben die Eltern beschlossen, den 16-jährigen Serdar ganz aus der Schule zu nehmen. Er soll künftig auf dem Bau arbeiten und so zum Familieneinkommen beitragen. „Wir können uns nicht leisten, auf seine Mithilfe zu verzichten, auch wenn es besser wäre, wenn er weiter lernen würde“, so Lumturi.

Wir möchten mit Ihrer Hilfe gerne das Haus dieser Familie instand setzen, damit der kommende Winter seinen Schrecken verliert und die Gesundheit aller stabiler werden kann. Mutter Lumturi: „Wir wünschen uns doch nur ein normales Leben.“ Vielen Dank für Ihre tatkräftige Unterstützung..


Projekt Nr. 1952, "Hausrenovation Familie Murati"

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