Report
Ausgabe 12, Dezember 2016


Rumänien / Dobreni
Arbeitsmaterial für Adrian
Witwer erbarmte sich einer Witwe und ihrer Kinder und sorgt aufopfernd für sie

Zweimal verwitwet und vier Kinder zu ernähren – so lässt sich Elenas Lebensgeschichte mit wenigen Worten zusammenfassen. „Als ich meinen ersten Mann kennenlernte und wir unsere wunderbare Tochter Iasmina (15) bekamen, glaubte ich an ein langes, glückliches Familienleben. Daraus wurde jedoch leider nichts.“

Die 40-Jährige lebt in Dobreni. Ihr erster Mann Vasile starb an Tuberkulose. Sie verliebte sich neu, bekam mit ihrem zweiten Mann Gheorghe einen Sohn, George (9), und die Tochter Alina (8). „Und wieder hoffte ich auf ein ruhiges, glückliches Leben.“ Aber nur drei Jahre nach der Hochzeit starb Gheorghe an Leberkrebs. „Die Kinder und ich waren untröstlich. Doch wir hatten keine Zeit zum Trauern. Die Verwandten meines Mannes jagten uns aus der Wohnung. Mitten im Winter. Bei Eis und Schnee standen wir auf der Strasse. George war gerade zwei Jahre und Alina ein Jahr alt.“

Elena kam mit ihren Kindern in einem leerstehenden Haus unter. Ohne Wasser, Strom, Wärme oder Möbel überstanden sie den kalten Winter. „Wir waren zumindest vor dem Wind und dem Schnee geschützt.“ Die Situation der Witwe ging einem Nachbarn sehr ans Herz. Adrian (43), selbst Witwer, bot ihr an, mit den Kindern und ihm zusammen ein Haus zu mieten. Sie verliebten sich ineinander und bekamen den kleinen Radu (3).

George zeigt das Haus, in dem er mit seinen Geschwistern und seiner Mutter einen Winter lang gehaust hat .

Alina kann wieder lachen. Bei Adrian hat die Familie Halt gefunden.

Der kleine Radu freut sich über die Spielsachen, welche die Diaconia-Mitarbeiter mitgebracht haben.

Elena und Adrian setzten das Haus gemeinsam so gut es ging instand. Sie erneuerten das Dach, weil es durchregnete, stützten die Wände ab und befestigten den Bau. Doch das Leben ist teuer, und auch die Bedürfnisse der vier Kinder wachsen stetig. Adrian arbeitet als Tagelöhner. Von seinem Verdienst und dem Kindergeld kann die Familie gerade so überleben. Doch der kommende Winter stellt sie vor neue Herausforderungen. Es fehlt an allem, vor allem an Feuerholz.

Wir möchten die Familie unterstützen und ihr eine zusätzliche Einnahmequelle eröffnen, indem wir Adrian eine Motor-Kettensäge inklusive Zubehör geben. Er könnte damit im Wald arbeiten, gute Aufträge annehmen und das Einkommen seiner Familie langfristig sichern. Auch das Haus könnte durch das Einkommen fertig renoviert werden. Zudem möchten wir der Familie Nahrungsmittel, Kleidung und das dringend benötigte Feuerholz für den Winter liefern. Für diese Hilfe benötigen wir insgesamt rund 3 000 Franken (2 800 Euro). Bitte geben Sie Adrian und Elena die Chance, ihre Familie langfristig durch selbstständige Arbeit zu versorgen. Herzlichen Dank dafür.


Projekt Nr. 3292, "Familienhilfe Ciucoiu"

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Armenien / BAZ
Selbstständigkeit für Kristine und Sara
Geschickte Näherinnen möchten ihre Familien versorgt wissen

Nadel und Faden bedeuten ein besseres Leben. Das ist die Erfahrung, welche die Ausbilder im BAZ immer wieder machen. Die Näherinnenausbildung ermöglicht vielen Absolventinnen, ihr Leben in die eigenen Hände zu nehmen und ihre Familien finanziell zu unterstützen.

Kürzlich haben wieder zwei Lerngruppen den Nähkurs mit Erfolg abgeschlossen. Eine der Absolventinnen ist Sara aus der Provinz Armavir aus dem Dorf Haykashen, deren Familie Landwirtschaft betreibt und kein regelmässiges Einkommen besitzt. Die 22-Jährige verfügt über eine alte Nähmaschine, die nicht mehr richtig funktioniert und auch nicht mehr zu reparieren ist. Deswegen musste sie schon Aufträge ablehnen.

Kristine (17) ist seit 2011 Patenkind bei Diaconia. Losgelöst vom BAZ hat sie eine selbst finanzierte sechsmonatige Anlehre als Näherin besucht. Das Geld für eine eigene Nähmaschine hat sie jedoch nicht. Auch wäre es dringend erforderlich, dass sie sich in den Lehrgängen des BAZ weiterbildet und die noch vorhandenen Wissenslücken schliesst.

Kristines Mutter ist sehr stolz auf ihre begabte Tochter.

Im Praxisraum des BAZ näht Sara einen Rock. Ein Auftrag, den sie erhalten hat.

Die Absolventinnen des Näherinnen-Lehrgangs sind sozial engagiert und haben ein grosses Herz für ihre Mitmenschen. Sie arbeiten unter anderem im gemeinsamen Projekt „Schuluniformen“ von Diaconia Armenien und dem BAZ mit. Lehrerin Ella sagt: „Unsere Absolventinnen packen stets mit an. Ich kann mich auf sie verlassen.”

Wir möchten diesen beiden Frauen die Chance geben, mit ihren Fähigkeiten Geld zu verdienen und dadurch ihre Familien finanziell zu unterstützen. Nähmaschine, Overlockmaschine sowie die benötigten Utensilien zur Einrichtung der Nähstuben für Kristine und Sara würden jeweils rund 2 200 Franken (2 000 Euro) kosten. Zusätzlich möchten wir Kristine die Weiterbildung im BAZ ermöglichen, welche rund 500 Franken (460 Euro) kostet. Vielen Dank für Ihre Hilfe, die diesen Frauen und ihren Familien eine sichere Zukunft eröffnet.

Projekt Nr. 3293, "Nähstuben für Kristine und Sara"

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Rumänien
Herzoperation für Ryan
Fünfjähriger will leben – ein Loch im Herzen macht eine Operation dringend nötig

Ryan ist ein aufgeweckter, fröhlicher Junge. Der Fünfjährige hat einen Bubentraum: Später möchte er einmal Zahnarzt werden. Doch davon ist er noch weit entfernt. Manchmal fragt er: „Mama, wann repariert der Doktor denn nun mein Herz?“

Ryans Vater will nichts mehr von ihm wissen, da sein Sohn körperlich etwas behindert ist. Der kleine Junge hat einen verkürzten Arm und kann seine Daumen nicht richtig bewegen. Doch das ist das kleinere Problem: Denn Ryan hat ein Loch im Herzen und muss dringend operiert werden. „Man hat lange nichts gemerkt. Erst als der Kleine stark erkältet war und beim Atmen seltsame Geräusche von sich gab, wurden die Ärzte bei einer Untersuchung auf das Loch aufmerksam. Nun ist Eile geboten. Doch mir fehlt das Geld für den Eingriff“, erzählt Mutter Daniela (40). Es gibt bereits einen Operationstermin, doch die Alleinerziehende befürchtet, ihn wegen fehlender finanzieller Mittel absagen zu müssen.

Ryan weiss, dass er operiert und das Loch in seinem Herzen geschlossen werden muss. „Abgedeckt“, wie er es beschreibt. Doch wie ernst es um ihn steht, ist ihm nicht bewusst. Obwohl er seine Daumen nicht richtig bewegen kann, malt er gerne. Jedes einzelne Bild hebt er für seinen Vater auf: „Ich möchte es ihm schenken, wenn er mich besuchen kommt.“ Dass seine Eltern seit zwei Jahren geschieden sind und sein Vater eine andere Familie und ihn offensichtlich aus seinem Leben gestrichen hat, kann der kleine Junge nicht fassen.


Daniela fürchtet um das Leben ihres Sohnes.

Mutter Daniela und ihr Sohn wohnen in einem kleinen Raum von 14 Quadratmetern. Dieser dient gleichzeitig als Schlafzimmer und Küche. Daniela hat sich Geld geliehen, damit Ryan in den Kindergarten gehen kann. Aber für die Operation kann sie das Geld einfach nicht mehr zusammenbekommen. Als sie sich an die städtischen Behörden wandte, schickte man sie direkt zu Diaconia.

Die Operation für Ryan kostet rund 6 500 Franken (6 000 Euro). Es gibt keine Alternative, will man das Kind vor weiteren ernsthaften Schäden bewahren. Bitte ermöglichen Sie diesem kleinen optimistischen Jungen durch diese Operation eine Zukunft. Herzlichen Dank für all Ihre Gaben und Gebete.


Projekt Nr. 3294, "Herzopeartion Ryan Mustata"

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Rumänien
Hoffnung und Leben für Gyulas Familie
Durch Krankheit des Vaters in Not geratene Familie hat ohne Hilfe keine Chance

Die Armut ist mit Händen greifbar. Im Haus gibt es kein einziges Fenster. Es gibt weder fliessendes Wasser noch eine Toilette. Das einzige Licht kommt von einer Glühbirne, die aus einer alten Autobatterie gespeist wird. Der Ofen ist defekt, und im Hof liegt Schrott – in der Hoffnung, man könnte noch irgendetwas davon verwenden.

In dieser Umgebung, im Dorf Rotbav, das 24 km von Brasov entfernt liegt, wachsen drei Kinder auf. Das Vierte ist unterwegs. Gyula (36) und Andreea (24) versuchen, ihre Lebensumstände zu verbessern – doch es gelingt ihnen nur schwer. Gyula verdient mit Gelegenheitsjobs ein wenig Geld. Lange Zeit konnte er aufgrund einer Gastroparese (teilweise Magenlähmung) nicht arbeiten. Mittlerweile geht es ihm wieder etwas besser.

Das monatliche Einkommen besteht aus dem Kindergeld von 62 Franken (58 Euro) und Gyulas Lohn von durchschnittlich 20 Franken (18 Euro) pro Woche. Der 36-Jährige müsste regelmässig Medikamente einnehmen. Das Geld dafür fehlt jedoch.

Andreea ist Analphabetin und findet keine Arbeit. Sie sorgt liebevoll und so gut es geht für die Kinder. Doch es fehlt an Kleidung und Essen für die Kleinen.


Die Familie lebt unter sehr ärmlichen Bedingungen. Das Haus hat weder Fenster noch Türen.

Die Kinder besitzen keine Winterkleidung – der Ofen ist defekt.

Der zweijährige Leonardo leidet zudem an Hepatitis. Eine Folge des verunreinigten Trinkwassers, das Andreea täglich von weit her holt. Die älteren Geschwister sind, wie auch Leonardo, aufgrund der Unterernährung anämisch. Ein Schicksal, das wohl auch dem Ungeborenen droht, wenn sich nichts ändert. Larisa (5) sollte eigentlich in den Kindergarten gehen. Doch sie hat nichts Angemessenes zum Anziehen und bleibt daher zu Hause. So wird es wohl auch dem dreijährigen Rafael ergehen.

Die Not herrscht in dieser Familie überall. Um überhaupt eine Chance auf eine gute Zukunft haben zu können, benötigt sie für mindestens ein Jahr unsere Unterstützung mit dem Nötigsten. Gyula und der kleine Leonardo benötigen zudem dringend medizinische Versorgung. Auch braucht die Familie einen neuen Ofen und einen Vorrat an Feuerholz, Lebensmittel, Kleidung und Schuhe für die Kinder, Milchpulver und Windeln für das Baby. Auch möchten wir Fenster und Türen liefern, eine Toilette einbauen sowie einen Strom- und Wasseranschluss legen. Nachbarn haben sich bereiterklärt, tatkräftig bei den Renovierungsarbeiten mitzuhelfen. Dafür wären rund 13 000 Franken (12 000 Euro) nötig.

Bitte helfen Sie Gyula und seiner Familie, damit er seine Familie angemessen versorgen kann und wieder Hoffnung und Zuversicht einkehrt. Für jede Spende danken wir Ihnen aufrichtig.


Projekt Nr. 3295, "Familienhilfe Gyula"

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Justizreform in Albanien

Im Juli beschloss das albanische Parlament eine weitreichende Justizreform, die vor allem bei der Bekämpfung von organisierter Kriminalität und Korruption helfen soll. Mehrere Monate hatte sich die Opposition gegen den Gesetzentwurf gewehrt, doch am Ende stimmten alle 140 Abgeordneten des Parlaments zu.
Die Kritik der Opposition bezog sich auf den Passus im Gesetz, nach dem internationale Experten künftig die Kandidaten für Justiz-ämter wie Richter und Staatsanwälte begutachten und dann dem Parlament zur Ernennung vorschlagen sollten. Auch die bereits amtierenden Richter und Staatsanwälte sollen auf diese Weise überprüft werden. Dies soll gewährleisten, dass die Justizbeamten ihre Arbeit unvoreingenommen erledigen und nicht bestechlich sind.
Die EU begrüsste die Verabschiedung des Gesetzes. Albanien ist seit 2014 EU-Beitrittskandidat, steht jedoch in der Kritik wegen grosser Defizite in der Bekämpfung von Korruption und organisierter Kriminalität.





Rumänien
Ein starker Rücken für Nicolae
Familienvater benötigt dringend eine Rückenoperation, um seine Familie zu versorgen

Nicolae und Gabriela lieben ihre sechs Kinder sehr: Fabian (14), Robert (11), Florinel (7), Larisa (4), Andrei (3) und Miruna (1) sind das Glück des Paares. „Alles war gut, bis zu meinem Unfall“, sagt Nicolae. „Jetzt wissen wir nicht, ob wir morgen noch genug zu essen haben.“

Gabriela war erst 16 Jahre alt, als sie und Nicolae heirateten. Sie entfloh dadurch einer schwierigen Familie mit einem Vater, der alkoholkrank und gewalttätig war. „Mit Nicolae habe ich einen liebevollen Mann gefunden und erlebe das Familienleben, das ich mir immer gewünscht habe“, erzählt die 31-Jährige. Nach der 8. Klasse verliess der heute 35-Jährige Nicolae die Schule. Seither arbeitete er als Forstarbeiter in den Wäldern und auf dem Bau. „Ich habe hart gearbeitet, um für meine Kinder sorgen zu können und sie zur Schule zu schicken. Das ist uns sehr wichtig, denn sie sollen eine gute Zukunft haben“, berichtet der Familienvater.

Vor einem Jahr verletzte sich Nicolae jedoch bei einem schweren Arbeitsunfall im Wald am Rücken. Seitdem kann er nicht mehr arbeiten. Schlimmer noch: Ein schwerer Bandscheibenvorfall müsste dringend operiert werden – doch Nicolae schiebt den Eingriff aus Geldmangel immer wieder hinaus. „Die Ärzte sagen, dass das schlimme Folgen, bis hin zu einer vollständigen Lähmung, haben kann“, berichtet Gabriela besorgt.


Gabriela liebt ihre sechs Kinder sehr.

Seit dem Unfall des Vaters lebt die Familie vom Kindergeld. Da werden Medikamente, Seife und selbst das tägliche Essen zu Luxusartikeln.

Aktuell fürchten die Eltern den herannahenden Winter, denn warme Kleidung und Feuerholz fehlt.

Wir möchten dieser Familie gerne helfen und ihr für zwei Jahre Gemüse, Lebensmittel, Kleidung, Schulsachen und Feuerholz zur Verfügung stellen. Zudem möchten wir die benötigten Voruntersuchungen, die Rückenoperation und die anschliessenden Reha-Massnahmen für Nicolae bezahlen und dem Familienvater wieder auf die Füsse helfen, damit er Frau und Kinder wieder selber versorgen kann. Dazu benötigen wir rund 9 300 Franken (8 600 Euro). Vielen Dank, wenn Sie dieser Familie die Chance geben, bald wieder aus eigener Kraft für ihr tägliches Brot zu sorgen.


Projekt Nr. 3296, "Familienhilfe Morar"

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Armenien
Berufliche Qualifikation für Bedürftige
Kindern und Jugendlichen im ländlichen Bereich eine Perspektive schenken

Zukunft durch Ausbildung: Was im Berufsausbildungszentrum BAZ in Jerewan gut funktioniert, soll nun auch in den ländlichen Gebieten in Armenien aufgebaut werden. Während unseren Besuchen in Tscharentzawan und Tschambarak stiess dieser Gedanke auf reges Interesse. Es gibt genügend Menschen, die ihr Wissen weitergeben wollen und so bei der Qualifikation der jungen Generation helfen können.

Es mag ein kleiner Anfang sein, könnte jedoch eine grosse Bedeutung für viele Jugendliche haben: Zunächst möchten wir Näh- und Handarbeitskurse anbieten. Schon jetzt organisiert ein engagierter Schulleiter in Tschambarak einen Workshop für interessierte Jugendliche: In einem baufälligen Raum der Schule treffen sich Mädchen und Lehrerinnen, um zu stricken. Das Klassenzimmer ist seit langem renovierungsbedürftig, die Schränke sind abgenutzt und kaputt. Die Mädchen lagern ihre kostbare Wolle und ihre Werkstücke in Plastiktüten, damit sie nicht staubig oder nass werden.

In Tschambarak gibt es viele versierte Arbeitskräfte, die mit den nötigen Baumaterialien den Klassenraum in kürzester Zeit renovieren könnten. Auch die Eltern der Kinder sind bereit, mit anzupacken. Leider besitzt die Schule selbst keine finanziellen Mittel. Wenn wir jedoch Baumaterialien, eine Tür und ein Fenster lieferten, würden die Dorfbewohner den Rest in Eigenarbeit erledigen.

Das Projekt findet viel Unterstützung bei Eltern, Lehrern und den Dorfbewohnern.

Voller Eifer sind die Mädchen in Tschambarak bei der Sache.

Unsere ersten Handarbeitsgruppen für 30 Kinder im Alter von 10 bis 15 Jahren möchten wir in Tscharentzwan und in zwei Orten der Region Tschambarak aufbauen. Dafür sollen geeignete Räume mithilfe der Bewohner renoviert und Möbel sowie Materialien wie bunte Gewinde, Nadeln, Stricknadeln, Rundstricknadeln, Stoffe und bunte Perlen gekauft werden. Später soll ein Ausstellungs-Verkauf in Armenien und im Ausland eingerichtet werden, damit die Jugendlichen ihre Arbeiten präsentieren und verkaufen und so selbstständig Geld verdienen können. Auf Bitten der Jugendlichen werden wir Besuche ins Kunstmuseum in Jerewan sowie in die armenische Teppichfabrik organisieren, damit die dortigen Fachleute den jungen Menschen ihre Erfahrungen und Kenntnisse weitergeben können. Auch Meisterkurse unter deren Leitung sind geplant.

Das Projekt soll die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen verringern und sie für eine zukünftige Arbeit qualifizieren. Die besten Absolventen werden Zeugnisse bekommen sowie Stoffe, Materialien und weitere Unterstützung, damit sie den Start in die Selbstständigkeit schaffen. Für die Renovierung der Räumlichkeiten und die Anlehre von 100 Kindern benötigen wir rund 8 100 Franken (7 500 Euro). Wir freuen uns, wenn Sie dieses nachhaltige Projekt unterstützen.


Projekt Nr. 3297, "Berufliche Qualifikation für Bedürftige"

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Armenien
Kaninchen für Martiros
Zucht und Verkauf schafft behindertem Jungen eine Zukunft und Selbstbewusstsein

Seinen Alltag bewältigt Martiros gut – Lernen und Denken fällt dem Jungen jedoch sehr schwer. Als Kind erkrankte Martiros an einer Infektion der linken Gehirnhälfte. Seitdem ist er behindert. Aber er möchte so gerne seine Mutter unterstützen.

„Sie ist immer für mich da, und ich merke doch, dass sie sich grosse Sorgen macht“, erzählt der 16-Jährige. Er wohnt mit seiner Mutter in Nojemberjan. Martiros’ Schwester ist verheiratet und hat ihre eigene Familie, sein Bruder lebt in einer anderen Stadt. Der Vater hat die Familie längst verlassen. Unterstützung erhalten sie von ihm keine.

„Ich mache mir viele Gedanken um Martiros“, erzählt Mutter Sonya. „Er ist so ein guter Junge. So einfühlsam. Aber er kann eben nicht lernen. Was soll er arbeiten? Wie wird er sich in Zukunft ernähren können?“, fragt die 54-Jährige bekümmert. Ihr Sohn hilft ihr im Haushalt und im Garten. Schwere Arbeiten kann er jedoch wegen seines unterentwickelten Armes und Beines nicht verrichten. Die beiden leben von der Behindertenrente. Im Gespräch zeichnete sich eine Lösung für die Zukunft ihres Sohnes ab: Die Kaninchenzucht. Unser Team hat das zunächst überrascht, doch wir haben uns erkundigt. Die Kaninchenzucht ist ein profitabler Zweig der landwirtschaftlichen Viehproduktion. Kaninchen vermehren sich schnell und sind das ganze Jahr über fruchtbar. Und sie sind in Bezug auf Futter und Pflege relativ anspruchslos. Die Tiere liefern gesundes, leicht verdauliches Fleisch mit einem hohen Eiweissgehalt, wenig Fett und Cholesterin. Das Fell wird in der Lederindustrie verwendet.

Sonya macht sich Gedanken um die Zukunft ihres Sohnes.

Der Hof der Familie ist für eine tiergerechte Haltung bestens geeignet. Einen Teil des Hofes will die Mutter einzäunen, um die Kaninchen vor Gefahren zu schützen. Es wird Ställe für Muttertiere und den Nachwuchs geben. Dank des eigenen Gemüseanbaus und der umliegenden Wiesen gibt es genügend Futter. Und die Nachfrage nach Kaninchen ist gross, da es in Armenien kaum Zuchtbetriebe gibt. Viele Menschen bevorzugen das Fleisch dieser Tiere, wissen jedoch nicht, woher sie es beziehen können. Auch Restaurants haben bereits angefragt. Sonyas Bruder wird beim Fleischverkauf helfen. Die Pflege der Tiere kann Martiros übernehmen.

Dieses Projekt hat Zukunft! Wir möchten der Familie fünf weibliche und ein männliches Kaninchen spenden und ihr bei der Errichtung der Ställe, der Umzäunung des Hofes sowie mit Futter- und Trinkgefässen helfen. Alles in allem benötigen wir rund 3 100 Franken (2 860 Euro). Bitte schenken Sie diesem freundlichen jungen Mann die Chance, seine Familie und sich selbst auf Dauer zu versorgen. Herzlichen Dank für Ihre Hilfe.


Projekt Nr. 3298, "Kaninchenzucht für Martiros"

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Armenien
Rampen für Rollstuhlfahrer
Schule in Tscharentzawan setzt im Unterricht auf Integration

„Wenn ich in der Schule bin, bin ich glücklich“, sagt Lisa (11). Doch leider kann das behinderte Mädchen nur selten den Unterricht in der Integrationsschule in Tscharentzawan besuchen. Diese Schule beteiligt sich zwar am armenischen Integrationsprogramm – jedoch sind die betreffenden Einrichtungen für Kinder mit starken körperlichen Einschränkungen baulich nicht eingerichtet.

Das Schulgebäude wurde im Jahr 1988 erbaut. Insgesamt werden dort 27 behinderte Kinder unterrichtet. Die Schulleiterin und das gesamte Lehrpersonal versuchen alles, sie angemessen zu fördern. Doch im gesamten Gebäude gibt es keine einzige Rollstuhl-Rampe. Dies verunmöglicht es den körperlich behinderten Kindern, sich in der Schule frei zu bewegen. Diejenigen, die etwas gehen können, finden Unterstützung bei den nicht behinderten Kindern. „Die Kinder gehen liebevoll miteinander um. Deswegen sind wir von der Integration überzeugt. So werden ein normales Miteinander und Rücksichtnahme gefördert“, so die Rektorin.

Auf den ersten Blick wirkt die Schule gepflegt. Die engagierte Schulleiterin schafft es, immer wieder etwas Geld zu investieren, um manche Bereiche zu renovieren. Wenn man genau hinschaut, ist die Schule jedoch baulich in keinem guten Zustand. Die Toilettenanlage im ersten Stock musste sogar geschlossen werden.

27 Behinderte Kinder profitieren vom integrativen Unterricht an der Schule.

Die Treppen sind für Rollstuhlfahrer ohne Hilfe unüberwindbar.

Die Leiterin sieht ein grosses Problem in der eingeschränkten Mobilität der behinderten Kinder – nicht nur im Schulgebäude, sondern auch auf dem Schulweg. In Tscharentzawan gibt es keine öffentlichen Verkehrsmittel. Die Wege sind zumeist unbefestigt und mit einem Rollstuhl nur schlecht befahrbar. Die Kinder, die wie Lisa aus den Nachbardörfern kommen, haben eine Anfahrt, die vor allem im Winter kaum zu bewältigen ist. Und so müssen sie oft zu Hause bleiben. Zwar werden sie von den Lehrern und Sonderpädagogen besucht, doch würden sie viel mehr lernen, wenn sie den Schulunterricht kontinuierlich besuchen könnten.

„Die Lösung wäre ein Kleinbus, mit dem wir die körperlich behinderten Kinder abholen und nach der Schule wieder nach Hause bringen könnten.“ Doch das kostet Geld. Die Zuwendungen vom Staat sind knapp und reichen kaum für die Lehrmittel. Deswegen möchten wir gerne diese Einrichtung und ihre Integrationsarbeit unterstützen. Für die nötigen Baumassnahmen – die Erstellung von Rollstuhlrampen, Einbau von rollstuhlgängigen Türen und Toilettenanlagen – und Renovierungsarbeiten sowie für den benötigten Kleinbus bräuchten wir rund 13 500 Franken (12 500 Euro). Mit Ihrer Hilfe könnten Kinder wie Lisa unbeschwerter lernen und bekämen die Chance auf eine bessere Zukunft. Vielen Dank, wenn Sie dieses Projekt unterstützen.


Projekt Nr. 3299, "Umbau Schule in Tscharentzawan"

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Albanien
Ein Zuhause für Familie Troci
Sechsköpfige Familie mit drei behinderten Kindern lebt beengt in einem Raum

Der erste Eindruck täuscht: Die Ecke, in der das Sofa steht und der Teppich liegt, sieht mit ihrer verputzten, weissen Wand recht wohnlich aus. Doch dreht man sich um, sieht man die Risse im Mauerwerk und den maroden Fussboden. Matratzen, dichte Fenster und Türen fehlen völlig.

Familie Troci lebt in Petrele. Vater Avni (52) und Mutter Haxhere (50) haben vier Kinder. Nur die 15-jährige Anisa geht zu Schule, die Älteren haben aufgrund einer geistigen Behinderung keine Schulbildung erhalten. Sokol (20), Adriana (17) und Mevlan (16) wurden auch nie durch Therapien gefördert. Und so konnten sie ihre vorhandenen Fähigkeiten nicht entwickeln. Sie können weder lesen noch schreiben. Zwar können sie ein wenig im Haus helfen, doch das ist auch schon alles.

Avni versucht, als Tagelöhner auf dem Bau Geld zu verdienen. „Die Arbeitgeber wollen lieber junge Männer. Ich bin zu alt. Und immer häufiger kehre ich ohne Geld nach Hause zurück“, berichtet er. Die entgangenen 4 Franken (3,70 Euro) fehlen dann im Budget schmerzhaft. Das Einkommen der sechsköpfigen Familie beläuft sich auf 50 Franken (46 Euro) Sozialhilfe und 38 Franken (35 Euro) Behindertenrente für die Kinder. Letztere schliesst die Familie allerdings von der Schulmittelfreiheit für die jüngste Tochter aus. „Anisa muss leider immer wieder auf manches Schulheft oder Buch verzichten. Anders geht es nicht“, sagt Avni traurig.


Die Schlafecke offenbart den Zustand des Hauses.

Die drei älteren Kinder der Familie sind geistig behindert.

Die gesamte Familie lebt und schläft in einem Raum. Abgesehen von der gepflegten Sitzecke gibt es hier kaum intakte Möbel. Die Familie schläft auf Matratzen und in einem Doppelbett. Das Bad, welches sich ausserhalb des Hauses befindet, hat ebenfalls keine Tür. Privatsphäre gibt es kaum. „Ich bin so dankbar, dass wir so nette Nachbarn haben. Manche kochen etwas mehr und geben uns die Reste davon. Trotz unserer Armut fühle ich mich hier sehr geborgen“, sagt Haxhere.

Die Familie verfügt nicht über eigenes Land und kann deswegen keine Tiere halten. Und so bleibt uns nichts anderes übrig, als ihnen zumindest bei der Instandsetzung ihres Hauses zu helfen: Mit dichten Fenstern und sicheren Türen, einem neuen Fussboden und zwei Doppelstockbetten. Zudem möchten wir für das benötigte Schulmaterial von Anisa aufkommen. Dies alles kostet in etwa 4 000 Franken (3 700 Euro). Wenn möglich, möchten wir die Familie zusätzlich mit Matratzenauflagen wegen der Inkontinenz der behinderten Kinder, Hygieneartikeln und Kleidung unterstützen. Ein zweiter Raum wäre ebenfalls wünschenswert, ist jedoch im angegebenen Betrag nicht einkalkuliert. Vielen Dank, wenn Sie dieser stark herausgeforderten Familie ein sicheres und warmes Zuhause ermöglichen.


Projekt Nr. 3300, "Familienhilfe Troci"

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DIACONIA
Hilfswerk feiert sein 35-jähriges Bestehen
"Freundestreffen" von Diaconia Internationale Hilfe, Beinwil am See

Über 80 Freunde und Gönner von Diaconia Internationale Hilfe waren der Einladung zu einem "Freundestreffen" im schmucken Saal der Stiftung Lebenshilfe in Reinach AG gefolgt.

ht. Stephan Schneider, stv. Geschäftsführer von Diaconia Internationale Hilfe, Beinwil am See, entbot den Gästen am Samstag, 29. Oktober, die herzlichsten Willkommensgrüsse. Diese galten besonders Baru Jambazian aus Armenien und den Freunden aus Deutschland. Er hatte den Anlass gründlich vorbereitet und führte gekonnt durch denselben.

Hans-Rudolf Hintermann schloss sich der Begrüssung an. Er dankte der Lebenshilfe dafür, dass Diaconia bei ihr zu Gast sein durfte. Ferner gab er einen kurzen Rückblick auf die Gründung und die segensreiche Tätigkeit der Lebenshilfe für Menschen mit einer Behinderung. Bei der Lebenshilfe sind 240 Mitarbeitende um die Entwicklung der ihnen anvertrauten Personen zu möglichst eigenständigen Persönlichkeiten bemüht.

Das erste Diaconia-"Freundestreffen" fand 1999 im SBB-Güterschopf in Beinwil am See statt, der Diaconia als Hilfsgüterlager diente. Übrigens mit Bahnanschluss! Dieser ermöglichte Hilfsgütertransporte per Bahn. So wurde zum Beispiel einmal ein ganzes Altersheim mithilfe des Militärs geräumt und die Möbel per Bahn nach Rumänien spediert. Die zweite solche Veranstaltung wurde 2003 in der "Forelle" durchgeführt. In der ehemaligen Zigarrenfabrik sind die Druck- und Versandabteilung, Hilfsgüter-Lagerräumlichkeiten und weitere Räume des Hilfswerkes eingemietet.

Baru Jambazian aus Armenien berichtet aus seiner Arbeit.

35-jähriges Jubiläum

Das Hilfswerk wurde 1981 gegründet und darf im laufenden Jahr dankbar auf das 35-jährige Bestehen zurückblicken. Die Tätigkeit wurde jedoch bereits einige Jahre früher aufgenommen. Der Hintermann-Verlag erhielt aus dem ehemals kommunistischen Osten Bitten um christliche Literatur und Hilfsgüter aller Art. Zu Beginn transportierten 30-35 Freiwillige von Deutschland aus vielfältige Waren in den Osten.

Diaconia ist heute in Armenien, Rumänien, Albanien und Nepal tätig. In der Vor-Putin-Zeit wurden in Moskau ca. 500 behinderte Kinder betreut und den Insassinnen eines Frauengefängnisses über die schwere Zeit der Haft hinweggeholfen. Ferner fanden Arme durch Suppenküchen Unterstützung.

Eine wichtige Hilfsmöglichkeit stellt in Armenien und Rumänien die Patenschaftshilfe dar. Mit ca. 3'400 Patenschaften werden Kinder, Familien und ganze Dörfer unterstützt.

Das grösste Einsatzgebiet ist Armenien, wo ein "Dorf der Hoffnung" mit 78 Häusern für Not Leidende entstand. Ebenfalls in Armenien können Jugendliche in einem Berufsausbildungszentrum Kenntnisse in den Berufen Bäcker-Konditor, Näherin und Schneider erwerben. Ferner werden Sprach- und EDV-Kurse angeboten.

Das wichtigste Hilfsprojekt in Rumänien ist das Kinderbildungszentrum in Brasov. In Rumänien gibt es 380'000 Kinder zwischen 6 und 14 Jahren, die Analphabeten sind. Diaconia setzt sich für solche Kinder u.a. durch Nachhilfe-Unterricht ein, damit sie später ein normales Leben führen können.

In Albanien hat Diaconia bereits vor Jahren ein marodes Spital neu gebaut und damit einen wertvollen Beitrag zur Senkung der Mütter- und Kindersterblichkeit geleistet. In Albanien werden auch eine Blinden- und eine Taubstummenschule sowie Altersheime unterstützt. Es wurden ebenfalls verschiedene Kindergärten renoviert.

Über 80 Gäste aus nah und fern lauschten den Ausführungen der Diaconia-Mitarbeiter.

Hilfe ist immer noch nötig

Früher sandte Diaconia auch Hilfsgüter per Container nach Armenien. Leider mussten diese Transporte wegen geänderter Zollvorschriften eingestellt werden. Hingegen werden schweizweit durch Freiwillige eingesammelte Hilfsgüter in der „Forelle“ auf Lastwagen verladen und nach Rumänien gesandt. Gelegentlich äussern Spender die Meinung, Rumänien gehöre doch zur EU, und da sollte Hilfe nicht mehr nötig sein. Die Wirklichkeit sieht leider anders aus: Kleider werden immer noch dringend benötigt. – Von einer Baumaterialfabrik erhielt Diaconia kürzlich einen Lastwagen voll Isoliermaterial, das – schon wegen der guten Qualität – in Rumänien sehr gefragt ist. Hin und wieder wird das Mobiliar ganzer Schulzimmer nach Rumänien transportiert. So geschehen z.B. bei der KV-Schule Lenzburg-Reinach.

Anhand der neuen DVD "First we listen" (kostenlos anzufordern bei Tel. Schweiz: 062 771 05 50 / Deutschland: 07761 553 29 73) schilderten Baru Jambazian, der Leiter der Diaconia-Arbeit in Armenien, Michaela Kuhlmann, Geschäftsleiterin Diaconia Internationale Hilfe e.V., Bad Säckingen, und der eingangs erwähnte Stephan Schneider Details aus ihrer Tätigkeit für Diaconia und persönliche Eindrücke aus den verschiedenen Ländern.